Forum: Wissenschaft
Schätzung für 2018: Deutschlands CO2-Emissionen sinken - aber nicht nachhaltig
DPA

Auf den ersten Blick sieht das gut aus: Einer Schätzung zufolge sind die deutschen Treibhausgasemissionen im Jahr 2018 um 5,7 Prozent gefallen. Das hat aber wohl wenig mit erfolgreichem Klimaschutz zu tun.

Seite 14 von 18
karl-felix 08.01.2019, 16:34
130. Na,ja

Zitat von Freier.Buerger
...aber doch nur weil die vorhandenen konventionellen Kraftwerke auch heute früh um 7:00 ausgereicht haben 60GW Leistung zur Verfügung zu stellen. Alle Formen der EE zusammen lieferten gerade 15 der benötigten 70GW.
lt. Agora - Meter ca. 27 GW On-shore, 3 GW- offshore zuzüglich zu Wasser und Biomasse. Ihre 60 GW war der Gesamtverbrauch um diese Uhrzeit . Heute sind über 70% des durchschnittlichen Tagesverbrauches allein an Windstrom im Netz . Funktioniert .
Alle Formen der EE lieferten ca. 40 GW der benötigten 60 GW .
Starkwindzeit halt . Da haben Sie sich nur um ein paar Hundert Prozent verschätzt .

Beitrag melden
KarlKastor 08.01.2019, 16:36
131.

Zitat von Fuscipes
Wind-, Sonne-, Wasser- Kraft plus elektrische Speicher grundlastfähig ausbauen das sollte gehen, Erdgas, Wasserstoff und Biogas als Redundanz, damüßen wir hin und das geht allemal.
Wie groß soll der elektrische Speicher sein? Bitte mal ausrechnen.

Beitrag melden
christian-h 08.01.2019, 16:39
132. Angabe

Zitat von Fuscipes
Gerade solche Lastspitzen ließen sich doch mit Akkus prima schließen, da Sie so schön regelmäßig sind.
Das ist der Punkt. Es kommt weniger auf die räumliche Vernetzung wie auf Speicher an, nur diese kosten eben Geld. Das ist ja das Hauptproblem.
Es ist schlicht teurer ein Kohlekraftwerk durch PV+WK+Speicher zu ersetzen. Zudem brauchen Sie Tag/Nachtspeicher (Akku) und saisonale Speicher (EE-Gas + BHKW oder Gaskraftwerk).

Beitrag melden
Fuscipes 08.01.2019, 16:44
133.

Zitat von KarlKastor
Nein, tut es nicht. Akkus in der Kapazität sind unmöglich. Akkus sind gut für sehr kurz Lastspitzen im Sekunden- Minutenbereich, da Auf- und Entladen sehr schnell gehen. Preis und Kapazität sprechen gegen die Nutzung als langfristigen Speicher. Rechnen sie mal aus, wieviel Tonnen Akku sie benötigen würden... Redoxflobatterien und thermische Stromspeicher noch hinein in den Stundenbereich, womit man dann Tagesspitzen abdecken könnte. Aber auch diese sind nicht in den Dimensionen möglich. Aber selbst kurze Dunkelflauten kann man damit nicht abdecken. Dafür braucht man große Mengen Pumpspeicher oder Druckluftspeicher letztere aber auch eher für kurze Zeitspannen. Erstere sind wir stark limitiert, da der Platzbedarf enorm ist. Letztere sind teuer und haben nur einen mäßigen Wirkungsgrad. Power to Gas ist die einzige Technik die im großen Maßstab problemlos machbar ist und auch technisch ausgereift ist. Der Wirkungsgrad ist leider nur bei 30-45% je nach Anlagentyp und Gas (H2, CH4).
Redoxflowbatterien von mir aus, den Unterschied zwischen Batterie und Akku kapiere ich sowieso nicht Hautsache wiederaufladbar, und für den genannten Zweck benötigt es stationäre Stromspeicher, langlebig, preisgünstig usw..
Für die Gasherstellung, Wasserstoff oder Methan, kann man den Sommer und Herbst nutzen, wenn man über die entsprechenden Stromkapazitäten verfügt und der Abbau erfolgt wenn es benötigt wird.

Beitrag melden
christian-h 08.01.2019, 16:45
134. Angabe

Zitat von Fuscipes
Wind-, Sonne-, Wasser- Kraft plus elektrische Speicher grundlastfähig ausbauen das sollte gehen, Erdgas, Wasserstoff und Biogas als Redundanz, damüßen wir hin und das geht allemal.
Selbstverständlich geht das, habe ich auch schon des öfteren geschrieben. Sie müssen nur noch jemanden finden der für die kWh Strom 1-2 Euro bezahlen will/kann.
Das ist doch das Hauptproblem. Die Techniken sind alle vorhanden.

Beitrag melden
soulbrother 08.01.2019, 16:48
135.

Zitat von Freier.Buerger
...Da die rentablen Windstandorte weitestgehend belegt sind, brauchen wir zum Ende der AKW und KKW entweder die 10- eher 20fache Menge an Windrädern oder neue Ideen. Ich bin für letzteres. ...
An vielen Standorten stehen allerdings uralte Mühlen mit wenig Leistung, wenn man die durch aktuelle Modelle ersetzt hat man schonmal ein Vielfaches der installierten Leistung.

So viele neue Ideen braucht es gar nicht, denn alle nötigen Techniken sind vorhanden. Im Netzverbund gleicht sich die EE-Einspeisung aus, je größer das Netzgebiet desto mehr Glättung der Einspeisung. Ab 3000 km ist die Windkraft vollkommen unkorreliert, nur mal als Beispiel.
Unsere fossilen Brennstoffe beziehen wir per Pipeline und Tankschiffen aus über 5000 km Enffernung. Steinkohle aus noch viel weiter entlegenen Regionen. Zeit den Irrsinn zu beenden.

Je stärker das Stromnetz und je mehr EE installiert sind, desto mehr fliegen die fossilen Kraftwerke aus dem Markt, überall dort wo die Leitungen den EE-Strom transportieren können.

Beitrag melden
KarlKastor 08.01.2019, 16:49
136.

Zitat von tinnytim
1. Auch der Import-Saldo war nur minimal positiv. https://energy-charts.de/power_de.htm?source=all-sources&year=2017&week=4 Dass wir knapp am Blackout vorbei gerauscht sind, ist eine pure Lobby-Lüge, auch wenn sie noch so oft von Seiten der Springer- und Burda-Presse wiederholt wird. 2. Es stimmt zwar, dass fast alle Kraftwerkstypen Wirkungsgradverlustr abseits des festgelegten Arbeitspunktes aufweisen, allerdings war das nicht mein Punkt. Der war eher, dass unsere Grundlastkraftwerke mehr Grundlast liefern, als wir sie eigentlich brauchen und dadurch saubere Kraftwerkstypen, wie Pumpspeicherkraftwerke (Emissionen gegen 0) und und Gaskraftwerke (Emissionen ein Viertel, bis die Hälfte von Braunkohlekraftwerken) aus dem Markt drängen.
zu1: Ja, wir sind nicht knapp vorbeigerauscht. Aber dies weil wir einen internationalen Strommarkt haben und dort der Anteil der regen. Energien nicht hoch ist. Wenn ganz Europa EE ausbaut gibt es kein Backup mehr.

zu2:
Das war die Aussage von christian-h, den sie zitiert haben. Also gehe ich davon aus, dass sie darauf reagieren.

Desweiteren haben sie ein komiches Weltbild. Wir produzieren ja nicht mehr als benötigt wird (international). Wir produzieren so viel Strom aus Kohle weil er billig ist und weil wir ihn verkaufen können. Die sauberen Kraftwerkstypen werden nicht gebaut weil der Strom zu teuer für die freie Marktwirtschaft ist. Wenn wir aufhören Kohle zu verstromen tritt französiche Atomkraft an dessen Stelle. Wir müssten saubere Kraftwerke fördern.
Pumpspeicher sind keine Kraftwerke, sondern Speicher, die laufen außen vor. Werden zwar auch benötigt, aber denen klaut Kohlestrom nicht die Daseinsberechtigung.

Beitrag melden
KarlKastor 08.01.2019, 16:53
137.

Zitat von christian-h
1) Das ist Unsinn. Für die PSKW ist die Spanne zwischen Stromeinkauf und -verkauf entscheitend. Wenn diese Spanne nicht groß genug ist, dann rentieren sich diese eben nicht. Zudem liegt der Wirkungsgrad eher bei 75-80%. Bei niedrigen Börsenpreise ist der Betrieb des PSKW einfach nicht wirtschaftlich, wenn man den Strom verkaufen will.
Und die Spanne wurde durch PV kleiner, da die Mittagslastspitze abgefangen wurde und die Grundlast (Atomstrom) abgenommen hat und damit auch die Überstromproduktion. Damit gibt es weniger kurzzeitigen Billigstrom, den Pumpspeicher genutzt haben.

Beitrag melden
christian-h 08.01.2019, 16:53
138. Angabe

Zitat von Fuscipes
"Sie müssen noch die Kosten hinzu nehmen um den Strom auch bedarfsgerecht zu machen" Und Sie müssen die zukünftigen Kosten des CO2 Ausstoßes noch einpreisen. Sonne, Wind und soweiter stehen gratis und abgasfrei zur Verfügung, daher sollte man lieber die nehmen, ist man außerdem nicht so Importabhängig, es ist wie bei der Kernenergie, die Nebenwirkungen auf die Umwelt sind nicht richtig eingepreist und es steht besseres zur Verfügung.
Hier ist die Frage, wie weit Sie zurückgehen wollen.
Sie können letztlich einpreisen was Sie wollen, es wird aber nichts daran ändern das Sie mit PV/WK den Strom nicht bedarfsgerecht bereitstellen können, d.h. es fallen noch Zusatzkosten für Speicher an, die Sie bei Kohlekraftwerken nicht haben.
Ansonsten mögen der Wind und die Sonne CO2 Ausstoß frei sein, die Herstellung der Stromerzeugungsanlagen sind es nicht.
Wenn Sie nicht genügend PV/WK Strom produzieren, dann müssen Sie Strom importieren. Also ist es völlig egal ob Sie Steinkohle importieren oder Steinkohlestrom importieren, der einzige Unterschied ist der Ort wo das CO2 erzeugt wird.

Beitrag melden
tinnytim 08.01.2019, 16:54
139.

Zitat von Freier.Buerger
Dass die Pumpspeicherkraftwerke nicht mehr laufen liegt an ihrer geringen Speicherkapazität von üblicherweise nur wenigen Stunden. Das war früher ok, mittags oder am zeitigen Abend. Der Zusatzbedarf war kurz und absehbar. Zur Absicherung von 2..3..4 Tagen Windstille sind sie völlig ungeeignet.
Die Pumpspeicherkraftwerke laufen nicht mehr, weil sie nicht mehr gebraucht werden? Wir jetzt, haben wir etwa schon 100% EE? Das wäre nämlich der einzige Grund dafür, dass sie nicht mehr gebraucht werden, wenn man bedenkt, daas laut EEG stets alle Erneuerbaren Energien Vorrang haben.
Wahrscheinlicher scheint mir eher die Möglichkeit, dass derzeit regelmäßig fossile Kraftwerke laufen, die so gar nicht benötigt werden und lediglich aus betriebswirtschaftlichen - nicht volkswirtschaftlichen(!) - Interessen selbst bei Niedrigstpreis-Phasen an der Börse durchlaufen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kohlekraftwerk#Anfahrverhalten

Beitrag melden
Seite 14 von 18
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!