Forum: Wissenschaft
Nitrat im Grundwasser: Neue Dünge-Regeln soll EU-Strafen abwenden
Wolfgang Weihs /dpa

Die EU, Umweltschützer und Wasserversorger fordern weniger Dünger auf deutschen Feldern, damit weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt. Ein neuer Vorschlag aus Berlin soll teure Strafzahlungen verhindern.

Seite 2 von 5
Simmentaler 21.08.2019, 22:29
10. @vernunftimkopf

Wissen um die realen Verhältnisse ist sehr dünn gesät, tragen Sie dazu bei, es zu vermehren! Leider hat die Landwirtschaft (besonders in Gestalt des Bauernverbandes) in der Vergangenheit zu häufig die Haltung "Ihr habt keine Ahnung / das geht nicht anders / haben wir immer so gemacht / mit Euch kann man nicht diskutieren" eingenommen. Erzeuger und Verbraucher haben sich extrem entfremdet. Die Politik wird nicht helfen, sondern profiliert sich auf Kosten der Bauern
Klären Sie mit auf, wie die realen Verhältnisse sind!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sfk15021958 21.08.2019, 22:30
11. Wie kann man nur so ignorant sein, "Vernunftimkopf"

ich bin zwar kein studierter Landwirt, sondern für das Fach "Abwasser- und Abfallchemie" habilitierter Hochschullehrer und kann nur noch die Klage ausbringen: Wir ersticken in unser eigenen Sch... und sind selbst daran schuld. In Aachen überprüft z.B. die Landwirtschaftskammer - VORSICHT: NICHT TOTLACHEN - den Gülleaustrag. ...und wer hat noch nicht die Geschichte vom Bock gehört, der zum Gärtner gemacht wurde?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wauz 22.08.2019, 23:02
12. Mist machen!

Das Problem haben wir nur mit Flüssig-Mist, volkstümlich: Gülle. Mit Festmist haben wir die Probleme nicht: entweder wird das nitrat von den Pflanzen (mitHhilfe von Bakterien) aufgenommen oder es wird (auch von Bakterien) wieder zu Stickstoff abgebaut. Mist kann man zu jeder Jahreszeit bei jedem Wetter streuen, ohne Schaden anzurichten. Und der Mist stinkt auch nicht so erbärmlich!
Der "Witz" dabei: die blöden Spaltenställe wurden mit Subventionen bezahlt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ctreber 22.08.2019, 23:05
13. Die Folgekosten gehören auf Tierprodukte

Warum sollten alle für die Beseitigung von Nitr*t bei der Aufbereitung von Trinkwasser zahlen, auch die, die weder Fleisch noch Milch konsumieren (just for the record, ich bin nicht mal Vegetarier)? Davon abgesehen wäre es auch hier gut, wenn weniger Fleisch gegessen würde (da mache ich mit); mit weniger Tierexkrementen käme die Umwelt ja zurecht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
interessierter10 22.08.2019, 23:09
14. Das ist ja toll, dass Sie studiert haben.

Zitat von Vernunftimkopf
Als studierter und Landwirt mit jahrzehntelager Tätigkeit in der Forschung zu Umweltbelangen der Landwirtschaft, und insbesondere der Nitratbelastung unter Ackerböden, könnte ich nur noch schreien, wenn ich von allen diesen wissensfreien grünen und sonstigen Dilletanten diese rein emotionale "Agrarwende"- Polemik höre. Reiner oberflächlicher Aktionismus ohne sachliche Ansätze zur Klärung der biologischen und bodenchemischen Ursachen und zur Lösung von Problemen, wie z.B. Nitrat. Derzeit nur eines der gesellschaftlichen Felder wo hochkochende Emotionen alle Vernuft niederwalzen. Denk ich an Deutschland inder Nacht.... Heine läßt grüßen!
Allerdings scheint außer emotionaler Polemik nicht viel dabei herausgekommen zu sein. Klären Sie uns doch mal sachlich auf, wie Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse sind und wie Sie darauf kommen, dass Grüne wissensfrei sind. Nachdem Sie sich emotional wieder vom Siedepunkt entfernt haben und die Vernunft Sie eingeholt hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
heutemalich 22.08.2019, 23:12
15. Überdüngung größtes Umweltproblem

Dass Nitrat im Trinkwasser landet, ist das Einzige, was uns auffällt. Denn dann müssen wir es trinken. Das Nitrat ist aber im ganzen Ökosystem. Wir beklagen Bienensterben und Artenrückgang bei Pflanzen. Der Hauptgrund sind nicht Pestizide (die ich keineswegs verharmlosen will), sondern die Überdüngung. Die große Mehrzahl der Pflanzenarten ist an nährstoffarme Standorte angepasst. Diese gibt es nicht mehr - und damit nicht mehr viele Pflanzen. Diese sind auch Nährpflanzen für viele Insekten. Jeder Biologe mit etwas Gelände-Erfahrung weiß das, jeder. Es kommt nur nicht in der Politik an. Weil man lieber den Bauern und den Lobbyverbänden glaubt. Die sind natürlich viel gebildeter und haben mehr Ahnung. Klar?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wiseacre 22.08.2019, 23:30
16. Verurasacher

Wenn ich sehe, wie Gülle per LKW zu den Feldern transportiert und per Schlauch eingeleitet wird, wird mir schlecht. Und auch beim normalen Aufbringen mit dem Traktor wird das Zeug wahllos und in viel zu großen Mengen verspritzt. Die Kosten für die Aufarbeitung des Wassers werden aber wie so häufig, auf alle abgewälzt. Das Verursacherprinzip scheint für die Bauern und die holländischen Gülleimporteure nicht zu gelten. Warum also sollten die etwas ändern wollen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Simmentaler 22.08.2019, 23:43
17. @sfk15021958

#11 Mit Verlaub, kennen Sie die Metapher mit dem Elfenbeinturm? Wo wir in unserer Sch.... ersticken, können Sie gerne detailliert mit links zu den Untersuchungsergebnissen der Messstellen erläutern. Gerne mit weiteren links zu den Messstellen in der Umgebung nebst Angabe, wie die Böden der Umgebung genutzt werden. Weiter können Sie sicher schlüssig erläutern, warum die Hausbrunnen fast aller Bauern in unserem Praxisgebiet deutlich unter dem Nitrat-Grenzwert liegen, obwohl der Grundwasserkörper rot ist.
Ihre Kritik an der Kontrollausübung durch die Landwirtschaftskammer müssen Sie bitte auch genauer erläutern. Meinen Sie, die Kammer würde ihren Job nicht richtig machen und es gäbe hier sozusagen Kumpanei und Vetternwirtschaft? Oder üben Sie grundsätzliche Kritik an der staatlichen Organisation (denn als Körperschaft des öffentlichen Rechts werden der Kammer ja staatliche Aufgaben zugewiesen)?
Sie können sicher auch erläutern, wieso in der Öffentlichkeit keinerlei Informationen vorhanden sind, wie Gemüseanbau das Grundwasser belastet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andrehe 22.08.2019, 23:46
18. Agrarpolitik wird derzeit ausgesessen, Korruption grassiert

Zitat von Simmentaler
Wissen um die realen Verhältnisse ist sehr dünn gesät, tragen Sie dazu bei, es zu vermehren! Leider hat die Landwirtschaft (besonders in Gestalt des Bauernverbandes) in der Vergangenheit zu häufig die Haltung "Ihr habt keine Ahnung / das geht nicht anders / haben wir immer so gemacht / mit Euch kann man nicht diskutieren" eingenommen. Erzeuger und Verbraucher haben sich extrem entfremdet. Die Politik wird nicht helfen, sondern profiliert sich auf Kosten der Bauern Klären Sie mit auf, wie die realen Verhältnisse sind!
Es reicht, die EU-Agrarsubventionen zu streichen, sie werden nämlich dank der CDU weiterhin auf Fläche gewährt. Dann würde nicht mehr so viel Fleisch exportiert, was auch nicht sinnvoll ist wg. Gewässer- und Klimaschutz. Man kann dann bei Importen dafür sorgen, mittels eines Agrarzolls die Subventionen anderer Länder auszugleichen. So ähnlich könnten wir auch den brasilianischen Regenwald vor Bolsonaro beschützen: Strafzölle auf Rindfleisch und Soja-Kraftfutter. Der Regenwald brennt gerade, es sind viele Feuer gelegt worden! Ich hoffe, unsere Volksvertreter schauen nicht nur zu, sondern tun endlich was!!! Immerhin werden sie von uns fürstlich entlohnt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ott.burgkunstadt 22.08.2019, 00:22
19. Die Bauernlobby

wird sich auch hier wieder gegen die Politik und den gesunden Menschenverstand durchsetzen. Die Kosten für die EU-Bußgelder werden schließlich nicht von den Bauern, sondern von allen Steuerzahlern getragen (wird vermutlich durch erhöhte EU-Subventionen oder Steuererleichterungen, bezahlt von allen Steuerzahlern, ausgeglichen), genauso, wie die erhöhten Kosten für die Wasserreinigung von den Verbrauchern zu tragen sind. Denn Landwirte ausfindig machen, die viel zu viel Gülle ausbringen, die dann vor Gericht zu stellen wegen Körperverletzung und Umweltgefährdung oder gar Schadensersatz gegen sie durchsetzen? Träumt weiter ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 5