Forum: Wissenschaft
Rauchen: Nikotin-Entwöhnung auch ohne Hilfsmittel erfolgversprechend

Wer von der Zigarette loskommen will, braucht einen eisernen Willen - aber nicht unbedingt teure Medikamente oder psychologische Hilfe. Australische Forscher glauben, dass Pharmafirmen Raucher-Entwöhnungsmittel im eigenen Interesse wichtiger machen als sie sind.

Seite 1 von 11
saul7 09.02.2010, 17:42
1.

Zitat von sysop
Wer von der Zigarette loskommen will, braucht einen eisernen Willen - aber nicht unbedingt teure Medikamente oder psychologische Hilfe. Australische Forscher glauben, dass Pharmafirmen Raucher-Entwöhnungsmittel im eigenen Interesse wichtiger machen als sie sind.
Das beschreibt meine persönlichen Erfahrungen mit Raucherentwöhnungsprogrammen und Pillen zur Entwöhnung ziemlich genau. Das Rauchen aufgeben kann man nur dann erfolgreich, wenn man im Kopf dazu bereit ist. Klingt banal und simpel, ist aber eine wichtige Erkenntnis. Nicht die Pille, sondern der Wille des Menschen ist das Entscheidende!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
soylentyellow1 09.02.2010, 17:58
2. Wenn der Weg zum Nichtleser so einfach wäre wie zum Nichtraucher...

Wenn der Weg zum Nichtleser so einfach wäre wie zum Nichtraucher...dann wäre einiges gewonnen. Als Nichtraucher fehlt einem nichts, da ist man vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Als Nichtleser ist man Analphabet. Als Raucher bekommt man keine Gratiszigaretten, als Nichtleser bekommt man an jeder Ecke Gratiszeitungen, in jeder Bahn sogar die ausgelesenen Zeitungen die andere Fahrgäste abgelegt haben. Auf Plakatwänden und (Straßen) Schilder bekommt man Buchstaben geradezu aufgedrängt. Im Internet ist das Lesematerial nahezu unbegrenzt und dann gibt es noch Buchläden, Zeitungskioske und Bibliotheken die Süchtige mit dem Stoff versorgen. Nee, Nichtrauchen ist viel leichter als Nichtlesen. das sage ich als Buchstabenabhängiger und Ex-Raucher. Mit dem Rauchen aufzuhören ist viel leichter als mit dem Lesen, auch das Nicht-Wiederanfangen ist leichter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
soylentyellow1 09.02.2010, 18:07
3. Praktische aber ealitätsferne Tipps eines Ex-Rauchers

Ich habe früher geraucht, aufgehört, wieder angefangen, aufgehört, wieder angefangen und aufgehört. Hoffentlich bleibt es auch dabei.

Nun gut, das Aufhören ist viel leichter als das Wiederanfangen nicht wieder anzufangen.

Hier meine praktisch erprobten, erfolgreichen aber leider für die Mehrheit unrealistisch (weil schlecht umsetzbar) Tipps:

Am Besten funktioniert es, wenn man die Umgebung wechselt, also z.B umzieht und damit Umgebung, Freunde und Arbeitskollegen auf einmal wechselt. Am besten noch das Land wechseln und vor dem Abflug quarzen bis der Schlot glüht, dann schöner langer Flug von einem Ende der Welt zum anderen. Dann am Besten die erste Woche (oder die ersten zwei) unter sozialer Kontrolle mit Nichtrauchern und viel Sport verbringen (z.B. direkt nach Ankunft eine Woche Skifahren gehen, Sport, frische Luft, soziale Kontrolle, man kann nicht unbemerkt einfach mal so eine rauchen gehen). Nach einer Woche ist der körperliche Entzug durch, dann braucht man nochmal eine Woche für dern psychischen Entzug, aber da hilft die andere Umgebung, dass die Raucherpausenfreunde am anderen Ende der Welt sind und natürlich dass niemand weiß dass man bis vor zwei Wochen noch Raucher war.

Wenn man das einmal geschafft hat besteht die Kunst nur noch darin, nicht wieder anzufangen ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Monark 09.02.2010, 18:10
4. Ist doch logisch.

Wie soll ich denn vom Nikotin loskommen, wenn ich meinen Körper (per Nikotinpflaster o.ä.) weiterhin mit diesem Gift versorge?

Ja, ja, ich weiß, nicht das Nikotin macht süchtig, sondern die den Zigaretten beigemengten Zusatzstoffe. Trotzdem, das ganze erinnert schon sehr an die Vermarktung wirkungsloser Schlankmacher und sonstigen Unsinns. Wenn ein Raucher nicht aufhören möchte zu rauchen, dann raucht er eben weiter - ob mit oder ohne Nikotinpflaster. Der Kopf entscheidet. Aber bis dahin kann man ja noch ein bisschen an ihm verdienen.

Was wirklich hilft beim Aufhören, das ist der eine Gedanke, den Allen Carr bekannt gemacht hat. Man braucht sein Buch nicht zu lesen, man muss sich nur eines klar machen:

Wenn ich aufhöre zu rauchen, gebe ich nichts auf, und ich verliere auch nichts, sondern ich gewinne etwas: meine Freiheit nämlich.

Nur mit "Willen" (=Selbstzwang) ist es nämlich nicht getan. Sich bewusst zu machen, dass man sich selbst etwas Gutes tut, wenn man aufhört zu rauchen, das hilft. Und nur das.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jurgenhaas 09.02.2010, 18:14
5. Nichtraucher werden ist nicht schwer

Richtig ist, dass die Nikotinersatzmittel viel zu hoch bewertet werden. Aber viel wichtiger ist die Tatsache, dass die Schwierigkeiten aufzuhören, viel zu hoch eingeschätzt werden. Ein eiserner Wille hilft nicht, zumindest nicht dauerhaft. Die richtige Erkenntnis macht den Weg zum Nichtraucher ganz einfach: Jeman der versucht aufzuhören mit dem Rauchen begibt sich in eine Verlierer-Rolle. Er gibt etwas auf! Diese Einstellung ist falsch. Sich als Raucher aber vorzustellen, was man gewinnen kann wenn man nicht mehr raucht, das ist eine so spannende Veränderung, dass man es kaum erwarten kann, genau dies zu erleben. Und ich kann nur sagen, dieses Erlebnis ist einzigartig. Und ich sage dies als 25-Jahre-Raucher mit 2 Schachteln pro Tag, der den Schritt vor über 10 Jahren gewagt hat und der seither nur eines kennt: Ich bin verärgert über alle die mir Jahrezehntelang erzählt haben wie schwer es ist. Ich rufe allen nur zu: Es ist nicht schwer, es tut nicht weh. Es ist ein Gewinn: Lebensqualität, Zeit, Geld - um nur die drei offensichtlichen zu nennen.

Es hat mir richtig Freude gemacht zum Nichtraucher zu werden. Einfach so.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Monark 09.02.2010, 18:19
6. Praktische aber realitätsferne Tipps eines Ex-Rauchers

Zitat von soylentyellow1
Ich habe früher geraucht, aufgehört, wieder angefangen, aufgehört, wieder angefangen und aufgehört. Hoffentlich bleibt es auch dabei. Nun gut, das Aufhören ist viel leichter als das Wiederanfangen nicht wieder anzufangen. Hier meine praktisch erprobten, erfolgreichen aber leider für die Mehrheit unrealistisch (weil schlecht umsetzbar) Tipps: Am Besten funktioniert es, wenn man die Umgebung wechselt, also z.B umzieht und damit Umgebung, Freunde und Arbeitskollegen auf einmal wechselt. Am besten noch das Land wechseln und vor dem Abflug quarzen bis der Schlot glüht, dann schöner langer Flug von einem Ende der Welt zum anderen. Dann am Besten die erste Woche (oder die ersten zwei) unter sozialer Kontrolle mit Nichtrauchern und viel Sport verbringen (z.B. direkt nach Ankunft eine Woche Skifahren gehen, Sport, frische Luft, soziale Kontrolle, man kann nicht unbemerkt einfach mal so eine rauchen gehen). Nach einer Woche ist der körperliche Entzug durch, dann braucht man nochmal eine Woche für dern psychischen Entzug, aber da hilft die andere Umgebung, dass die Raucherpausenfreunde am anderen Ende der Welt sind und natürlich dass niemand weiß dass man bis vor zwei Wochen noch Raucher war. Wenn man das einmal geschafft hat besteht die Kunst nur noch darin, nicht wieder anzufangen ;)
Ich finde Ihre Tipps gar nicht realitätsfern - genau so geht es. Auch wenn ich für den Komplettentzug eher drei statt zwei Wochen einrechnen würde. Nun kann nicht jeder ständig umziehen, aber man kann ja einen Urlaub zur Entwöhnung nutzen.

Und wenn dann doch immer wieder der "Schmacht" kommt?

Dann hilft Folgendes: Tief einatmen, ganz tief, so tief, bis es in den Bronchien schmerzt (wie nach einer Zigarette). Mehrmals wiederholen und sich über den Sauerstoff freuen, mit dem man sich gerade beglückt hat.

Und: Bewusster mit Sekundärreizen umgehen (Alkohol, Kaffee etc.)

Und: Keine Angst vor dem Aufhören. So schlimm ist es nämlich gar nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carsonlau 09.02.2010, 18:33
7. Wer von der Zigarette loskommen will

braucht keinen eisernen Willen, nur einen gesunden Menschenverstand und den dann bitte auch anwenden.

Gleiches gilt für den Suff. Bei dem allerdings das Problem besteht, daß der Menschenverstand da erst mal klar zum Vorschein kommen muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
WvdV 09.02.2010, 19:18
8. Nur noch diese eine!

Um mal hier ein wenig Klartext zureden: Nur zwischen 3-5% der Raucher schaffen es langfristig vom Glimmstengel loszukommen.
Das Rauchen aufhören an sich ist ja nach Mark Twain ganz einfach, der es auch schon damals über 100x geschafft hatte.

Was macht es so schwierig?

Nikotin ist ein ungemein potenter Manipulator der Hirnchemie und der krankhafte Suchtcharakter des Rauchens ist eigentlich wissenschaftlich erwiesen.
Nikotin wandert binnen Sekunden über das Blut ins Hirn wo er bestimmmte Rezeptoren stimuliert, die sonst der körpereigene Botenstoff Acetylcholin aktiviert. Mit dem Unterschied, dass die Wirkung des Nikotins um ein Vielfaches(!) stärker ist.
Als Folge dieses Hammerschlages schüttet das Gehirn weitere Botenstoffe aus die vor allem über das Belohnungszentrum zu einem allgemeinen Wohlgefühl führen.
Die Abstumpfung der genannten Rezeptoren bedingen den Suchtcharakter, weshalb immer mehr Kontaktstellen aktiviert werden müssen durch höheren Konsum.

Ich kann mir bei einigen vorstellen, dass es mit Pflastern klappt. Für mich wäre es nix.

Was ich aus Erfahrung auch sagen kann, dass man irgendwann an den Punkt kommen muß an dem man genug hat, wo es reicht und man eine gewisse Aversion gegenüber den Zigaretten entwickelt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pinarello 09.02.2010, 19:23
9. Man hat es im Kopf, oder eben nicht!

Zitat von sysop
Wer von der Zigarette loskommen will, braucht einen eisernen Willen - aber nicht unbedingt teure Medikamente oder psychologische Hilfe. Australische Forscher glauben, dass Pharmafirmen Raucher-Entwöhnungsmittel im eigenen Interesse wichtiger machen als sie sind.
Tja, was soll man zu diesen Intelligenzallergikern noch sagen, es ist eben so oder so, wer es nicht im Kopf hat, der muß es eben im Geldbeutel haben.

Ich sage es diesen Halbintelligenzlern so oft wie möglich:

"Wer wenig bis nix im Kopf hat, muß wenigstens eine Zigarette in der Schnauze haben".

Sonst wäre der Kopf ja völlig umsonst zwischen den Schultern rausgewachsen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11