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Österreich: "Das Glyphosat-Verbot wird die Umwelt nicht retten"
Florian Gaertner/ Photothek/ Getty Imges

Das Parlament in Österreich hat entschieden, den Unkrautvernichter Glyphosat zu verbieten. Hier erklärt die Pflanzenschutzexpertin Siegrid Steinkellner, was das für Landwirtschaft und Umwelt bedeutet.

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shotaro_kaneda 04.07.2019, 13:22
20.

Schön zu sehen, dass Spon in Sachen Landwirtschaft auch mal ein paar Experten zu Wort kommen lässt. Es wird nur die wenigsten interessieren bzw. die wenigsten werden verstehen, wo die Probleme bei einem Glyphosatverbot liegen. Viele denken ja z.B. dass Glyphosat mehrmals im Jahr bei uns in D auf die im Feld stehende Kultur gespritzt wird. Und wegen der Klagen in den USA: Glyphosat steht in Verdacht krebserregend zu sein, nach WHO-Definition. Genauso wie der Friseurberuf und der Schusterberuf. Bitte auch diese Berufe verbieten. Alle sonstigen unabhängigen bzw. staatlichen Institute kommen zu dem Ergebnis, dass Glyphosat nicht krebserregend ist. Ebenso sollte man wie bei jedem anderen Mittel auch die Anwendungsbestimmungen und Aufwandmengen einhalten (Eine Missachtung ist strafbar). Wenn man sich z.B. die Haare färbt, kauft man auch nicht 5 Tuben und schmiert sich diese in die Haare, nach dem Motto viel hilft viel. Leider ist genau dies die öffentliche Meinung von Landwirten, obwohl diese sich an die Regeln halten. (Wobei es auch hier schwarze Schafe gibt). Allein aus Kostengründen wird sogar oft versucht mit einem Bruchteil der angegeben Aufwandmenge zurecht zu kommen.

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Beat Adler 04.07.2019, 13:29
21.

Zitat von Eronica
Komisch nur, dass die USA-Gerichte Schadensersatzansprüche als gerechtfertigt ansehen. Pflanzenschutzexpertin versus Gesundheitsexperten.
Die beiden zustaendiegn Behoerden in den USA, die FDA (Klaerung der Sicherheit fuer den Mensch) und die EPA (Klaerung der Sicherheit fuer die Umwelt) erlauben Glyphosat.

Sollte Monsanto – Bayer in der letzten Instanz vor Gericht verlieren, verklagen sie diese beiden Behoerden und sammeln das Geld doppelt wieder ein.
mfG Beat

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shotaro_kaneda 04.07.2019, 13:29
22. @ geri&freki #11

Weil die Studie in Texas zumindest für die Labdwirtschaft 1) nicht auf Europa übertragbar ist, da in Texas eine gentechnisch veränderte Sojabohne während der Blüte gespritzt wurde. Das geht bei uns nicht, da wäre die Sojabohne nämlich dahin. 2) War die Studie uneindeutig. Bei höheren Dosen gegenteilige Effekte beobachtet wurden und 3) Die Bienen teilweise direkt mit verhältnismäßig hohen Konzentration direkt mit Glyphosat gefüttert wurden. 4) Hat die Autorin gesagt, dass Glyphosat im Gegensatz zu anderen Herbiziden eine geringe Toxizität aufweist. Sie hat nicht behauptet, dass es keinen Effekt gibt. Was Kommunen und Kleingärtner mit glyphosathaltigen Produkten anstellen, steht wieder auf einem anderen Blatt.

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larsmach 04.07.2019, 13:30
23. "im Verdacht, krebserregend zu sein"!!?? - Postfaktisches Zeitalter!

Zitat von alex2k
[Klima und Umwelt] sind ja das Eine. Gesundheit der Menschen etwas anderes. Es steht soweit ich weiss, im Verdacht Krebserregend zu sein!
"Verdacht"!?? Ist das eine neue Kategorie evidenzbasierter Forschung in postfaktischen Zeiten von Esoterik und Homöopathie!? Richtig ist: Ein Institut der WHO hat die Substanz in absurden Mengen und unverdünnt an Tiere verfüttert (!) und trotzdem nichts gefunden - und sonach ohne evidenzbasierten Nachweis von einem Verdacht geschrieben. Dieselbe Organisation warnt daraufhin eindringlich vor der "sicher" krebserregenden Wirkung von Alkohol - jetzt raten Sie mal, welcher der getesteten Stoffe verboten werden soll! - SPON schrieb neulich, dass die Intelligenzquotienten in Deutschland zurückgingen. Das passt immerhin in das o.g. Zeitalter! Wenn wir nach "Gefühligkeiten" gehen, wird uns morgen der Führerschein abgenommen, weil jemand "fühlt", wir seien vor einer Schule zu schnell gefahren - selbst wenn die Polizei dort gemessen hat und uns als Zeugin zur Seite springt: Was zählen wird, ist die "Gefühligkeit" des modernen Menschen, der in eine Zivilisationskrankheit hineinzudegenerieren scheint. Evidenzbasierte Wissenschaft beeindruckt ihn nicht so sehr wie der hysterische Schamane... - dieser Wahnsinn bekommt langsam Methode!

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Tom Ethcart 04.07.2019, 13:30
24. Lobenswerter Anfang

Respekt Österreich!
Es gibt also doch noch Menschen, denen das Wohl der Menschen wichtiger ist als Profit und Betrug.
Deutschland - das sich eher als Bremser i.S. Umweltschutz
profiliert - sollte sich endlich ein Beispiel nehmen....

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JBond 04.07.2019, 13:33
25.

Zitat von Eronica
Komisch nur, dass die USA-Gerichte Schadensersatzansprüche als gerechtfertigt ansehen. Pflanzenschutzexpertin versus Gesundheitsexperten.
Genau genommen ist es Pflanzenschutzexpertin (und jede Menge weiterer Wissenschaftler) gegen Laiengericht... denn alle Urteile gegen Bayer/Monsanto wurden bisher nur von Geschworenen getroffen - es gibt noch kein richterliches Urteil.

Dem gegenüber aber jede Menge Studien die keine Gefahr für den Menschen zeigen, weshalb Glyphosat auch von den meisten Regulierungsbehörden eine Zulassung hat.

Aber hauptsache man "fühlt" sich durch ein Verbot besser.

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f-rust 04.07.2019, 13:36
26. Plakativ aber am Thema vorbei:

"Die Umwelt retten wird das Glyphosat-Verbot also nicht." Na ja, es geht beim Glyphosat-Verbot nicht in erster Linie um "die Umwelt", sondern um den Schutz der menschen vor möglicherweise krebserregenden Stoffen im Glyphosat. "Die Umwelt retten wird eine CO2-Steuer auch nicht," könnte man genau so gut formulieren. Ich halte diese o.g. Aussage der Frau Professor für sehr bedenklich.

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Ichbines2 04.07.2019, 13:41
27. Wr bezahlt?

Zu allererst muss man immer immer die Interessenlage angeben, sonst ist JEDE Aussage wertlos:
WER bezahlt die Wissenschaftlerin, WER bezahlt die Studie, Welche Fragestellungen sollte die Studie beantworten.
Nur die Aneinanderreihung irgendwelcher Institutionen, die befürwortet haben, ohne deren Hintergründe und Auftraggeber zu kennen, bringt so rein gar nichts
Milch soll auch gesund sein, aber ALLE diesbezüglichen Studien sollen von der Milchwirtschaft finanziert sein, es gibt etliche Ernährungswissenschaftler, die gerade Milch für krebserregend halten.
Dasselbe trift auf die Glorifizierung von Alkohol zu.
Und Zigaretten sind nachweislich krebserregend, sogar das passiv rauchen oder - neuerdings - sogar kalter Rauch. Und? Sind sie verboten?

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maikäfer 04.07.2019, 13:46
28. Nicht nur Krebs

Zitat von invinoveritas!
1.) Seit Jahrzehnten eine kontinuierliche Steigerung der allgemeinen Lebenserwartung beobachten (wie kann das sein, wenn doch alles was wir essen so vergiftet ist?) und 2.) mir noch niemand eine Statistik zeigen konnte, wonach die Zehntausenden intensiv Glyphosat nutzenden Bauern ja eigentlich häufiger an Krebs erkranken müssten, als normale Bürger und Nichtnutzer wie ich?
Das Gift schädigt nicht nur Menschen. Glyphosat ist Hauptverursacher des Artenrückgangs ist (Monokultur = keine Wildpflanzen = keine Insekten (Bestäuber) = keine Vögel, andere Kleintiere). Zudem schädigt es zusammen mit äußerst toxischen Zusatzstoffen (Tallowamine) Mikroorganismen in Boden und Gewässern. Komplexe Nahrungsketten und Symbiosen werden vernichtet. Der dadurch ausgelöste dramatische Schwund der Artenvielfalt, ist genauso nachweisbar wie der Klimawandel.

Übrigens steht Glyphosat auch im Verdacht für den, auch für Menschen gefährlichen Rinderbotulismus, verantwortlich zu sein. https://www.mdr.de/investigativ/themen/glyphosat-rindersterben-100.html

Auch Sie haben übrigens Glyphosat im Pipi. Damit es gleichzeitig abreift besprüht/ tötet der Landwirt das Getreide kurz vor der Ernte (Sikkation). Das erleichert die Ernte und steigert den Ertrag. Nur doof, dass das Glyphosat sich im geernteten Getreide nicht abbauen kann. Wäre doch interessant statistisch zu prüfen, ob die Krebsrate nach einem Verbot in der Gesamtbevölkerung sinkt.

Und anbetracht dessen, dass bspw. die Stadt Wien soviel Brot wegschmeisst, wie die Stadt Graz verbraucht, stellt sich nicht erst seit gestern die Frage, ob es sich lohnt, der Verschwendungssucht zuliebe unsere Böden dauerhaft kaputtzumachen.

P.S. Sie müssen nicht warten bis einer kommt und Ihnen eine Stastik zeigt. Sie können das selbst recherchieren.

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Ichbines2 04.07.2019, 13:48
29. @larsmach

"Wenn wir nach "Gefühligkeiten" gehen, wird uns morgen der Führerschein abgenommen, weil jemand "fühlt", wir seien vor einer Schule zu schnell gefahren - selbst wenn die Polizei dort gemessen hat und uns als Zeugin zur Seite springt"
Wenn vor der Schule 30 kmh erlaubt sind, dort aber 6jährige herumspringen, muss ich auf Schrittgeschwindigkeit runtergehen, ggfs. auch anhalten, da nützt mir die tolle Messung der Polizei überhaupt nichts. Japp!! Meine Wahrnehmung, Gefühl und Augenmaß sagen mir, wie ich die Situation einzuschätzen habe!Wenn Gift auf die Böden gespritzt wird, das andere Lebewesen und Pflanzen vernichtet, würde ich mich auf diese Wahrnehmungsebenen mehr verlassen, als auf wissenschaftliche Studien, deren Auftraggeber unbekannt bleiben.
Ihre Wissenschaftsgläubigkeit ist erstaunlich!

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