Forum: Wissenschaft
Patientensicherheit: Liebe Leserin, lieber Leser,
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tomcek123 06.07.2019, 13:55
1. Entwicklungsland

In Deutschlands Kliniken schwärmen alle, auch Chef- und Oberärzte, von den flachen Hierarchien in GB, USA, Skandinavien u.s.w., aber gleichzeitig leben und pflegen sie die 50er-Jahre-Strukturen, die bei uns Alltag sind. Deutschland ist diesbezüglich ein Entwicklungsland. Mich wundert das auch nicht, weil die Kliniken seit Jahrzehnten in ihrem eigenen Saft schmoren. Keinerlei staatliche Kontrolle bezüglich Arbeitszeiten, Mobbing, Gerechtigkeit, Hygiene, Chancenverteilung in der ärztlichen Weiterbildung und so weiter. Die bekannten Qualitäts-Zertifizierungen, mit deren Prädikat die Kliniken auf ihren Websites dann für sich werben können, sind im Prinzip alle Fake! Ich spreche da aus langjähriger Erfahrung.

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noalk 06.07.2019, 15:54
2. Babies im September

Wenn die Theorie stimmt, müssten auf der Südhalbkugel die meisten Babies im März geboren werden. Gibt es Statistiken dazu? In der Regel ist übrigens nicht der Dezember der kälteste Wintermonat, sondern Januar und Februar sind kälter. Die Erklärung mit der Temperatur kommt mir daher etwas an den Haaren herbeigezogen vor.

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230666 07.07.2019, 18:23
3. Kommunikation im Krankenhaus

Man sollte nicht zu pauschal urteilen. Es gibt bereits Arbeitsbereiche, in denen die Kommunikation zwischen, Therapeuten, Pflege und Ärzten klappt. Beispielsweise in der Palliativmedizin und Geriatrie. Auch Didaktiker der Medizin sehen Ressourcen für die Arztausbildung im sogenannten Erfahrungslerneb im Verbund mit Pflege und Therapeuten. Es wird also langsam eine neue Generation herangezogen, die hoffentlich diese Kommunikation besser beherrscht.

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willibaldus 07.07.2019, 18:23
4.

Es gibt bei uns Chirurgen, die operieren nur um ihre Quote von 50 einschlägigen Versorgungen zu erreichen, die zu einer Beförderung berechtigen. Manchmal wird dann auch operiert, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

Aus eigener Anschauung weiss ich auch, dass manchmal das Pflegepersonal hervorragend ist, aber das Büro die Organisation drum herum nicht auf die Reihe bekommt.
Ich habe auch erlebt, dass bei einer Verlegung von der Spezialklinik in eine Nachsorgeeinrichtung nicht das umgesetzt wurde, was die Spezialklinik angeordnet hatte. ZB wurde dem Patienten die Medikation des Blutverdünners geändert, weil das zuvor verschriebene Medikament moglicherweise zu einer Blutung in der Lunge geführt hatte, die im Thoraxzentrum ausgeräumt wurde. Die Nachsorgeklinik hat das ignoriert und das vormalige Medikament verabreicht und ein paar Dinge mehr

Es gibt da große Unterschiede zwischen Kliniken und sonstigen Einrichtungen.
Kann man das standardisieren? Gibt es eine unabhängige Kontrollinstanz, vielleicht ein Patientenrechts und schutz Verband? Die Pfleger könnten effektiver organisiert sein, aber da tut sich ja schon was.
Davon abgesehen, Fehler und Unterschiede gibt es immer. Sich auf irgendwas verlassen sollte man nicht. Manche Dinge kann man tolerieren, bei manchen muss man protestieren oder eine zweite Meinung einholen.

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peterle3 07.07.2019, 19:15
5. Fallbeispiel

Ich ging am Sonntag in die Notdienst im lokalen Krankenhaus. Der Arzt bestätigte sofort meinen Verdacht auf Thrombose und schickte mich in die Notaufnahme der Klinik. Dort ließ man mich drei Stunden im unterkühlten Notaufnahmeraum warten, trotz meiner schweren Bronchitis. Die junge Assistenzärztin hatte keine Ahnung, hat aber wenigstens im Handbuch nachgeschlagen was eine Thrombose ist. Der Oberarzt ging dann mit mir zur Sonografie (ich war etwas langsamer). Danach meinte er, es sei keine gute Idee wenn ich zurück läufen würde und bestellte ein Bett. Die Dosis einer ersten Spritze war dann nach zwei Nachfragen endlich klar. Auf meine spätere Beschwerde beim "Qualitätsmanagement" des Klinikverbund erhielt ich die Auskunft, der Oberarzt sein in der Ambulanz beschäftigt gewesen. Preisfrage: Weshalb hat mich das unterbeschäftigte Personal in der Notaufnahme nicht in die Ambulanz geschickt?? Etlliche Fachverbände betrachten eine tiefe Venenthrombose per definitionem als Notfall, der sofortiger Behandlung bedarf. Hier klappte nichts in der Kommunikationskette, und das Management lieferte anschließend nur faule Ausreden.

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topa75gmx.de 07.07.2019, 19:49
6. ganz einfache Lösung

Wer sich nachweislich im krankenhaus mit solchen Keimen infiziert, bekommt 100.000 € wer stirbt, dessen angehörige bekommen 1 Mio €. Personal wird endlich eingestellt u. damit das möglich wird nat. auch gerecht bezahlt. Das kostet viel geld ja, aber wir haben auch viel zuviele KH, mit deren Schließung auch Kosten eingespart werden könne.

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paps 07.07.2019, 20:15
7. Usa

In Deutschland werden die ZVK in den meisten Krankenhäusern schon auf ITS gezogen. Operateure werden nicht befördert, wenn sie viel operieren. Wohin auch? Viel schlimmer sind die Verständigungsschwierigkeiten der einzelnen Ärzte aus aller Herren Länder unter einander. Da redet auch nicht jeder mit jedem. Und arbeitet nicht jeder mit jedem zusammen. Sie Skandal KH Minden.

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jla.owl 07.07.2019, 20:17
8. Ignoranz...

Die Angst, Fehler zu machen oder diese zuzugeben und zu dokumentieren... Alles muß dokumentiert werden, dabei werden Fehler verschwiegen. Nach der Verschriftlichung ist ein Zugeben von Fehler nicht mehr möglich. Meinem Vater wurde ein Katheter gelegt, dabei wurde unter Schmerzen die Harnröhre verletzt, worüber aber nichts in den Akten stand. Das anschliessende Blut im Urin wurde folglich vom Arzt als Anzeichen für Blasenkrebs dargestellt. Mein intervenieren wurde mit Hinweis auf die Akten abgewehrt. Mein Vater lehnte darauf jede weitere Behandlung ab, und nahm sich aufgrund der Diagnose das Leben. Ohne Dokumentation hätte er seinen 88 Gebirtstag noch feiern können.

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murksdoc 07.07.2019, 21:12
9. Gomer & Co.

Samuel Shem ("House of God", Tagebuch eines Internatsstudenten im Privatpatientenflügel des Chicago Hope Hospitals) nennt als US-Standardbezeichnung für Patienten wie den in Beitrag Nummer 5 (Fallbeispiel): "GOMER" ("Go out of my Emergency Room"): Wissen alles besser, halten sich für unfehlbar, erwarten, dass man ihnen eine Bronchitis an der Nasenspitze ansieht und sofort die Klimaanlage auf 40°C dreht oder sie sofort dran nimmt, weil ausser ihnen nie jemand an Bronchitis leidet. Halten das am oberen Limit arbeitende Personal der Notaufnahme für "unterbeschäftigt" und meinen, wenn die Assistentin die Telefonnummer des Oberarztes im Telefonbuch nachschaut, diese müsse erst die Allerweltsdiagnose, mit der sie bei der Aufnahmeschwester brilliert haben, in Goodman & Gillmman's "Therapy of Internal Diseases" nachschlagen. Sind selbstständig in die Klinik 1 gelaufen, dann in die Notaufnahme von Klinik 2 und wenn sie jetzt noch 20 Meter in eine Ultraschallambulanz latschen müssen, fühlen sie erstmals durch vorsätzliche Unterlassung vital bedroht und spielen "Sterbender Schwan im Klinikflur". Ihr geballtes Fachwissen demonstrieren sie, indem sie nach der "Dosis einer Spritze" fragen, anstatt nach dem Medikament und dessen Dolsierung, welches sich in dieser Spritze befindet. Und weil sie nicht verstehen, das bestimmte Krankheiten leitlinienkonform zeitkritisch schnell und als "Notfall" behandelt werden, NACHDEM man sie zuverlässig als solche diagnostiziert hat, nicht davor, beschweren sie sich auch noch beim "Qualitätsmanagement" der Klinik, das für die ISO 2001-Zertifizierung zuständig ist, nicht für die medizinische Therapie. Immerhin hat deren Beschwerdemanagments-AI eine Antwort generiert. Sage keiner, deutsche Kliniken wären nicht fortschrittlich. Früher hat man diese Beschwerden in der "Gitterablage rund" abgelegt.

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