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Öffentliche Meinung: "Fake News" werden nicht die Wahl entscheiden
DPA

Werden Bots, Desinformation und Echokammern den Bundestagswahlkampf bestimmen? Wird Propaganda bei Facebook den Radikalen Wähler zutreiben? Ein Blick auf bisherige Abstimmungen gibt Antworten.

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jojack 25.06.2017, 13:34
1. Wieso immer FOX news?

Kein Artikel über die Parteilichkeit der US-Medien lässt FOX news aus. Freilich ohne zu erwähnen, dass sich die konservative Berichterstattung von FOX spiegelbildlich bei MSNBC findet, nur dass da eben einseitig positiv über die Demokraten berichtet wird. Überhaupt kann keine Rede davon sein, dass die US-Medien insgesamt einseitig wären - allenfalls leben zahlreiche Medienvertreter in einer Blase, die recht zuverlässig vom Empfinden der amerikanischen Bevölkerung abschirmt. Diese Blase gibt es auch hierzulande: die Medien sind eher links verortet, die Deutschen wählen dennoch eher konservativ.

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haidor 25.06.2017, 13:39
2. Unbegreiflich

Es ist mir unbegreiflich, wie die sog. Fakenews Menschen so beeinflussen können. Wenn irgendein „Skandal“ durch die sozialen Netzwerke oder Medien geht, die mein Wahlverhalten beeinflussen könnte, dann wühle ich mich durch verschiedenste Info-Quellen, um den Wahrheitsgehalt zu eruieren. Auch wenn das nicht immer gelingt, so kann man sich doch den vermeintlichen Tatsachen und Lügen nähern.
Wie dumm oder dreist muss man sein, wenn man einerseits über die Lügenpresse schimpft, andrerseits aber Meldungen, die ins eigene Weltbild passen, plötzlich als wahr einstuft?
Wer nie die eigene Meinung und Sichtweise hinterfragt, verschenkt die Möglichkeit sich und die Gesellschaft weiter zu entwickeln.
Wer nicht differenziert und hinterfragt fällt auf die Bauernfänger rein. Und das sind nach Brexit und Trump nachgewiesenermaßen doch eine ganze Menge Wähler.
Menschen scheinen einen Glauben zu brauchen, egal ob religiös oder weltlich, egal wie unglaubwürdig und unlogisch er ist. Und je schlichter im Gemüt, desto simpler die Losungen.
Das ist wahrscheinlich nichts neues, wird aber durch die Digitalisierung unserer Welt plastisch sichtbar.
Man muss nicht einer Meinung sein, aber die andere Meinung sollte schon auf einem Fundament ruhen, dass mich auch zum Nachdenken bringt.
Aber beim Nachdenken scheinen viel überfordert zu sein.
Ich habe den Eindruck, dass die Evolution bei etlichen spurlos vorüber gezogen ist.
Das kann einen schon Sorge bereiten.
Zumindest mir.

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Tim van Beek 25.06.2017, 13:44
3. Ihr Wort in Gottes Ohr

...aber ich bin da nach den Beobachtungen der letzten zwei Jahre irgendwie weniger optimistisch, denn anscheinend kann keine Behauptung, kein Betrug offensichtlich und dumm genug sein, als dass das nicht von Millionen von Menschen akzeptiert würde, wenn es nur zu ihrem Weltbild passt.
Ganz so dumm wie in den USA wird es in D nicht ablaufen, also bin ich auf jeden Fall gespannt, was sich unsere Freunde von den Fake News so für uns ausdenken werden.
Nicht vergessen: Für Millionen von Menschen ist anscheinend Obama ein kenianische Muslim und wird es immer bleiben, keine Chance, das noch irgendwie wieder aus den Köpfen zu bekommen.

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Kerze der Freiheit 25.06.2017, 13:45
4.

Fake-News, Unwahrheiten, Verkürzungen und einseitige Gewichtungen bei Kommentaren sind ein großes Problem, das auf jeden Fall von jedem Publizierenden vermieden werden sollte.

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pauli96 25.06.2017, 13:58
5. Sehe ich auch so

In Bezug auf die Wahlentscheidung. Aber das Problem mangelnder Identifikation mit Politik, politischen Parteien und Wahlprogrammen besteht in Deutschland zunehmend auch. Merkel ist das kleinste Übel, Schulz der Hoffnungsträger und die Mehrheit auch politisch interessierten Bürger wendet sich ab. Gut nachvollziehbar.

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vitalik 25.06.2017, 14:15
6.

Man müsste tatsächlich eine Studie durchführen, welche Reichweite Fakenews haben können. Diese Woche gab es doch den Artikel bei SPON, dass 50% der Wählen ihre Nachrichten fast ausschließlich aus dem Fernsehen bekommen. Da ich davon ausgehe, dass diese Nachrichten von den Redakteuren bearbeitet werden, es zu keinen Fake-News und Beeinflussungen (mehr als sonst) kommen kann. Die andere Hälfte der Wähler wird sich aus den Zeitungen und Online-Newsangeboten, wie SPON informieren. Also wieviel Prozent der Wählen fallen tatsächlich auf die billige Facebook-Propaganda rein. Weiterhin lautet die Frage, ob man diese Menschen, die sich bei Facebook informieren überhaupt als Wählen gewinnen möchte.
Und zum Schluss gibt es da noch die Gruppe von Menschen, welche sowieso eine feste Meinung haben (Linke, Rechte, Freunde Russland, Freunde Amerikas, EU-Fanatiker). Bestimmte Menschen kann man einfach nicht von deren festen Meinung abbringen. Genau diese Menschen sind es doch, welche auf die Fake-News reinfallen, wobei hier eben die Fake-News die bereits verfestigte Meinung bestärken.

Welche Facebook Nutzer würden es denn tatsächlich glauben, dass der Vater von Schulz im KZ arbeitete, außer der NPD-Anhängern?

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lies.das 25.06.2017, 14:16
7. Das war nur spekuliert

Diese Kommentat-Thesen sind schierer Speculatius. Ohne Beleg. Zwei Artikel tiefer in SPON liest man schon das Gegenteil - in England. Es ist keine Kunst, aus dem fast sicheren MerkelSieg eine derart banale Schlussfolgerung zu folgern. Welche Gefahren und Konsequenzen ausländische Hackerangriffe auslösen können, sieht man derzeit in Katar. Es ist hybride Kriegführung. Auch Trump wurde als Folge der Hacks gegen Clinton so gewählt. Schon vergessen?

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keine-#-ahnung 25.06.2017, 14:20
8. Das sollte man auch hoffen?

"Wenn doch irgendwann Daten über deutsche Politiker - etwa aus dem Bundestags-Hack - gezielt lanciert werden, die wirklich Belastendes enthalten, könnte das die Wahl durchaus beeinflussen."
Wenn da belastbares Belastendes über Politiker und/oder Parteifraktionen geleakt wird, wird ja (ausser Herrn Maas) niemand fordern, diese Informationen nicht zur Entscheidungsfindung über die Stelle einfliessen zu lassen, an welche man sein Kreuzchen setzt.

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HorstOttokar 25.06.2017, 14:29
9. Soziale Echokammern

Mich würde interessieren, ob der Autor auch soziale Echokammern berücksichtigt hat.

Ich denke dabei insbesondere an die Russlanddeutschen-Community, in der beispielsweise die hanebüchenen Geschichten über die 13-jährige Lisa immerhin auf so fruchtbaren Boden fielen, dass es in zahlreichen deutschen Städten Demonstrationen gab.

Das lief nicht nur über soziale Medien, sondern auch über das gute alte Mund-zu-Mund-Gerücht innerhalb der Community.

Bei diversen folgenden Wahlen stiegen dann die allgemeinen Wahlbeteiligungen ebenso unerwartet an wie die AfD-Stimmenanteile. Da stellt sich schon die Frage, ob hier nicht eine soziale Gruppe in eine gewünschte Richtung politisiert wurde.

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