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Partnerwahl: Ehepartner haben ähnliche Gene
Corbis

Gleich und gleich gesellt sich gern, heißt es und bezieht sich nicht nur auf den Charakter. Auch die Gene spielen eine Rolle, zeigt eine Studie. Demnach ähnelt sich das Erbgut verheirateter Paare stärker als das zufällig ausgewählter Menschen.

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Fanty 21.05.2014, 13:00
40. @Lug und Trug

Ja, vorausgesetzt helle Haut ergibt wirklich einen Vorteil bei der Fortpflanzung in Lichtarmen Gebieten.

Helle Haut ergibt einzig und allein dann einen Vorteil in Lichtschwachen Gebieten, wenn man Vegan lebt. Wer regelmäßig Fleisch oder Fisch isst, braucht keine weiße Haut.

Die Europäischen Ureinwohner waren zB dunkelhäutig. Die Knochenanalyse sagt aus, die haben sich überwiegend von Fleisch und Fisch ernährt. Eher wenig Pflanzen und Samen.

Die Neolithischen Ackerbauern aus dem mittleren Osten. Die hatten alle Mutationen für sehr helle Haut. Wo da doch die Sonne ausreichend scheint und so. Komisch, wo ist da der Umwelt-Druck? Gut, Knochenanalysen haben gezeigt, zumindest die, von denen, die nach Europa eingewandert sind, lebten offenbar vegan, aber im mittleren Osten sollte auch so genug Sonnenlicht vorhanden sein, das man sich auch dunkelhäutig rein pflanzlich ernähren könnte. Ich zweifele da Umwelt Selektion an und meine es ist sexuelle Selektion (Präferenz für Partner mit bestimmtem Aussehen) im Spiel. Und ein vergleichbares Aussehen kann von völlig verschiedenen Genmutationen erreicht werden.

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lug&trug 21.05.2014, 14:06
41.

Zitat von Fanty
Ja, vorausgesetzt helle Haut ergibt wirklich einen Vorteil bei der Fortpflanzung in Lichtarmen Gebieten. Helle Haut ergibt einzig und allein dann einen Vorteil in Lichtschwachen Gebieten, wenn man Vegan lebt. Wer regelmäßig Fleisch oder Fisch isst, braucht keine weiße Haut.
"Einzig und allein" schon wieder eine völlig undifferenzierte (und unbelegte) Behauptung. In der ersten Hochphase der Industrialisierung hat schon der Smog in Tal- und Kessellagen in England ausgereicht, um Vitamin-D-Mangelerscheinungen wie Rachitis zu verursachen -- selbst in der hellhäutigen Oberschicht, die sicher nicht vegan leben musste. Und viele der nach dem Bürgerkrieg in den USA freigelassenen afrikanischstämmigen Sklaven aus den Südstaatenplantage, die nach Norden in das Gebiet der großen Seen gingen, um in der Industrie zu arbeiten, bekamen Vitamin-D-Mangelerscheinungen, was bis heute durch Lebensmittelzusätze adressiert wird.

Frühere Populationen mussten Phasen von teils extremer Mangelernährung durchstehen (die Supermärkte und Reformhäuser waren in der Steinzeit eher spärlich gesät). Hier kann sich bei einem zusätzlichen Ereignis wie Dunkelphase nach Vulkanausbruch auch ein kleiner genetischer Vorteil stark auswirken (denken Sie z.B. an die Pest, die in Europa außer denen, die immun waren, fast alle hingerafft hat).


Zitat von Fanty
Ich zweifele da Umwelt Selektion an und meine es ist sexuelle Selektion (Präferenz für Partner mit bestimmtem Aussehen) im Spiel. Und ein vergleichbares Aussehen kann von völlig verschiedenen Genmutationen erreicht werden.
Sie dürfen zweifeln und meinen, soviel Sie wollen -- nur ändert das nichts am Ergebnis der Studie.

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Olaf 21.05.2014, 14:29
42.

Zitat von lug&trug
Frühere Populationen mussten Phasen von teils extremer Mangelernährung durchstehen (die Supermärkte und Reformhäuser waren in der Steinzeit eher spärlich gesät). Hier kann sich bei einem zusätzlichen Ereignis wie Dunkelphase nach Vulkanausbruch auch ein kleiner genetischer Vorteil stark auswirken (denken Sie z.B. an die Pest, die in Europa außer denen, die immun waren, fast alle hingerafft hat).
Ich habe vor kurzem einen Bericht über Ausgrabungen in Deutschland gesehen. Es ging um eine länger besiedelte Stelle. Man konnte anhand der aus Knochenfunden gewonnenen Genanalysen nachvollziehen, wie sich innerhalb weniger Generationen die Laktosetoleranten durchgesetzt haben.

Diese Menschen konnten im Winter auf zusätzliche Nahrung wie Milch und deren Produkte zurückgreifen und hatten so eine bessere Überlebenschance.

Diese Genmutation hat sich dann sehr schnell in den folgenden Generationen ausgebreitet.

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weserbaer 22.05.2014, 09:09
43. Die Auswahl von Ehepartnern

Zitat von sysop
Gleich und gleich gesellt sich gern, heißt es und bezieht sich nicht nur auf den Charakter. Auch die Gene spielen eine Rolle, zeigt eine Studie. Demnach ähnelt sich das Erbgut verheirateter Paare stärker als das zufällig ausgewählter Menschen.
Diese Auswahl sollte man dann wohl besser den Genforschern als dem eigenen Gusto überlassen. Die Scheidungsquote könnte wieder sinken und alle wären glücklich? Das ist wie Ehe aus der Retorte. Dann lieber doch mal irren wollen.

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achim_fd 22.05.2014, 11:32
44. Antibabypille?

Also ich habe vor mehr als 20 Jahren mal einen wissenschaftlichen Artikel gelesen wonach Mäuseweibchen Sexualpartner bevorzugen, die nicht mit ihnen verwandt sind. Gibt man ihnen jedoch die Antibabypille, so bevorzugen sie Männchen, die mit ihnen nahe verwandt sind. Ich denke mal, daß diese Untersuchung anders ausgefallen währe, wenn man berücksichtigt hätte, ob die Frauen zur Zeit der Partnerwahl die Antibabypille genommen haben.

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albert schulz 22.05.2014, 21:38
45. Weiterführend

Widerwillig habe ich mir den Artikel doch noch zu Gemüte geführt, und bin trotz der ganzen wenn und aber auf zwei lustige Sätze gestoßen.

Zitat von sysop
Es sei schwer zu sagen, ob letztlich die ähnliche Größe oder die genetischen Gemeinsamkeiten zu der Entscheidung führen.
Das freistehende Vögeln wird durch eine ähnliche Größe deutlich erleichtert, man kann es sogar sichtbar unbemerkt praktizieren. Ähnliches gilt auch für das Küssen oder den sprachli-chen Austausch. Ich hatte mir einen regelrechten Buckel zugelegt, um mich mit meinen zwergwüchsigen Nächsten zu unterhalten. Kürzere Frauen als 1,73 m waren für mich jeden-falls immer geschlechtslose Geschöpfe, alle längeren an und für sich schön.

Zitat von sysop
Unklar bleibt auch, ob Menschen auch Freunde wählen, die ihnen genetisch ähneln.
Zweimal auch in einem Satz, schlimmer als ich. - Meine Frauen hielten mich für anstrengend, und tatsächlich bin ich recht rege, um nicht zu sagen nervig. Und o Wunder, sowohl meine Frauen als auch meine Freunde waren ausgesprochen ruhig veranlagte Menschen, fast phleg-matisch. Anders hätten sie mich gar nicht ausgehalten.

Habt Ihr Euch eigentlich noch nie gefragt, warum die Amis dauernd auf den Genen rumhak-ken ? Die wollen ganz britisch beweisen, daß es total verblödete Untermenschen gibt, als da sind Schwarze und Rote und Arme. Und daß Reichtum eine rein genetische Eigenschaft ist, die Gott nur seinen besonderen Lieblingen gewährt. Die ganze Theorie ist eine gebenedeite Kombination von Calvinismus und Chamberlains Rassenlehre. Gottgnadentum per Gen, wie bei den Königen in grauer Vorzeit. Das ist nur sagenhaft bescheuert.

Frauen wählen übrigens Einen aus, mit dem sie das Leben meistern zu können meinen. Er darf ruhig ein paar positive Eigenschaften haben, aber er muß die Gewähr bieten, lebenslang treu und gehorsam zu sein. Dafür gibt es Spezialgene, aber die haben die Amis noch nicht entdeckt. Und die sind auch nicht dominant und konstant. Es kann durchaus passieren, daß ein falsches Wort zum falschen Zeitpunkt das versteckte Gegengen des Ungehorsams weckt, und der ganze Zirkus fliegt Einem um die Ohren. Oder die Frau entdeckt einen Mann, der noch reicher und noch liebenswürdiger ist als ihr derzeitiger Sklave. Oder sie hat die Schnauze voll von den ihr bekannten Genen.

Noch was. Jede Frau von Verstand kann ihrem Lover beibiegen, daß sie die richtigen Gene hat. Bei Wissenschaftlern ist das besonders einfach. Sofern man geneigt ist, die Wissenschaft-ler bei SPON als solche zu bezeichnen. Wer derartigen Unsinn verzapft, hat einen gewaltigen Sprung in der Schüssel. Und wer ihn gedankenlos weitergibt und verbreitet, ist keinen Deut besser.

Es gibt übrigens Ehepaare, die sich mit der Zeit immer mehr ähneln. Anderen wiederum ge-lingt es wie ihr Hund auszusehen. Die Macht der Evolution kann Gene verändern. Ein paar ordentliche Eltern oder ein gescheiter Ehepartner können Wunder bewirken. Oder an-spruchsvolle Lektüre. Oder umgekehrt.

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