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Schätzung für 2018: Deutschlands CO2-Emissionen sinken - aber nicht nachhaltig
DPA

Auf den ersten Blick sieht das gut aus: Einer Schätzung zufolge sind die deutschen Treibhausgasemissionen im Jahr 2018 um 5,7 Prozent gefallen. Das hat aber wohl wenig mit erfolgreichem Klimaschutz zu tun.

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tinnytim 08.01.2019, 15:00
100.

Zitat von christian-h
1) Das ist leider falsch. Die letzten Dunkelflauten haben gezeigt das das System ziemlich an der Grenze ist und nur durch ausländische Kraftwerksleistung noch gestützt werden konnte. Da unsere Nachbarn aber auch gerne umstellen wollen, werden auch da regelbare Kraftwerksleistung fehlen, so das dann eine Unterstützung anderer Länder schwierig wird. https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article181267192/Keine-Versorgungssicherheit-Ganz-Europa-geht-der-Strom-aus.html 2) Die Kraftwerke würden mit höherer Effizienz laufen, wenn volatile EE Einspeiser diese nicht behindern würden. Desweiteren brauchen Sie Kraftwerke die in der Lage sind Leistung bei Bedarf zu erhöhen oder zu senken, da der Strombedarf nicht konstant ist.
1. Sie meinen, die letzte Dunkelflaute im Januar 2017 für zwei Tage, als noch immer 12 GW Leistung Gaskraftwerke nicht am Netz waren und weder die Braunkohle-Sicherheitsbereitschaft von 2,7 GW noch die abwerfbaren Lasten von 2,4 GW in Anspruch genommen worden sind, die wir über unsere Stromrechnungen vorhalten? Man war das knapp!
2. Hä? Wenn hier jemand dafür verantwortlich ist, dass alle Pumpspeicher zur Zeit defizitär laufen, dann sind das jawohl die Braunkohlekraftwerke, die günstiger dreckigsten Strom erzeugen können, als Pumpspeicher mit 90% Wirkungsgrad vorhalten können (Kostem 4-6 Ct/KWh und Stunde bei Speicherzeiten unter 10 Stunden)

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Indiana.Jones 08.01.2019, 15:00
101. Stimmt

Zitat von radlrambo
schon mal was davon gehört? Die läuft elektrisch oder mit Gas, in der Regel aber elektrisch.
Die hatte ich nicht mit "elektrisch heizen" in Verbindung gebracht.

Ändert aber nichts an meiner Aussage, dass elektrisch wenig geheizt wird. 75% mit Strom und Gas, der Rest dann andere. Nach dieser Quelle hier werden nur ca. 2% der Haushalte über Solarthermie oder Erdwärme geheizt: https://www.thermondo.de/info/waermewende/studien/thermondo-heizstudie/

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johnny_b 08.01.2019, 15:02
102.

Zitat von christian-h
1) Das ist einfach falsch. Schauen Sie sich die Einspeisekurven aus den Kohlekraftwerken an. Sie werden feststellen, das das keine waagerechte Linie ist. Steinkohlekraftwerke sind Mittellastkraftwerke und werden je nach Bedarf eben auch geregelt. Das Gleiche könnten Sie auch mit Braunkohlekraftwerken machen, aber dafür ist deren Stromerzeugungskosten zu niedrig um diese zu regeln. Macht einfach ....
(Einige moderne) Kohlekraftwerke können vielleicht die durchschnittliche Lastfolge auf Stundensicht abbilden, aber nicht minuten- oder sekundengenau. Sie sind nicht bedarfsgeregelt, daher sind sie auch nicht bedarfsgerecht. Es werden auch hier eben noch Spitzenlastkraftwerke zum Ausgleich von Schwankungen benötigt.
Bedarfsgerecht sind Kraftwerke nur dann wirklich, wenn sie auch in einem isolierten Inselbetrieb funktionieren würden. Ich kann zwar den Bedarf relativ genau anhand von Lastprofilen vorhersagen, aber es gibt dann doch immer noch Abweichungen mit schnellen Lastspitzen, da eben nicht jeder Verbraucher jeden Tag exakt das gleiche Profil hat. Das abzudecken können Kohlekraftwerke nicht leisten, da eben 2%/h Laständerung dafür nicht ausreichen und auch die Mindestlast von 40-50% zu hoch ist. Das funktioniert dann eben nur in einem großen Verbund und mit zusätzlichen Spitzenlastkraftwerken.

Ich stelle mich ja auch nicht hin und behaupte Solarenergie wäre bedarfsgerecht - auch wenn Sie in der Regel dann am meisten anfällt, wenn sie auch am meisten benötigt wird - mittags.
Was sie im Übrigen ja selbst gesagt haben: Wenn Kohlekraftwerke stark moduliert werden, werden sie sehr schnell unwirtschaftlich. Auch hat das in der Regel negative Auswirkungen auf den Wirkungsgrad und die Lebensdauer. Also selbst wenn sie theoretisch bedarfsnah gefahren werden könnten, so wäre dies weder wirtschaftlich noch sinnvoll.

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Freier.Buerger 08.01.2019, 15:02
103. dezentraler Zufallsstrom vs. Grundlast

Zitat von misterknowitall2
Darum geht es heute nicht mehr. Es geht darum den Bedarf zu decken. Und das am besten mit dezentraler Erzeugung. Grundlast ist von Gestern, verträgt sich nicht mit der zukünftigen Stromerzeugung.
Sie sitzen vielleicht gerade mit einem Macbook vor einem fair gehandelten Latte. Aber bei Grundlast geht es nicht um private Verbraucher oder die Kaffeemaschine Ihres Lieblingscafes.
Auch zu diesem sind Sie vielleicht mit einer Straßenbahn gefahren und das Haus wurde mit Zement und Stahlträgern gebaut...
Um Straßenbahnen, Zement, Stahl, die zugehörigen Bau- und Werkzeugmaschinen, Halbleiter, Medizingeräte und, und, und herzustellen gibt es Industrie.
Wenn wir industriellen Großverbrauchern keine keine stabile 24/7 Stromversorgung sicherstellen können, dann werden diese Dinge eben woanders hergestellt, nämlich dort, wo der Hochofen auch bei Dunkelflaute betrieben werden kann.

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christian-h 08.01.2019, 15:03
104. Angabe

Zitat von theodtiger
1)Natürlich klappt die Umstellung auf Erneuerbare Energien nur im Netzverbund und zwar umso besser, je weiter der Verbund ist. 2)Solarstrom fällt genau dann am meisten an, wenn er am meisten gebraucht wird und zwar gegen die Mittagzeit, ...
1) Diese These gibt es zwar immer wieder, bleibt aber noch immer falsch wie die Realität darlegt.
Denn zum einen sind Wetterlagen und Tageszeiten großräumig und zum anderen ist auch der Strombedarf ähnlich.
Wenn Sie Ihr System verwirklichen wollen müssen Sie die EE Kapazitäten in jedem Land enorm erhöhen um um Ausgleichsfall auch Kapazitäten übrig zu haben.

https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article181267192/Keine-Versorgungssicherheit-Ganz-Europa-geht-der-Strom-aus.html

...Auch immer mehr Windräder und Solarparks helfen in solchen Situationen nicht weiter, betont BDEW-Chef Kapferer: „Die für Wind und Fotovoltaik entscheidenden Großwetterlagen führen in Zentraleuropa zu einer mehr oder weniger deutlichen Gleichzeitigkeit von Erzeugungsmangel oder Überflusssituationen.“ Erneuerbare Energien trügen „nur in geringem Umfang zur gesicherten Leistung bei“. ...

2) Schauen Sie sich die Lastkurven an. i.d.R.gibt es 3 Lastspitzen, morgens zwischen 6-8, Mittags zwischen 11-13 und abends zwischen 18-20 Uhr.
Nur weil Sie mit PV die Mittagslastspitze bedienen können brauchen Sie trotzdem noch Kraftwerksleistung für die Spitze am Morgen und am Abend.
Aktuell liegt die Tagesspitze am Abend (18 Uhr).

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soulbrother 08.01.2019, 15:19
105.

Zitat von gerd0210
Das ist doch alles bekannt, weshalb ja die Verbrennungstechnik reduziert wird. Es ist doch aber müßig, jedesmal zu sagen, dass wir bei genügend Solarzellen 100 des Strombedarfs decken können, nur eben nicht wenn es dunkel ist. Dann sind es Null %. Das gleiche gilt auch für Windkraft. Selbst wenn.....
Die Aussage des Foristen war allerdings, dass es keinen Mehrwert habe den Brennstoff einzusparen, was eine recht merkwürdige Einschätzung ist. Ihre Aussage, dass WKA und PV immer 100% des Bedarfs decken sollten, ist ähnlich merkwürdig. Ein Schritt nach dem anderen.

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Fuscipes 08.01.2019, 15:20
106.

Zitat von christian-h
1) Diese These gibt es zwar immer wieder, bleibt aber noch immer falsch wie die Realität darlegt. Denn zum einen sind Wetterlagen und Tageszeiten großräumig und zum anderen ist auch der Strombedarf ähnlich. Wenn Sie Ihr System verwirklichen wollen müssen Sie die EE Kapazitäten in jedem Land enorm erhöhen um um Ausgleichsfall auch Kapazitäten übrig ......
Gerade solche Lastspitzen ließen sich doch mit Akkus prima schließen, da Sie so schön regelmäßig sind.

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KarlKastor 08.01.2019, 15:22
107.

Zitat von tinnytim
1. Sie meinen, die letzte Dunkelflaute im Januar 2017 für zwei Tage, als noch immer 12 GW Leistung Gaskraftwerke nicht am Netz waren und weder die Braunkohle-Sicherheitsbereitschaft von 2,7 GW noch die abwerfbaren Lasten von 2,4 GW in Anspruch genommen worden sind, die wir über unsere ....
zu1: Ja super und wieviel Strom haben wir in dieser Zeit importiert? Es bringt der Erde rein gar nichts wenn wir keine Emissionen haben, dafür unsere Nachbarn. Wenn ganz Europa regenrativ arbeiten will, wer fängt das auf? Tag/Nacht ist überall gleich. Großwetterlagen bestimmen die Kapazität der EE über Großteile Europas gleichermaßen.
Sagen sie doch konkret wie das abgefangen wird, wenn nicht durch fossile Energieträger.

zu2:
Was hä? Einfach mal nachdenken. Die Kraftwerke laufen nicht auf Vollast, da EE Vorrang haben. Dadurch laufen die öfters nicht mit optimalen Wirkungsgrad. GuD werden oft komplett abgestellt und stehen dumm rum.
Pumpspeicher, genauso wie GuD und erst recht Gasturbinen laufen defizitär, weil die Politik versagt. Auf dem offenen Markt können diese Technologien nicht bestehen, sind aber wichtige Bestandteile der Energiewende.

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Indiana.Jones 08.01.2019, 15:24
108. Gewerbliche Produktion

Zitat von theodtiger
Solarstrom fällt genau dann am meisten an, wenn er am meisten gebraucht wird und zwar gegen die Mittagzeit, wo gekocht wird und die energieintensive Bürotätigkeit (IT) und die industrielle Produktion ihren Höhepunkt haben.
Zumindest die Behauptung zur industriellen Produktion glaube ich nicht.
Wenn ich den Auskünften des UBA Glauben schenken darf, dann gehen ca. 66% auf das Konto des Primärenergieverbrauches für "Energie und Dienstleistungen der Energieversorgung" sowie des verarbeitenden Gewerbes. Das sind Bereiche - Dienstleistungen mal ausgenommen -, die idR 24/7 arbeiten. https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-wirtschaft/industrie/branchenabhaengiger-energieverbrauch-des#textpart-2

Für alle anderen Tageszeiten oder bewölkte Tage benötigen Sie grundlastfähige Stromproduzenten. Dazu zählt Solarstrom nicht.

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christian-h 08.01.2019, 15:30
109. Angabe

Zitat von soulbrother
Welchem Mehrwert hat es wohl, wenn wir tausende Tonnen an Kohleverbrennung einsparen und den Strom mit PV und WKA erzeugen?
Den Mehrwert von Kohle werden Sie erkennen wenn die Lichter aus gehen weil die Sonne und der Wind zu wenig Leistung einspeisen wie benötigt wird.
Ein längerer Blackout dürfte ziemlich große Auswirkungen haben.
Schon heute haben wir über 100GW an PV+WK installiert und trotzdem liegt die kombinierte Minimaleinspeisung nur bei wenigen 100MW.

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