Forum: Wissenschaft
Rote Liste: Trübe Aussichten für Europas Gewässer

In europäischen Seen und Flüssen schwindet die Artenvielfalt: Viele Fische, Muscheln und Schnecken sind gefährdet.*Umweltverschmutzung, Überfischung*und eingeschleppte Arten bringen sie an den Rand des Aussterbens. Doch auch an Land ist die Lage bedrohlich.

Seite 1 von 4
Bins 23.11.2011, 09:15
1. Titel unter Wasser

Zitat von sysop
In europäischen Seen und Flüssen schwindet die Artenvielfalt: Viele Fische, Muscheln und Schnecken sind gefährdet.*Umweltverschmutzung, Überfischung*und eingeschleppte Arten bringen sie an den Rand des Aussterbens. Doch auch an Land ist die Lage bedrohlich.
Das Sterben unserer Flüsse und Seen findet im Stillen statt. Wenn der Bachlauf verbaut, gemäht, ausgebaggert wird, verschwinden z.B. die Kleinfischarten, als Folge darauf die größeren Raubfische sowie Eisvogel, Graureiher, Wasseramsel, Kormoran. Das Fatale daran ist, niemand ausser den Fachkundigen merkt sofort davon etwas.
Wenn sie weg sind, ist es in der Regel zu spät oder es kann nur mit immensen Summen gegengesteuert werden.
An die Schlachten, die ich als Angler schon mit Gewässeranrainern, Bauern und Freizeitsportlern geschlagen habe, kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern.
Am Eindruckvollsten waren für mich vor Jahren die Kajakfahrer, die unseren Mühlbach befahren wollten und nur mit Mühe die Paddel ins Wasser tauchen konnten, weil einerseits der Bach zu wenig Wasser führte und andererseits die Paddelenden links und rechts fast das Ufer berührten.
Kurioserweise stand unserer Mühlbach im Kanuführer als schiffbar vermerkt. Na ja....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hhismanic 23.11.2011, 09:42
2. Artenschutz für Förderprogramme?

Nun also der „Heftige(r) Artenschwund in Europas Gewässern“. 37 Prozent der Süßwasserfische seien in Gefahr, manche gar „vom Aussterben bedroht“. Bei Weichtieren in Flüssen und Seen nennt der Bericht der Weltnaturschutzunion (IUCN) sogar 44 Prozent.
„Dank Schutzprogrammen gebe es aber auch einige positive Entwicklungen“, da liegt es auf der Hand, dass „dringend Erhaltungsmaßnahmen erforderlich“ sind. Nur so ist die Welt zu retten.

Kann es eigentlich auch sein, dass die Natur sich einfach verändert? Immerhin nennen die Beobachter als Gründe für den Rückgang auch das Einschleppen fremder Arten. Wurden im Laufe der Evolution nicht immer irgendwelche Arten von irgendwoher nach irgendwohin „eingeschleppt“? Durch geologische Veränderungen, Überschwemmungen, Wanderungen über Land, Wasser und Luft?

Nachdem ich nun seit Jahrzehnten immer wieder lese, höre und in hübschen Filmbeiträgen vorgeführt bekomme wie schön doch die Natur ist – und das ist sie wirklich – misstraue ich dieser Litanei vom Untergang der Schöpfung. Ich begrüße Schutz- und Förderprogramme, die zum Beispiel Tieren und Pflanzen ihre Ruhezonen lassen. Doch kein von Menschen gemachtes Programm kann es mit der Evolution aufnehmen. Die Dinge verändern sich, und warum sollte das immer schlecht sein? Vielmehr kommt doch der Verdacht auf, dass die IUCN und andere Organisationen einfach auch an ihren eigenen Erhalt denken, und der kostet Geld. Rote Liste hin oder her.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
altebanane 23.11.2011, 09:44
3. Rotwangenalarm

Nachdem mittlerweile in ziemlich jedem europäischen Tümpel nordamerikanische Schmuckschildkröten wohnen und alles kahl fressen, wundert mich diese Nachricht -nicht wirklich-.
In Deutschland und der gesamten EU fehlt ein Konzept, wie mit diesen Tieren umzugehen ist.
Gut, für einige dieser Tiere gibt es seit 15 Jahren ein Importverbot. Hat sich die Lage dadurch gebessert ? Nöh. Nach wie vor gibt es die Möglichkeit, diese Tiere im Zoohandel und in Baumärkten zu erwerben, wo die Beratung manchmal eher zweifelhaft ist, immer wieder sind die Käufer völlig verblüfft, wenn ihnen ihre Schildkröten "plötzlich und unerwartet" über den Kopf wachsen.
Immer wieder werden diese Tiere ausgesetzt. Obwohl das natürlich verboten und strafbewehrt ist.

Ein guter Anfang könnte ein einheitliches Aufklärungsformular in Bezug auf die erstandene Art sein, welches ein Käufer lesen und unterschreiben muss.

Desweiteren sollte mindestens jedes Land eine Anlage vorhalten, wo diese ausgesetzten Tiere artgerecht verwahrt werden können.
Momentan herrscht das schönste Chaos.
Zum Beispiel hat das Land NRW eine Art Auffangstation für geschützte Reptilien, aber man versuche mal, dort eine Wasserschildkröte abzugeben - harhar.

Die paar Reptilienauffangstationen, die es in Deutschland gibt, arbeiten permanent am Rande des Machbaren.

Ein netter Artikel zum Thema :
http://www.klappschildkroete.de/rotw...ildkroete.html

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tommy_tom 23.11.2011, 10:23
4. Wo...

Zitat von Bins
Das Sterben unserer Flüsse und Seen findet im Stillen statt. Wenn der Bachlauf verbaut, gemäht, ausgebaggert wird, verschwinden z.B. die Kleinfischarten, als Folge darauf die größeren Raubfische sowie Eisvogel, Graureiher, Wasseramsel, Kormoran. Das Fatale daran ist, niemand ausser den Fachkundigen merkt sofort davon etwas.
@ Bins
Die Weltmeere werden seit Monaten großzügig atomar von Japan u. durch Ölförderungskatastrophen von USA u. Brasilien verseucht. Die Binnengewässer ganzer Kontinente werden durch Abbau von Rohstoffen nachhaltig verseucht. Das Sterben der Erde hat längst begonnen, und wer es wissen will, weiß es.

Das wirklich Fatale ist, dass mehr Informationen nicht zu mehr Vernunft führen, weil nichts auf der Erde so unbegrenzt ist wie die Dummheit der Menschen.
Es wird nur noch an Geldvermehrung gedacht, statt an ökologische Zusammenhänge und das Überleben der Arten, wozu letzlich auch die Menschheit gehört.
Erst vernichten diejenigen alles, die daran verdienen, ehe sie feststellen, dass man Geld nicht essen kann!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fricklerzzz 23.11.2011, 10:46
5. Durch mangelnde Hege sind die meisten Gewässer leerr

Zitat von sysop
In europäischen Seen und Flüssen schwindet die Artenvielfalt: Viele Fische, Muscheln und Schnecken sind gefährdet.*Umweltverschmutzung, Überfischung*und eingeschleppte Arten bringen sie an den Rand des Aussterbens. Doch auch an Land ist die Lage bedrohlich.
Die Ökoaktivisten haben sich hier durch das Hegeverbot selbst ins Knie geschossen. Kormorane und Fischreiher haben sich sehr vermehrt und ganze Regionen Leergefischt.

Die Fischreiher stellen sich auch in Feuchtgebiete, wo es für sie nur Amphibien, aber keine Fische gibt. Die Reiher räubern auch besonders in Jungfischeständen.

Diejenigen die dem widersprechen lade ich gerne ein sich die Situation hier vor Ort anzusehen, man kann sich den Reihern bis auf wenige Meter nähern, ohne das sie Abhauen, weil sie Bejagung garnicht mehr kennen.

Die Umweltbelastung will ich deswegen nicht kleinreden, aber auch in Regionen die die im Artikel beschriebenen Probleme nicht haben, haben die Fischbestände sehr abgenommen, weil Reiher und Kormorane hierhin ausweichen.

Da diese unbelasteten Regionen sehr wenig Nahrung bieten, (sie sind eben nicht überdüngt) wächst der Fischbestand nur langsam nach. Kommt der Kormoranschwarm früher zurück erholen sich die Bestände niemals.

Also dieses Problem ist teilw. hausgemacht.

Fricklerzzz

Beitrag melden Antworten / Zitieren
festuca 23.11.2011, 11:22
6. Das musste ja kommen.

Zitat von Fricklerzzz
Die Ökoaktivisten haben sich hier durch das Hegeverbot selbst ins Knie geschossen. Kormorane und Fischreiher haben sich sehr vermehrt und ganze Regionen Leergefischt. Die Fischreiher stellen sich auch in Feuchtgebiete, wo es für sie nur Amphibien, aber keine Fische gibt. Die Reiher räubern auch besonders in Jungfischeständen. Diejenigen die dem widersprechen lade ich gerne ein sich die Situation hier vor Ort anzusehen, man kann sich den Reihern bis auf wenige Meter nähern, ohne das sie Abhauen, weil sie Bejagung garnicht mehr kennen. Die Umweltbelastung will ich deswegen nicht kleinreden, aber auch in Regionen die die im Artikel beschriebenen Probleme nicht haben, haben die Fischbestände sehr abgenommen, weil Reiher und Kormorane hierhin ausweichen. Da diese unbelasteten Regionen sehr wenig Nahrung bieten, (sie sind eben nicht überdüngt) wächst der Fischbestand nur langsam nach. Kommt der Kormoranschwarm früher zurück erholen sich die Bestände niemals. Also dieses Problem ist teilw. hausgemacht. Fricklerzzz
Natürlich. Die Kormorane und Reiher samt Naturschützer sind an allem schuld. Sie haben noch den Eisvogel, die Wasseramsel, die verschiedenen Möwen- und Seeschwalbenarten sowie den Fischadler vergessen.
Schließlich gehören die Fische uns.
Petri Heil.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bins 23.11.2011, 11:37
7. Titel des Schutzes

Zitat von Fricklerzzz
Die Ökoaktivisten haben sich hier durch das Hegeverbot selbst ins Knie geschossen. Kormorane und Fischreiher haben sich sehr vermehrt und ganze Regionen Leergefischt.
Auch bei uns in den Höhelagen sind ein großer Teil der Bäche/Flüße bis zu 80% leergeräumt. Dies belegen z.B. die Untersuchungen des Regierungspräsidiums Tübingen eindrücklich.
Der Kormoran ist hier zwar als der Hauptschuldige auszumachen, profitiert aber in erster Linie von unserem naturfernen Gewässerausbau. Ein Fisch, der einen Unterstand hat (Wurzeln, Gumpen, Totholz usw.) ist ungleich schwerer zu erwischen, als in den bolzengeraden Kanälen, zu denen unsere Fließgewässer verkommen sind. Der Kormoran ist da nur noch das Tüpfelchen auf dem i.

Zitat von
Die Fischreiher stellen sich auch in Feuchtgebiete, wo es für sie nur Amphibien, aber keine Fische gibt. Die Reiher räubern auch besonders in Jungfischeständen.
Wir haben, seit die Wasserqualität vor 25 Jahren wieder so weit war, dass Fische angesiedelt werden konnten, wieder Graureiher. Durch jahrelange Elektrokontrollbefischungen konnten wir keinen Einfluß des Graureihers auf die Fischbestände (alle Altersklassen) feststellen. Der Graureiher profitiert auch in dieser Hinsicht von einem starken Gewässerverbau, wo durchaus deutliche Verluste vorkommen können.
Seit wir jedoch unser Gewässer mit Störsteinen, Buhnen, Aufweitungen, Erlen- und Weidenbepflanzungen renaturiert haben, sehen wir ortsansässigen Angler die Anwesenheit des Graureihers entspannt.

Zitat von
Diejenigen die dem widersprechen lade ich gerne ein sich die Situation hier vor Ort anzusehen, man kann sich den Reihern bis auf wenige Meter nähern, ohne das sie Abhauen, weil sie Bejagung garnicht mehr kennen.
Es wäre interssant zu wissen, wie die morphologische Gewässersituation bei Ihnen aussieht. Ist das Gewässer begradigt ? Werden die Ufer gemäht ? Gibt es eine nennenswerte Uferbepflanzung ? Wird die Gewässersohle von "Unrat" "gereinigt" ?

Zitat von
Die Umweltbelastung will ich deswegen nicht kleinreden, aber auch in Regionen die die im Artikel beschriebenen Probleme nicht haben, haben die Fischbestände sehr abgenommen, weil Reiher und Kormorane hierhin ausweichen. Da diese unbelasteten Regionen sehr wenig Nahrung bieten, (sie sind eben nicht überdüngt) wächst der Fischbestand nur langsam nach. Kommt der Kormoranschwarm früher zurück erholen sich die Bestände niemals. Also dieses Problem ist teilw. hausgemacht. Fricklerzzz
An unserem Forellenbach saßen vor wenigen Jahren im Winter mehr als 130 Kormorane. Es war sehr interessant, ihnen bei der Jagd zuzusehen.
Was das für den Fischbestand bedeutete, brauche ich nicht näher auszuführen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
discuss 23.11.2011, 12:56
8. Nun ja.

Zitat von Fricklerzzz
Die Ökoaktivisten haben sich hier durch das Hegeverbot selbst ins Knie geschossen. Kormorane und Fischreiher haben sich sehr vermehrt und ganze Regionen Leergefischt. ... Da diese unbelasteten Regionen sehr wenig Nahrung bieten, (sie sind eben nicht überdüngt) wächst der Fischbestand nur langsam nach. Kommt der Kormoranschwarm früher zurück erholen sich die Bestände niemals. Also dieses Problem ist teilw. hausgemacht. Fricklerzzz
Und wenn sich die Fischbestände nicht erholen, werden die Kormorane wohl verhungern müssen und dann können sich die Fischbestände eben doch wieder erholen, wenn sie nicht zusätzlich noch befischt werden.
Es kommt in der Natur nicht vor, dass ein Jäger seine Beute ausrottet!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fricklerzzz 23.11.2011, 13:14
9. Wieso so empört ?

Zitat von festuca
Natürlich. Die Kormorane und Reiher samt Naturschützer sind an allem schuld. Sie haben noch den Eisvogel, die Wasseramsel, die verschiedenen Möwen- und Seeschwalbenarten sowie den Fischadler vergessen. Schließlich gehören die Fische uns. Petri Heil.
Wenn Sie selbst der nachhaltigen Fischwirtschaft keine Chance geben wollen, sollen wir auf Fisch verzichten ?

Stäbchenfische gibt es nicht.

Da die Natur sich nun mal nicht mehr selbst reguliert muss der Mensch nach meiner Ansicht eingreifen.

Die Öko-Aktivisten maaßen sich an den Überblick über das gesamte Ökosystem zu haben und alles besser zu wissen.

Erreicht haben sie nur, das der Fisch jetzt aus dem Ausland kommt, Hauptsache bei uns läuft alles richtig und ökologisch einwandfrei.

Ich sage:

Keiner kennt die lokalen Zusammenhänge besser als derjenige der ein Gewässer bewirtschaftet. Daher müssen alle beteiligten gemeinsam eine Lösung finden.

Leute die in Ihrer Art und Weise argumentieren (es gibt nur eine richtige Einschätzung) kommen meist nicht weit.

Menschen und Tiere sind eben Nahrungskonkurrenten, das ändern auch Sie nicht.

Nur weil Sie nicht sehen, welchen Tieren sie das Futter wegnehmen, wenn sie Ihr Grünkernbrot essen, ist das für Sie selber auch nicht anders.

Wir sind einfach zu viele Menschen, darum wirds für alle anderen Lebewesen Knapp, wollen sie deswegen jetzt die Zwangskastration aller Männer nach dem zweiten gezeugten Kind welweit erzwingen ?

Fricklerzzz

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4