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Rückkehr zum kommerziellen Fang: Warum Japan jetzt wieder Wale jagt
Issei Kato/ REUTERS

Nach mehr als 30 Jahren und nimmt Japan den kommerziellen Walfang wieder auf. Warum gerade jetzt und welche Folgen hat das? Wichtige Antworten im Überblick.

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fatal.justice 01.07.2019, 14:24
30. Das...

Zitat von Emanzipation
Ich bin absolut gegen jeden Walfang! Aber dann seien wir bitte konsequent und verbieten alle (Herbst-)Jagden, vor allem auch hier in Europa. Dem ganzen Halali zur Gaudi einiger selbsternannter Grosswildjäger (in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien usw) gehörte der Hahn zugedreht wie dem Walfang. Sonst brauchen wir hier nicht besserwisserisch mit dem Finger zu zeigen. Da ist sowieso einiges an Heuchelei auch bei uns mit unseren Essgewohnheiten (Schlachtviehhaltung, -transport, Thunfischausbeute, Schredden von Küken...). Räumen wir doch erst mal bei uns daheim auf, bevor wir den Japanern Lektionen erteilen!
.. ist richtig. Es mag zwar pervers klingen, aber die insdustrielle Nutztierhaltung ist schon noch etwas anderes, als der Raubbau an wild lebendem Getier. So richtig wohlfühlen kann man sich damit nicht. Die ethische Frage, wo das Umdieeckebringen zum Verzehr seine natürlichen Grenzen findet, ist immer gegeben. An dieser Stelle sollte oder müsste die Frage nach der Notwendigkeit gestellt werden. Aus meiner Sicht ist es nicht notwendig, auf Grund ernährungstechnischer Erwägungen, wild lebende und an Population relativ arme Geschöpfe dem Erd- oder Meeresboden gleichzumachen. Erst Recht nicht, wenn das lukullische Endprodukt als luxuriöses Schmankerl angepriesen wird. Auf Island oder den Färöern diente der Wal noch als Grundnahrungsmittel - das ist in Japan ganz sicher nicht mehr der Fall.

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markus_wienken 01.07.2019, 14:28
31.

Zitat von Mertrager
Mir erscheint es fraglich, ob es klug ist, die Mehrheit seiner Kunden wegen dieser Sache vor den Kopf zu stoßen. Ich denke, das wird kein gutes Geschäft. Das wird ein Minus-Geschäft..
Die Mehrheit der Käufer von japanischen Produkten (so wie auch ich) wird sich von dem Walfang nicht sonderlich beeindrucken lassen und sicherlich nicht an den Kauf anderer Produkte denken.
Die paar handvoll (extremen, oder enthusiastischen?) Naturschützer und Empörten hier im Forum fallen da nicht wirklich ins Gewicht.

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frazis 01.07.2019, 14:30
32. So lange die Japaner

kommerziellen Walfang machen, so lange sollte man auch überlegen, ob man wirklich ein japanisches Auto fahren sollte. Es gibt doch noch so viele andere, die nicht schlechter sind.

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erst_nachdenken 01.07.2019, 14:52
33. Sehe ich ähnlich.

Zitat von fahrgast07
Mich ärgert diese Heuchelei. Wir fischen die Meere leer, wollen alles billig, egal was der Umwelt passiert. Aber immer auf die "bösen Japaner" zeigen? Die Zwergwale sind überhaupt nicht gefährdet! Beifang tötet viel mehr Wale (da kursieren Zahlen von 300.000 pro Jahr!). Schauen wir auf den Balken im eigenen Auge, statt auf den Splitter im Auge Japans.
Ich verstehe diese hyperallergischen Reaktionen auf das Thema Walfang schlichtweg nicht. Die Norweger beispielsweise bleiben seit Jahren unter der zugewiesenen Fangquote und jagen den laut IUCN ungefährdeten Zwergwal. Wenn sich dann die Japaner hoffentlich an die vorgegebenen Fangquoten halten, sehe ich kein grösseres Problem als bei der Schweinemast - eher weniger, denn Wale erzeugen keine Gülle-Problem. Nur: Die Wale haben bis zum Abschuss ein "freies" Leben, das Schwein in der Regel nicht. Aus dem selben Grund ziehe ich in der entsprechenden Saison gerne Wildfleisch vom Jäger unseres Vertrauens vor. Ausserdem weiss man vom Schwein auch um seine Intelligenz etc., ähnlich wie beim Wal. Aber wieviel Fleisch gewinne ich beim Fang eines Wales und wieviel Schweine müsste ich schlachten, um auf die selbe Menge zu kommen?

Ein gut zubereitetes Walsteak (z.B. mit Ofengemüse und an kräftiger Sauce serviert) kann ich übrigens nur empfehlen. Zum Beispiel auf den Lofoten finden sich ein paar gute Restaurants hierfür. Aber besser nicht zu oft geniessen, da das Fleisch wohl mit Schwermetallen und anderen vom Menschen verbreiteten Giftstoffen belastet sein kann.

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naklar261 01.07.2019, 14:54
34. Kein Problem

Nächste Jahr sind ja in Tokyo die Olympischen Spiele. Perfekte Gelegenheit um dieses Thema anzusprechen.

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Echolog 01.07.2019, 15:36
35. Traditionen begründen grundsätzlich nicht

verwerfliche Dinge zu rechtfertigen. Ganz besonders beim Thema Walfang nicht, wo man überhaupt nicht mit Tradition argumentieren kann. Wir alle wissen, wie es um die Wale steht.

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bert1966 02.07.2019, 09:15
36.

Zitat von hanka-matho
Man könnte sogar ergänzen, dass die Differenz 5000- 2000 = 3000t höchstwahrscheinlich dem Anteil der nicht wissenschaftlich "benötigten" Wale entspricht. Also bereits vorher zum Verkauf getöteter Tiere unter Umgehung der Regularien.
Man muss sogar ergänzen, dass es nie "wissenschaftlich benötigte Wale" gab. Diese Art von Pseudowissenschaft war immer nur ein Deckmäntelchen für kommerziellen (wenn auch ein wenig limitierten) Walfang.

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marc-julien 05.07.2019, 16:40
37. Sentimentaler Blödsinn

Die Diskussion in Deutschland zum Thema Walfang ist m.E. größtenteils sentimentaler Blödsinn. Die Walarten, die von Japan bejagt werden, gehören im Allgemeinen eben NICHT zu den gefährdeten Arten, zumal werden regelmäßig recht geringe Mengen gejagt. Das Argument, man müsse bedrohte Tierarten schützen, zieht also nicht wirklich. Was bleibt, ist eine naive, sentimentale "Irgendwie-Zuneigung" zu diesen Tieren, die viele Menschen im Westen aus welchem Grund auch immer pflegen, und vor deren Hintergrund die japanische Waljagd pauschal verurteilt wird. Für die meisten Japaner ist dies aber im wesentlichen nichts anderes als unser Konsum von Schweine-, Rinder-, Hühnerfleisch etc. Das einzige, was sicher diskutiert werden kann, ist die technische Schwierigkeit, solch große Tiere möglichst rasch und damit schmerzfrei zu erlegen, und damit verbunden die unbestreitbare Grausamkeit der Tötung. Allerdings sollte man sich dann auch besser viele deutsche Schlachthäuser nicht genauer ansehen...

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spdf 05.07.2019, 21:48
38. re

Zitat von traumglauben
Japan war noch nie an Umweltschutz interessiert, Man denke nur an den Quecksilber-Skandal in Minamata, ganz zu schweigen von Fukoshima, wo nach wie vor das Meer mit kontaminiertem Wasser verseucht wird. Aber dass jetzt die Nachfrage nach gefährdeten Tieren geschürt werden soll, indem man sie abschlachtet ist schlicht pervers. Ja, Japan gehört boykottiert
Keine Ahnung von was sie reden. Nach dem Minamata Skandal war Japan Vorreiter in der Verbannung von Quecksilber aus der Produktion von Natronlauge. Die Industrie dort ist seit langem komplett auf das Membran Verfahren umgestiegen. Europa hinkt da weit hinterher.

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Hans58 06.07.2019, 17:18
39.

Zitat von naklar261
Nächste Jahr sind ja in Tokyo die Olympischen Spiele. Perfekte Gelegenheit um dieses Thema anzusprechen.
Dann lernen Sie schnell japanisch, weil das in den meisten Fällen die einzige Sprache ist, die sie verstehen.

Glauben Sie in der Tat, dass irgend ein Besucher, Funktionär oder Sportler sich dieses Themas annimmt?

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