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Psychologie: Die Gefahren des Gute-Laune-Zwangs

Immer*sollen wir lächeln, in allem das Gute sehen, optimistisch in die Zukunft schauen: Positives Denken droht zum Zwang zu werden. "Zeit Wissen"-Autorin Anna Gielas beschreibt, warum Wissenschaftler empfehlen,*auch schlechte Gefühle zuzulassen.

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Gertrud Stamm-Holz 03.01.2011, 06:02
90. well

Zitat von michaxl
Ich habe nicht die Absicht ihnen zu gefallen oder ihnen irgendeine Form von Heil zu bringen. Mich öden nur Menschen an, die keine Gelegenheit auslassen an dieser Welt zu leiden, um andere dann daran teilhaben zu lassen. Aber ihre Missstimmung sei ihnen gegönnt.
Es geht hier doch nicht um meine Verschnupftheit wegen der Welt. Mich ärgert Ihr Pauschalrezept zur Glückseligkeit und Ihre Ansicht, Kritik an Ihrer Denkweise müsste einem negativ gestimmten Hirn entspringen. Letztendlich wollen Sie nicht wissen, dass nicht gezwungenermaßen Ihre Handlungsweise die einzig richtige ist.

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saum 03.01.2011, 09:06
91. Thema geklaut

Siehe die Titelgeschichte von "Psychologie Heute", Heft 11/2010: "Die Glücksfalle".

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loeweneule 03.01.2011, 09:52
92. nee

Als er auf den Markt kam und überall im Radio gedudelt wurde mußte ich nur die ersten Takte des gräßlichen Songs "Don't worry, be happy" hören, um in höchst grimmige Laune versetzt zu werden.

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Glossolalia 03.01.2011, 09:59
93. ?

Zitat von systemfeind
calvinistischer Lachzwang
Calvinistischer Lachzwang? Johannes Calvin hatte es nun wahrlich nicht so mit Feiern, Lachen und guter Laune...

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fatherted98 03.01.2011, 10:02
94. Glaube nicht...

...das der Durchschnitts-Bürger Gefahr läuft an guter Laune zu erkranken. Allerdings ist ab einer gewissen Gehaltsklasse die Gute Laune inklusive...den Damen und Herren Besserverdiener scheint meist die Sonne aus dem Allerwertesten...da ist gute Laune Pflicht.

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Glossolalia 03.01.2011, 10:24
95. ...

Zitat von KardinalLandrut
Andere öden solche Menschen an die andere an ihrem Rosabrillen-Dasein teilhaben lassen und nichts anderes tolerieren.
Davon gibt es hierzulande aufgrund der gleichermaßen törichten wie falschen Vermutung, nur eine pessimistische Grundhaltung bedeute Verstand und tiefe Einsichten, nicht allzuviele.
Die Kritik an der Fröhlichkeit, diese pubertäre Weltschmerz-Attitüde des 15 jährigen Gymnasisten der gerade seinen Werther gelesen hat, ist bei jenem 15 Jährigen vielleicht noch gleichermaßen verzeihlich wie auch amüsant. Als Lebenseinstellung eines erwachsenen Menschen ist sie vor allem eines: lächerlich. Speist sie sich doch zumeist aus einer irgendwie auch amüsanten Selbstüberhöhung gepaart mit einer misanthropen Arroganz, die vollkommen grundlos annimmt, die eigene Miesepetrigkeit sei ein Zeichen von Verstand und Intelligenz, die Anderen abgehe.

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pykomat 03.01.2011, 10:33
96. Das Problem liegt woanders

Meines Erachtens ist das Problem doch eher, dass viele meinen, sie müssten ihr Leben so gestalten, wie es in Büchern von irgendwelchen vermeintlichen oder tatsächlichen "Experten" beschrieben wird.
Sollte demnächst "Sorge Dich nicht, weine!" auf dem Markt erscheinen, dann werden wir erleben wie Top-Manager Traurigkeitskurse besuchen und auf offener Straße hemmungslos dem verpatzten Aktien-Deal hinterherweinen....
Manchmal beschleicht einen das Gefühl, das Lemminge eben doch nur zwei Beine haben. Meine Lösung: Nicht zuviel über Gefühle nachdenken, sondern sie einfach "haben" und zulassen....

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ralphkurz 03.01.2011, 10:39
97. Gute Laune tut nicht weh...

Natürlich sind Menschen, die an guter Laune leiden, gefährlich für die Menschen mit schlechter Laune. Was wäre, man liese sich mit guter Laune anstecken?
Hinter der echten guten Laune stecken auch Emotionen. Also biochemische Vorgänge im Körper. Dass Glück entsprechende Hormone ausschüttet, ist doch auch bekannt, oder? Für den ein oder anderen mag es einen zu vermeidenden Hormon-Schock geben...anderen gefällt dieser Zustand.

Welche Wahl habe ich in unser heutigen Zeit? Zu Hause schmollen, weil ich schlechte Laune habe, oder raus gehen und sich freuen, dass man die zählbaren Tage auf der Erde glücklich verbringen kann. Gute Laune kann man selbstverständlich auch mit einer kritischen Geisteshaltung erreichen.

Aber das entscheidet jeder selbst.
Dass Emotionen bzw. die entsprechen Zustände messbar sind, dazu gibt es einige Berichte: http://www.felicitasvita.de/2010/08/...ower-vs-force/

Doch auch wenn diese Informationen leicht esoterisch angehaucht sind, so sollte sich doch jeder selbst mal die Hand aufs Herz legen und sich fragen: "Wie fühle ich mich besser?"

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FetTerBender 03.01.2011, 11:43
98.

Zitat von Glossolalia
Calvinistischer Lachzwang? Johannes Calvin hatte es nun wahrlich nicht so mit Feiern, Lachen und guter Laune...
Calvin war doch eher der, der propagiert hat, dass wir unsere böse Natur zügeln müssen, also nach der Arbeit nicht sofort das ganze Erwirtschaftete wieder verprassen und unters Volk bringen, sondern dann möglichst schnell ins Bettchen, damit wir am nächsten Tag weiterhin schön produktiv sein können (so hab ich das zumindest in meiner Erinnerung mit der "natura corrupta", aber keine Garantie drauf =))

Zurück zum Thema:
Wenn "positive" Menschen dazu in der Lage sind, trotz ihrer eigenen Fröhlichkeit sich in negative Situationen hineinzuversetzten und anderen, denen es zur Zeit nicht sehr gut geht, zu helfen (im Sinne von echten Trost zusprechen zum Beispiel) und nicht den ganzen Tag durchs Leben laufen und ein Blendfeuerwerk der guten Laune abfeiern, dann habe ich persönlich damit keine Probleme.
Wenn "negative" Menschen dazu in der Lage sind, anderen Menschen ihren Spaß (selbst wenn er nicht gegönnt sein mag) nicht zu vermiesen, und gleich wie die aktuelle Laune auch ist mit ihrem Leben zufrieden zu sein, dann finde ich das stark.

Und wenn "realistische" Menschen in der Lage sind, sich auch mit Emotionen in die Eine oder Andere Richtung zu befassen, ist das ebenfalls stark (mal ganz abgesehen davon dass Realisten selten jemanden stören ;-)).

Die Problematik an dem ganzen Thema ist doch, dass die menschlichen Gefühle nicht so leicht in Schubladen zu stecken sind, nicht klar trennbar und klassifizierbar sind, situationsbezogen reagieren und nicht eine konstante Gefühlslage haben. Es ist (meiner Meinung nach) daher wichtig, in seinem eigenen Maßstab "glücklich" und "traurig" zu sein, da ich mich nur innerhalb meiner eigenen Grenzen wohlfühle. Wie ich dabei auf andere Menschen wirke, kann ich nur abschätzen, wenn ich diese Menschen bereits kenne, und werde daher nur adaptieren, wenn mir diese Anpassung meiner Selbst an die Situation es wert ist.

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michaxl 03.01.2011, 14:39
99. ..

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Es geht hier doch nicht um meine Verschnupftheit wegen der Welt. Mich ärgert Ihr Pauschalrezept zur Glückseligkeit und Ihre Ansicht, Kritik an Ihrer Denkweise müsste einem negativ gestimmten Hirn entspringen. Letztendlich wollen Sie nicht wissen, dass nicht gezwungenermaßen Ihre Handlungsweise die einzig richtige ist.
Was sie so aus meinen Postings herauslesen, ist wirklich erstaunlich. Ich habe nur zu kund getan, dass ich mich lieber unter freundlichen und frohen Menschen aufhalte, als unter miesepetrigen Pessimisten.
Aber vielleicht verwechseln sie mich mit jemandem.

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