Forum: Wissenschaft
Sieg über die Helvetier: Simulation soll Cäsars Kriegsbericht prüfen
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cobaea 28.05.2014, 17:25
10.

@jaloms: Anderen mangelnde Geschichtskenntnis vorwerfen und dann sowas schreiben: "Was ist so schwer vorstellbar an 370 k Schweizern, wenn heute allein Zuerich mehr Einwohner hat, und dort keiner verhungert ?" Klar, zu Cäsars Zeiten war die Versorgung der Helvetier für das ganze helvetische Gebiet wohl ähnlich organisiert wie heute für die Stadt Zürich! Klar - ähnlich ausgeprägte Handelsbeziehungen, gleich gute Verkehrswege - und zwischen zentralen Lagen und ländlichen Kleinsiedlungen waren vermutlich auch die Verkehrswege ähnlich üppig ausgebaut, wie heute die Zürcher Hauptstrassen - nicht zu vergessen Bahnhof und Flughafen. Ernsthaft: Selten so einen dussligen Vergleich gelesen.

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der:thomas 28.05.2014, 18:15
11.

Genau: Das waren damals bei mir keine Fehler in der Übersetzung - ich hab nur neueren Erkenntnissen vorweg gegriffen...
..und über haupt wer wen da über eiine Brücke oder Hügel oder was da war... wissenschaftlich gesehen alles Unklar^^

Ich will nachträglich eine 1+ !

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der:thomas 28.05.2014, 18:19
12.

Genau: Das waren damals bei mir keine Fehler in der Übersetzung - ich hab nur neueren Erkenntnissen vorweg gegriffen...
..und über haupt wer wen da über eiine Brücke oder Hügel oder was da war... wissenschaftlich gesehen alles Unklar^^

Ich will nachträglich eine 1+ !

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Ulrich Kampffmeyer 28.05.2014, 18:27
13.

Freue mich ehrlich über den Ansatz einer großen flächendeckenden Simulation der Besiedlung nebst Rückschlüssen auf Bevölkerungsdichte usw. Man kann dies sogar benutzen, um damit noch nicht entdeckte Fundstellen vorherzusagen, wo die auf Grund topographischer und ökologischer Voraussetzungen durch Simulation "erschlossen" wird. Mit der heutigen Technik in Punkto Software, Prozessor, Speicher usw. dürfte dies leichter fallen als bei den Versuchen mit einem Commodore PET 2001 vor 23 Jahren :) Gebühr, M./Kampffmeyer U.: Überlegungen zum Einsatz von Kleinrechnern in der Ur und Frühgeschichtsforschung. Acta praehistorica et archaeologica 11/12, 1980/81, 3-20

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emmerot 28.05.2014, 19:12
14.

Man sollte immer bedenken, dass Caesar nicht nur für die Schüler im 21. Jahrhundert geschrieben hat, sondern auch für seine Wähler und Gegner daheim in Rom. Seine Öegaten konnten lesen und schreiben, die Tribunen, wahrscheinlich sehr viele Soldaten. Und die Spione seiner politischen Gegner in seiner Armee. Allzusehr übertreiben durfte Caesar also nicht, wenn es nicht auffallen sollte.

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Dieter62 28.05.2014, 20:41
15.

Könnte es eventuell sein dass die Helvetier auch im Burgund siedelten? Nationalstaaten im heutigen Sinne gab es ja keine, man wohnte dort wo es ab einfachsten war. Ganz bestimmt nicht in als Alphirten. Selbst der Jura, ein bedeutend niedrigeres Gebirge, war bis ins 12 Jahrhundert hinein kaum besiedelt, nicht mal die Alemannen wollten dort wohnen. Dass die Anzahl geschlagene Gegner immer übertrieben wurde ist daneben auch nicht auf Julius Cäsar beschränkt, so gut wie jeder Schmalzgraf im Mittelalter blies kleine Scharmützel in riesige Schlachten auf; auch der lange Karl aus Aachen tats, die spanischen Eroberer in Lateinamerika, etc. Vermutlich hat es gar keine Schlacht gegeben, Cäsar wird die Helvetier einfach bestochen haben und die haben dann das Geld gewinnbringend angelegt. Auch die Morgartenschlacht zu Beginn der Schweizer Geschichte fand vermutlich nie statt, man hat nie ein Schlachtfeld gefunden und so weitläufig ist die Schweiz nicht.

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urvogel 29.05.2014, 23:20
16.

Lassen wir doc h Cäsar beiseite, was dieser ganzen Rechnung zugrundeliegt ist doch, dass es einen Stamm der Helvetier gab, der genau die heutige Schweiz bewohnte, die sich ja auch irgendwie auf die Helvetier bezieht. genau dieser essentialistische Mythos wird transportiert und vielleicht ist das ja auch viel Wichtiger als der olle Römer. Ein einfacher Blick ins Geschichtsbuch plus etwas nachdenken, reicht aber aus um zu sehen, dass die Schweiz wie sie entstanden ist, sich nicht an den Grenzen eines Stammes orientiert hat. Ist ja auch kein Problem.

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urvogel 29.05.2014, 23:23
17.

Lassen wir doc h Cäsar beiseite, was dieser ganzen Rechnung zugrundeliegt ist doch, dass es einen Stamm der Helvetier gab, der genau die heutige Schweiz bewohnte, die sich ja auch irgendwie auf die Helvetier bezieht. genau dieser essentialistische Mythos wird transportiert und vielleicht ist das ja auch viel Wichtiger als der olle Römer. Ein einfacher Blick ins Geschichtsbuch plus etwas nachdenken, reicht aber aus um zu sehen, dass die Schweiz wie sie entstanden ist, sich nicht an den Grenzen eines Stammes orientiert hat. Ist ja auch kein Problem.

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Miere 29.05.2014, 04:28
18.

Die Helvetier zogen los, um andere gallische Stämme zu unterwerfen? Ich hab irgendwo gelesen, die hatten ein Bündnis mit den Arvernern (die Cäsar nicht leiden mochten), und einen Vertrag, dass sie bei denen Brachland besiedeln konnten, weil ihnen zu Hause die Germanen auf die Pelle rückten? Aber um zu den Arvernern hin zu kommen, mussten sie durch römisches Gebiet, und das hat der große Gaius Julius nicht erlaubt, weil - da könnte ja jeder kommen? (Und weil Sklaven sich so gut verkauften.) Also, *meine* Vorfahren haben das einzig richtige gemacht, um sich die Römer vom Leib zu halten: Sie waren bettelarm und bewohnten ein Torfmoor. ^^

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wauz 29.05.2014, 10:52
19.

Auch vorläufige Ergebnisse zählen!
Solche Simulationen gelingen meist nicht auf Anhieb. Es ist schon eine Leistung, eine Simulation zusammenzubringen, selbst wenn man die Ergebnisse zunächst als vorläufig und Fehler-behaftet ansehen muss. Der Ansatz ist gut, jetzt müssen wir abwarten, was daraus wird.

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