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Psychologie: Warum die Putzhilfe glücklich macht
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Spülmaschine ausräumen, Wäsche waschen, staubsaugen - Hausarbeit kostet Zeit und Nerven. Trotzdem sind viele Menschen nicht bereit, eine Putzhilfe zu bezahlen. Ein Fehler.

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chramb80 25.07.2017, 09:05
1. Äh...Geld

Viele Menschen beschäftigen keine Haushaltshilfe weil sie selber nicht viel mehr verdienen als eben jene, mal vom bürokratischen Aufwand in Deutschland mal ganz abgesehen. Oder vielleicht möchte man auch niemand Fremden solche Dinge erledigen lassen, vielleicht hat es auch mit Selbstdisziplinierung zu tun?

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dione_gutzmer 25.07.2017, 09:09
2. Und was ist mit der Putzhilfe?

Das interessiert anscheinend weniger. Die Putzhilfe macht diese "lästigen" Tätigkeiten beruflich, kann sich wiederum selber keine Freizeit "kaufen", putzt also auch noch zu Hause, und hetzt oft von Job zu Job, um über die Runden zu kommen. Wenn schon Putzhilfe, dann sollte sich bitte der hohe Wert der Freizeit im Lohn widerspiegeln. Das ist aber für gewöhnlich nicht der Fall, da wollen Bürohocker sich Freizeit für 20 Euro in der Woche kaufen und halten diesen Lohn für o. k., da sie sowohl ihre eigene Arbeit als auch ihre eigene Freizeit für wertvoller halten als die der Putzhilfe. Eklig.

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dione_gutzmer 25.07.2017, 09:13
3. Kleiner Nachtrag, Empfehlung für Putzenlasser

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/haushalts-workout-putz-dich-fit-a-1114031.html

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rainerwäscher 25.07.2017, 09:25
4. Überflüssig

Für dreimal im Jahr durchsaugen brauche ich keine Putzhilfe.

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Carl Lowr 25.07.2017, 09:27
5.

Zitat von dione_gutzmer
Das interessiert anscheinend weniger. Die Putzhilfe macht diese "lästigen" Tätigkeiten beruflich, kann sich wiederum selber keine Freizeit "kaufen", putzt also auch noch zu Hause, und hetzt oft von Job zu Job, um über die Runden zu kommen. Wenn schon Putzhilfe, dann sollte sich bitte der hohe Wert der Freizeit im Lohn widerspiegeln. Das ist aber für gewöhnlich nicht der Fall, da wollen Bürohocker sich Freizeit für 20 Euro in der Woche kaufen und halten diesen Lohn für o. k., da sie sowohl ihre eigene Arbeit als auch ihre eigene Freizeit für wertvoller halten als die der Putzhilfe. Eklig.
Also die Dame die unseren Hausflur für mich putzt kriegt 20€ für weniger als 1 Stunde arbeit. Nach eigener Aussage putzt sie auch daheim nicht selber.

Aber mal ehrlich, für Stundenlöhne von 10€ und weniger kriegt man eben enstprechend miserable Leistung. Wem das nicht klar ist, dem ist auch sonst nicht mehr zu helfen.

Wenn es nach mir ginge würde ich unsere "Perle" zum Flurputz auch die Wohnung machen lassen.. meine Frau ist leider dagegen.

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marcuro 25.07.2017, 09:29
6. In vielen Ländern ganz normal...aber der Unterschied

zu zum Beispiel Deutschland liegt nicht so sehr am "Nicht-Wollen", sondern zum Großteil daran, dass die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Wir haben das Glück, zwei Haushalte führen zu können: Ein in Spanien und ein in Deutschland. In Spanien haben wir eine Haushaltshilfe. Die Putzt, passt auf die Kinder auf und kocht. Sechs Stunden am Tag, 5 Tage die Woche. Die Zeit, in der wir da sind.
Hier in Deutschland, obwohl wir es wollen und uns leisten könnten, nichts! Es gibt kein Angebot an gescheiten Haushaltshilfen. Das Konzept ist überhaupt nicht entwickelt. Professionelle Selbständige oder Betriebe sind keine Option, da nur einseitig ausgerichtet und fehelendes Vertrauen in eine Person, die man auch im Privathaushalt beschäftigen möchte.

In Spanien haben diesen Markt hauptsächlich Einwanderer aus Südamerika inne. Die sind richtig professionell. Haben Kochkurse besucht, sind effizient und umsichtig. Obendrein noch sehr kinderlieb.
Nicht wenige gehen mit mehr als 2000 Euro netto im Monat nach Hause, pauschale Sozialversicherung und Steuern abgezogen (Es gibt eine eigene Kategorie dafür, die relativ günstig für beide Seiten ist.). Außerdem haben die Urlaub und sonst noch alle Annehmlichkeiten eines Arbeitnehmers. Immer weniger arbeiten schwarz. Das sind dann meist Osteuropäerinnen.
Spanien hat das System der Haushaltshilfen vor Jahren reguliert und vereinfacht. So ist es attraktiv genug, nicht mehr schwarz anzustellen.
Hier in Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit. Es gibt genug Einwanderer. Warum gibt man denen nicht die Chance, ganz regulär Tätigkeiten auszuüben, die ihnen Geld bringen, und Familien entlasten?
Wenn Frauen arbeiten gehen wollen (müssen), kann man nicht noch den Haushalt führen und vielleicht sich um die Kinder rund um die Uhr kümmern. Diese Doppel- und Dreifachbelastung der Frauen frisst die Familien auf. Die Männer bleiben länger auf Arbeit, um dem Stress zu Hause zu entgehen, dann kriselt es, Kinder sind nur noch störende Objekte (verständlich, wenn man auch mal Verschnaufpausen braucht), usw. Eine Abwärtsspirale.
Was man täglich an den Gesichtern auf der Straße spürt. Warum sind Spanier zum Beispiel trotz widriger Umstände in Sachen Geld und Job glücklicher, was man deutlich merkt, wenn man wieder in Madrid, Barcelona oder Sevilla ist.
Eine Haushaltshilfe ist keine snobbische Dekadenz, sondern etwas, worüber wir auch im kühleren Norden durchaus nachdenken sollte, um die wenige Zeit, die einem neben Job und Kindern noch bleibt, nicht auch noch in Stress und Ärger zu verbringen. Würde allen unterkühlten Gemütern etwas nützen. Abgesehen vom volkswirtschaftlichen Effekt.

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MartinS. 25.07.2017, 09:33
7. ...

Zitat von dione_gutzmer
Das interessiert anscheinend weniger. Die Putzhilfe macht diese "lästigen" Tätigkeiten beruflich, kann sich wiederum selber keine Freizeit "kaufen", putzt also auch noch zu Hause, und hetzt oft von Job zu Job, um über die Runden zu kommen. Wenn schon Putzhilfe, dann sollte sich bitte der hohe Wert der Freizeit im Lohn widerspiegeln. Das ist aber für gewöhnlich nicht der Fall, da wollen Bürohocker sich Freizeit für 20 Euro in der Woche kaufen und halten diesen Lohn für o. k., da sie sowohl ihre eigene Arbeit als auch ihre eigene Freizeit für wertvoller halten als die der Putzhilfe. Eklig.
Bezahlen wir nicht alle (!!!!) beständig andere für ihre Arbeit - also auch sie?
Wie weit geht ihr Ekel denn? Ekeln sie sich vor sich selbst, wenn sie Brötchen beim Bäcker kaufen, der deutlich weniger verdient, als sie? Was ist mit dem Supermarkt? Können sie da überhaupt einkaufen, bei all den prekären Teilzeitjobs und Mindestlohn-Angestellten... kann es sein, dass sie zwar kein dekadenter Bürohocker sind, aber morgens um neun trotzdem Zeit haben, bei SPON Kommentare abzugeben?
Wie viel ist ihnen denn die Arbeit anderer wert? Wie konsequent sind sie, darauf zu achten, dass die Zeit von anderen mal mindestens genau so gut bezahlt werden sollte, wie ihre eigene? Oder beschränkt sich das dann doch nur darauf, dass es Menschen gibt, die sich für ein paar Stunden die Woche eine Haushaltshilfe leisten und die damit ja ganz offensichtlich ganz schlimme Ausbeuter sein müssen?

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jafabo 25.07.2017, 09:52
8.

.....und was macht dann die Putzhilfe, um glücklicher zu sein?

Ich glaube eher es hat etwas mit Herrschaftsdenken zu tun.
Manche macht es eben glücklich, wenn sie bedient werden.
Ich fände das bei mir selbst bedenklich.
Meinen Kindern bringe ich jedenfalls bei ihren Dreck selbst wegzumachen und sich den Hintern auch selbst abzuwischen - vorausgesetzt natürlich, dass sie es können.

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willybrandt61 25.07.2017, 09:53
9. Habe auch

eine Bekannte die putzen geht.
Warum? Um ihre Putzfrau bezahlen zu können.

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