Forum: Wissenschaft
Reformen für den Nobelpreis: Der Nobelpreis hat ein Frauenproblem
Steffen Trumpf/ DPA

Dieselbe Prozedur wie im letzten Jahr: Bei den Nobelpreisen wurden wieder nur ältere, weiße Männer ausgezeichnet. Erst 2069 wird man erfahren, ob überhaupt Frauen nominiert waren.

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ksail 09.10.2019, 19:20
1. Alte weiße Männer...

Waren wir nicht schon etwas weiter, als jedes Problem auf alte weiße Männer zu reduzieren? Das ist inzwischen doch etwas abgegriffen und wenig kreativ. Schade, dass man den Artikel dann kaum mehr liest. Plakativer: An unseren gesellschaftlichen Problemen sind in der Regel weder die Migranten noch die alten weißen Männer schuld...

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frenado 09.10.2019, 19:21
2.

Natürlich kann man die mangelnde Transparenz der Nobelpreisverleihungen kritisieren. Aber dies an den oberflächlichsten Merkmalen festzumachen und dabei den aus Übersee herübergeschwappten Kampfbegriff des "alten weißen Mannes" zu mobilisieren, halte ich für unredlich. Mehr Sachlichkeit und Tiefgang, bitte.

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Fuxx81 09.10.2019, 19:28
3. Erwartungswert

Zitat von
Alfred Nobel legte in seinem Testament fest, dass die Preise an die Würdigsten ihres Fachs vergeben werden sollten, unabhängig von ihrer Nationalität. Nahezu Jahr für Jahr zeigt sich: Die Praxis ist eine andere. Die USA sind bei der Anzahl der Preisträger mit deutlichem Vorsprung Nummer eins.
Das ist kein Widerspruch. Die US-Forschung ist nun mal Weltspitze. Die Chinesen holen auf, die Deutschen fallen zurück. Damit sind die Würdigsten ihres Faches, eben meistens Amerikaner. Die Preisverteilung entspricht dem Erwartungswert.

Was Frauen angeht: Hier habe ich keine Statistiken vorliegen, es würde mich aber wundern, wenn in der Spitzenforschung mehr als 10% Frauen vertreten wären. Das ist sicher kein erstrebenswerter Zustand, aber keinesfalls Schuld oder Problem des Nobel-Komitees. Der Artikel bleibt Nominierungsvorschläge ja nun auch schuldig...

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kangootom 09.10.2019, 19:30
4. Erzieher/in des Jahres

Bei der Wahl der/des Erziehers/in des Jahres in Kindergärten würden jedes Jahr nur Frauen gewählt. Wie groß wäre der Aufschrei wenn wegen der Gleichberechtigung abwechselnd Mann/Frau gewählt werden müssen. Es ist leider mal so, dass Frauen in der Forschung erst langsam aufholen. Und da der Nobelpreis oft für Forschung vergeben wird, die erst Jahrzehnte später unser Leben verändert, ist das Verhältnis entsprechend hintendran .

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mainzer2 09.10.2019, 19:32
5. Ist Diskrimierung der Grund?

Ist wirklich Diskriminierung der Grund oder die einfache Tatsache, dass Frauen in den Zeiträumen, die in die Bewertung einfließen, sehr selten in naturwissenschaftlichen Fachbereichen tätig waren? Marie Curie und ihre Kolleginnen sind doch eher der Nachweis dafür, als das Gegenteil! Das kann heute anders sein, aber die Nobelpreisträger von heute hatten ihr Schaffensdrang vor 20 Jahren oder deutlich mehr...Auch heute noch finden Frauen leider in Naturwissenschaften nicht in der Häufigkeit statt! Oder wollen wir in Zukunft Preise nach Geschlechterproporz vergeben und nicht nach Qualität? Das wäre den hochqualifizierten Frauen in den naturwissenschaftlichen Bereichen gegenüber noch ungerechter!

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sunshinebob 09.10.2019, 19:33
6. Zeitfrage

Es werden beim Nobelpreis ja meistens Errungenschaften ausgezeichnet, die teils Jahrzehnte zurückliegen und die Grundlagen schufen für heutige Technologien und Erkenntnisse. Dass die (erfolgreiche) Wissenschaft in der Vergangenheit nun einmal hauptsächlich männlich war ist eine Tatsache. Eine unbefriedigende zwar, aber die Zeit lässt sich nicht zurück drehen. In Zukunft werden die Nobelpreise immer mehr auch an Frauen gehen, da langsam aber stetig der Anteil weiblicher Wissenschaftler gestiegen ist und steigt.

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giftzwerg 09.10.2019, 19:39
7.

Länder mit mehrheitlich weißer Bevölkerung sind im Schnitt wohlhabender als andere, verfügen also über ein breiteres und besser ausgestattetes Wissenschaftssystem und Wissenschaftler im höheren Alter verfügen über mehr Expertise und Mittel und sind also besser in der Lage, außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen.
Aber Hauptsache, wir haben mal wieder den linken Kampfbegriff von den bösen alten, weißen Männern rausgekramt. Peinlich.

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Eddi Blanca 09.10.2019, 19:39
8. Ehre wem Ehre gebührt!

Nobelpreise werden nun mal nach Leistung und nicht nach Quoten vergeben und das ist auch gut so!
Und das viele Nobelpreisträger schon älter sind, ist auch keine Überraschung: die Entwicklung neuer Ideen und Gewinnung neuer Erkenntnisse braucht halt seine Zeit. Außerdem werde viele Arbeiten erst viel später nachträglich mit einem Nobelpreis gewürdigt.

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From7000islands 09.10.2019, 19:44
9. wenn es meine Tochter wäre...

...würde ich einen Preis begrüssen. Jeder Preisträger ist zunächst das Ergebnis seiner Mutter. Preisträger sind gewöhnlich ehrgeizig und diese Eigenschaft steckt nicht nur in den Genen. Mütter, die glauben ein Talent in ihrem Sohn erkannt zu haben, fördern ihn mit Macht. Sie würden nie ihrem Sohn erlauben, dass er einer Kommilitonin den Vortritt lässt. So sind nun mal Mütter.

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