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Schwund an Brutpaaren: Forscher zählen immer weniger Vögel in Deutschland
Nicolas Armer/ DPA

Amsel, Drossel, Spatz und Star: In vielen Regionen Deutschlands sind die Bestandszahlen vieler Vogelarten eingebrochen. Der Westen und der Süden sind stärker betroffen als der Norden und der Osten.

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hoeffertobias 02.09.2019, 13:23
20. Wenn ich ...

Zitat von Leonia Bavariensis
. . . wenn man mit einem Auto längere Strecken unterwegs war? Richtig: die gesamte Front einschließlich der Windschutzscheibe war voller Insekten. Jeder Tankstopp endete mit der Reinigung der Frontscheibe. Und heute? Selbst wenn man eine tausende Kilometerreise bis hinauf ins Baltikum und rum um Polen herum macht, findet man kaum noch ein Insekt auf der Scheibe. Kein Wunder, dass die Jungvögel verhungern.
.... mit dem Auto ganz entspannt (ca. 130km/h) von Hamburg nach Berlin fahre, ergibt sich ein ähnliches Bild. Fahre ich die selbe Strecke mit dem Motorrad (ca. 230 km/h) ist vom Windschild bis zum Visier alles mit Insekten zugekleistert, und das trotz der im Verhältnis zum Auto extrem kleinen Projektionsfläche. Woran könnte denn das nun liegen? Ich denke mal, die Landiwrtschaft ist schuld....

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Zinnober reden 02.09.2019, 13:24
21. Schuldig sind AUCH die Haus/Gartenbesitzer UND

die Gartenbaubetriebe. Als Heckenbepflanzung wird zu 90 % der langweilige Kirschlorber gewählt. Ja der wächst schnell und blickdicht. Die Nachbargärten kann ich täglich beobachten und sehe nie einen Vogel dort, geschweige denn ein Nest. Diese Pflanze ist demnach insektenfrei. Die Gärtner lieben diese Hecken da sie 2 - 3 mal per Jahr gekürzt werden müssen. Hier im Aussenbezirk sind die Singvögel seit ca. 10 Jahren verschwunden und nur noch Elstern,Krähen, 4 Wildtauben und manchmal Eichelhäher zu sehen. An Schmetterlingen gibt es nur noch einzelne Kohlweisslinge.

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karlv 02.09.2019, 13:25
22.

Zitat von hoeffertobias
... dass es sich bei fast allen Vogelarten, deren Population im Laufe der letzten Jahre stark zugenommen haben um Raubvögel wie Uhu, Wanderfalke , Rotmilan, Schwarzmilan, Turmfalke und Schreiadler handelt, auf deren Speisekarte sich entweder ausschließlich oder zu einem signifikanten Teil Singvögel befinden. Wenn also die Populationen der Räuber zumehmen, wird die Zahl der Beute zwangsläufig abnehmen. Die Wirkmechanismen dieser Räuber-Beutebeziehungen sind lange bekannt und sehr weit erforscht. Warum sie bei der Betrachtung der Bestandsentwicklung vollständig außer acht gelassen werden, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Es ist wohl einfacher, die Landwirtschaft als Schuldigen auszumachen.
Wenn die Beute weniger wird, werden auch die Jäger weniger. Das hält sich seit tausenden von Jahren im Gleichgewicht. Hierzu braucht es nicht zweibeiniger Jäger und den Abschuss.
Das aktuelle Vogelsterben hat andere Ursache - offensichtlich und für jeden sichtbar.

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quark2@mailinator.com 02.09.2019, 13:25
23.

Zitat von Goldwin
Es ist immer wieder interessant wie auch Forscher Statistiken ertsellen und auswerten. Ich finde v.a. die Begründung interessant, dass es im "Süden und Wesen deutlich intensivere Landwirtschaft" gibt. Wie begründet er diese Aussage? Hier mal ein Ausszug aus den Daten vom BMEL (Durchschnittliche Betriebsgröße 2016): - Bayern: 34,7 ha - BaWü: 34,9 ha - Rheinland-Pfalz: 40,0 ha - NRW: 42,8 ha -... - Meckpomm: 274,9 ha - Brandenburg: 247,4 ha - Thüringen 216,0 ha ... Die großen Betriebe mit großen Schlaggrößen sitzen im Osten (und teilweise im Norden) Gerade im Süden findet man sehr kleine bäuerliche Landwirtschaft. Darf da etwa etwas nicht sein was nicht sein darf? Was haben wir dagegen in den Regionen mit Rückgang der Vögel? Boomregionen mit enormen Zubau an Gewerbe, Industrie, Straße und Wohnung. DIESE Flächen fehlen Flora und Fauna! In Deutschland werden jeden Tag etwa 80 Hektar landwirtschaftliche Fläche für Bau- und Siedlungszwecke beansprucht. Das sind 292.000.000 Quadtrameter jedes Jahr. Seit der Wiedervereinigung haben wir somit (grob gerechnet) gut 8 Milliarden Quadtrameter zugebaut. Und dies v.a. im Süden!
Unter intensiver Landwirtschaft versteht man Landwirtschaft mit viel Dünger etc. Es kommt also nicht auf die Größe des Betriebes an, sondern darauf, wie (intensiv) dieser seine Fläche (aus)nutzt.

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shali61 02.09.2019, 13:29
24. Ganzjahresfütterung

Neben Renaturierung und naturnahen Gärten ist eine Sofort-Hilfe wichtig: Ganzjährig zu füttern. So auch der Tenor von Prof. Dr. Peter Berthold, Ornithologe und langjähriger Direktor des Max-Planck-Institutes für Ornithologie.

Die Facebook-Gruppe "Gartenvögel" hat sich die Information rund um die Ganzjahresfütterung zur Aufgabe gemacht. Inzwischen zählt sie mehr als 5.500 Mitglieder und entsprechend viele Futterplätze.

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Ein_denkender_Querulant 02.09.2019, 13:30
25. Evolution

Es sind viele Ursachen zu entdecken. Rabenvögel werden nicht mehr bejagd und räuben Singvögelnester nach belieben aus. Katzen gehen ähnlich vor. Dazu gibt es durch unser Wirken immer weniger Insekten. In Summe müssen sich die Singvögel dem evolutionärem Druck anpassen und ihre Population sinkt. Sie wird, wenn der Mensch diesen Planeten verlassen hat, auch wieder steigen. So what?

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sonnemond 02.09.2019, 13:34
26. Ändert sich etwas? - Nein.

Schon vor Jahren wurde gewarnt wie drastisch die Vogelbestände zurückgehen. Ich bin viel in Südbayern unterwegs. Es gibt keine positiven Veränderungen, geht alles weiter wie gehabt. In einem bestimmten Gebiet 30 Kilometer vor München konnte ich vor fünf Jahren noch acht Lerchenpärchen beobachten. In diesem Sommer war ich froh, dass wenigstens noch zwei kamen. Die Bedingungen werden zusehends schlechter. Die Grünen habe ich längst aufgegeben, die bringen gar nichts.

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Goldwin 02.09.2019, 13:37
27.

Zitat von willibaldus
Ja, krass. Ich bin noch weiter im Norden. Habe tatsächlich Sperlinge im Garten. Amseln auch. Ist aber deutlich weniger geworden. Auf dem Dachboden meiner Eltern waren mal Mauersegler, sieht man gar nicht mehr. Schwalben nur gelegentlich.
Schwalben nisten am liebesten in Stallungen.
a) darf das aus Hygienischer Sicht nicht mehr sein (verschmutzung von Futter für Tiere)
b) wieviele aktiv genutzte Ställe gab es vor 30 Jahren, wieviele heute?

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holzghetto 02.09.2019, 13:39
28. komisch

meine Eltern wohnen 50m von einem ca.2qkm grossen Feld weg. Dieses Jahr waren Kartoffeln dran, Die Jahre davor Mais und anderes. Am Ende des Feldes ist ein "PflückdirselbstErdbeerfeld". Ich war Samstag bei schönstem Wetter bei meinen Eltern auf der Terasse und über 1Std. vergnügten sich Buchfinken in den Tannen und am Teich. Ich weiss nicht wo die Vögel aussterben. Hier in Hannover sitzen die kleinen Vögel gerne auf meiner Sat-Schüssel.

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Goldwin 02.09.2019, 13:39
29.

Zitat von Wolfilein
Wird sich dadurch was ändern? Ich denke nicht, es geht wie bisher weiter mit der Bewirtschaftung von riesigen Feldern und der Zerstörung von Lebensraum für Insekten und Vögel
Die riesigen felder haben wir v.a. im Osten Deutschlands. Aber da ist der Rückgangd er Vögel gar nicht so groß? Hmmmm. was nun?

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