Forum: Wissenschaft
Psychologie: Liebe Leserin, lieber Leser,
Ralf Hirschberger/ DPA

Seite 1 von 5
noch_ein_forenposter 20.04.2019, 11:13
1. Nett

Vielleicht sollte man sich auf ein paar andere Dinge konzentrieren: Wie sieht es mit Langzeitstudien über gentechnisch veränderte Lebensmittel aus, statt skeptische Menschen zu diffamieren?

Abgesehen davon: Bei uns gilt das Vorsorge- Prinzip, d.h., dass z.B. Medikamente und auch gentechnisch veränderte Lebensmittel erst in Umlauf gebracht werden, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Schäden verursacht werden können. In den USA ist das umgekehrt: Man schmeißt einfach was auf den Markt und hofft, dass nichts schlimmes passiert. Und wenn doch, gibts halt hohe Schadenssummen. Dumm gelaufen eben.

Insofern halte ich derartige US-Studien für ziemlich wertlos.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Cr4y 20.04.2019, 11:24
2. Dunning-Kruger-Effekt

Der Effekt ist jetzt nicht so neu.
Man muss aber nicht unbedingt einen Dr. in Gentechnik haben, um das Chancen-Risiken-Verhältnis skeptisch zu sehen. In einem System, das alle Aktuere antreibt, einen schnellstmöglichen Return on Invest zu erreichen, kann man kaum erwarten, dass langfristige Risiken angemessen berücksichtigt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
psypunk 20.04.2019, 11:36
3. Naja...

...ich hoffe, daß ich auch zu Lesen bekomme, wie ich mit blindgläubigen Gentechnik-Befürwortern diskutieren soll. Cui bono?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
taglöhner 20.04.2019, 11:41
4. Muss nicht, schadet aber auch nicht

Zitat von Cr4y
Der Effekt ist jetzt nicht so neu. Man muss aber nicht unbedingt einen Dr. in Gentechnik haben, um das Chancen-Risiken-Verhältnis skeptisch zu sehen. In einem System, das alle Aktuere antreibt, einen schnellstmöglichen Return on Invest zu erreichen, kann man kaum erwarten, dass langfristige Risiken angemessen berücksichtigt werden.
Irritiert Sie nicht, dass eigentlich alle, die so einen "Dr." haben, das fachlich beurteilen zu können, die Risiken nicht so pauschal skeptisch sehen?
Reicht es, den bekannten Effekt benennen zu können, um ihn auch zuverlässig zu entdecken?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gossenphilosoph 20.04.2019, 12:14
5. Typischer Honeypot

Bei der Überschrift hatte ich mit einem Artikel über Gentechnik gerechnet der sich etwas tiefer mit der Materie befasst. Gestoßen bin ich auf einen Artikel, der die kritische Auseinandersetzung mit der Gentechnik in die Ecke der Verschwörungstheorien schiebt. Dort wo sich die "gefühlte" Teuerung durch den Euro bereits seit Jahren befindet. Schade! Das Thema ist aber viel zu wichtig um derart flach und oberflächlich behandelt zu werden. Vielem Dank für die Aufmerksamkeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
varlex 20.04.2019, 13:12
6.

Zitat von noch_ein_forenposter
Vielleicht sollte man sich auf ein paar andere Dinge konzentrieren: Wie sieht es mit Langzeitstudien über gentechnisch veränderte Lebensmittel aus, statt skeptische Menschen zu diffamieren? Abgesehen davon: Bei uns gilt das Vorsorge- Prinzip, d.h., dass z.B. Medikamente und auch gentechnisch veränderte Lebensmittel erst in Umlauf gebracht werden, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Schäden verursacht werden können. In den USA ist das umgekehrt: Man schmeißt einfach was auf den Markt und hofft, dass nichts schlimmes passiert. Und wenn doch, gibts halt hohe Schadenssummen. Dumm gelaufen eben. Insofern halte ich derartige US-Studien für ziemlich wertlos.
Gerade bei Medikamenten ist zur Herstellung dieser Gentechnik seit Jahren sehr verbreitet...

Ansonsten, Gentechnik ist ja nicht gleich Gentechnik. Es gibt hier verschiedenste Werkzeuge. (Wie in ihrem Werkzeugkoffer, je nachdem was man erreichen will, gibt's unterschiedliche Methoden).

Deshalb ist es unsinnig gentechnische Methoden pauschal abzulehnen. Man sollte hier stets nach Fall immer neu bewerten.

Ich meine, die Alternative ist Züchtung durch Strahlung oder chemischen Cocktails. Der Nachteil dieser Methoden ist der extreme Aufwand und zufällige Mutationen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Beat Adler 20.04.2019, 13:30
7. Gefuehle verbreitet durch Facebook schlagen Wissenschaft in die Flucht

Gefuehle verbreitet durch Facebook schlagen Alles, besonders die Wissenschaft, aber auch die Rationalitaet, das eigene Nachdenken und die Realitaet in die Flucht.

Das zeigt sich bei der Gentechnologie, beim Impfen, beim Glyphosat, beim roten Fleisch, bei den Dioxinrueckstaenden etc. etc.

Die Medien mit ihren Wissenschaftsbeilagen sind heute abgemeldet. Wissenschaft, auch dann, wenn sie lesbar aufbereitet ist, kommt gegen die Gefuehle, dass das, was bei/im/auf Facebook steht, absolut richtig ist, nicht an. Glauben schlaegt das Wissen immer.

Auf dieser Welle reitet nicht nur die Werbeindustrie mit Erfolg, sondern auch alle Desinformationspezialisten. Wer behauptet, dass er bei seinen Entscheidungen, das zu Glauben was er will, NICHT durch sein Unterbewusstsein beeinflusst wird, luegt.

Eine totale Rationalitaet ist uns Menschen nicht gegeben. Das sollte uns allerdings nie daran hindern NACHZUDENKEN! Das sollte immer VOR der Ausfuehrung von Handlungen, z.B. bei Wahlen und Abstimmungen, geschehen!
mfG Beat

Beitrag melden Antworten / Zitieren
qoderrat 20.04.2019, 13:52
8.

Zitat von taglöhner
Irritiert Sie nicht, dass eigentlich alle, die so einen "Dr." haben, das fachlich beurteilen zu können, die Risiken nicht so pauschal skeptisch sehen?
Ich bin zwar nicht der Vorposter, möchte mich aber trotzdem zu Ihrer Frage äussern, da ich leider seiner Meinung bin.

Nein, das irritiert mich überhaupt nicht. Denn ich lese mindestens einmal in der Woche einen Artikel aus meinem beruflichen Fachbereich, der zumindest in Teilen, manchmal sogar komplett an der Wahrheit vorbeigeht. Um meistens ist der Artikel dann mit einem Dr., Professor oder sonst einem wichtigen Titel unterschrieben.

Letztlich ist diese Problematik nicht auf die Gentechnik beschränkt, sondern trifft viele Techniken wie z.B. auch Medizin oder Nukleartechnologie. Oder auch die Politik.

Das Problem bei der Vermittlung ist immer dasselbe, denn es ist letztlich ein ethisches Problem, kein wisschenschaftliches und auch kein psychologisches.

Die meisten Menschen können das Techniken aufgrund der fehlenden spezifischen Ausbildung schlicht selbst nicht fachlich durchdringen, befinden sich also in einer Vertrauensabhängigkeit den Fachleute gegenüber.

Dieses Vertrauen ist seit einiger Zeit in vielen Bereichen heftig beschädigt, sei es in der Gentechnik mit heimlichen ungenehmigten Versuchen, sei es in der Medizin mit veränderten oder komplett gefälschten Studien oder eben auch auch Katastrophen wie jetzt aktuell eine Opiod-Epedimie in USA aufgrund stark süchtig machender Schmerzmittel oder Grossunfällen wie Fukushima.

In allen diesen Fällen gibt es von Fachleuten unterzeichnete Zertifikate, Studien und Risikoanalysen, und bei genauem Hinsehen waren diese aus unterschiedlichsten Gründen ge- oder verfälscht, um wissenschaftliche oder finanzielle Interessen zu bedienen.

Und in fast allen dieser Fälle sind wenn überhaupt nur kleine Strohmänner und nicht die Drahtzieher dieser Machenschaften verurteilt worden. Solange es ethisch als vertretbar gilt, die Risiken von Technologien dem wirtschaftlichen Interesse unterzuordnen, wird dieses Vertrauen in der Bevölkerung nicht wiederherstellbar sein. Und auch wenn man vielleicht mit ein bisschen psychologischer Manipulation diesen Vertrauensverlust temporär etwas dämpfen kann, wird er beim nächsten Vorfall sofort gestärkt zurückkehren.

Die Wissenschaft ist schlicht in die Abhängigkeit der Wirtschaft geraten, korrumpiert und wird daher auch aus den Erfahrungswerten heraus nicht mehr als vertrauenswürdige Instanz gesehen. Selbst wenn sie die Wahrheit spricht. Als "Erfolg" erhält man eine pauschale und oft irrationale Ablehnung und Verschwörungstheorien der grotesken Art.

Ich bin im übrigen auch gegen Nukleartechnologie, obwohl ich der festen Überzeugung bin dass diese technisch beherrschbar und umweltverträglich umsetzbar wäre. Ich glaube nur nicht mehr daran, dass wir als Gesellschaft in der Lage sind, die Betreiber zu ausreichenden Sicherheitsmassnahmen zu zwingen. Idealerweise müsste man sie nicht dazu zwingen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
max-mustermann 20.04.2019, 14:25
9.

Mir sind die Gründe warum jemand gentechnisch veränderte Lebensmittel mag oder nicht eigentlich ziemlich egal, es gibt ja auch keinen ernsthaften Grund komplett auf Schwein oder Rind zu verzichten trotzdem tun es viele. Was ich aber will ist eine eindeutige Kennzeichnung von entsprechenden Lebensmitteln, dann kann nämlich jeder Verbraucher selber entscheiden ob er es kaufen will oder nicht. Solange die Lebensmittelindustrie und deren Lobbyisten aber alles dafür tun weiter diese eindeutige Kennzeichnung zu verhindern (warum eigentlich ist doch angeblich so super toll das Zeug) bin ich weiter für ein generelles Verbot.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5