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Psychologie: Die Gefahren des Gute-Laune-Zwangs

Immer*sollen wir lächeln, in allem das Gute sehen, optimistisch in die Zukunft schauen: Positives Denken droht zum Zwang zu werden. "Zeit Wissen"-Autorin Anna Gielas beschreibt, warum Wissenschaftler empfehlen,*auch schlechte Gefühle zuzulassen.

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Gertrud Stamm-Holz 03.01.2011, 19:42
100. titel

Zitat von michaxl
Was sie so aus meinen Postings herauslesen, ist wirklich erstaunlich. Ich habe nur zu kund getan, dass ich mich lieber unter freundlichen und frohen Menschen aufhalte, als unter miesepetrigen Pessimisten. Aber vielleicht verwechseln sie mich mit jemandem.
Was Sie in meine Postings hineinlesen ist schon erstaunlich. Sie gönnen mir meine Misstimmung und müssen die mir dazu überhaupt erst unterstellen. Ich habe nämlich davon keinen Ton gesagt.
Ein Pessimist rennt doch nicht den ganzen Tag mit einem langen Gesicht durch die Gegend. Oder hat man Ihnen als Dauergrinser in Sachen Optimismus Dauerdoping geimpft?
Nein, ich verwechsle Sie nicht. Sie sind einer von der Sorte, der katalogisiert denkt. Was Sie auch jetzt wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

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maximixa 03.01.2011, 20:06
101. das war auch klar

Zitat von michaxl
seltsame Interpretation meines Beitrages.
das dachte ich mir... ;-)

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maximixa 03.01.2011, 20:26
102. weniger kiefermalmen ist auch besser für die zähne

Zitat von clarissa03
Im Prinzip schrecklich, dass man nicht mehr normal gucken kann, weil alle - von der Kassierein im Supermarkt bis... - lächeln. Man weiss nun aber nie mehr, ob das Lächeln ehrlich ist. Schade!
angeblich soll bedrückt, mit heruntergezogenen lefzen herumzulaufen, mehr muskelkraft beanspruchen als "freundlich" aus der wäsche zu gucken.

habsch mal irgendwo gelesen. wahrscheinlich beim scannen von hirschhausens gesammelten werken im buchladen.

aber der mann hat doch studiert. und dazu noch medizin... ;-)

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Gertrud Stamm-Holz 03.01.2011, 20:54
103. ähem

Zitat von maximixa
angeblich soll bedrückt, mit heruntergezogenen lefzen herumzulaufen, mehr muskelkraft beanspruchen als "freundlich" aus der wäsche zu gucken.
Das freut mich zu hören. Demzufolge benötigt der unglückliche Optimist (die soll es wenigstens temporär tatsächlich auch geben) die gleiche Menge an Gesichtsmuskeln wie der zufriedene Pessimist (die sollen nämlich tatsächlich auch die Fähigkeit zu grinsen haben, wenigstens gelegentlich).
Kleines Beispiel gefällig? Der Optimist hat wider Erwartens eine Bruchlandung hingelegt und ist schwer geknickt. Der Pessimist hat seine Chancen berechnet und als unwahrscheinlich eingestuft. Die Niederlage zaubert ihm ein wissendes Lächeln aufs Gesicht. Er hats ja gewusst.

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gisu 05.01.2011, 11:18
104. Steigende Zahl der Depressiven

Man muss sich nicht wundern das die Zahl der Depressiv erkrankten immer weiter steigt, ich gehöre auch dazu.
Alle verlangen Leistung, alle verlangen gute Laune. Es hat schon fast was Sadomasochistisches, man gibt sich selbst auf und lächelt dabei unentwegt.

Passt ein Faktor nicht mehr in die Norm der "permanent Glücklichen Gesellschaft" wird man langsam ausgegrenzt. Man bleibt sich selbst überlassen weil die "Glücklichen" sich damit nicht belasten wollen.
Da werden vom Depressiven Masken aufgesetzt, um wieder mit halten zu können, und je mehr man das tut desto stärker katapultiert man sich in die Krankheit bis gar nichts mehr geht.

Gefühlsregungen sind nun mal da, und immer Happy geht nun nicht. Am schlimmsten sind Menschen die einem geliebten Mitmenschen verloren haben sich aber mit einer Trauer nicht auseinander setzen wollen, die mit Krampf am nächsten Tag in der Besprechung stehen und auf gute Laune machen.
Es gibt im leben eben höhen und tiefen, und wer es zulässt sich einmal in die tiefe fallen zu lassen der weis die höhen wirklich zu schätzen.

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Monosynapse 05.01.2011, 11:38
105. Bemerkenswert ...

... und nicht verwunderlich, dass dieser Artikel überwiegend auf Quellen und Untersuchungen aus den USA basiert - einer Kultur, die die positive Lebensweise bereits mit der Muttermilch eingeflößt bekommt. "If you don't have to say something nice, don't say it at all" ist eine der obersten Verhaltensregeln, die ich in vielen Jahren Tätigkeit für globale Unternehmen mit US-Management aus eigener Erfahrung zur Genüge kenne. Die Auswirkungen sind bekannt: US-Staatsbürger haben einen der höchsten Werte beim Individualismus-Index im Vergleich internationaler Kulturen (siehe: Geert Hofstede Cultural Dimensions). Statt wie im Beitrag beschrieben eigene Schwächen und Ängste zu identifizieren und daraus Strategien für zukunftsweisende (Konflikt-) Lösungen zu entwickeln, werden Probleme permanent so lange schön geredet bis sie dann mit um so grösserer Wucht zuschlagen. Als Beispiel seien hier nur Krisen und Pleiten der IT- und Telekom Branche vor zehn Jahren und der Ausbruch der Finanzkrise vor 2 Jahren genannt. Dinge wurden selbst dann noch schöngeredet, als sich die Katastrophe schon deutlich am Horizont abzeichnete. Das auch bei europäischen Unternehmen aufgrund US-basierten Managementmethoden so in Mode gekommene, zwanghafte "Think Positive" sollte vor allem im Geschäftsleben permanent in Frage gestellt werden - auch, wenn es den Job kosten kann.

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inyofa 06.01.2011, 10:47
106. ..

Zitat von Lagenorhynchus
Wenn ich mich richtig an einen Vortrag über Wahrnehmungspsychologie erinnere, sind zwischen 60 und 80% der vermeintlichen Wahrnehmungen vorgeformte Interpretationsmuster.
Eben, genau darum geht es ja - dies anzuerkennen. Und NUR durch eine gezielte Denkweise lassen sich diese Bewertungen/vorgefassten Urteile auflösen, sofern man das möchte.
Natürlich behauptet die Psychologie, dass dies sehr schwer sei. Je länger diese Muster bestehen umso schwerer bis unmöglich sei es, sie durch Eigeninitiative aufzulösen. Nun, die Psychologen brauchen nunmal auch ihre Daseinsberechtigung.

Aber in der Praxis sieht es so aus, dass bereits kleinste Erfolge ein Weltbild ändern können, sofern man sich bewusst ist, was in dieser Situation geschehen ist.

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KardinalLandrut 13.01.2011, 05:05
107. ...

Zitat von Glossolalia
Davon gibt es hierzulande aufgrund der gleichermaßen törichten wie falschen Vermutung, nur eine pessimistische Grundhaltung bedeute Verstand und tiefe Einsichten, nicht allzuviele. Die Kritik an der Fröhlichkeit, diese pubertäre Weltschmerz-Attitüde des 15 jährigen Gymnasisten der gerade seinen Werther gelesen hat, ist bei jenem 15 Jährigen vielleicht noch gleichermaßen verzeihlich wie auch amüsant. Als Lebenseinstellung eines erwachsenen Menschen ist sie vor allem eines: lächerlich. Speist sie sich doch zumeist aus einer irgendwie auch amüsanten Selbstüberhöhung gepaart mit einer misanthropen Arroganz, die vollkommen grundlos annimmt, die eigene Miesepetrigkeit sei ein Zeichen von Verstand und Intelligenz, die Anderen abgehe.
Das hört sich jetzt aber wirklich nach einer Attitüde und nichts wirklich Ernstem an :)
Ich glaube, wer gute Laune haben kann wird sie auch haben (und zeigen). Wer nicht ist unglücklich und/oder krank.

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