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Ostdeutschland: Diese Kolumne ist eine Unverschämtheit
DPA

Woher kommt die Ablehnung gegenüber Zuwanderern, die Aggression, die Begeisterung für autoritäre und völkische Gedanken in Teilen Ostdeutschlands? Die Antwort dürfte gerade linken Theoretikern nicht gefallen.

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rösti 16.09.2018, 21:08
250.

Zitat von stef_ma
Ein weit verbreiteter Irrtum. Immer wieder hört man wieviel Gelder in den Osten geflossen sind. Was ungern erwähnt wird: Das Geld im Osten wurde zum Aufbau von Straßen, Gebäuden und Infrastruktur ausgegeben. Und jetzt dürfen sie raten welche Firmen das gemacht haben und das Geld letztendlich hingeflossen ist. Aufbau Ost war eine Subventionierung von vielen maroden West-Firmen. Ein normaler Ost-Arbeitnehmer hat von dem Geld nichts gesehen, durfte sich nur auf schönen Straßen auf dem Weg zum Arbeitsamt machen.
Nennen Sie ein Firma aus dem Osten das hätte machen können und zum zweiten die meisten Arbeiter kamen aus dem Osten....!
Vierzig Jahre nichts gemacht -- die Infrastrucktur stammte aus der dreissigern Jahren.... Vieviele Firmen wurden neu gegründet und fanden keine Arbeiter ...? Ja die Gute Arbeiter sind in den Westen und
machen hier sehr Gute Arbeit..... die anderen die nicht wollen fahren auf schönen Strassen auf das Amt!
Übringens die Polen haben es auch geschafft, die Arbeiter sind bis Holland um Arbeit zu finden und in Deutschland machten und machen Sie gute Bauarbeit usw. - diese Leute sind flexibel und Bauen sich zu Hause neue Häuser!

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trex#1 16.09.2018, 21:09
251.

Zitat von desertking
Den Ostdeutschen wurde nach der Wiedervereinigung so viel gegeben, wie kaum einer anderen Bevölkerungsgruppe auf diesem Erdball. Statt sie ihre bankrotte Wohlfühldiktatur alleine wiederaufzubauen, schob man ihnen 2 Billionen Euro rüber.
Bei dieser dümmlichen Arroganz darf sich niemand wundern, dass die Ablehnung der westdeutschen politischen Klasse dort groß ist
Wäre Bayern der Sowjetzone zugeschlagen worden und Sachsen der Westzone, dann würden heute Milliarden von Ost nach West fließen.

Viele im Westen vergessen, dass alle Deutschen den Krieg verloren haben, aber ein Teil Glück hatte, im kapitalistischen Westen zu landen, andere Opfer kommunistischer Misswirtschaft wurden (wie alle Menschen im Ostblock).

Jetzt zu tun, die ungleiche Entwicklung wäre Ergebnis von Fleiß und Tüchtigkeit, ist einfach absurd.

Pisa zeigt, die Intelligenz in Deutschland sitzt vorwiegend in Ostdeutschland, die Dummheit überwiegend in den alten Bundesländern

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stef_ma 16.09.2018, 21:09
252. @mucschwabe Nr. 230

Schlechtes Gegenargument. Die Rentenversicherung ist umlagefinanziert, d.h. nach der Wiedervereinigung haben auch Ostdeutsche für westdeutsche Rentner eingezahlt.

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axel_spon 16.09.2018, 21:10
253.

Zitat von EmporDahme
In Ostdeutschland bekommen 31,2 Prozent der Beschäftigten weniger als 2000€ Brutto, im Westen beträgt der Anteil 14,7 Prozent. Wenn man sich jetzt ausrechnet, was dieser Verdienst für die Rente (ca. 900€) bedeutet, kann man leicht erkennen, dass die Menschen nicht deutlich mehr bekommen, wie die Grundsicherung (416 Euro + Kosten für die Wohnung). Jetzt kann man natürlich sagen, "Jeder ist seines Glückes eigenes Glückes Schmid!", aber sollen alle diese Menschen jetzt ihre Heimat verlassen? Hier muss die Politik wohl endlich mal eine faires Rentenkonzept entwickeln, sonst müsste man den genannten Personen raten, ihren Job zu kündigen, da sie beim Renteneintritt nicht besser gestellt werden wie ein jahrzehntelanger Hartz IV-Empfänger.
Zuerst einmal müssen diese Menschen verstehen, dass man im Westen vielerorts deutlich weniger für den westdeutschen Lohn bekommt als man im Osten für den ostdeutschen Lohn bekommt. Viele haben ein absurd falsches Gefühl für die Höhe ihrer Mieten, den Preis eines Grundstücks, eine Handwerkerstunde u.v.m.

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berlin-steffen 16.09.2018, 21:11
254. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Zitat von jamguy
Den Westdeutschen is durch die Wiedervereinigung einiges an Wohlstand genommen worden aus Solidarität damit überhaupt ein Ostanstieg machbar wurde ,is also nicht so das Sie benachteiligt werden den Sie haben mehr bekommen und Wessis dafür weniger.
Gut, wir haben Begrüßungsgeld bekommen, wir konnten unser Geld bis zu einer gewissen Höhe 2:1 in DM tauschen, es wurden Straßen gebaut und andere infrastrukturelle Sachen, manchmal nützlich , manchmal überflüssig. Es wurde also viel Geld in den Osten gepumpt. Nun kommt die andere Seite der Medaille: es wurden sehr viele Betriebe abgewickelt und gleichartige Waren kamen nun aus dem Westen, viele Betriebe und auch sehr viele Behörden bekamen plötzlich westdeutsche Chefs und/ oder höheres Personal, sehr sehr viele Grundstücke bekamen nun westdeutsche Besitzer und wir bekamen all die alten rostigen Autos aus dem Westen. Wir waren sozusagen ein neues ungesättigtes Absatzgebiet für westdeutsche Produkte, haben also der westdeutschen Industrie geholfeb und den dort Beschäftigten Arbeit verschafft. Und was auch nicht alle wissen, wir haben auch immer Solibeitrag gezahlt. Dazu kommt, das die meisten Branchen heute immer noch nach Ost und West unterscheiden, das nach fast 30 Jahren. Das dazu, das der Westen immer nur abgegeben hat und wir "so viel" bekommen haben. Abschließend möchte ich sagen, dier lachende Dritte in diesem Disput sind die westdeutschen Industriellen, denn die haben in all den Jahren nur profitiert.

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spmc-12355639674612 16.09.2018, 21:15
255. Sie schreiben

Zitat von michael.mittermueller
Die Ostdeutschen haben nichts gegen Zuwanderung. Sie haben etwas gegen Nomadentum und Gewaltverbrechen. Und sie empfinden die Berichterstattung als tendenziös. Alles Dinge die man ändern kann. Wenn man will. Nomadentum ist eine Form der Migration, die es seit Jahrtausenden gibt. Die Frage ist nur ob sie noch in unsere Zeit passt. Und dasselbe gilt für die Art von Gewalt, wie sie im Kontext dieser speziellen Form der Migration auftritt. Es handelt sich also um eine Ethnologische Fragestellung, die ein Ethnologe erklären kann. http://www.nomadsed.de/nomaden-sesshafte/einfuehrung/ Auch die Hunnen waren und sind bis heute ein Nomadenvolk. Und aus eben dieser Tradition heraus handeln auch Türken und verschiedene arabische und kurdische Stämme. Die Besetzung des öffentlichen Raums als Gemeingut durch diese Gruppen ist Ursache der offenen Konflikte in Ostdeutschland. Es handelt sich um einen Verdrängungswettbewerb in der Frühphase, der in den Westdeutschen Innenstädten bereits weit fortgeschritten ist. Etwa in Berlin aber auch in Frankfurt, Offenbach, Nürnberg und München. Kinder und Jugendliche werden hier wie Waffen auf die Straße geschickt. Mit dem Erfolg, dass einige Stadtzentren nicht mehr betreten werden können. Der Begriff Rassismus ist hierbei verfehlt. Es handelt sich um tradierte Verhaltensformen, die mit Unterstützung ganzer Teile der Bevölkerung stattfinden. Ein bewußter Verdrängungswettbewerb, wie Beispiele aus Großbrittanien zeigen.
wie Rassenideologen und Ethnologen im Dritten Reich. Diese wollen auch aus irgendwelchen Merkmalen Gründe ableiten, warum manche Rassen weniger wert waren als andere.
Schauen Sie sich New York an und erklären Sie mir bitte schlüssig, warum das Zusammenleben dort funktioniert und warum diese Stadt unglaublich erfolgreich ist!
Dass man irgendwelche deutsche Stadtzentren nicht mehr betreten könnte, ist vollkommener Unsinn! Und ich kenne München, Frankfurt, Offenbach, Berlin und Nürnberg wirklich gut.
Sie sollten dringend aufhören, sich irgendwelche alternativen Fakten zusammenzuphantasieren.

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ruhuviko 16.09.2018, 21:16
256. an Goaskin (13):

Zitat von GoaSkin
Zur Wende in Deutschland wurde die DDR mehr oder weniger in einer Nacht- und Nebelaktion in die BRD integriert. Man hat damals kein neues "Gesamt-Deutschland" aufgebaut und sich die notwendige Zeit dafür genommen, Dies solide umzusetzen. Nein... man hat den DDR-Bürgern von heute auf morgen eine völlig neue Lebensrealität verpasst, die sie zuvor niemals kennengelernt haben, während sich für die Westdeutschen überhaupt nichts geändert hatte, außer dass Deutschland nun ein paar Bundesländer mehr hat. Man war so naiv zu glauben, dass die Ostdeutschen von Anfang an und unvorbereitet wunderbar mit einem System und einer Gesellschaft klarkommen, in der sie nicht aufgewachsen sind. Doch der Kulturschock folgte dem definitiven Todesschuss der DDR-Wirtschaft. Das größte Symptom dabei war eine lange anhaltende Massenarbeitslosigkeit - bedingt dadurch, dass die ehemaligen Staatsbetriebe nicht mehr existierten, aber die Ostdeutschen auch nicht zum Ausgleich von heute auf morgen kleine und mittelständische Betriebe im notwendigen Maße aufbauen konnten, um das Ende der DDR-Wirtschaft damit zu kompensieren. Zugleich wurde den Menschen die Verantwortung für viele Belange ihres Lebens auf sich selbst übertragen, um die sich vorher der Staat kümmerte. Die Menschen mussten es erst einmal verstehen, dass sie sich plötzlich um viele Dinge sorgen müssen, die zuvor garnicht ihre Sorge war. Und diese Gesellschaftlichen Veränderungen dürften manche bis heute nicht überwunden haben.
Man kann das so sehen wollen. Man kann aber auch eine andere Betrachtung wählen: In Ostdeutschland wurde kurz nach der Wende plakatiert: "Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr." Wer in der deutschen Politik Verantwortung trug, und zwar nicht nur im Westen, sondern in den gesamtdeutschen Gremien, also wer diesen Spruch gehört und gelesen hatte, der wußte, dass ohne schnelle Entscheidungen eine enorme Völkerwanderung gen Westen stattfinden würde, die auf der einen Seite den Osten hätte ausbluten lassen und den Westen komplett überfordert hätte (da sind die derzeitigen Flüchtlingsströme, die uns erreichen, ein Bächlein dagegen). Die versprochenen "blühenden Landschaften" Kohls sind diesem Spruch und der daraus resultierenden Angst entsprungen: so wurde es eher ein "Wahrsagen" als ein konkretes Versprechen. Wer also meinte, man habe Zeit für Überlegungen, für eine Diskussion über wünschenswerte Lebensumstände. "Man hat den DDR-Bürgern von heute auf morgen eine völlig neue Lebensrealität verpasst-" man kann es auch umgekehrt sehen: Die DDR-Bürger haben von heute auf morgen die DM haben wollen - und bekommen haben sie ihre neuen Lebensumstände, weil man sie im Westen nicht brauchen konnten. Es ist so etwas, wenn man sich zuviel wünscht: Vorsicht, sie könnten in Erfüllung gehen.

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chlorid 16.09.2018, 21:18
257. Wurzeln reichen tief

Dass die Menschen in dern neuen Bundesländer sich irgendwie als "zweitklassig" fühlen, war für mich zu erwarten. Die Gründe dafür wurzeln doch noch in der DDR-Zeit. Der große, wirtschaftlich starke, reiche Westen und der kleine, arme Osten. Auf der einen Seite Freiheit, Wohlstand, dicke Autos... auf der anderen die Mauer, Schlange stehen, Trabis. Diese Unterlegenheitsgefühl auf Ostseite und das Überlegenheitsgefühl auf Westseite war schon damals vorhanden. Gibt genügend Beispiele dafür, die das klar verdeutlichen.

Dann kam die Wiedervereinigung und von Anfang an hat der Westen den Ton angegeben. ALLE wichtigen Entscheidung sind im Westen gefällt worden. Die DDR ist aufgelöst worden. Die Treuhand hat sich unter den Nagel gerissen was nur ging. Die ostdeutsche Wirtschaft wurde verramscht. Altbekannte Firmen und Marken sind weitgehend verschwunden. Die Ostmark wurde umgetauscht. Die westdeutsche Politik wurde auch Ostdeutsch. Und und und...

Natürlich haben viele Ostler das Gefühl, dass sie ihre Identität verloren haben. War ja auch so. Und gleichzeitig wurde das allermeiste, was die DDR geleistet hatte, belächelt und als minderwertig abgetan. Viel Gründe für Selbstbewusstsein hat man den Menschen nicht gelassen.

Jetzt, mit der AfD, sehen viele die Chance gekommen, sich Gehör zu verschaffen und dabei den ganzen angestauten Frust rauszulassen. Funktioniert doch prima! So viel Aufmerksamkeit hatten sie mit der Linkspartei nicht. Mit AfD ist das ganz anders. Die ist eine echte Waffe gegen das verhasste West-Establishment. Die tut weh! Jeder Aufschrei eines Westpolitikers zeigt das und bereitet Genugtuung. Darum geht es. Um sonst nichts.

Das Migrantenthema war im Osten schon immer eins, auch dazu lässt sich einiges sagen. Im Augenblick dient es aber vor allem als Sprungbrett für die AfD. Genau dafür. Und das funktioniert prima, weil damit wunderbar den Wähler Angst gemacht werden kann.

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stef_ma 16.09.2018, 21:20
258. Gedankenspiele

Man stelle sich mal vor, die rote Armee hätte damals Deutschland nicht über Mecklenburg bis Sachsen befreit, sondern sagen wir mal über Bayern. Wie würde der Bayer heute wohl über die Wiedervereinigung denken und wie der Mecklenburger? Warum kann man im Westen nicht mal demütig anerkennen, dass der Osten dieser Republik die Zeche für den gemeinsam entfachten Eroberungskrieg bezahlt hat und anerkennen was die Menschen hier vor der Wende durchmachen und nach der Wende für Leistungen erbracht haben.

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ruhuviko 16.09.2018, 21:20
259. mucschwabe:

Zitat von mucschwabe
Vor allem für die damaligen Rentner im Osten wurden die Sozialabgaben massiv erhöht. Die hatten in die westdeutsche Rentenkasse ja nicht eingezahlt, wie meinen Sie, sind deren Renten finanziert worden?
Nun, sie wurden finanziert wie alle Renten vorher und seitdem: nämlich von denen, die derzeit arbeiten gehen und in die Rentenkassen einzahlen. Das hatte seit der Wiedervereinigung nichts mit West- oder Ostkassen zu tun. Denn die Rente ist ein reines Durchlaufsystem: Was vorne reinkommt, wird hinten verteilt.

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