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Schnelle Sportarten : Vorteil Linkshänder
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In manchen Sportarten scheinen Linkshänder besonders erfolgreich zu sein. Ein Sportwissenschaftler hat das Phänomen untersucht und jene Disziplinen identifiziert, in denen "Lefties" besonders profitieren.

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ArRah 23.11.2017, 12:10
10.

Zitat von carinanavis
Teils schon den Laien aus Erfahrung im Freizeitsport bekannt, teils mittels eher willkürlicher Definitionen angepasst, schon ist eine bahnbrechende wissenschaftliche Entdeckung gemacht! Dass die These argumentativ auf wackligen Beinen steht, zeigt der Verweis auf Messi als Linksfüßer. Gibt es denn mehr Linksfüßer unter Profifussballern oder nur unter den Superstars? Offenbar nicht, es wurde eben nur Messi als Beispiel genommen, weil den jeder kennt und deshalb alles schon seine Richtigkeit haben wird. Es fehlen Kontrollexperimente, die sich zumindest bei Hobbysportlern durchführen ließen. Man müsste eien Zeitlang nur Linkshänder gegeneinander Ping-Pong spielen lassen und dann gegen wenige rechtshänder spielen lassen. Dann ließe sich wenigstens klären, ob Linkshänder aufgrund einer unbekannten, geradezu mystischen Eigenschaft besser sind (die dann pseudowissenschaftlich "erklärt" wird) oder ob es nur der banal Effekt des Ungewohnten/Seitenverkehrten ist. Sehr wahrscheinlich letzteres.
Haben Sie die Studie gelesen oder glauben Sie ernsthaft, dass Sie anhand eines SPON-Artikels über eine wissenschaftliche Studie, die Qualität dieser beurteilen können. Ich habe noch nie einen SPON-Artikel gelesen, der beschrieben hat, wie genau die Studie designed und die Ergebisse abgesichert waren. Üblicherweise werden auch die Ergebnisse sehr verzerrt dargestellt. So wird meistens ein Randaspekt der Studie besonders hervorgehoben, da dieser Klicks erzeugt, so wird nahezu jede Entdeckung der Astronomie mit dem Thema "ausserirdischen Leben" verknüpft auch wenn sie absolut nichts damit zu tun hat.

Abgesehen davon: Wenn ein Thema allgemein bekannt ist, dann ist es trotzdem sinnvoll, dieses wissenschftlich zu unterschen. Genaue Zahlen, Begründungen, Wirkketten, etc. sind alle ohne wissenschaftliche Untersuchung nicht bekannt. Zudem wissen sie nicht was für Studien alle darauf aufbauen. Die nächsten revolutionäten Erkenntnisse bzgl. des ablaufs von Reflexhaften, intuitiven handlungen, könnten von dieser Studie profitieren.

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ArRah 23.11.2017, 12:16
11.

Zitat von blogvormkopf
Auch beim Blitzschach gibt es kurioserweise einen Vorteil für Linkshänder, jedenfalls, wenn am Brett gespielt wird, und nicht etwa online. Der Grund: In der Regel darf der Spieler, der die schwarzen Steinen führt, bestimmen, auf welcher Seite des Brettes die Schachuhr stehen soll, also links oder rechts. Das kann beim Blitzschach eine wichtige Rolle spielen, denn es geht zum Schluss um Sekunden und Zehntelsekunden. Da kann es einen ziemlichen Unterschied machen, ob man die Uhr auf der Seite der Hand stehen hat, mit der man zieht, ober auf der anderen. Im letzteren Fall muss man dann nach jedem Zug quer über das Brett zur Uhr langen, um sie zu betätigen (die Uhr muss im Schach immer mit der Hand gedrückt werden, mit der auch gezogen wurde). Der Punkt ist nun: Linkshändige Schachspieler können sich die Uhr nicht nur auf ihre Lieblingsseite stellen, wenn sie die schwarzen Steine haben und es sich aussuchen können. Sie haben vielmehr zudem noch den Vorteil, dass die meisten ihrer Gegner (wie die meisten Menschen allgemein) Rechtshänder sind, die die Uhr aus ihrer Sicht auf die Rechte und damit für die mit weiß spielenden Linkshänder wiederum auf die linke Seite stellen. Nur, wenn ein Linkshänder gegen einen Linkshänder Blitzschach spielt und die weißen Steine hat, hat er die Schachuhr in der Regel auf der Seite des Brettes, die für ihn unvorteilhaft ist. Phänomenal, oder???
Das verstehe ich nicht: In einem Spiel zwischen Links- und Rechtshänder sollte die Uhr immer auf der Seite stehen, die für beide Spieler angenehm ist. Wo soll da der Vorteil sein?

Ich sage nicht, dass sie unrecht haben, nur ihre Erklärung ergibt keinen Sinn. Ich würde sogar noch weiter gehen: Wenn ich ihren Erläuterungen folge, dann ist ein Rechtshänder gewöhnt die Uhr an der unangenehmen Seite stehen zu haben (in fast jedem 2. Spiel hat er diese Situation). Er könnte also bewusst die ihm unangenehme Seite wählen, da diese für beide Spieler unangehem ist und er sehr viel mehr Erfahrung mit der Situation hat als der Linkshänder, der nur in ca. 5% der Spiele die Uhr auf der unangenehmen Seite stehen hat. Also müssten Rechtshänder einen Vorteil haben.

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fpa 23.11.2017, 14:24
12. Ich bin da äußerst skeptisch

Nein, nicht über die ermittelten Zahlen zu den Phänomenen, sondern ob nicht etliche Erklärungen dafür total vorschnell sind. Und das gilt sowohl für den Artikel selbst als noch viel mehr für viele Diskussionsbeiträge hier.
Mein Kritikpunkt: Ist es wirklich die Dominanz der linken Hand, die hier den Ausschlag gibt? Wenn ja, dann kommt man zwangsläufig zu solchen Überlegungen wie denen mit der Platzierung der Schachuhr beim Blitzschach.

Was wäre die Alternative? Unterschiede in der Reaktionsgeschwindigkeit. Für diese Möglichkeit würde z.B. die überdurchschnittlich hohe Zahl der Linksfüßer bei den Fußball-Torwarten sprechen.
Die neuronale Verschaltung von Hand und Fuß gibt aber diese Unterschiede nicht her. Anders könnte es bei den Auge sein, die viel direkter und schneller einen Einfluss auf unsere Handlungsvorbereitung und die möglicherweise anschließende Hemmung dieses Impulses ausüben.

Mit dem Daumensprung lässt sich die Augendominanz zwar leicht bestimmen, Aber ob beim Schließen des rechten Auges der Daumen an der ausgestreckten hand nun springt oder nicht, das sieht eben kein Außenstehender. Ganz anders eben als bei der Dominanzen bei den Händen oder Füßen.
Zwei Beispiele, die man m.E. erst weiter verfolgen sollte, bevor man hier evtl. vorschnell vermeintliche Ursachen hineininterpretiert:
1. Es gibt oder gab ab und zu Leute, die bei Spielautomaten es schafften, Gewinne durch Reaktionsschnelligkeit zu erzielen. Diese Leute schloss man dann vom Spielen aus, bzw. man implementierte stochastische Nachläufe in die sich drehenden Scheiben. Interessant wäre das umgekehrte gewesen, nämlich die Menschen, die diese Gabe haben, etwas näher unter die Lupe zu nehmen.

2. Dann gibt es da ein Spiel, ein Kinderspiel mit Karten, die alle auf dem Tisch liegen. Ein Spiel ohne Reihenfolge der Spieler gegen oder mit dem Uhrzeigersinn. Da muss man nach dem Umdrehen der Karte schnell mit der Hand drauftatschen, wenn sie für einen passt. Das interessante ist, dass bei diesem Spiel ausgerechnet Kinder mit massiver Rechenschwäche und/oder einer Lese-Rechtschreibschwäche mit Buchstabendrehern (vor allem "ie" vs. "ei") sowie Richtungsverwechslungen ("e" und "3") den anderen Kindern und auch Erwachsenen haushoch überlegen sind.

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carinanavis 23.11.2017, 15:41
13. Ich habe die Studie gerade gelesen

Zitat von ArRah
Haben Sie die Studie gelesen oder glauben Sie ernsthaft, dass Sie anhand eines SPON-Artikels über eine wissenschaftliche Studie, die Qualität dieser beurteilen können. Ich habe noch nie einen SPON-Artikel gelesen, der beschrieben hat, wie genau die Studie designed und die Ergebisse abgesichert waren. Üblicherweise werden auch die Ergebnisse sehr verzerrt dargestellt. So wird meistens ein Randaspekt der Studie besonders hervorgehoben, da dieser Klicks erzeugt, so wird nahezu jede Entdeckung der Astronomie mit dem Thema "ausserirdischen Leben" verknüpft auch wenn sie absolut nichts damit zu tun hat. Abgesehen davon: Wenn ein Thema allgemein bekannt ist, dann ist es trotzdem sinnvoll, dieses wissenschftlich zu unterschen. Genaue Zahlen, Begründungen, Wirkketten, etc. sind alle ohne wissenschaftliche Untersuchung nicht bekannt. Zudem wissen sie nicht was für Studien alle darauf aufbauen. Die nächsten revolutionäten Erkenntnisse bzgl. des ablaufs von Reflexhaften, intuitiven handlungen, könnten von dieser Studie profitieren.
und kann nur bestätigen, dass sie entsprechend meiner ersten Einschätzung sehr dünn und zusammengeschustert ist. Der Messi wurde natürlich vom SPON aus Popularitätsgründen hinzugefügt. ansonsten halten sich die Verzerrungen in Grenzen. Die Definition von Zeitdruck in der Studie ist äußerst fragürdig. Beim Squash mit UNTERDURCHSCHNITTLICH vielen Linkshändern ist der Zeitdruck des Rückschlägers selbstverständlich viel höher aufgrund der abprallenden Bälle mit Richtungsänderungen als beim Werfer (pitcher) im Baseball. Der hat in Wirklichkeit gar keinen Zeitdruck, sondern spielt auf dieser Position, weil er mit seinem Linkshänderdrall Vorteile hat. Wenn 50% der Pitcher Länshänder wäre, sollte der Vorteil sogar wieder verschwinden. Die Studie erwähnt auch nur die Prozentsätze von Linkshändern, ob diese erfolgreicher sind wird gar nicht untersucht, sondern einfach vorausgesetzt. Es wäre da mindeste gewesen zu untersuchen, ob Linkshändigkeit in den genannten Sportarten eine realer oder nur gefühlter Vorteil ist.

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rumans 24.11.2017, 23:57
14. blabla. die letzten Satze erklärens.

Linkshänder sind Rechtshänder gewohnt, umgekehrt nicht, also im Vorteil. Und zuletzt Linkshänder gegen Linkshänder Gewinner immer Linkshänder. Wie simpel. Wenn's das nicht ist ist es die Corrioliskraft! ;-)

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reader0815 28.11.2017, 21:26
15. Ist doch logisch!

Linkshänder treffen in der Mehrzahl auf Rechtshänder als Gegner, so wie eben Rechtshänder auch. Sie sind beide besser darauf trainiert. Trifft nun aber ein Rechtshänder auf einen Linkshänder, was ihm seltener passiert, als umgekehrt, ist er offensichtlich im Nachteil, wenn es um den Trainingseffekt geht. Spin, Flugkurven etc. verlaufen eben etwas ungewohnter. Interessant wäre die Frage wie es statistisch ausgewertet wird, wenn Linkshänder untereinander antreten. Schätzungsweise gewinnt der Linkshänder immer :-)

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rd-lefthand 28.11.2017, 21:41
16. voll einer meinung mit sybille ...

... und das ist ein uralter hut.

die aussage zum tennis ist einfach falsch und unwissenschaftlich: aus der momentaufnahme weltrangliste herren today zu schlußfolgern, ist hahnebüchener unsinn, pardon, herr sportwissenschaftler.
siehe damen topten today: vier sind linkshänderinnen, darunter die derzeitige nr.1 und die gerade abgelöste, nicht zu vergessen die ewig dominanten martina navratilova, john mc-enroe und den einzigen zweifachen grand-slam-champion rod laver.

also besser nicht über dinge schreiben, die man nicht kennt ...

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devhype 28.11.2017, 21:44
17.

Zitat von Paracelsus
Ich glaube, dass man Säbelfechten nur mit rechts machen kann. Linkshändigkeit wäre dann ein Problem und kein Vorteil.
Wogegen man im Degenfechten ein relativ großen Vorteil hat, wenn man die richtige Taktik hat :-D

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