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Psychologie: "Wäre der Klimawandel ein Terrorist, hätten wir ihn schon längst bekämpf
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Warum handelt die Menschheit nicht entschiedener, um die Erderhitzung einzudämmen? Der Kommunikationswissenschaftler George Marshall sagt: Der Klimawandel tut uns noch nicht weh genug.

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geri&freki 17.09.2019, 16:31
10. Schmerzlicher Erkenntnisprozess

Wenn der individuelle Leidensdruck groß genug ist, dass alle - oder zumindest eine relevante Mehrheit - es begreifen, dürfte es längst zu spät sein. Die Erwärmungsprozesse lassen sich nicht einfach umkehren, indem man kurzerhand einen Schalter umlegt oder eine neue Software aufspielt.
Bis dahin lautet die Parole auf der sinkenden Titanic: "So dramatisch kann es nicht sein - die Bordkapelle spielt ja noch immer Musik..."

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olli0816 17.09.2019, 16:37
11. Es gibt nur recht wenig Menschen, die den Klimawandel leugnen

Das Problem ist die Herangehensweise und die Politisierung dieses Themas. Unsere Politiker aller Coleur mit Ausnahme vielleicht der AfD haben kapiert, dass man sich mit lautem Aktivismus an gewisse Wählerschichten anwanzen und deren Ängste instrumentalisieren kann. Eines der häufigsten Sätze, die man liest ist, dass man genau jetzt etwas tun müsse, egal was.

Das wird aber außer der produzierten Hysterie nichts bringen. Ich persönlich halte die Erforschung des Weltklimas für ein sehr wichtiges Feld, weil es uns hier auf der Erde und in Zukunft vielleicht auf anderen Planeten helfen kann, mehrere bewohnbare Welten aufzubauen. Das ist aber nichts, was irgendjemand, der heute lebt noch großartig mitbekommen wird, außer wir haben sehr große Technologiesprünge in unserer Lebensspanne.

Tatsache ist, das wir technologisch Stand heute relativ begrenzt sind, auch wenn uns etwas anderes vorgegaukelt wird. SUV/CO2 Steuern oder verbieten, weniger Autos in Deutschland oder weniger Flüge werden uns gar nichts bringen. Hauptgrund ist das jetzige zuviel an Menschen, die weiter steigende Weltbevölkerung sowie natürlich die Angleichung der weltweiten Lebensstandards. Und diese schreitet rasant voran, wie man an Indien, China, Tigerstaaten und viele andere Gegenden sehen kann.

Das einzige was helfen würde wäre die Einschränkung, das Familien nicht mehr so viele Kinder bekommen. Deutschland hat bei den Biodeutschen (wie auch immer man das definiert) zwar eine niedrigere Geburten- als Sterberate, aber durch die Zuwanderung wächst die Bevölkerung trotzdem. Und das ist logisch, die meisten Gebiete dieser Erde haben einen Geburtenüberschuß. Das wäre nicht so schlimm, wenn wir nicht heute schon mehr als 3 Mal zu viele Menschen auf der Erde wären. Der Verzicht auf irgendwelche Dinge führt dadurch nur ins absurde, weil die Wirkung einfach verpufft. Und genau dieses Thema wird nicht diskutiert oder es wird geschrieben, dass alles nicht so schlimm sei, weil ein wahrscheinlicher (!) Peak um das Jahr 2100 mit 10 - 11 Milliarden eintritt. Das ist keine Problemlösung, auch wenn manche Leute glauben, mit Veganismus oder Leben in afrikanischer Weise wie vor 500 Jahren diese lösen zu können. Von daher sind alle diese gearteten Artikel nutzlos, genauso wie 99% der laut schreienden Klimaaktivisten.

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margei 17.09.2019, 16:58
12. Ich kann den Klimaleugnern schwer Wiedersprechen

In ca. 8 Jahren+/- ein paar Jahre hat die Menschheit den Teufelskreis der Klimaerwärmung soweit in Schwung gebracht dass wir ihn nicht mehr abwürgen könnten. Wenn Deutschland von heute auf Morgen nichts mehr an emittieren würde, würde das auch kein Unterschied machen. Auch wenn wir es schaffen würden wie auch immer, sind das nur 5% der Weltweiten Emissionen. Somit ob wir aus den lächerlichen Braunkohleabbau 2038, 2048 oder 2028 aussteigen ist irrelevant, relevant ist eher wir haben 80.000 Jobs in den letzen 8 Jahren gekillt in erneuerbaren Energien um 10 oder 20-tausend Jobs einer mega veralteten Technik am Leben zu erhalten, arbeitspolitisch eine Katastrophe, wirtschaftspolitisch ein Rückschritt, zukunftspolitisch und Standortsicherung totalversagen.
Aber das alles ist egal, gefühlt ist es doch toll wenns heiß ist und im Winter muss man auch nicht mehr soviel heizen. Im Bereich Klimaschutz wird erst etwas passieren wenn die großen Rückversicherer weltweit druck auf die Regierungen ausüben, davor passiert nichts. Ergo kauft Euch SUVs, ertragt das Leben im SUV am besten bei deutschen Cheater Autofirmen kaufen die gehen auch Straffrei raus und das positive daran ist Allianz und Co wird damit eher auf den Plan gerufen.

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Realist111 17.09.2019, 17:01
13. Darwin ist aktueller denn je ...

"Wäre der Klimawandel ein Terrorist, hätten wir ihn schon längst bekämpft. Die westlichen Staaten haben im vergangenen Jahrzehnt Billionen Euro mobilisiert, um Terroristen auf der ganzen Welt zu jagen."

Ganz abgesehen davon, dass nicht nur "die westlichen Staaten" im vergangenen Jahrzehnt viel Geld mobilisiert haben, um Terroristen zu jagen:

Hat diese billionenschwere Jagd irgend etwas genutzt?
Anders gefragt: Leben wir deshalb jetzt in einer Welt ohne oder zumindest mit weniger Terrorismus?

Nein?
So oder so ähnlich wird es auch mit der "Bekämpfung" des Klimawandels gehen: Die Menschheit wird ihn nicht aufhalten können. Deshalb ist Anpassung die Devise.
Frei nach Darwin: Wer sich nicht anpasst, stirbt aus!

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lomax3030 17.09.2019, 17:05
14.

"Wenn Deutschland von heute auf Morgen nichts mehr an emittieren würde, würde das auch kein Unterschied machen. " Es macht vielleicht den Unterschied der entscheidenden cm Meeresanstieg oder der entscheidenden Grad erwärmung die das System komplett zum Kippen bringen. Jede Kleinigkeit hilft. Mit der EInstellung wird sich nie irgendwo etwas ändern. Aber wir haben keine Wahl wenn noch irgendwas von unserem Planeten bewohnbar bleiben soll.

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muellerthomas 17.09.2019, 17:11
15.

Zitat von olli0816
Das einzige was helfen würde wäre die Einschränkung, das Familien nicht mehr so viele Kinder bekommen. Und genau dieses Thema wird nicht diskutiert oder es wird geschrieben, dass alles nicht so schlimm sei, weil ein wahrscheinlicher (!) Peak um das Jahr 2100 mit 10 - 11 Milliarden eintritt.
Sie schreiben es doch selbst: Wir bewegen uns auf den Peak zu, d.h. die Geburtenziffern sinken doch bereits seit Jahrzehnten, die Menschen bekommen immer weniger Kinder. Aber das ist eben ein langwieriger Prozeß und da die Lebenserwartung global steigt, steigt alleine daher die Zahl der Menschen.

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watcher57 17.09.2019, 17:22
16.

Solange sich diverse Subjekte durch die Plünderung der Ressourcen dieses Planeten die Taschen
vollstopfen können wird es keine Besserung für die Erde geben - das Mantra lautet: "Der Hals kann niemals
voll genug sein - egal,was es kostet !"

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barbierossa 17.09.2019, 17:26
17. Wettlauf mit der Zeit

Auf demokratischem Wege ist globale Vernunft nicht durchsetzbar - der Mensch ist ein lustgesteuertes Wesen und kaum einer hat Lust, für "das große Ganze" liebgewordene Bequemlichkeiten aufzugeben. Herrn Marshalls Hinweise in allen Ehren, aber freundliches Diskussionsverhalten, das langsam keimende Einsicht im Gegenüber wecken soll, ist ein aufklärerisches Ideal, das für langfristige, sich allerhöchstens linear verschlimmernde Probleme geeignet ist. Allein: die Zeit fehlt für "freiwillige", auf vernünftiger Einsicht bei der Bevölkerungsmehrheit basierende Verhaltensänderungen. Gerade heute ein Artikel hier auf SPON darüber, dass in Deutschland, jener Oase des Wohlstands und damit der Möglichkeiten, die PKW-Zulassungszahlen steigen statt zu fallen.
So ist der Mensch, gesteuert durch den innerorganischen Imperativ, für hohe Serotoninausschüttungen zu sorgen: das wird nix mehr, solange jeder allein qua Dasein und ungeachtet aller Qualifikation hinsichtlich des Eekennens wichtiger globaler Probleme, Zusammenhänge und entsprechenden Lösungsstrategieren, gleichberechtigt einen Zettel in die Wahlurne werfen darf.
Wo ist Hoffnung? In der technologischen Singularität, nach welcher die KI das Ruder übernehmen und die Welt "vernünftig" regieren wird. Zu hoffen - aus Sicht von uns Menschen - steht, dass die rechtzeitig kommt (am besten noch ein paar Jahre, bevor allein aus Afrika eine Milliarde Klima- und Wirtschaftsflüchtlinge sich auf den Marsch machen, um z.B. dafür zu sorgen, dass wir unsere humanistischen Ideale an den Grenzen per Schießbefehl hinrichten) und unserer Spezies dann eine Form von Artenschutz zugesteht, wie wir es gegenüber so vielen anderen Lebensformen nicht auf die Kette gekriegt haben.

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j.quedenfeld 17.09.2019, 17:28
18. Kernkraft nutzen

Die wirksamste Waffe gegen den Klimawandel ist ein Kernkraftwerk. Erster Schritt wäre die Laufzeiten der sieben deutschen KKWs zu verlängern (wir müssen Kohle- statt Kernkraftwerke abschalten). Gleichzeitig müssen wir anfangen, wieder neue KKWs zu bauen - sowohl kommerzielle Leistungsreaktoren als auch Forschungsreaktoren. Das wird natürlich erstmal eine Kostenkatastrophe, weil das Know-How, wie man Kernkraftwerke baut, inzwischen verloren gegangen ist (man vergleiche die Baukosten des EPRs in GB und China), aber nur so können wir langfristig CO2 einsparen. Wenn mehr und mehr KKWs gebaut werden, wird Kernkraft irgendwann günstiger sein als Kohle (das Potential dazu ist da). Dann kann man auch Länder wie China und Indien dazu bringen, mehr auf Kernkraft zu setzen (China und Indien werden in Zukunft zu den größten CO2-Emittenten). Und wie überzeugt man China und Indien, keine Kohlekraftwerke zu bauen? Genau: Mit einer Technologie, die günstiger ist (das CO2 ist den Chinesen und Indern egal). Der deutsche Alleingang mit EE + Erdgas ist jedenfalls keine Methode, die globalen CO2-Emissionen zu senken.

Aber wahrscheinlich wird alles anders kommen: Irgendwann sind die Chinesen und Inder durch ihre eigenen Kernkraftwerke fast CO2-frei (inkl. synthetischen Kraftstoffen produziert mit Hochtemperaturreaktoren) und die Deutschen kaufen die Reaktortechnologie der Chinesen und ihre CO2-Emissionen zu senken.

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antelatis 17.09.2019, 17:29
19.

Zitat von Realist111
"Wäre der Klimawandel ein Terrorist, hätten wir ihn schon längst bekämpft. Die westlichen Staaten haben im vergangenen Jahrzehnt Billionen Euro mobilisiert, um Terroristen auf der ganzen Welt zu jagen." Ganz abgesehen davon, dass nicht nur "die westlichen Staaten" im vergangenen Jahrzehnt viel Geld mobilisiert haben, um Terroristen zu jagen: Hat diese billionenschwere Jagd irgend etwas genutzt? Anders gefragt: Leben wir deshalb jetzt in einer Welt ohne oder zumindest mit weniger Terrorismus? Nein? So oder so ähnlich wird es auch mit der "Bekämpfung" des Klimawandels gehen: Die Menschheit wird ihn nicht aufhalten können. Deshalb ist Anpassung die Devise. Frei nach Darwin: Wer sich nicht anpasst, stirbt aus!
So viel Geld ausgegeben und so viele Entbehrungen hingenommen, für die Bekämpfung des Terrorismus, trotzdem ist die Welt dadurch nicht besser geworden, aber keiner beschwert sich. Jetzt soll ein bisschen getan werden für den Umweltschutz, und das große Gezicke geht los.

Natürlich kann der Mensch den vom Menschen gemachten Klimawandel aufhalten, darum geht es ja gerade. Dafür muss er nicht mal viel tun, sondern sogar weniger, denn seine Taten haben es ja erst so weit kommen lassen.

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