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Ostdeutschland: Diese Kolumne ist eine Unverschämtheit
DPA

Woher kommt die Ablehnung gegenüber Zuwanderern, die Aggression, die Begeisterung für autoritäre und völkische Gedanken in Teilen Ostdeutschlands? Die Antwort dürfte gerade linken Theoretikern nicht gefallen.

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Siebengestirn 16.09.2018, 20:54
240. Könnten Sie bitte Ihre Behauptung,

Zitat von prof.unrat
Ich denke, bei den Ostdeutschen ist es nicht nur ein Gefühl der Diskriminierung, es ist auch ein Gefühl der Ohnmacht, was diese Frustration auslöst. Aber wem gehört dieses Land? Wer sitzt an den politischen Schalthebeln? Wer hat die ökonomische Macht? Und wem gehört dieses Land wirklich? Es gehört jedenfalls nicht den Ostdeutschen. Den Ostdeutschen wird regelhaft das Gefühl vermittelt: "sie haben nichts und sie sind nichts". Das löst auf die Dauer gefährliche und hässliche Reaktionen aus.
"Den Ostdeutschen wird regelhaft das Gefühl vermittelt: "sie haben nichts und sie sind nichts"" belegen. Wer soll das wann und wie konkret gesagt haben? Mit dem Verb "gehören" kann ich in dem von Ihnen benutzten Zusammenhang wenig anfangen. Deutschland "gehört" Niemandem. Es ist aber das Zuhause für alle hier lebenden Menschen. An den politischen Schalthebeln sitzen in unserer repräsentativen Demokratie die von den Wahlberechtigten im Bund, in den Ländern und in den Kommunen gewählten Volksvertreter, die ihrerseits ihr politisches Führungspersonal jeweils auf Zeit wählen. Könnte es sein, dass Ihre Fragen ihren Ursprung in einer Unzufriedenheit haben, die z.B. gerade verstärkt in Sachsen verbreitet wird?

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tom2001 16.09.2018, 20:57
241.

Zitat von Alm Öhi
Als Wessi hatte ich die Wiedervereinigung Deutschlands abgelehnt da ich befürchte das sich der Osten seit dem zweiten Weltkrieg nicht weiter entwickelt hatte. Aus heutiger Sicht hat sich meine damalige Vermutung bestätigt. Wir sind im Osten grandios gescheitert und wir müssen mit harter Hand den rechten Sumpf endgültig trocken legen.
Glücklicherweise wurden Sie bei Wiedervereinigung aber gar nicht gefragt, da die Väter des Grundgesetzes für diesen Fall extra den Artikel 23 vorgesehen haben in dem deutsche Gebiete einfach dem Geltungsbereich des GG beitreten konnten. War mit dem Saarland 1955 auch nichts anderes.

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Neandiausdemtal 16.09.2018, 20:57
242. Nee!

Zitat von rt2323
Toller Beitrag, der die Ignoranz des Autors herrlich illustriert. Kann es vielleicht sein das ein Tötungsdelikt dieser Tage die Wut der ach so dummen Ossis ausgelöst hat?
Nein, genau das kann nicht sein. Das würde bei den Marschierern nämlich zu einem völlig anderen Verhalten geführt haben und Moral sowie Abstand voraussetzen. Wer mit Höcke und Bachmann rumlatscht, den Hitlergruß zeigt oder toleriert und hinterher nicht gegen die Verwüstung eines jüdischen Restaurants durch Nazis protestiert, hat nur niedere Beweggründe.

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Sensør 16.09.2018, 20:57
243. Warum Unverschämtheit?

Diese Kollumne verstehe eher ich als Bestätigung linker Theoretien. Das sind doch die Einzigen, die sich gegen Klassenunterschiede wehren.

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ruhuviko 16.09.2018, 20:58
244. Geschichte läßt sich nicht revidieren!

Zitat von Rooo
Ohne den zweiten Weltkrieg sähe die wirtschaftliche Landkarte Deutschlands ganz anders aus. Wer das nicht berücksichtigt, kann jegliche Gerechtigkeitsargumente in den Mülleimer werfen.
Mich interessiert nicht die wirtschaftliche Landekarte Deutschlands wie sie hätte sein können. Mich interessieren die heutigen (fehlgeleiteten) Folgerungen, die darauf hinauslaufen, dass es Leute gibt, die lieber einen neuen Krieg in Kauf nehmen als dass sie die Folgerungen aus dem vergangenen Krieg verinnerlichen würden.

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vish 16.09.2018, 20:59
245. Schöne Worte

Sie wählen Ihre Worte mit Bedacht, zitieren weitaus weisere Männer als ich es jemals sein werde, allein: Sie gehen mit keinem Wort auf die Argumente der "Menschen zweiter Klasse" ein. Warum schreit denn der Mann, dass er vierzig Jahre gearbeitet hat? Er tut dies, weil er sich vermutlich im Klaren ist, dass er trotz dieser vierzig Jahre in der Altersarmut landen wird. Er sieht, dass es dem Flüchtling (der Begriff möge hier für die Gesamtheit stehen, ohne Wertung), der noch nie etwas für Deutschland getan hat, kaum schlechter geht als ihm. Er sieht, dass der Flüchtling umsonst ins Freibad darf. Ermäßigte Tickets im ÖPNV erhält. Kleinigkeiten, gewiss. Aber er sieht auch: Dass der Flüchtling eine massive, politische Lobby quer durch fast alle Parteien hat. Dies ist nicht gerecht. Es ist nicht fair. Am Bundestag steht: Dem deutschen Volke. Nicht irgendeinem anderen. Der Amtseid des Bundeskanzlers lautet: "Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen ... werde." Dies ist schon lange nicht mehr der Fall. Und dafür kann der Mann in der grauen Jacke entgegen Ihrer Auffassung nichts, Herr Stöcker.

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herb70 16.09.2018, 21:00
246. Kann es sein,

Zitat von rt2323
Toller Beitrag, der die Ignoranz des Autors herrlich illustriert. Kann es vielleicht sein das ein Tötungsdelikt dieser Tage die Wut der ach so dummen Ossis ausgelöst hat?
dass der Ostdeutsche offenbar schnell in Rage gerät, wenn ein Flüchtling einen Deutschen tötet, aber eher uninteressiert bis teilnahmslos reagiert, wenn der Fall umgekehrt liegt ?
Sie versuchen tatsächlich, die Vorfälle von Chemnitz auf diese billige Art und Weise zu rechtfertigen ?
2017 gab es statistisch 405 Morde in Deutschland - da sind Tötungsdelikte ohne Mordvorsatz noch gar nicht mit eingerechnet.
Ist übers Jahr in Deutschland eigentlich überhaupt noch jemand zuhause oder treiben sich jetzt alle nur noch auf der Straße rum und sind furchtbar wütend ?
Vielleicht sollte man sich mal mit der Kriminalstatistik der DDR befassen - ich weiß schon, da gab es damals weder Kindermörder noch Triebtäter...kam alles erst durch den Westen und halt jetzt durch die Flüchtlinge.
Und ja, ich weiß, reden soll helfen - aber noch nicht auf dem Niveau !

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Neandiausdemtal 16.09.2018, 21:00
247. Wenn das so wäre....

Zitat von prof.unrat
Ich denke, bei den Ostdeutschen ist es nicht nur ein Gefühl der Diskriminierung, es ist auch ein Gefühl der Ohnmacht, was diese Frustration auslöst. Aber wem gehört dieses Land? Wer sitzt an den politischen Schalthebeln? Wer hat die ökonomische Macht? Und wem gehört dieses Land wirklich? Es gehört jedenfalls nicht den Ostdeutschen. Den Ostdeutschen wird regelhaft das Gefühl vermittelt: "sie haben nichts und sie sind nichts". Das löst auf die Dauer gefährliche und hässliche Reaktionen aus.
.....dann sollten die Besitzer da mal ordentlich durchgreifen.

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chlorid 16.09.2018, 21:03
248.

Zitat von beat126
Ich bin nicht Deutscher sondern Schweizer. Würde mir aber ein Landsmann schreiben, "Liebe Ostdeutsche: Die Flüchtlinge sind nicht schuld daran, wie ihr Euch fühlt", würde ich es als dekadent bezeichnen. Nicht wegen der Asylsuchenden, die bewusst und unrechtmässig als Flüchtlinge bezeichnet werden, sondern weil sich jemand anmasst, mir vorzuschreiben wie ich mich zu fühlen habe. So etwas ist nur in Deutschland möglich. 1848 wirkt nach, als die Freiheitskriege auf dem ganzen Kontinent an den Grenzen Deutschlands halt gemacht haben. Den Respekt, Freiheit nur sich selbst, aber andern gegenüber nicht zu gewähren, wurde über Generationen nicht weitergegeben. Wenn ein ganzes Volk damit begonnen hat politisch Andersdenkende als Feinde und nicht als politische Gegner anzusehen, ist es als Rückwärtsentwicklung anzusehen. Nicht Stagnation, sondern Regression hat an Fahrt aufgenommen. Und weil jeder mitmacht, merkt es keiner.
Zur Freiheit gehört auch das Denken. Und Verstehen. Der von Ihnen analysierte Satz "Liebe Ostdeutsche: Die Flüchtlinge sind nicht schuld daran, wie ihr Euch fühlt" schreibt eben nicht vor, wie sich jemand zu fühlen hat. Dieser Satz sagt nur, dass die Ursache dieses Gefühls nicht die Flüchtlinge sind. Das ist schon ein deutlicher Unterschied. Alles andere, was Sie sagen, halte ich für etwas überheblich. Nur die Schweizer kennen sich mit der Freiheit aus, die Deutschen nicht... schon klar. Da haben Sie mal eben die ganze deutsche Geschichte nach dem 2. Weltkrieg ignoriert... Ost wie West. Da hat sich in den vergangenen 70 Jahren mehr bewegt als in der Schweiz. Für mich sind das typischen Vorurteile: Die Schweizer sind frei und die Deutschen obrigkeitshörig. Sehe ich nicht so.

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ekatus 16.09.2018, 21:06
249. Pfiffig!

Nun, dieser Artikel ist pfiffig geschrieben und natürlich auch nicht ganz falsch!

Trotzdem gehört er zu der Kategorie der Medienbeiträge, die von der durchaus vorhandenen Problematik der Massenmigration weglavieren wollen und -larvieren wollen.

Das Problem besteht doch nicht darin, dass die "schon länger hier Lebenden" zu Lösungen anderer Probleme nicht fähig wären und diese nicht genügend beachtet würden.

Das Problemfeld Migration löst sich nicht in Mehrung der Akzeptanz der Zuwanderung, sondern in einer rechtskonformen Reduzierung dieser und einer rechtlich einwandfreien, aber konsequenten Rückführung unberechtigt sich im Bundesgebiet Aufhaltender.

Da geschieht herzlich wenig und es erweckt bisweilen den Anschein, Solches sei politisch vielleicht gar nicht gewollt, sondern das Gegenteil.

Das stößt sauer auf!

Solange hier kein echter politischer Lösungswille der Regierenden erkennbar ist, sind solche SPON-Artikel überflüssig.
Sie stellen durchaus vorhandene andere Probleme vor ein wichtiges zu lösendes und auch lösbares!

Ich denke, mit voller Absicht!

Die Lösung heißt aber, das eine Problem robust angehen und die anderen Sachlagen nicht vergessen!

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