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Rohstofftechnologie: Katalysator verwandelt Erdgas in Alkohol
SEMC

Mit einem neuen Katalysator haben Forscher Erdgas in Alkohol umgewandelt - und zwar deutlich einfacher als das bisher möglich war. Sie hoffen darauf, dass das Verfahren die Rohstoff-Industrie grundlegend verändern könnte.

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syracusa 14.03.2014, 14:37
1.

Zitat von sysop
Mit einem neuen Katalysator haben Forscher Erdgas in Alkohol umgewandelt - und zwar deutlich einfacher als das bisher möglich war. Sie hoffen darauf, dass das Verfahren die Rohstoff-Industrie grundlegend verändern könnte.
Weltweit werden gigantische Mengen Erdgas, die bei der Ölförderung freigesetzt werden, immer noch abgefackelt, weil der Abtransport via Pipeline oder als LNG viel zu teuer wäre. Wenn die neue Methode auch in kleinem Maßstab, möglichst vielleicht sogar mit transportablen Anlagen möglich ist, dann wäre das in der Tat eine Revolution.

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meiermuellerschmidt 14.03.2014, 14:56
2. Schon die Überschrift des Artikels ist falsch

Von Katalyse ist in dem betreffenden Artikel keine Rede. Das sollte schon beim Lesen des Abstractes klar werden. Auch werden nicht die Alkohole sondern die Ester synthetisiert. Aber das ist dann fast schon ein Detail. Spitzenjournalismus!

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frodosix 14.03.2014, 15:03
3. Ein Schritt aber ein nicht sehr großer

Man wäre dann vielleicht nicht mehr so sehr vom fossilen, endlichen Energieträger Erdöl abhängig, sondern vom fossilen, endlichen Energieträger Erdgas.

Erst wenn eine Meldung lautet, dass zum Beispiel billig und in großen Mengen Gas/Alkohol etc aus beliebiger, nachwachsender Biomasse (Pflanzenabfällen, schnell wachsenden Meeresalgen etc.) erzeugt werden kann, werde ich in Jubel ausbrechen.

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Stefan_G 14.03.2014, 15:29
4. Spitzenforenbeitrag!

Zitat von meiermuellerschmidt
Von Katalyse ist in dem betreffenden Artikel keine Rede. Das sollte schon beim Lesen des Abstractes klar werden. Auch werden nicht die Alkohole sondern die Ester synthetisiert. Aber das ist dann fast schon ein Detail. Spitzenjournalismus!
Selbstverständlich ist hier von homogener Katalyse von Methan/Ethan/Propan zu Methanol/Ethanol/Propanol und 1,2-Diolen die Rede. Diese in Anwesenheit von Thallium(III) und Blei(IV)-Salzen.
Das Ganze in konzentrierter Trifluoressigsäure-Umgebung, so dass sich unmittelbar die Veresterung zu den Trifluoressigsäureestern der Alkohole anschließt.

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helmut.alt 14.03.2014, 15:34
5. optional

Methan ist die Hauptkomponente von Erdgas (ca 92%) und kommt als Gashydrat am Meeresboden in gewaltigen Mengen vor (mehr als alle Kontinentalvorkommen). Es ist auch als Biogas bekannt und praktisch überall verfügbar. Wenn es gelingt dieses Methan in den Alkohol Methanol umzuwandeln, dann wären alle Energieprobleme gelöst, weil diese Flüssigkeit sowohl in Verbrennungsmotoren problemlos verfeuert werden kann (Oktanzahl weit über 100), aber auch als Wasserstoffquelle für Brennstoffzellen verwendet werden kann.

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pace335 14.03.2014, 15:53
6. Das ist doch schon lange der Fall!

Zitat von frodosix
Man wäre dann vielleicht nicht mehr so sehr vom fossilen, endlichen Energieträger Erdöl abhängig, sondern vom fossilen, endlichen Energieträger Erdgas. Erst wenn eine Meldung lautet, dass zum Beispiel billig und in großen Mengen Gas/Alkohol etc aus beliebiger, nachwachsender Biomasse (Pflanzenabfällen, schnell wachsenden Meeresalgen etc.) erzeugt werden kann, werde ich in Jubel ausbrechen.
Selbst durch Photosynthese ist dies möglich, aus Biomasse ist das doch schon sehr lange möglich. Allerdings ist es im moment noch zu teuer. Solange die Treibstoffherstellung aus Erdöl so günstig ist wie heute, wird niemand ein etwas teureres Verfahren in Betracht ziehen. Die Benzinherstellung ist sowas von billig, da lohnen sich andere Verfahren noch nicht. Übrigens, das ist auch der Grund weshalb sich die Elektromobilität im privaten Sektor so schnell nicht durchsetzen wird. Benzin ist einfach billiger wie Strom, zumindest in der Herstellung und nur das zählt! Nur weil der Strom im moment keine Mobilitätssteuer hat ist er etwas günstiger als Benzin, aber es wird ja wohl jedem klar sein das dies nicht so bleibt, oder?

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DrStrang3love 14.03.2014, 16:01
7.

Zitat von Stefan_G
Selbstverständlich ist hier von homogener Katalyse von Methan/Ethan/Propan zu Methanol/Ethanol/Propanol und 1,2-Diolen die Rede. Diese in Anwesenheit von Thallium(III) und Blei(IV)-Salzen.
Nee, nicht wirklich. Die Blei-, bzw. Thallium-Salze sind bei der Reaktion nur die Oxidationsmittel und werden stöchiometrisch verbraucht. Das ist eben keine Katalyse.

Im letzten Abschnitt des Artikels geben die Autoren an, dass sie hoffen, die Reaktion in Zukunft katalytisch durchführen zu können, indem sie noch einen weiteren Reoxidationsschritt einbauen, der die "verbrauchten" Metallsalze wieder in die reaktiven Spezies überführt.

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ch2 14.03.2014, 16:09
8. leider nein

Zitat von Stefan_G
Selbstverständlich ist hier von homogener Katalyse von Methan/Ethan/Propan zu Methanol/Ethanol/Propanol und 1,2-Diolen die Rede. Diese in Anwesenheit von Thallium(III) und Blei(IV)-Salzen. Das Ganze in konzentrierter Trifluoressigsäure-Umgebung, so dass sich unmittelbar die Veresterung zu den Trifluoressigsäureestern der Alkohole anschließt.
Stimmt leider nicht. In dem Science Artikel auf dem der Artikel basiert ist eindeutig erwähnt, dass es sich um stöchiometrische Reaktionen handelt. Die Tl und Pb Salze werden als Oxidationsmittel eingesetzt. Demnach keine homogene Katalyse.
Am Ende wird erwähnt das eine katalytische Methode vorstellbar ist, da es Möglichkeiten zur Regeneration der Tl Salze durch O2 gibt.
Die Esterbildung erfolgt ebenfalls nicht aus den Alkoholen und der Trifluoressigsäure, sondern direkt durch Reation der Alkylmetall intermediate mit Acetaten. Es liegen also zu keinem Zeitpunkt Alkohole vor.

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Hermes75 14.03.2014, 17:16
9.

Zitat von sysop
Mit einem neuen Katalysator haben Forscher Erdgas in Alkohol umgewandelt - und zwar deutlich einfacher als das bisher möglich war. Sie hoffen darauf, dass das Verfahren die Rohstoff-Industrie grundlegend verändern könnte.
Wenn so ein Verfahren wirtschaftlich anwendbar wäre, dann würde das eine kleine Revolution für die Energiewirtschaft bedeuten.
Zur Zeit gibt es große Mengen an Erdgas auf dem Markt, aber der Transport ist schwierig. Die Verflüssigung von Erdgas benötigt bisher sehr viel Energie und der Umgang mit tiefkaltem Flüssiggas ist schwierig.
Könnte man das Erdgas einfach in eine bei Raumtemperatur flüssige Form umwandeln würde das viele Probleme lösen.

Ich bin allerdings wegen des Einsatzes von Blei und Thallium-Verbindungen besorgt. Beide Schwermetalle sind ziemlich giftig.
Wie will man bei einem großtechnischen Einsatz verhindern, dass diese Stoffe freigesetzt werden?

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