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Psychologie: Warum die Putzhilfe glücklich macht
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Spülmaschine ausräumen, Wäsche waschen, staubsaugen - Hausarbeit kostet Zeit und Nerven. Trotzdem sind viele Menschen nicht bereit, eine Putzhilfe zu bezahlen. Ein Fehler.

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trader_07 25.07.2017, 10:28
20.

Meine Frau und ich möchten unsere Haushaltsperle nicht missen. Die ist seit knapp vier Jahren bei uns und erledigt gut und zuverlässig ihre Arbeit - ca. 5 bis 6 Stunden pro Woche.

Ich kann dem Artikel nur beipflichten - eine Putzhilfe bedeutet ein großes Plus an Lebensqualität.

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Carl Lowr 25.07.2017, 10:31
21.

Zitat von bttfuture
Ich finde es nicht sehr verwunderlich, dass es glücklicher macht, Geld in eine Haushaltshilfe zu investieren, als in etwas MATERIELLES. Aber was macht man dann mit der gewonnenen Freizeit? Die meisten Freizeit-Aktivitäten kosten widerum Geld, welches man nicht mehr hat, da man es ja einer Putzhilfe gegeben hat...übrigens wer Kochen als Belastung ansieht, hat mMn ganz andere Probleme als zu wenig Freizeit
Ein gutes Buch, gebraucht gekauft oder aus der Bibliothek ausgeliehen, kostet wenige Cent pro Stunde Lesevergnügen.

Sicher kann sich das nahezu jeder Einwohner unseres Landes leisten?

Ein Spaziergang mit den Liebsten im Park im Sonnenschein kostet überhaupt nichts. Auch ein guter Witz und ein angenehmes Gespräch sollen noch umsonst zu haben sein!

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franxinatra 25.07.2017, 10:40
22. Bevor ich morgens das Haus verlasse...

lege ich 50€ auf meinen Nachttisch.
Wenn ich zurück bin überlege ich mir, wie viel Aufwand mir das geld wert ist und lege los.
Funktioniert bis jetzt tadellos...

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trader_07 25.07.2017, 10:45
23.

Zitat von bttfuture
Aber was macht man dann mit der gewonnenen Freizeit?
Ist die Frage wirklich Ernst gemeint? Ich hatte noch nie im Leben das Problem, mit meiner Freizeit nichts anzufangen zu wissen. Auch in jungen Jahren nicht, als ich kein Geld übrig hatte.

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3-plus-1 25.07.2017, 10:47
24.

Ich bin ja schon der Ansicht, dass man die tägliche Hausarbeit selber schaffen muss (bei normalem Gehalt). Allerdings sehe ich, dass sich Menschen unglücklich machen mit dem Do-it-yourself-Dogma, wenn es auf alles private angewendet wird.

Etwas, dessen Ergebnis einem wichtig ist und nicht der Weg, und das auch nicht alle Tage vorkommt, unbedingt selber machen zu wollen (gar nicht mal aus Geldmangel, sondern weil es die Freunde oder Familie einreden, "das macht man doch selbst") führt häufig zu angefangenen Baustellen, die dann nie fertig werden. So etwas frustriert, wenn es häufig auftritt.

Ich bin sehr groß und hatte mir daher vorgenommen ein Motorrad auf mich umzubauen. Ganz bewußt habe ich selber die Recherche und die Dokumentation übernommen und die TÜV-Abnahme vorbereitet. Das tatsächliche Umbauen habe ich aber, obwohl das nicht ganz billig ist, in die Werkstatt gegeben.

Theoretisch hätte ich das auch selber machen können, aber dann wäre das Motorrad nicht nach zwei Jahren fertig zum Fahren gewesen, sondern es würden immer noch in Teilen in der Garage liegen, ich käme kaum voran und in den 2020ern würde ich irgendwann alles frustiert verkaufen.

Was ich damit sagen will, Glück im Leben erzielt man durch Projekte in der Freizeit, die man intensiv durchführt, die aber auch abgeschlossen werden müssen. Sonst kommt die Midlife Crisis irgendwann. Wenn man ahnt das Ziel nicht zu erreichen, unbedingt Hilfe zukaufen, egal was Familie und Freunde sagen. Baustellen machen nicht glücklich, wohl aber ab und an erfolgreiche Abschlüsse.

Sollte sich auch jeder auf die Fahnen schreiben, der meint man könne neben Erwerbsarbeit und Kindererziehung mal eben in Eigenleistung auch noch ein Einfamilienhaus bauen. Das ist zumeist der direkte Weg in Burnout und/oder Scheidung.

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dione_gutzmer 25.07.2017, 10:48
25. Zu fairen Bedingungen alles o. k.

Zitat von MartinS.
Bezahlen wir nicht alle (!!!!) beständig andere für ihre Arbeit - also auch sie? Wie weit geht ihr Ekel denn? Ekeln sie sich vor sich selbst, wenn sie Brötchen beim Bäcker kaufen, der deutlich weniger verdient, als sie? Was ist mit dem Supermarkt? Können sie da überhaupt einkaufen, bei all den prekären Teilzeitjobs und Mindestlohn-Angestellten... kann es sein, dass sie zwar kein dekadenter Bürohocker sind, aber morgens um neun trotzdem Zeit haben, bei SPON Kommentare abzugeben? Wie viel ist ihnen denn die Arbeit anderer wert? Wie konsequent sind sie, darauf zu achten, dass die Zeit von anderen mal mindestens genau so gut bezahlt werden sollte, wie ihre eigene? Oder beschränkt sich das dann doch nur darauf, dass es Menschen gibt, die sich für ein paar Stunden die Woche eine Haushaltshilfe leisten und die damit ja ganz offensichtlich ganz schlimme Ausbeuter sein müssen?
Ich arbeite als Pflegehelferin in Teilzeit, fast alle Wochenenden und darum an einem Dienstag um 9 Uhr mal Zeit, neben dem Haushalt einen Kommentar abzuschicken, habe somit kaum mehr Lohn als die Bäckereiverkäuferin oder der Amazon-Paketeträger und trotzdem tatsächlich Skrupel, bestimmte Diensleistungen in Anspruch zu nehmen. Aber schön, dass Sie gleich eine Schublade bereit haben. Ich habe von den (kann nur von Deutschland sprechen, da aber genug Beispiele) üblicherweise miserablen Löhnen gesprochen und finde, dass es nicht sein kann, dass Menschen sich abschuften, die Gelenke kaputtmachen und am Ende, wenn sie nicht mehr können, sich keine Putzhilfe leisten können.

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coloneltw 25.07.2017, 10:53
26. so schlimm ist das mit der Putzhilfe nicht

da sie sich die Arbeit i.d.R. in den Haushalten selbst einteilen kann. Sie ist nicht so festgefahren wie z.B. der Büro Mitarbeiter der Mo-Fr von 9-15 Uhr Kernarbeitszeit hat.
So kann sie in einem haus 2h putzen, macht dann die eig. Einkäufe auf dem Weg zum nächsten, putzt dort 1h, holt das Kind von der Kita ab und bringt es nach Hause oder so ähnlich.
Gerade Mütter sind auf flexible Arbeitszeiten angewiesen und diese Jobs sind dafür super geeignet. Und mal ehrlich - Bürokratie? Ich schätze 80 % dieser Haushaltsjobs laufen nicht bürokratisch ab - soll heißen Brutto=Netto. Ja sicher nicht zu vergleichen mit dem Banker, der seine 5.000 € im Monat verdient, aber besser als Mindestlohn beim Friseur ist es allemal.

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Pfaffenwinkel 25.07.2017, 11:05
27. Ich spare lieber an anderer Stelle

und leiste mir dafür den Luxus von Hilfen im Haushalt. Kann ich nur empfehlen.

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Onsom2000 25.07.2017, 11:14
28. EIne gute Haushaltshilfe...

... erspart einem später die Eheberatung, von daher gut angelegtes Geld.
Der einzige Problem besteht darin eine gute Kraft zu finden, wenn man dies getan hat, bezahlt man diese schlauer weise angemessen und schweigt. ;)

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redpitty 25.07.2017, 11:20
29.

Nach einer längeren Krankheit hatte ich vor 3 Jahren eine Putzhilfe eingestellt. Heute bin ich zwar gesund, aber sie kommt noch jede Woche einmal regelmäßig. Ich sage immer, lieber ein paar Klamotten weniger im SChrank oder auf den Jahresurlaub verzichten. Dafür aber jede Woche 4 Stunden, die ganz alleine mir gehören, also ein wöchentlicher Urlaub, in dem ich stundenlang spazierengehe, lese, gemütlich im Garten arbeite...

Ich möchte diese Zeit nicht mehr missen.

Und meine Putzhilfe, die ein behindertes Kind hat, ist sehr sehr froh, dass sie putzen gehen kann, denn diese Stellen, sie hat insgesamt 4, kann sie zeitlich sehr flexibel gestalten, was in anderen Berufen so nicht immer möglich ist.

Ich selbst habe, als meine beiden Kinder das Kindergartenalter erreicht hatten, eine Putzstelle angenommen, da dies zeitlich super passte. Später wechselte ich wieder in meine alten Beruf.

Für andere Leute zu putzen und damit Geld zu verdienen empfinde ich als sehr entspannend und ja, eigentlich hatte es schon etwas meditatives. Man konnte seine Gedanken so schön schweifen lassen und verdiente auch noch Geld damit. Stress gab es da keinen, obwohl man zügig arbeiten musste.

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