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Schätzung für 2018: Deutschlands CO2-Emissionen sinken - aber nicht nachhaltig
DPA

Auf den ersten Blick sieht das gut aus: Einer Schätzung zufolge sind die deutschen Treibhausgasemissionen im Jahr 2018 um 5,7 Prozent gefallen. Das hat aber wohl wenig mit erfolgreichem Klimaschutz zu tun.

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Indiana.Jones 08.01.2019, 16:59
140. Das passt

Zitat von karl-felix
Im Bundestag war die Rede von 1,5 Millionen Nachtspeicherheizungen die über 2019 hinaus betrieben werden dürften . Dazu kommen Millionen Öl-Radiatoren ( 1-2 KW) und Heizlüfter , hinter Omas Lehnstuhl und in jedem Büro .
Laut statista gibt es run 41,3 Millionen Privathaushalte. Ihre 1,5 Mio. Nachtspeicher entsprächen dann ungefähr 3,6 Prozent. Hört sich realistisch an und passt zu meinen Angaben.

Ich bezog meine Aussagen auf Primär-Heizanlagen. Die von Ihnen angesprochen Klein- und Kleinstanlagen kommen hinzu. Damit will aber sicherlich keiner sein Haus oder seine Wohnung heizen.

Im Grunde ging es aber darum, wie der tagsüber anfallende Strom aus EE-Anlagen sinnvoll genutzt werden könne und da kam ein Forist mit dem Thema Nachtspeicherheizungen. Die werden gerade ja, wie Sie richtig beschreiben, möglichst aus den Haushalten entfernt. Da klingt es fast wie Hohn, diese Heizart wieder ins Spiel zu bringen.

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soulbrother 08.01.2019, 17:00
141.

Zitat von christian-h
Das ist der Punkt. Es kommt weniger auf die räumliche Vernetzung wie auf Speicher an, nur diese kosten eben Geld. Das ist ja das Hauptproblem. Es ist schlicht teurer ein Kohlekraftwerk durch PV+WK+Speicher zu ersetzen. Zudem brauchen Sie Tag/Nachtspeicher (Akku) und saisonale Speicher (EE-Gas + BHKW oder Gaskraftwerk).
Was oft vergessen wird:
die vorhandenen Speicher wurden für die trägen Grundlastkraftwerke gebaut, da diese nachts zu viel Strom produzieren und sich dem Bedarf nur ungenügend anpassen können. Lösungen waren Pumpspeicher, beleuchtete Autobahnen oder Nachtspeicheröfen, um den Strom irgendwie loszuwerden. Mit mehr und mehr EE und weniger Grundlastkraftwerken haben die Pumpspeicher immer weniger zu tun. Sofern durch EE Speicherbedarf entstehen sollte, Experten gehen ab ca. 60% EE (in allen Sektoren) von nennenswertem Speicherbedarf aus, abhängig von der Kapazitär des Stromnetzes, kann man erstmal die vorhandenen Speicher einsetzen. Derzeit gibt es keinen Bedarf an weiteren Speichern. Die Sektorkopplung hat ja noch nicht einmal angefangen, und allein der Wärmesektor ist eine gigantische Energiesenke.

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karl-felix 08.01.2019, 17:05
142. So

Zitat von Freier.Buerger
1)Bei Agorameter kann jeder sehen, dass der Anteil des Solarstromes in den letzten 2,5 Monaten (seit dem 22.10.18) gegen Null geht. 2)Der Anteil des EE hängt fast ausschließlich am Wind. 3)Auch Nachts, wenn alle schlafen, keiner kocht und wäscht verbrauchen wir immer noch 55GW.
1) ist es , Wind und Solar ergänzen sich ideal sowohl im Tages- als auch im Jahresverlauf. Im Winter ist Starkwindzeit, im Sommer ist Solarzeit . Genial von der Natur.

2) Nein . Biomasse, Müllverbrennung, Klärgase, Holz, Wasserkraft und Geothermie sind von den Jahreszeiten weitgehend unberührt. DEshalb sollte man die genau wie die PV auch kräftig weiter ausbauen .

3) Ja . Da ergänzen sich Sonne und Wind auch hervorragend. Nachts liefert die Sonne keinen Strom .

Nur was wollen Sie damit sagen ? Dass die Regierung zu sehr den Ausbau der EE bremst ? Sind wir uns einig .
Da haben die aber anscheinend , seitdem Gabriel der Bremser weg ist , Besserung gelobt . Schaun wir mal, ob ab diesem Jahr der Zubau von EE beschleunigt wird. Sie haben völlig recht, Schneckentempo.

Ich würde mich freuen , wenn wir trotz aller Unkerei die Klimaziele 2020 doch noch erreichen würden . Sieht nicht schlecht aus.

Unterm Strich : Die letzten 15 Jahre waren eine echte Erfolgsgeschichte für EE und die Energiewende. Weiter so - nur etwas hurtiger.

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tinnytim 08.01.2019, 17:07
143.

Zitat von KarlKastor
Wie groß soll der elektrische Speicher sein? Bitte mal ausrechnen.
Da helfe ich Ihnen gerne weiter mit einer Metaanalyse, aber *Spoiler-Alarm* die Dimensionen einer Hans-Werner-Sinn-Prognose dürften es nicht werden:
https://www.diw.de/de/diw_01.c.591126.de/presse/diw_aktuell/die_energiewende_wird_nicht_an_stromspeichern_sche itern.html

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christian-h 08.01.2019, 17:08
144. Angabe

Zitat von karl-felix
1) Lt Deutschem Wetterdienst gab es diese Dunkelflauten gar nicht. 2)...Die liefern an 363 Tagen des Jahres Strom . 3) EE-Kombinationskraftwerke sind genauso gut regelbar wie die alten fossilen Kraftwerke. 4) Kein Problem .
1) Natürlich gibt es die, Sie brauchen sich nur die Einspeisedaten bei Agora anzuschauen. Da finden Sie alleine schon in 2018 mehrere Tage wo die PV Einspeisung bei 0 und WK Einspeisung unter 1GW liegt (2% der installierten Nennleistung).

2) Das machen die On-Shore WKA auch, da gabe es noch keinen Tag wo die Einspeisung bei 0 lag, es ist aber die Frage der Höhe der Einspeisung.

3) Das kann sein, es gibt nur keine bzw. wir haben ja ein großes EE-Kombikraftwerk mit über 100GW installierter Leistung bestehend aus Wasserkraft/PV/WK/Biomassekraftwerken. Wie gut sich das regeln lässt können Sie doch jeden Tag real life sehen.

4) Wenn Sie das sagen, ich kann die Leistung eines Windrades nicht an einen höheren Strombedarf anpassen wenn der Wind nicht vorhanden ist, Sie?
Das Wasserkraftwerk läuft 24/7 mit der möglichen Maximalleisung und auch das Müllverbrennungskraftwerk. Wollen Sie etwa sagen, das man das Windrad gar nicht bräuchte?

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KarlKastor 08.01.2019, 17:11
145.

Zitat von johnny_b
1) Hier ist mir tatsächlich ein Tippfehler unterlaufen, das sollte natürlich 2%/min heissen, sorry dafür. Das ist der Standardwert, den die meisten Kraftwerke erfüllen (müssen), es gibt sicherlich das eine oder andere, das etwas schneller ist. Aber minutengenau auf Schwankungen reagieren können die eben nicht. Das kann von den konventionellen allenfalls eine reine Gasturbine (also kein GuD). 2) Es ging mir in meiner Argumentation nur um einen Punkt: Kohlekraftwerke produzieren nicht "bedarfsgerecht", genausowenig wie Solar/Wind und KKW. Sie sind zwar zu einem bestimmten Grad modulierbar aber damit können lediglich langerfristige (Stunden-Skala) Trends ausgeglichen werden und wenn sie das tun, dann drückt das dramatisch auf die Wirtschaftlichkeit (da eben Brennstoffkosten gering aber Abschreibung/Instandhaltung teuer ist). Deshalb laufen die ja bei Starkwind häufig auch durch obwohl der Strompreis negativ ist (warum würde man das tun, wenn sie so gut regelbar sind). Daher hat man ja auch Spitzenlastkraftwerke bereits vor den EE gebraucht, dass man sie jetzt mit den EE braucht ist daher nicht so eine große Veränderung wie sie immer dargestellt wird. Wirklich Bedarfsgerecht sind nur Gasturbinen, Wasserkraft, ggf. Biomasse (je nach Bauart) und Speicherkraftwerke, welche wirklich auch auf kurzfristige und vor allem unerwartete Schwankungen reagieren können und denen das dir Wirtschaftlichkeit auch nicht komplett verhagelt.
zu1:
Minutengenau ist überhaupt nicht nötig. Was soll dieser Unsinn? Und eine Gasturbine wird an oder ausgestellt. Da lohnt sich keine Teillast. Da ist der Wirkungsgrad unter 30%.
Im letzten Jahr war die Regelspanne bei Steinkohle größer als bei Erdgas.
Was fast durchgängig durchläuft ist Atomkraft und Braunkohle (schwerer zu Regeln als Steinkohle und Brennstoff noch billiger).
Diese Regelspitzen die unvorherbar sind gibt es doch erst durch EE. Vorher konnte man alles gut planen und hatte nur minimal Reserve an Speicher und Gasturbinen nötig.

zu2:
Kohlestrom ist billig und selbst bei Teillast noch billiger als Gas- oder EE. Was meinen sie warum wir sie haben?
Und die Veränderung ist eben doch riesig im Vergleich zu früher. Die nötigen Speicherkapazitäten sind ein vielfaches. Früher musste nur auf den Bedarf geregelt werden, jetzt auch auf die Produktion durch EE. Dazu kommen nicht nur Tagesschwankungen, sondern saisonale Schwankungen. PV die letzten Wochen war gleich 0. Im Sommer sinds einige GW.

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karl-felix 08.01.2019, 17:13
146. Lt.

Zitat von Freier.Buerger
Das war früher ok, mittags oder am zeitigen Abend. Der Zusatzbedarf war kurz und absehbar. Zur Absicherung von 2..3..4 Tagen Windstille sind sie völlig ungeeignet.
Deutschem Wetterdienst gibt es die aber nicht.
In den letzten 20 Jahren gab es genau 13 mal den Fall, dass Wind on-shore und off shore an 2 Tagen hintereinander keinen Strom erzeugt hätten . Davon sind Fotovoltaik, Biogas, Wasser und Geothermie völlig unberührt .
Natürlich sind Wasserpumpspeicher nicht als Langzeitspeicher gedacht. Das Prinzip der norwegischen Lagespeicher dagegen sehr wohl . Da wird der Strom dann abgerufen wenn man ihn benötigt, ohne vorher zu pumpen .

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KarlKastor 08.01.2019, 17:14
147.

Zitat von tyll.spiegel
Warum fördert man nicht massiv den Ausbau von PV-Anlagen auf den Dächern großer Verwaltungs-und Produktionsgebäude? Die könnten dann per Eigenbedarf die Klimaanlagen betreiben und ggf. überschüssigen Strom m.o.w. bedarfsgerecht einspeisen (Mittagsmaximum). Und Solarthermie-Anlagen würden auf den Dächern von Sporthallen Sinn machen (Warmwasser für Duschen). Ich verstehe nicht ganz, warum man lieber russische Oligarchen oder arabische Scheichs oder aber die dreckige Braunkohle fördert als einheimische Elektroinstallateure und Anlagenbauer. Vielleicht kann mir das ja mal jemand erklären? (Ich glaube, das ist eine alte Idee der Grünen...)
Mit PV fördern sie chinesiche Halbleiterhersteller. Das was an Installation anfällt ist sicher nicht größer als beim Bau von fossilen Kraftwerken.

Und wo sie was hinsetzen ist egal, autarke Insellösungen bringen uns nicht weiter. Wir brauchen eine Vernetzung. Was soll man Solarthermie für 20 min Duschen am Tag??

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litholas 08.01.2019, 17:15
148.

Zitat von christian-h
... Um den Strom aus EE (Solar / Windkraft) ebenfals bedarfsgerecht steuern zu können müssen diverse Speichermöglichkeiten her (Kurzzeit-/Langzeitspeicher) ansonsten kann man eben keine konv. Kraftwerke dauerhaft abschalten. Der Strom aus Solar / Windkraft hat dadurch nur den Wert des eingesparten Brennstoffes, denn die Absicherung der gesicherten Leistung kann nur durch regelbare Kraftwerke erfolgen, die den Strom aus gespeicherten Energieträgern erzeugen (Kohle, Biomasse, Gas etc.).
Es können aber Gaskraftwerke genutzt werden, die kosten als Regelkraftwerke nur halb so viel wie Kohle- und Kernkraftwerke. Und schon spart man viel mehr ein als nur den Brennstoff. Etwa 4 bis 10 Milliarden Euro pro Jahr, je nachdem ob man gegen Kohle- oder Kernkraftwerke rechnet.

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KarlKastor 08.01.2019, 17:17
149.

Zitat von Freier.Buerger
Dass die Pumpspeicherkraftwerke nicht mehr laufen liegt an ihrer geringen Speicherkapazität von üblicherweise nur wenigen Stunden. Das war früher ok, mittags oder am zeitigen Abend. Der Zusatzbedarf war kurz und absehbar. Zur Absicherung von 2..3..4 Tagen Windstille sind sie völlig ungeeignet.
Weil das Wasser plötzlich wieder ausläuft oder was? Natürlich sind die dafür tauglich. Nur es lässt sich natürlich viel mehr Geld damit verdienen wenn man mehrmals täglich den Tümpel voll und wieder leer macht.

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