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Ökologisch verarmt: Dünger, Gifte, Müll - Sorge um deutsche Seen und Flüsse
DPA

In mehr als der Hälfte der Gewässer in Deutschland regt sich zu wenig Leben. Zahlen der Bundesregierung zeigen: Nur in zwei Bundesländern gibt es noch viele Seen und Flüsse in biologisch gutem Zustand.

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pietschko 14.06.2017, 13:48
60.

Zitat von Goldwin
Gut, dass Sie mich beleert haben. Ich dachte immer die Flüsse entspringen in den Städten. ^^ Sie werden aber sicherlich auch wissen, dass in den Städten jede menge Müll und Abwässer in die Flüsse fließen, oder? Wir haben Vorfluter, die den kompletten Schmutz einer Stadt mit jedem regenschauer in die Bäche udn flüsse spült. Wir haben Kläranlagen, die nicht in der Lage sind die Massen an Medikamente aus den Abwässern zu fischen. und, und und. Eines der größten Agrarländer (bayern) hat mit die besten Gewässer. In diesem Zusammenhanh sei auch erwähnt, dass es in Bayern noch nie eine Grüne regierungsbeteiligung gab
im vergleich zu niedersachsen ist bayern in dem sinne kein agrarland. neben dem dünger ist die gülle das hauptproblerm. auch potenzieren sich die probleme flussabwärts. viele flüsse entspringen in alpennähe, je länger der fluss, desto größer die probleme, da von ländern flussaufwärts geerbt.

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centriole 14.06.2017, 14:07
61. Guter ökologischer Zustand

Der gute ökologische Zustand eines Gewässers hängt von verschiedenen biologischen und chemischen Faktoren ab. Dazu gehören bei Oberflächengewässern z.B. das vorfinden bestimmter Wasserpflanzen, Phytoplankton oder Phosphor. Wenn hierbei nur einer der vielen untersuchten Faktoren einen schlechten Zustand aufweist, alle anderen aber gut sind, wird das Gewässer trotzdem insgesamt als unbefriedigend oder schlecht eingestuft. Das wird im Artikel natürlich nicht erwähnt. Außerdem kommt z.B. beim Phosphat hinzu, dass an den Messstellen nicht zwischen diffusen Quellen (z.B. Landwirtschaft) und Punktquellen (z.B. Siedlungen) unterschieden wird bzw. werden kann. Da auch bei diesem Artikel wieder als erstes die Düngung als Hauptfaktor genannt wird, muss man davon ausgehen, dass gezielt Stimmung und Wahlkampf gemacht werden soll, ohne auf Hintergründe der Untersuchungsergebnisse einzugehen.

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wannbrach 14.06.2017, 14:27
62.

Man muss sich fragen ob die industrialisierte Landwirtschaft der richtige Weg ist. Deutschland exportiert viele Agrar und Tierprodukte in alle Welt und unsere Flüsse leiden darunter. Wäre es da nicht sinnvoller weniger zu produzieren und eine gesunde Natur zu haben.

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cassandros 14.06.2017, 14:48
63. Seen und Flüsse

Zitat von Goldwin
.........Daher zu sagen, dass die Gewässer aufgrund der Düngung schlecht sind ist eben nur ein ganz kleiner Teil der Wahrheit. Allerdings wird die Düngung immer in den Mittelpunkt gestellt. ..........
Hier werden wiederholt (praktisch nur) Flüsse betrachtet und genannt.
Es ist aber notwendig, z.B. bei einer Betrachtung der Eutrophierung von Gewässern durch die Landwirtschaft, zu beachten, daß sich ein Düngereintrag in einem Fließgewässer ganz anders darstellt als in einem stehenden Gewässer!
"Zuviel" (von was auch immer) in einem See ist "drin".
Daß sich Flüsse erstaunlich schnell auch von schwersten Belastungen erholen und regenerieren können, zeigen die Beispiel von Rhein, Elbe und Ruhr. Das liegt zuvorderst an der Wassermenge, die beständig durchströmt.

Für den Limnologen ist ein (ablaufloser) See etwas ganz anderes als ein Fluss. Man beachte hierzu die Überschrift:
"Sorge um deutsche Seen und Flüsse"

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Rosmarinus 14.06.2017, 14:50
64.

Zitat von oidahund
Die Äsche und die Bachforelle benötigen einen kiesigen Untergrund und eine sehr gute Wasserqualität um sich zu vermehren. Durch Querverbauungen in den 50iger und 60iger Jahren wurde die Fließgeschwindigkeit dieser Gewässer stark reduziert, so dass der kiesige Grund verschlammte und der Sauerstoffgehalt abnahm. Es siedelten sich eigentlich in dem Habitat nicht vorhandene Fische (zB Hechte und Barsche) an. Seit dem die Querverbauungen abgebaut bzw. so modifiert wurden, so dass die Fleißgeschwindigkeit sich deutlich erhöht hat und die Staubereiche weitgehend verschwunden sind, wurde der Schlamm meist weggespült und der Sauerstoffgehalt stieg deutlich an. Die Hecht- und Barschbestände sind teilweise verschhwunden, haben aber zu mindest stark abgenommen. Mußten früher Äschen und Bachforellen jährlich gesetzt werden, so finden sich jetzt wieder gute, selbsterhaltende Bestände in den Bächen wieder. Das hat etwas mit Gewässerökologie zu tun! Abgesehen davon haben die meisten Jäger durch den Jagdschein oft ein wesentlich besseres ökologisches Verständnis über die Naturzusammenhänge in Wald und Flur als viele "Naturschützer" aus der Stadt. Nebenbei bemerkt siedeln sich in einst zerstörten Gewässern oft veränderte Lebensgemeinschaften wieder an, sobald die Situation sich deutlich verbessert. Seien es andere Wasserfloharten oder Rädertierchengruppen - oder die anteilige Zusammensetzung ist nach der Renaturierung verändert. Das kann man schlecht bewerten - oder siich freuen, dass wieder ursprüngliche Leitorganismen vorhanden sind. Im Rhein gibt es wieder Lachse, das hätte in den 80igern niemand für möglich gehalten.
Alles richtig, sogar das, was Sie über die "Naturschützer" aus der Stadt sagen. Nur teile ich Ihre augenscheinlich Geringschätzung der Biologen nicht.

Ich kenne den ein oder anderen Gewässerbiologen. Die verbringen viel Zeit im Feld und im Labor durchblicken die Zusammenhänge und Möglichkeiten durchaus und wie es bei Spezialisten meist üblich eben doch ein klein wenig tiefer als die meisten Amateure. Wovon nicht zuletzt diese profitieren. (Ja, das gilt oft auch umgekehrt.)

In nehme jedenfalls an, dass Sie in Ihrem beruflichen Spezialgebiet ebenfalls etwas mehr Durchblick haben, als der interessierte Laie.

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OhMyGosh 14.06.2017, 15:03
65. Die Lage ist durchaus ernst,

denn wenn in vielen Publikationen die hohe Nitratbelastung des Trinkwassers belegt wird, unsere Weiden und Äcker weiterhin munter mit Gülle überschüttet werden, als gäbe es kein morgen, wenn Wissenschaftler immer weder betonen, dass jährlich 58.000 Tierarten verschwinden, Flussläufe verändert bzw. begradigt werden, dann wundert es mich keinesfalls, dass unsere Seen und Flüsse immer mehr ökologisch verarmen.
Das Ökosystem Natur hat im Laufe der Jahrhunderte sicherlich schon einiges zu bewältigen gehabt, aber derartige Generalangriffe von allen Seiten und nahezu ohne Pause sind des Unguten eindeutig zu viel.In weitestgehend naturbelassenen Gewässern tummeln sich eine Vielzahl unterschiedlicher Insekten und Krebstierchen, leben Molche, Schnecken, Frösche und Libellen, zeigen sich Wasservögel unterschiedlicher Art, blühen und gedeihen heimische Wildpflanzen. Damit sieht es unserem Land aber sehr gemischt aus, um es mal unverfänglich zu formulieren.
Ich persönlich schwimme sicherlich gerne in einem Gewässer mit angeblicher Trinkwasserqualität. Auf diese verzichte ich aber gerne, wenn dafür Artenvielfalt herrscht. Meinen Durst lösche ich ja schließlich nicht aus einem Bach, Fluss oder See. Zur Rettung bzw. Verbesserung des Ökoystems Wasser sollten Umwelt- und Landwirtschaftsministerium wirklich einmal gemeinsam neue Wege gehen. Aber Minister Schmidt unterhält ja lieber seine innigen Kontakte zur Fleischmafia und zur Bauernlobby und präsentiert sich innig schmausend auf der Anuga.

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murksdoc 14.06.2017, 15:29
66. Frage

Was genau ist der Nullwert, der Ausgangspunkt "ökologischer Vielfalt", den es wieder zu erreichen gilt und warum? Warum sind andere Modelle "ökologischer Vielfalt" besser oder schlechter? Wer bestimmt das und wann hat man den Ausgangspunkt bestimmt? War zu dieser Zeit die "Vielfalt" intakt? Hat nicht das Kaninchen in Australien die ökologische Vielfalt erhöht? Wurde der australische Kontinent dadurch besser? Wenn es bei uns die Anopheles-Mücke und die Tesetse-Fliege gäbe, was hätten wir von dieser höheren ökologischen Vielfalt?

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charlybird 14.06.2017, 15:39
67. Irgendwie ein wenig merkwürdig,

dass man den Zustand der deutschen Gewässer hier kommentieren kann, aber die weitere Empfehlung einer Zulassung des Pestizids Glyphosat durch die segensreiche EU nicht.
Ganz zu schweigen von dem nicht freigegebenen Untersuchungsbericht über u.U. mögliche Gesundheitsgefährdungen durch dieses monsantinische Wundermittel.
Auf der anderen Seite, wie sollen denn Seen und Gewässer bei der Monokultur in diesem agrartechnisch vollkommen überstrapazierten Land von Gülle, Dünger und anderen ''Pestilenzen'' verschont bleiben.
Wenn ich keinen Zucker im Tee möchte, tue ich ihn ja auch nicht vorsorglich in die Kanne, oder ?

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Rosmarinus 14.06.2017, 15:42
68.

Zitat von OhMyGosh
... Flussläufe verändert bzw. begradigt werden, dann wundert es mich keinesfalls, dass unsere Seen und Flüsse immer mehr ökologisch verarmen.
Aber das stand doch gar nicht. Es ging um den Ist-Zusatnd, der noch zu wünschen überig lässt. Dass es explizit schlechter geworden ist, kann ich nicht finden. Verglichen mit dem Zusatnd von vor 30 oder 40 Jahren dürfte es besser sein.

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Rosmarinus 14.06.2017, 16:03
69.

Zitat von murksdoc
Was genau ist der Nullwert, der Ausgangspunkt "ökologischer Vielfalt", den es wieder zu erreichen gilt und warum? Warum sind andere Modelle "ökologischer Vielfalt" besser oder schlechter? Wer bestimmt das und wann hat man den Ausgangspunkt bestimmt? War zu dieser Zeit die "Vielfalt" intakt? Hat nicht das Kaninchen in Australien die ökologische Vielfalt erhöht? Wurde der australische Kontinent dadurch besser? Wenn es bei uns die Anopheles-Mücke und die Tesetse-Fliege gäbe, was hätten wir von dieser höheren ökologischen Vielfalt?
Jedes Biotop hat eine maximal mögliche Artenvielfalt, die sich ohne Einfluss von außen einstellt. Das kann man an unberührten Biotopen studieren. Man kann verfolgen, wie sich die Artenvielfalt ändert, wenn neue Einflüsse einwirken. Man kann verfolgen, was in Biotopen passiert, wenn äußere Einflüsse zurückgefahren werden oder verschwinden.
Nein, das Kaninchen hat Australiens ökologische Vielfalt nicht erhöht, im Gegenteil.
Es gibt bei uns schon immer Anopheles-Mücken.
Tsetsefleiegn können hier allerdings nicht existieren. Wie wäre es daher mit Asiatische Tigermücken oder Japanischen Buschmücken? Im Gegensatz zu den Kaninchen in Australien haben sie jedenfalls noch nicht zu einer teilweise weitreichenden Änderung der Artenvielfalt geführt. Als potentieller Krankheitsüberträger ist zumindests die Tigermücke aber mit Vorsicht zu genießen. Wobei natürlich die Etablierung des Dengue-Virus in Europa nicht zur Ausrottung des Menschen führen würde und Sie könnten dann sogar sagen, dass das die Artenvielfalt erhöht hätte.
Aber mal im Ernst - sind diese Fragen nicht ein wenig zynisch? Was wollen Sie also damit erreichen?

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