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Ohne Hopfen: So schmeckt Gen-Bier
picture alliance / dpa Themendienst

Kein Bier ohne Hopfen, sagt das deutsche Reinheitsgebot. Doch Forscher haben den wichtigen Aromastoff gentechnisch ersetzt - und prahlen mit dem extra-herben Geschmack.

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ede-wolff 20.03.2018, 17:16
1. Wie Himbeer-Joghurt

Die Industrie ruht offensichtlich nicht eher, bis sie alle natürlichen Geschmacksnuancen grottenschlecht nachgemacht hat. Wie beim Himbeerjoghurt: das Himbeeraroma besteht wohl aus ca 18 chemischen Substanzen, für das (laut Lebensmittelkennzeichnung) "natürliche" Aroma werden etwa 5 dieser Substanzen - in der Regel aus Holz! - erzeugt. So schmeckts dann auch. Das Tragische ist, dass genau dieser "falsche" Geschmack das Geschmacksempfinden prägt, so ist z.B. in den USA frische Ananas schwer verkäuflich, da sie "nicht richtig schmeckt" im Vergleich zum prägenden Konservengeschmack

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lobivia 20.03.2018, 17:25
2. Tja

Wie bei Fertiggerichten und Fertigwürzen. Zusätzliche Arbeitsschritte führen dazu, dass für eine letztendliche Qualitatsverschlechterung zusätzlich Geld ausgegeben werden muss. Ob Einsatz von Gentechnik oder nicht, ist für mich dabei nicht wichtig.

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dasfred 20.03.2018, 17:34
3. Wann kommt der erste Aufschrei

Das gute deutsche Bier mit Genhefe ohne Hopfen gebraut. Man will es sich nicht vorstellen. Andererseits gibt es beim Bier ja nun auch einen Kundenkreis, der für seine paar Euronen möglichst viele Liter konsumieren möchte und da sehe ich den eigentlichen Markt.

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weitergen 20.03.2018, 17:46
4.

Und wo "prahlt" jemand mit extra-herbem Geschmack? Ich habe dazu im Paper nichts gefunden. Die Forscher berichten da nur, dass der Geschmack des Biers, gebraut mit der gentechnisch veränderten Hefe, statistisch signifikant als hopfiger wahrgenommen wurde.

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ratx 20.03.2018, 17:49
5. Warum Hopfen?

Wenn man sich die deutsche Brautradition genau betrachtet, sieht man, was früher sonst so alles im Bier mit gebraut wurde.
Bilsenkraut beispielsweise. (Daher "Pils").
Warum sollte Hopfen rein? Unter anderem, weil dieser eine beruhigende Wirkung hat.
Also frisch voran und auf zu neuen Rezepturen. Wie früher.

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lullylover 20.03.2018, 17:49
6. Und um welchen Pseudohopfen handelt es sich dann genau?

Es gibt derart viele Hopfensorten, auch preislich und geschmacklich höchst unterschiedlich - Hopfen ist nicht gleich Hopfen.
http://www.barthhaasgroup.com/de/sorten-und-produkte#sorten

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frenchie3 20.03.2018, 17:52
7. Umweltmäßig gesehen OK

Das war aber offensichtlich nicht der Antrieb sondern Hauptsache billig. Also, mir persönlich ist bewußt daß kleinere Brauereien höhere Kosten haben, auch ohne Hopfen. Wenn der Geschmack OK ist kauft es der Kunde trotzdem, ansonsten hilft auch billig produzieren nicht. Und ein hoher Hopfenpreis fällt bei Kubikmeterbrauern nicht in der Kalkulation auf?? Dann fangt doch mal damit an holländische Tomaten mit Geschmack zu basteln, das dünkt mir dringender.

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chupamela 20.03.2018, 18:09
8.

Zitat von ratx
Wenn man sich die deutsche Brautradition genau betrachtet, sieht man, was früher sonst so alles im Bier mit gebraut wurde. Bilsenkraut beispielsweise. (Daher "Pils"). Warum sollte Hopfen rein? Unter anderem, weil dieser eine beruhigende Wirkung hat. Also frisch voran und auf zu neuen Rezepturen. Wie früher.
Der Zusammenhang der Bezeichnung Pils mit Bilsenkraut ist ein Märchen.
Pils ist so ziemlich die einzige Biersorte, deren Entstehung man ganz genau datieren kann, nämlich auf den 5. Oktober 1842. Da wurde es zum ersten mal von Josef Groll in Pilsen gebraut, daher der Name.

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cem_iker 20.03.2018, 19:21
9. Das gute deutsche Bier "Pils"

ist ja nicht deutsch, sondern stammt aus Pilsen in Tschechien. Und die entscheidenden Gene dieser Hefe sind auch nicht von hier, sondern aus Patagonien.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gen-analyse-urvater-der-pils-hefe-stammt-aus-suedamerika-a-781642.html
Die Hefe für untergärige Biere ist ein natürlicher GMO, sozusagen.

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