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Rekonstruktion: Frau bekommt nach 5600 Jahren wieder Gesicht
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Das "Mädchen aus der Blätterhöhle" starb vor mehr als 5000 Jahren. Eine Rechtsmedizinerin hat nun das Antlitz der jungen Frau rekonstruiert. In einer Fußgängerzone würde diese kaum auffallen.

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Tiananmen 17.07.2015, 17:34
1.

Ja, warum sollte die Frau auch auffallen? Sie war ein Mensch wie wir. Interessant ist, dass die Frau zu einer zeituntypischen(?) Jäger- und Sammlergruppe gehört haben soll, während die Nachbarn ringsum mit den Ochsen Furchen in den Acker zogen. Warum auf eine Sammlerin geschlossen wird, dazu gibt der Artikel keine Auskunft.

Die Fundumstände von 2004 werden ebenfalls nicht erwähnt. Systematische stratigraphisch orientierte Grabungen gab es in der Blätterhöhle erst später. Falls der Fund aus dem Februar 2004 stammt, dann ist die zeitliche Zuordnung vielleicht eher Roulett. Damals wurden "etwa 20 Tonnen Sediment in etwa 250 Stunden entnommen", mit dem Bagger (ein unglaublicher Vorgang!). In diesen Sedimenten gab es sowohl mesolithische wie neolithische Funde.

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alemannehochdrei 17.07.2015, 17:43
2. Jungsteinzeit

Was ich schon immer ahnte, wird jezt bestätigt: Keine Entwicklung seit der Jungsteinzeit.

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Smart Soul 17.07.2015, 18:17
3. Da hat die Frau Gerichtsmedizinerin ...

... beim Modellieren wohl zu häufig in den Spiegel geschaut. Könnte ja glatt ihre Schwester sein. :-D

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kasam 17.07.2015, 18:30
4. In der letzten Zeit

sind viele alte Meinungen zerbröselt wie Sand. Die Wissenschaft muss sich halt wieder neugierig zeigen, und kann sich nicht mehr so blind auf alte Paradigmen verlassen. Das tut ihr aber gut. In 20 Jahren weiss man wieder mehr als heute und die Vergangenheit ist bis dahin neu geschaffen worden. Das macht Freude.

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stupp 17.07.2015, 19:36
5. Reine Phantasie

Hautkolorit, Unterhautfett, fast die ganze Nase (Knorpelanteil), Haare, Augen, sämtlich Weichteile - alles frei der Phantasie entsprungen. Und was ist daran erwähnenswert?

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neanderspezi 17.07.2015, 19:42
6. Die junge Frau aus der Blätterhöhle schaut wenigstens optimistisch in ihre jungsteinzeitliche Zukunft

Die flache Stirn mag hingehn, ist unter der Ponyfrisur gut versteckt, die breiten Backenknochen können sich durchaus hervorgetan haben, aber das Kinn und der Mund, speziell die ungewöhnlich hervorgehobene Unterlippe, sind vermutlich Eigenkreationen. Wer hat hierzu den Tipp gegeben. Das Handwerk wäre in seiner Treffsicherheit eigentlich leicht zu prüfen. Man nehme aus einem Sarg den Kopf einer längst Verstorbenen/eines Verstorbenen, von der/dem noch Ablichtungen aus den letzten Jahren ihres/seines Lebens existieren und gebe sie/ihn zur Nachbildung in Auftrag, ohne natürlich irgendwelche verfügbaren Bilder zum Gesicht mitzuliefern. Das Resultat könnte Auskunft geben, wieweit die Übereinstimmung überzeugen kann. Sollte in der Skulptur jederfraus/jedermanns Ähnlichkeit abgelesen werden können, ohne das Charakteristische der zugrundeliegenden Person zu treffen, dann sollten derartige Rekonstruktionen in ihrer Präzision entsprechend relativiert werden.

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johann.doov 17.07.2015, 20:08
7. Nicht Thema des Artikels

Zitat von Tiananmen
Ja, warum sollte die Frau auch auffallen? Sie war ein Mensch wie wir. Interessant ist, dass die Frau zu einer zeituntypischen(?) Jäger- und Sammlergruppe gehört haben soll, während die Nachbarn ringsum mit den Ochsen Furchen in den Acker zogen. Warum auf eine Sammlerin geschlossen wird, dazu gibt der Artikel keine Auskunft. Die Fundumstände von 2004 werden ebenfalls nicht erwähnt. Systematische stratigraphisch orientierte Grabungen gab es in der Blätterhöhle erst später. Falls der Fund aus dem Februar 2004 stammt, dann ist die zeitliche Zuordnung vielleicht eher Roulett. Damals wurden "etwa 20 Tonnen Sediment in etwa 250 Stunden entnommen", mit dem Bagger (ein unglaublicher Vorgang!). In diesen Sedimenten gab es sowohl mesolithische wie neolithische Funde.
Hier geht es ja nur um die Rekonstruktion. Sicher wäre mehr Ifo schön gewesen, aber damit sind Journalisten dann doch eher überfordert. Allerdings ist einigermaßen sichere Bestimmung der Ernährungsweise inzwischen über die Untersuchung der Zähne möglich. Aus der Ernährung wiederum kann man auf die Wirtschaftsweise schließen...

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steffen.ganzmann 17.07.2015, 20:25
8. Das sind weltgeschichtlich gesehen ...

Zitat von alemannehochdrei
Was ich schon immer ahnte, wird jezt bestätigt: Keine Entwicklung seit der Jungsteinzeit.
... auch nur ein paar Sekunden ...

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steffen.ganzmann 17.07.2015, 20:28
9. Was ich nicht so ganz begreife:

Warum benutzt man noch immer Knete, wenn es doch ein Computerprogramm (das jede Rechtsmedizin besitzt) gibt, das es schneller und wahrscheinlich auch besser kann?

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