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Renommierte Geigen: Das Märchen vom legendären Klang der Stradivari
John Stillwell/ PA Wire/ DPA

Mehrere hunderttausend Euro müssen Musiker für eine echte Stradivari ausgeben. Ob der Preis gerechtfertigt ist, ist allerdings fraglich. Das Konzertsaalpublikum findet moderne Geigen oft besser.

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nomenestomen1 09.05.2017, 13:09
10. stradivari

stradifahris haben einmal ganz gut geklungen aber inzwischen ist das holz morsch und wurmstichig geworden
eine gitarre mit fichtendecke hält 100 jahre eine mit zederndecke 70
danach taugt sie nur noch als brennholz oder für museum oder den flohmarkt als dekorationsobjekt

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Profdoc1 09.05.2017, 13:12
11. Eine alte Diskussion,....

die immer wieder neu belebt wird. Ein Instrument klingt dann gut, wenn die Person, die dieses Instrument gut spielt bzw. gut spielen kann (handwerklich).
Die Gitarristen haben ständig die gleiche Diskussion bei bestimmten alten Akustik- und Elektikgitarren. Prominent sei genannt die >Gibson Les Paul Standard< aus den Jahren 1958, insbes. 1959 und 1960. Im Vergleich zu eine Stradivari oder Guanieri natürlich junge Instrumente, die jedoch (ohne Künstlerbonus) bis zu 500.000 EUR gehandelt werden. Sind sie es wert? Klingen sie besonders (gut)? Es sind die gleichen Fragen.

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master-of-davinci 09.05.2017, 13:18
12. ja..

Der "Beschuss" war eine anekdotische Spitze. Dürfte ja eigentlich klar gewesen sein...

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cassandros 09.05.2017, 13:19
13. Huch, da steht's ja!

Zitat von elisa1
Ein seriöser Geigenbauer würde .... weder verraten, woher sie kommen, noch wie alt sie sind. ..........
Und er würde auch nie verraten, daß man diese Informationen auf den Etiketten, die seit Alters her bei allen Saiteninstrumenten auf den Korpusboden geklebt werden, ablesen kann ;-))

Siehe unter "Geigenzettel":
- https://de.wikipedia.org/wiki/Geigenzettel

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nomenestomen1 09.05.2017, 13:21
14. eigene meinung

das ist falsch
zuerst ist man pommes und ketchup weil es besser scshmeckt
schon die noch ganz unerfahrenen noch unbefangenen kids wissen das
das heißt aber nicht das nicht ein hochwertiges essen seinen wert hat
vielleicht ist eine stradivari ja besser für die ohren

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hummer44 09.05.2017, 13:23
15. Lautstärke ist bei Spitzenklasse-Geigen

ein eher sekundäres Kriterium. Klangliche Sonorität in allen Registern, gute (komfortable) Bespielbarkeit und das klangliche Ansprechverhalten des Instruments stehen dabei ganz oben. Alle klanglichen Aspekte profitieren darüberhinaus von der "Eingespieltheit" des Instruments, die Jahre in Anspruch nehmen kann.

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gemihaus 09.05.2017, 13:23
16. Kultur-Populismus

Moderne Instrumente vs. Alte zu ranken ist albern, weil sie allemal anders, meist lauter klingen, als die alten Hölzer. Lauter, hörbar intensiver - deshalb die Besser-Urteile Ungeschulter- heisst jedoch keineswegs besserer Klang, der meist eintöniger schwingt.
Das differenziert Leise-timbrierte, die dynamisch feinere Resonanz der Strads lässt sich sowieso nur unter Derengleichen vergleichen.
Gute SingleMalts oder Cognacs schmecken im Vergleich zu ihren Verschnitten auch feiner aromatisch strukturiert und abgerundeter als
kräftig vermixte Suffbomben. Je feiner die Sinne, so differenzierter der
Geschmack ... und Strads für ein paar 100T ist wohl unbedarftes Wunschdenken, nicht wahr?

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wanderarbeiter 09.05.2017, 13:26
17.

Einzeln, ohne direkten Vergleich, dürften die wenigsten eine Stradivari heraushören. Im Blindtest, wie beschrieben, auch nicht viele. Also liebe Profimusiker, kauft neue Geigen, die heutigen Geigenbauer und ihre Gegen sind hervorragend.
Und schließlich wollen wir die Tradition des Gegenbaus nicht ganz den Chinesen überlassen ;)

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master-of-davinci 09.05.2017, 13:28
18. Preisfindung

Zitat von Profdoc1
die immer wieder neu belebt wird. Ein Instrument klingt dann gut, wenn die Person, die dieses Instrument gut spielt bzw. gut spielen kann (handwerklich). Die Gitarristen haben ständig die gleiche Diskussion bei bestimmten alten Akustik- und Elektikgitarren. Prominent sei genannt die >Gibson Les Paul Standard< aus den Jahren 1958, insbes. 1959 und 1960. Im Vergleich zu eine Stradivari oder Guanieri natürlich junge Instrumente, die jedoch (ohne Künstlerbonus) bis zu 500.000 EUR gehandelt werden. Sind sie es wert? Klingen sie besonders (gut)? Es sind die gleichen Fragen.
Hmm, bei einer Gibson Les Paul zahlt man aber für die Historie nicht für den "Klang" - Es sind Sammlerobjekte, die sicherlich irgendwann mal ihren Sammlerbonus verlieren, aber dem Käufer ist eigentlich klar, dass es ein Sammlerpreis ist und man ein Spekulationsobjekt kauft. Eine Stradivari hat aber den Nimbus des unerreichten Klangs, der ja widerlegt wurde..oft und generiert dadurch den Preis. (Plus natürlich Alter und Begrenztheit) Aber alleine die Tatsache, dass heute noch etwa 600 Stradivari Geigen existent sind, würde mir so ohne Pathos sagen, dass das vor 400 Jahren ein absolutes Massenprodukt gewesen sein muss, ich bin kein Geigenbauer...aber welcher Geigenbauer (einzelner Meister) heute hat den schon 600 Instrumente gebaut?

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Knossos 09.05.2017, 13:34
19. Es hat sich ´was getan

Wenn die Bedingungen nur annähernd zu denen im Gitarrenbau vergleichbar sind, dann könnte es durchaus vorstellbar sein, daß sich zeitgenössische Instrumentenbauer der antiken Meisterlichkeit angenähert und sie teils gar überholt haben.

Im klassischen Gitarrenbau jedenfalls gab es bis vor nicht allzu vielen Jahren wenig gute Werkstätten außerhalb Spaniens. (Wie z.B. die des bekannten deutschen G-bauers Hermann Hauser und einiger, weniger Kollegen in Frankreich und GB.) Da fanden sich z.B. in deutschen Spezialgeschäften der siebziger Jahre Gitarren deutscher Provenienz für glatte 5000 DM, deren Preis wahrlich durch nichts gerechtfertigt war. Nicht erst zu reden von klobig-dumpfer Serienproduktion.

Doch dann rumpelte es in Schuppen und Kellern und eine immer weiter wachsende Zahl an Lehrbuben und Autodidakten (, denen ich rundweg nur sehr wenig zutraute) machten sich ans Werk. Und Jahre später warteten so manche davon mit unerwartet guten Werkstücken auf.

Sie schafften es, uns ungläubige und auf traditionelle Herkunft schwörende, Musiker zu überzeugen. Inzwischen ist denn auch jener Teil der Gemeinschaft geschrumpft, der darauf besteht, seine klassische- oder Flamencogitarre aus iberischen Gefilden zu beziehen. Wir kaufen ebenso von G-bauern in Westeuropa und Nordamerika ein.

Und für den kleineren Geldbeutel hat sich gerade in dieser Zeit gemeinhin überhöhter Preise ein Refugium aufgetan, in dem sich vorzügliche Instrumente aus wenig bekannten Händen erstehen lassen.

Für diese Produzenten sind es oft schwierige, wirtschaftliche Zeiten zugunsten der Kunden. Und wenn es ihnen nicht vergönnt ist, ein Minimum an Bekanntheit zu erreichen, so daß ihnen Eigenvertrieb möglich wird, müssen sie sich Ansehen, wie üblich dreister Handel den Löwenanteil einsteckt.

Zugegeben, bezüglich der Flamencos ist mein großes Vorbild aus Granada bislang unerreicht geblieben (eine maßgefertigte Klampfe aus USA ist alldieweil erst noch unterwegs, wer weiß ...), doch bezüglich klassischer Exemplare müssen zeitgenössische Schöpfer aus aller Herren Länder keinen Vergleich mehr scheuen.

Wenig überraschend, wenn sich der Violinen-Sektor ähnlich entwickelt haben sollte. Hoch leben die Daumen der heutigen Talente an den Hobelbänken vieler kleiner Werkstätten und Manufakturen!

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