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Skelettfund in Peru: Forscher entdecken vierbeinigen Wal mit Hufen
A. Gennari

Er sieht aus wie ein riesiger Otter: Wissenschaftler haben an der Küste Perus die Knochen eines Wals gefunden, der schwimmen und laufen konnte. Was verrät das Skelett über die Entwicklung der Tiere?

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Worldwatch 06.04.2019, 06:19
1. Südlicher Atlantik?

Wenn die These von der Ausbreitung via südlichem Asien korrekt wäre, müssten sich die Tiere durch den Pazifik dorthin bewegt haben, oder?

Paarhufer? War stets der Auffassung das moderne Wale Rueckbildungen mehrerer, drei bis fünf Gliedmaße an ihren Flossen aufwiesen. Als evolutionärer Hinweis darauf, daß Echsen oder Saeuger ihr Landleben sukzessive aufgaben.

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MagicRoy 06.04.2019, 08:33
2. Titel

Der Titel sollte sollte ein Indiz liefern, dass das Tier nicht mehr lebt... So ist es einfach Clickbait.

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Spiegelpfau 06.04.2019, 09:09
3. Keine Echsen

Wale sind keine Echsen, sondern stammen von Paarhufern (Rindern/Pferden) ab. Heutige Wale besitzen Reste des Beckenknochens im Körper, der auf die alten Beine hinweist (Atavismus).

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mhwse 06.04.2019, 09:30
4. Wer im Biologie Unterricht aufgepasst hat

weiß dass es um ein Fossil gehen muss.
Ein Warnhinweis wäre ja nur für die weniger Interessierten nötig.
Aber genau die sollten den Text durchlesen.
Ein Schaden wird also nicht verursacht - eher die Bildung verbessert.
Es wird jetzt eine ganze Menge von Verschwörungstheoretikern kommen, die sagen ja, da hätte man halt ein paar Schlachtabfälle von Schweinen vergraben - ein paar Millionen Jahre gewartet - und dann behauptet es wären Wale ..
Dass die Biologie quasi der Urcomputer des Planeten ist und beständig die Software updatet um sich den ändernden Bedingungen anzupassen - das passt halt Einigen nicht.
Die sähen da gerne einen alten, fortpflanzungsunfähigen Mann, mit Bart am Keyboard.
(gut Bart hätten einige der mir bekannten Entwickler - mit dem wallenden Haar klappt das bei den meisten nicht so ..)
Die Vorstellung, dass sich die Algorithmen selbst optimieren - stößt aber auch in diesen Kreisen oft auf Skepsis.
Dass sich da quasi wie von selbst, Flossen aus den Hufen bilden - kostet etwas Vorstellungskraft.
bezieht man die Epigenetik als Forced Feedback Faktor mit ein - mit Hufen klappt das mit der Strömung nicht so gut - und man wartet eben nicht wie Darwin es nahe legt - nur auf Mutationen - dann kann man solche Vorgänge schon nachvollziehen. (Ohne einen unsichtbaren Programmierer zu benennen - der sich nach dieser These dann quasi auch epigenetisch hätte aus dem Nichts kommend selbst programmiert hätte - ja im Quanten"raum" - liegen "alle" Lösungen überlagert zugleich vor - das ist jetzt für die Nicht-Deterministen - und eine andere Story. Dort wäre ein planender Welten-Programmierer aber wieder nur eine Teillösung - bzw. Untermenge ..)

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permissiveactionlink 06.04.2019, 09:51
5. Passt doch alles ganz genau !

Urzeitliche Wale mit noch funktionsfähigen hinteren Extremitäten sind schon lange bekannt. Angefangen mit Pakicetus (vor 50 Millionen Jahren), Ambulocetus (vor 48 Millionen Jahren), und weiter zu den sogenannten Protocetiden mit Rhodocetus als wichtigstem Vertreter der ersten hochseefähigen Wale mit noch komplett vorhandenen, funktionsfähigen Extremitäten, die noch nicht Flossen waren, sondern mit denen die Tiere auch laufen konnten. Die Protocetiden werden auf das mittlere Eozän (Lutetium, 47,8-41,2 Millionen Jahre) datiert, und wurden außer in Ozeanien und Antarktika an den (ehemaligen!) Küsten aller anderen Kontinente als Fossilien aufgefunden. Dass die Tiere von Paarhufern (Artiodactyla) abstammen ist lange bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass es unter Huftieren auch Raubtiere gab, die Mesonychia (die den Artiodactyla nahestehen), und davon speziell der furchterregende Andrewsarchus, das größte fleischfressende Landsäugetier der Erdgeschichte (vor 41 Millionen Jahren). Aus kleineren Exemplaren der Mesonychia könnten sich lange vorher auch die Wale entwickelt haben, die zunächst nur im seichten Wasser von Flüssen und Meeresbuchten jagten (Pakicetus), und sich schließlich ganz an das Leben in den Weltmeeren und sehr viel später wieder in einigen Flüssen (Flussdelphine im Amazonas, Janktse ("Baiji"), La Plata, Indus und Ganges) anpassten. Das nun in Peru aufgefundene Fossil dürfte somit zu den Protocetiden gehören, was zeitlich hinkommt.

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cindy2009 06.04.2019, 10:10
6. Hobby-Paläontologe

Zitat von permissiveactionlink
Urzeitliche Wale mit noch funktionsfähigen hinteren Extremitäten sind schon lange bekannt. Angefangen mit Pakicetus (vor 50 Millionen Jahren), Ambulocetus (vor 48 Millionen Jahren), und weiter zu den sogenannten Protocetiden mit Rhodocetus als wichtigstem Vertreter der ersten hochseefähigen Wale mit noch komplett vorhandenen, funktionsfähigen Extremitäten, die noch nicht Flossen waren, sondern mit denen die Tiere auch laufen konnten. Die Protocetiden werden auf das mittlere Eozän (Lutetium, 47,8-41,2 Millionen Jahre) datiert, und wurden außer in Ozeanien und Antarktika an den (ehemaligen!) Küsten aller anderen Kontinente als Fossilien aufgefunden. Dass die Tiere von Paarhufern (Artiodactyla) abstammen ist lange bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass es unter Huftieren auch Raubtiere gab, die Mesonychia (die den Artiodactyla nahestehen), und davon speziell der furchterregende Andrewsarchus, das größte fleischfressende Landsäugetier der Erdgeschichte (vor 41 Millionen Jahren). Aus kleineren Exemplaren der Mesonychia könnten sich lange vorher auch die Wale entwickelt haben, die zunächst nur im seichten Wasser von Flüssen und Meeresbuchten jagten (Pakicetus), und sich schließlich ganz an das Leben in den Weltmeeren und sehr viel später wieder in einigen Flüssen (Flussdelphine im Amazonas, Janktse ("Baiji"), La Plata, Indus und Ganges) anpassten. Das nun in Peru aufgefundene Fossil dürfte somit zu den Protocetiden gehören, was zeitlich hinkommt.
Darf ich mal eine ganz unverfängliche Frage stellen? Wissen Sie das alles aus dem Kopf, oder suchen Sie sich die Daten zusammen, bevor Sie hier einen Kommentar schreiben? Ich habe ja viel im Studium lernen müssen, aber so etwas kann sich kein normaler Mensch merken, wenn er nicht komplett vom Fach ist. Wenn Sie das können - Respekt.

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rabode 06.04.2019, 10:40
7. Hufe?

Ich sehe auf den Zeichnungen keine Hufe. Dort sind Zehen zu sehen.........

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Worldwatch 06.04.2019, 13:27
8. @ rabodeheute, 10:40 Uhr

Ja, für mich -OK, totaler, aber interessierter Laie- sehen sowohl Zeichnungen wie auch Abbildungen der gefundenen Knochen, nicht aus wie Hufe.
Mit Fantasie könnte ich bei den Hinterbeinen Hufvariationen erkennen wollen. Die vorderen Extreminitaeten, erkenne ich als Laie aber bei bester Fantasie keine Hufe, sondern Fingerglieder.
Zu dem Eenwurf eines Kommentators, "wenn man in der Schule aufgepasst haette...".
Mag sein, dass das heutzutage zum Biologieunterricht/Evolution/Praehistorik gehört. Zu meiner Zeit jedenfalls nicht; wie so viele naturwissenschaftlichen die heute so ganz anders dargestellt werden, wegen der Erkenntnisse des vergangenen >halben Jahrhunderts! Da wurde viel Nonsens unterrichtet, was heute laengst überholt ist.

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permissiveactionlink 06.04.2019, 13:42
9. #7, rabode

Auf dem zweiten Bild der Bilderserie ist das Skelett zu sehen, und bei ihm an den hinteren Extremitäten nurmehr je zwei Finger. Diese Aufteilung ist typisch für Paarhufer, die heute auf jeweils zweimal zwei Fingern bzw. Zehen (Finger und Zehen 3. und 4.) gehen, während Unpaarhufer auf viermal einem Finger bzw. Zeh gehen. Die Bezeichnung Huf ist tatsächlich eher unpassend : Nur bei Unpaarhufern spricht man vom "Huf", bei Paarhufern von "Klauen". Bei Paarhufern sind die Finger und Zehen 2. und 5. für gewöhnlich noch als Relikte erhalten ("Afterklauen"), nicht jedoch bei dem Fossil, das auch noch alle fünf Finger an den Vorderertremitäten aufweist. Bei heutigen Paarhufern fehlt der 1. Finger stets. Es ist nicht auszuschließen, dass dieser frühe Wal auch Klauen besaß, er stammt aber sicher von Paarhufern ab.

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