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Pädagogik: Liebe Leserin, lieber Leser,
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rainerwäscher 16.02.2019, 11:08
10. Alter Hut

Wenig Spielzeug? Das ist ja nichts Neues. Gibt es seit 100 Jahren. Nennt sich Waldorfpädagogik.

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bpk6712 16.02.2019, 11:09
11.

Was für ein pädagogischer Verzweiflungsakt in diesem Artikel. Wir haben aus Korken, Streichhölzern und Stoffresten, Korkmänchen und eine ganze Westernstadt gebaut. Aus Stroh und dünnen Ästen ein „afrikanisches Dorf“ in Omas Garten. Mit dem Restholz in Vaters Werkstatt, einfache Schiffe, Brücken und später (mit mehr Erfahrung) Segelflugzeuge, Drachen uvm. Wir haben viel gemalt, Theaterstücke erfunden und eingeübt, aus Pappkartons Ritterrüstungen gebaut und und und. Dennoch wurden wir auch reich beschenkt/beerbt mit Lego, Playmobil, Märklin- und Carrera-Bahn, Matchboxautos, Fischertechnik, Kosmos- und Metallbaukästen, ferngesteuerten Autos, Schiffen und ganz vielem mehr. Wir spielten mit allem, was wir kriegen konnten. Wenn man Kinder zu Kreativität inspiriert, muss man ihnen nichts wegnehmen!!!

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harke 16.02.2019, 11:12
12. Wegnehmen

ist falsch. Weniger kaufen ist besser. Dann muss man auch nicht was wegnehmen. Kinder wissen durchaus, wenn was fehlt. Haltet eure Kinder nicht für so dämlich.
Zum Geburtstag sollten sich Eltern vorher überlegen, was das Kind wirklich braucht und die Verwandten entsprechend instruieren.

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guenterh1957 16.02.2019, 11:16
13. Alter Hut

Schon in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es derartige pädagogische Ideen. Wir hatten damals in Berlin in unserem Hort ein Projekt "spielzeugfreie Kita" über drei Monate durchgeführt. Das Projekt wurde in durchaus kontroversen Diskussionen mit den Eltern und Kindern vorbereitet. Als es losging wurde mit den Kindern alles Spielzeug aus dem Hort verbannt. Übrig blieben Möbel, Matten und Decken/Tücher. Die Kinder hatten trotzdem Spass, bauten immer fantastischere Höhlen, entwickelten neue Spielideen und fanden sich auch in neuen kaum für möglich gehaltenen Spielgruppen zusammen.
Für uns Erzieher*innen war das größte Problem, dass wir keine pädagogischen Angebote oder Spielideen einbringen sollten. Alles Kreative sollte von den Kindern ausgehen, wir durften es nur aufgreifen und bei der Umsetzung behilflich sein. Erzieher*innen neigen dazu, Kindern schnell zu helfen, wenn sie sich mal langweilen oder gerade mal doch keinen Spielpartner hatten. Da litten nicht nur das Kind sondern auch die Erzieher*innen, die seit der Ausbildung darauf vorbereitet wurden, der Entertainer/die Entertainerin für ihre Schützlinge zu sein.

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bartnelke 16.02.2019, 11:22
14. weniger ist mehr

mit 2 Wolldecken über den Esstisch geworfen baute Muttern uns blitzschnell das eigene Haus - bis zum Abendbrot

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cobaea 16.02.2019, 11:23
15.

Zitat von zora81
Meine Oma hat immer regelmäßig das Spielzeug meines Vaters entsorgt oder verschenkt, dafür ist er heute ein "Sammler" (Messi) geworden. Da sollte man vorsichtig und behutsam vorgehen, sonst kann sowas auch ganz schön nach hinten losgehen...
also dieser Schluss "weil man ihm das Spielzeug weggenommen hat, ist er heute Sammler" kann ja nur eine Vermutung sein. Ich würde mal sagen, das kann, muss aber nicht so sein. Ich kenne und kannte Menschen, die exzessive Sammler waren, denen aber nie jemand Spielzeug weggenommen hat. Keine Ahnung, wie alt Ihr Vater ist, aber es gibt eine Generation, die alles aufhebt, weil sie Not gelitten hat und wiederkehrende "schlechte Zeiten" fürchtet. Und es gibt einfach "Sammler", die für Alles und Jedes glauben noch einmal eine Verwendung zu haben :-) Und wieso sollte eigentlich jemand, der quasi vor lauter Spielzeug den Zimmerboden nicht mehr sieht, später nicht zum Sammler werden? Er ist doch gewissermassen innerhalb einer Spielzeugsammlung aufgewachsen.

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Der_Mann_mit_der_Nase 16.02.2019, 11:45
16. Wir waren Teil des Feldversuchs

Der Kindergarten meines Sohnes war Teil dieses Feldversuchs. Zugegeben, ein Kindergarten mit riesigem! Garten (und das Mitten in der Landeshauptstadt) und Kindern des Bildungsbürgertums (nein, nicht des Gel(d)-Adels ;) )

Die Kinder waren von Anfang an involviert, haben das Spielzeug für 3 Monate"in den Urlaub" geschickt.
Die Folgen waren schwerwiegend: Kinder bastelten sich ihr eigenes Spielzeug, eigene Instrumente, malten ihre eigenen Bücher (teilweise in Teamarbeit , Vorschulkinder mit 3-jährigen)... Völlig unvorstellbar für einige Kommentatoren hier. ;)

Die komplette Gruppe war restlos begeistert, und das trotz zeitweisem Herzschmerz nach Stofftier xyz.

Fazit: Es muss nicht immer der Spielzeug-Overkill sein, Kinder haben so viel Phantasie ...

Anmerkung des Verfassers: Nein, es handelt sich weder um einen Namentanz- oder sonstwie Handklöppel-Pädagogik-Kiga

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P-Schrauber 16.02.2019, 12:14
17. Ja nicht nur das Plaste Spielzeug sondern gleich die Eltern mit

statt Barbie Fisherprice und elektronischer Bling Bauklötze, Lego Basic, Fishertechnik (leider sehr teuer) oder raus in die Natur und an den Waldrand, mit Geschwistern und Freunden und dann selbst überlassen. DEFINITIV, man kann größeren noch ein Taschenmesser und einem Kinderspaten dazu einen Bund dicke Paketschnur.

Klappt wunderbar vergessen sogar das Essen, hab sie dann immer mit einem Waldhorn zurück geholt. Alle sind total begeistert (außer die Waschmaschine).

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quantumkosh 16.02.2019, 12:36
18. Bitte an den Autor:

Weg vom Smartphone, hin zum Briefpapier. Aber ernsthaft: "Einzweck-Spielzeuge"sind mir persönlich ebenfalls ein graus, es muss nicht gleich zurück in die Steinzeit sein (Zweige, Eicheln etc.) aber wenn ich etwas verschenke dann muss dies hochgradig modular sein (ich hätte gerne "LEGO" gesagt, halte allerdings seit einigen Jahren von deren Preis-Leistungsverhältnis wenig bis gar nichts, zum Glück gibt es mittlerweile preiswerte und qualitativ sehr gute alternativen). Eine Kiste modularer Bausteine produzieren zwar gelegentlich fiese Tretminen, fördern aber die Kreativität der kleinen eher als irgendwelche Actionfiguren oder Krachmacher dazu das beste: es wird von beiden Geschlechtern gleichermassen gemocht.

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krautrockfreak 16.02.2019, 12:43
19. Viele Kinder werden überhäuft mit dem Zeug und wissen es gar nicht

mehr zu schätzen! Total überfüllte Kinderzimmer, jeder bringt zu jeder Gelegenheit Zeugs mit, weil der ganze China-Schrott nichts mehr kostet und die Kinder reißen ein Paket nach dem anderen auf und nach 5 Minuten liegt es in der Ecke.
Zu meiner Zeit als Kind haben wir uns an unserem Spielzeug noch erfreut und ewig damit gespielt. Wenn man mal was für 20 DM bekommen hat, war das schon sensationell. Und heute? Zig Star Wars-Baukästen für mal eben 50 oder 100 Euro - kein Problem! Die Oma, die Tante, die Eltern, alle haben doch Kohle heute ohne Ende...

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