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Schatzsucher vor Gericht: Wildwest in der Südpfalz
DPA

Der Fund ist hunderttausende Euro Wert und hätte Einblick in die dunkle Zeit der Nibelungen geben können. Doch ein Sammler zerstörte wichtige Spuren und behielt den Schatz zunächst für sich. Nun hat ihn ein Gericht verurteilt.

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Flying Rain 26.01.2016, 11:55
1. Der

Der Umgang mit den Funden hatt m.M. auch mit den Regelungen mit dem Schatzregal zu tuen da in diesem Falle ( in RLP) auch bicht klar geregelt ist wieviel der Finder bekommt.
In Bayern z.B. bekommt der Finder 50% was auch die Sucher dazu anhält (sollten sie was finden) den Fund frühzeitig zu melden um mögliche Spuren nicht zu verwischen.

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bjelgorod 26.01.2016, 12:08
2. Kein Wunder

Solche Fälle sind das typische Ergebnis einer völlig unzureichenden Gesetzeslage. Jedes Bundesland hat ein eigenes Schatzregal. In manchen Ländern kriegt man als Finder etwas, in manchen gar nichts. In den meisten Fällen zumindest Ärger. Mich würde es nicht wundern, wenn viele Finder ihre Goldfunde einschmelzen. Was nicht heißen soll, dass ich das irgendwie gutheiße. Regelungen wie in Österreich oder Großbritannien würden meiner Meinung nach vieles vereinfachen und sicher dazu führen, dass mehr Menschen ihre Funde auch melden.

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dgs 26.01.2016, 12:11
3. Gehört der Allgemeinheit

Wer ein bisschen Moral und Gerechtigkeitsgefühl hat, kann nur sagen, dass solch ein Schatz der Allgemeinheit gehört. 5% Finderlohn, ok, mehr nicht!

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bewarzer-fan 26.01.2016, 12:13
4. das Land ist selber schuld

Zit.: "im Rahmen der verfügbaren Mittel des Landeshaushalts eine Belohnung erhalten".
Wäre es nicht so schwammig formuliert, sondern greifbar definiert, dann würde zwar auch nicht mehr gefunden, aber sicher mehr abgegeben werden.
Um den Narzissmus braucht man sich auch keine Gedanken zu machen, wenn auf Wunsch des Finders dessen Name veröffentlicht wird.
Ach Deutschland! Ich meine, nicht nur die Briten sind da weiter...

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Max Super-Powers 26.01.2016, 12:27
5.

Was lernen wir daraus? Wenn man sowas findet, Klappe halten, einschmelzen und statt einer Strafe oder "angemessener" Entschädigung wirklich Lihn für seine Mühen bekommen. Sorry aber hier fehlt mir jegliches Verständnis sowohl für die Vorgehensweise des Landes als auch die Ansichten meines Vorposters. Was ich auf meinem Grund finde, gehört mir! Wenn der Stast ein historisches Interesse am Fund hat, soll er mich mit dem vollen Materialwert entschädigen.

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themistokles 26.01.2016, 12:32
6.

@ #1,2 und 4: Nein!

Das hat weder etwas mit mangelnder Gesetzeslage oder fehlender Regelungen zu tun. Sondern etwas mit Anstand und Moral! Wenn ich einen Fund machen würde, würde ich die dortige Behörde bzw. das Landesdenkmalamt kontaktieren. Ich würde überhaupt nicht auf die Idee kommen, den Hortfund für mich behalten zu wollen oder gar einen Profit daraus zu schlagen, medial wie monetär. Und vollkommen unabhängig davon, ob ich einen Goldschatz ode rnur eine verrostete, alte Klinge oder Fauskeile finde. Solche Funde sind Teil unsere Geschichte und gehören fachmännisch aufgearbeitet. Dazu bedarf es keiner gesetzlichen Regelung sondern nur etwas Nachdenken und Anstand.

Zum Inhalt des Artikels: Es ist leide rnicht nur das unfachmännische Bearbeiten der Fundstücke durch den Finder, sondern auch die Nichtdokumentatkion und/ oder Zerstörung des Fundkontextes bzw. der Fundlage. Schon hieraus ergeben sich für Archäologen wertviolle und notwendige Hinweise auf die Stücke. Selbst auf den ersten Blick unwichtige Beifunde können viel zu einer Datierung und Einordnung beitragen.

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youdontwannaknow 26.01.2016, 12:45
7. unter diesen Bedingungen ...

... würde ich es auch für mich behalten. Hier sollte das Gesetzt schleunigst geändert werden. Die Kohle kann jeder gebrauchen, wenn es dem Staat/Behörden/Steuervernichtern tatsächlich um kulturelle oder archäologische Werte ginge, dann könnten die das Zeug doch komplett kaufen. Und wenn sie zu geizig sind, dann den Passus - zur archäologischen Analyse - kostenlos für ein paar Wochen überlassen als Bedingung oder die Leihgabe regeln. Oder irgendwas, was die Leistung des Finders nicht so völlig abstraft. Anstelle dessen nur ein paar schäbige Prozent. Aber dass sich Behörden und Beamte eher als die Nachfolger mittelalterlicher Herrscher oder bevormundender Monarchen sehen, sehen wir ja auch grad in der Migrantenkrise. Wenn es Euch wichtig ist, schafft Anreize sucht Kompromisse!

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Sabin Chen 26.01.2016, 12:45
8. Beitrag 5

Genauso sehe ich das auch. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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schaafsnase 26.01.2016, 12:50
9. Das Schatzregal

sollte Sondengängern den Anreiz nehmen und der Archiologie mehr Raum verschaffen. Gefühlt passiert das genaue Gegenteil: Funde denen von Laien kein finanzieller Wert beigemessen wird, werden verschwiegen oder zerstört um den Scherereien mit Behörden und möglcherweise entstehenden Bodendenkmälern zu vermeiden. Ich denke da an einen Bekannten der die Maroden Faserplatten vom Haus seiner Eltern nicht hat abnehmen lassen damit das Fachwerk nicht sichtbar wird: es könnte wer auf dumme Gedanken kommen und die Bude unter Denkmalschutz stellen. Lieber hat er das Gebäude verrotten lassen. Und wenn ein Fund möglicherweise einen Wert darstellt: bis ein Laie das erkannt hat, hat er wahrscheinlich bereits die halbe Fundstelle zerstört und rechnet damit Vorsatz, Vertuschung und kriminelle Absichten unterstellt zu bekommen, also warum nicht so weitermachen, schlimmer machen kann mans nicht, Nerba lässt grüssen. Solange der Finder nichts davon hat ändert sich da nichts zum Guten und die Technik beschert derzeit eine wahre Flut von möglichen und umgesetzten Funden, ich schätze mal mindestens 2/3 gehen in den Lokus oder werden nie bekannt. Konservativ geschätzt (wers nicht glaubt rede mal mit einem Baggerführer, Maurer, Förster,...)

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