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Sachsen: Wölfe reißen Schafe auf gesicherter Weide
DPA

Eigentlich war die Schafherde in Sachsen durch einen Elektronzaun gesichert - doch offenbar ist sie trotzdem von Wölfen attackiert worden. Nun sind 19 Tiere tot. Verteufeln sollte man den Wolf dennoch nicht.

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zweifler001 27.08.2015, 21:37
100. Erstaunlich!

Es gibt in Deutschland ca. 30 Wolfsrudel aber Hunderte wenn nicht Tausende von Wolfsexperten. Deren Logik ist ganz einfach: Da sie noch nie gesehen haben, daß ein Wolf einen Menschen angreift, ist ganz klar, daß er das auch in Zukunft nicht tun wird. Unter Naturwissenschaftlern nennt man das Induktion. Nur kennen diese ihre Grenzen.

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aleman61 27.08.2015, 21:42
101. dann bitte auch

Zitat von ironcock_mcsteele
Wir brauchen keine wilden Tiere in Deutschland, weder für das biologische Gleichgewicht noch für die Befriedigung waldromantischer Gefühle. Die Raubtiere verlieren immer mehr die Scheu vor den Menschen und werden irgendwann ein Kind anfallen. Daher bitte: das Tier wieder ausrotten.
alle großen Hunde ausrotten, da diese für wesentlich mehr Todesfälle verantwortlich sind als alle Wölfe zusammen.

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oxymoron!!! 27.08.2015, 21:47
102. wie viele Làmmer isst der Mensch...

pro Jahr? Verlangen von Indern, Russen, Afrikanern und Südamerikanern den Tiger, den Löwen, den Jaguar und andere Grossraubkatzen zu schützen und jammern wenn der erste Wolf durch den Wald pirscht...und dann die armen Jäger die jedes Jahr tausende von Stück Rotwild nicht mehr schiessen können, da der Wolf und Luchs mittlerweile wieder heimisch werden....mir kommen die Tränen

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Celegorm 27.08.2015, 21:48
103.

Zitat von zweifler001
Es gibt in Deutschland ca. 30 Wolfsrudel aber Hunderte wenn nicht Tausende von Wolfsexperten. Deren Logik ist ganz einfach: Da sie noch nie gesehen haben, daß ein Wolf einen Menschen angreift, ist ganz klar, daß er das auch in Zukunft nicht tun wird.
Es ist ja nicht so, dass Wölfe rätselhafte, frisch angekommene Aliens wären, mit denen wir keinerlei Erfahrung haben. Es besteht vielmehr ein reicher Erfahrungsschatz mit den verschiedenen Populationen über Jahrhunderte und quasi die gesamte nördliche Hemisphäre.

Und daraus lassen sich durchaus ein paar Rückschlüsse zu der Gefährlichkeit ziehen und eine Risikoabschätzung erstellen. Dieses ist zwar nicht inexistent, aber letztlich überaus gering. Insofern: Natürlich kann man nicht ausschliessen, dass es zu einem Unfall mit Wolfsbeteiligung kommen kann. Das kann man nie bei wilden Tieren, nicht einmal bei Haus- und Nutztieren. Immerhin kommt es ständig zu Zwischenfällen mit Hunden, gelegentlich gar mit Todesfolge, ähnlich sieht es etwa bei Kühen aus. Letztlich bestehen zum Teil massive Risiken in jedem Moment des Lebens, erst recht z.B. im Strassenverkehr. Aber bei Wölfen soll ein hypothetisches, minimales Risiko plötzlich zu einem Killerkriterium werden? Das ist und bleibt ziemlich absurd..

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taglöhner 27.08.2015, 22:05
104. Der Wolf...

Zitat von fmtz°
Der beste Kommentar hier, vielen Dank! Der Wolf scheint für viele einen besonderen Symbolwert zu haben, den ich nicht nachvollziehen kann.
..und übrigens auch der allmählich wiederkehrende Luchs ist ein Symptom einer Deregulierung erstens durch den Fall des eisernen Vorhangs, der auch für Wildtiere eine tödliche Barriere war und zweitens durch einen gewissen Generationswechsel in der Jägerschaft, der den schon seit langem illegalen Abschuss aus den eigenen Reihen zunehmend erschwert und ächtet.

In der Tat hat die spektakuläre Erscheinung eines großen Raubtieres in unserer vermeintlich von Nichtsnutzen ausgeräumten Umwelt Symbolcharakter. Nämlich den, ob eine aufgeklärte Gesellschaft in der Lage ist, mit von irrationalen Ängsten besetzten Tierarten wieder zusammenzuleben, die in der Vergangenheit als Nahrungskonkurrenten empfunden wurden, was sie aber längst nicht mehr sind.

Man setzt sich oft lieber gemütlich hinter seine Thuja-Hecke und zwischen Kirschlorbeer auf seinen Mono-Rasen und genießt das Grün, das ökologisch gesehen Beton gleichkommt, und empört sich über die Elfenbeinwilderer in der Serengeti.

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hummelhirte 27.08.2015, 22:19
105.

In Sachsen gibt es schon länger einen Anspruch auf Entschädigung für durch Wölfe entstandenen Verlust. Und nein, hierfür wird keine Versicherung benötigt. Für den Viehzüchter also kein Beinbruch. Wenn Jäger ihre Abschussquoten mal etwas reduzieren würden, dann könnten sich die Wölfe durch andere Wildtiere ernähren. Aber nein, der Mensch glaubt, alles regulieren zu müssen und macht es dabei nur schlimmer.

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david_2010 27.08.2015, 22:19
106. Elektrozäunchen

Gesichert mit einem Zäunchen. Wie süß.

Entweder Herdenschutzhunde oder man kanns gleich lassen.

Und immer diese Angst vorm "bösen Wolf". Wer lässt seine Kinder bitte alleine im Wald spielen ? Niemand. Also - Problem erkannt, Problem gebannt.

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david_2010 27.08.2015, 22:27
107. Bienen, Füchse, Rehe weit gefährlicher

Zitat von Holledauer
Ich betrachte mich als Realisten, der durchaus an der Natur und deren Wildtiere interessiert ist. Wozu wir allerdings Wölfe in Deutschland haben müssen, das hat mir noch niemand schlüssig erklären können. Der Wolf ist nicht vom Aussterben bedroht, es gibt sie noch in Massen in Noreuropa und besonders in Sibirien. Auch für die Erhaltung des natürlichen Gleigewichtes ist der Wolf in Mitteleuropa entbehrlich. Ich habe heute früh einen Fuchs gesehen. Der sorgt schon dafür, dass sich in unserer Monokulturlandschaft Mäuse und andere Kleinnager, die durchaus Schaden anrichten können, nicht zu sehr vermehren. Und Füchse reißen keine Schafe und Rehe aus reiner Tötungslust, wozu Wölfe durchaus fähig sind.
Der Mensch ist dumm.

Füchse verbreiten den tödlichen Fuchsbandwurm. Die Gefahr durch einen Fuchsbandwurm ums Leben zu kommen ist deutlich größer, als durch einen Wolf.

Auch Bienen und Hirsche töten mehr Menschen.

Trotzdem schreit hier keiner, man solle Füchse, Rehe oder Bienen abknallen.

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micnolde 27.08.2015, 22:28
108. Leer ...

Im Vercor (Frankreich) mache in öfters Urlaub und dort sind Wölfe schon etwas länger angesiedelt. Manches Mal fühlt man sich so ganz alleine in der weiten, unbelassenen Natur komisch, aber ... Überraschung ... es dürfen nach dem bisherig herrschenden Jagdverbot nun doch einzelne Wölfe geschossen werden. Und zwar weil sie dem Menschen in den Dörfern zu sehr auf die Pelle rücken. So konnte man vor ein oder zwei Jahren in der Zeitung lesen, dass ein Wolf in Lans en Vercors ein Reh im Vorgarten gerissen hatte, mitten im Dorf! Ob das ein Naturschützer war, der den Wolf beim Reissen des Reh auf dem Schnee beobachtet hat?

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david_2010 27.08.2015, 22:30
109.

Zitat von neanderspezi
Ein Elektrozaun, der auf Wölfe keine Schockwirkung mehr ausübt, steht entweder nicht mehr unter Spannung weil der Akku lehr ist, zeigt eine bedeutende Lücke oder hat aus anderen Gründen seine Funktion eingebüßt. Vermutlich wird kein Wolf freiwillig einen intakten Elektrozaun zu überwinden versuchen, um Schafe reißen zu können und wenn zwei Schafe fehlen sollten, so müssen die Wölfe sogar mit der Beute den Elektrozaun überwunden haben, was die ganze Geschichte neben dem für Wölfe ungewöhnlichen Schafmassaker, das sie angerichtet haben sollen, recht auffällig werden lässt. Normalerweise sollte eine solche Begebenheit von einem Kenner für das Verhalten von Wölfen vom Naturschutzbund genauer untersucht werden, der auch bereit sein sollte, sich um auffällige Spuren zu kümmern. Außerdem sollte es einem erfahrenen Kenner der Materie möglich sein, diese Attacke einem bestimmten Wolfsrudel mit Aufenthalt in der weiteren Umgebung und möglicherweise drei Monate alten Welpen zuordnen zu können, wenn sich nicht letztendlich streunende Hunde dafür verantwortlich zeigen sollten.
Nicht mal Grizzly-Bären überwinden funktionsfähige Elektrozäune.

Elektrozäune werden in Nordamerika erfolgreich eingesetzt, um Bären von den Zelten fern zu halten.

Entweder haben sich die Wölfe drunter durch gegraben oder der Zaun war ein totaler Witz.

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