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Software-Update: So will Boeing die 737 Max sicherer machen
Stephen Brashear / Getty Images / AFP

Nach zwei Abstürzen wegen eines offenbar fehlerhaften Sicherheitssystems bleiben alle Boeing 737 Max weltweit am Boden. Der Hersteller arbeitet fieberhaft an einer Lösung - jetzt wurden erste Details bekannt.

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juliuszapfe 27.03.2019, 11:47
110.

Zitat von mimas101
Das Software-Update wird mit Sicherheit nicht helfen die Konstruktionsmängel des Flugzeugtyps auszugleichen. Man las ja allerhand und nicht nur über den mörderischen Zeitdruck bei der Planung sondern auch das die Triebwerke derart ungünstig an den Flügeln angeflanscht sind (wenn sie denn überhaupt zum Flieger und seiner Bauweise passen) das es ein erhöhtes Risiko gibt das der Auftrieb zu schwach wird oder ganz abreißt. Deshalb mogelte man ja auch, zunächst unerkannt, dieses M;CAS-System mit rein um die Bugs und Fehler per default nicht auffliegen zu lassen. Na - so einem Flugzeug möchte ich mich nicht anvertrauen, wer weiß ob ich am Ziel auch heil ankommen werde.
Das mit dem abreißenden Auftrieb ist gefährliches Halbwissen. Auch das Abreißen des Triebwerks geschieht erst dann, wenn jedes andere Triebwerk auch abreißen würde.
ungünstig sind die Triebwerke befestigt, das ist korrekt. Passen zur Bauweise tun sie trotzdem. Das eine hat nicht zwingend das andere zur Folge

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juliuszapfe 27.03.2019, 11:50
111.

Zitat von StorminWolf
Einfach keine Boing mehr benutzen und die flugegesellschaften vor Buchung kontaktieren und fragen welches Flugzeug und welcher Typ genutzt wird. und mitteilen das man nicht Bucht wenn’s ne Boing ist.
Warum sollte kein Boeing Flugzeug mehr benutzen? Es nur ein Modell betroffen, dieses nicht mal komplett, sondern nur ein Baumuster dieses Modells. Für viele Interkontinentalflüge werden sie kaum eine Andere Chance haben, außer eine Boeing 777 zu benutzen.

Es ist ein spezifisches Problem was auch nur ein spezifisches Modell betrifft. Die anderen sind doch normale Flugzeuge, sie wesentlich sicherer sind als das Auto oder im Haushalt auf einer Leiter zu stehen...

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juliuszapfe 27.03.2019, 11:55
112.

Zitat von permissiveactionlink
Wenn die Piloten das System durch Gegensteuern abschalten können, wie lange bleibt es denn dann inaktiviert ? Bis zur Landung, oder bis zum Strömungsabriss ? Die ungünstige Verlagerung des Schwerpunktes der Maschine durch die neuen Triebwerke wird jedenfalls durch das Software-Update nicht behoben. Und wenn einer der beiden AOA-Sensoren ausfällt und Mist anzeigt, woher weiß der Pilot dann bei manueller Kontrolle, welchem der beiden Meßwerte er vertrauen soll ? Es ist jedenfalls schon mal ein kleiner Fortschritt, wenn das MCAS sich auch abschaltet, wenn beide Sensoren unterschiedliche Winkel anzeigen, ihre Messwerte also ständig vom MCAS verglichen werden. Und dass sich dann hoffentlich nicht meht Pilot und Copilot bücken und jeweils eine Kurbel drehen müssen, um MCAS zu deaktivieren. (Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen, und dann den kleinen Hebel ganz nach oben drehn, da erscheint sofort ein Pfeil, und da drücken Sie dann drauf, und dann geht das MCAS auch schon aus....) Wegen Blowback-Gefahr (also einer nicht mehr möglichen Verstellung der Höhenruder bei zu hohen Geschwindigkeiten abhängig vom aktuellen Luftdruck) sollte Boing noch einen Computer extra installieren, der verhindert, dass die Piloten in zu niedriger Flughöhe die Geschwindigkeit der Maschine zu sehr erhöhen können. Es ist tatsächlich schon soweit, dass solche Verkehrsflugzeuge ausgeliefert werden, und die Passagiere und das Bordpersonal die ahnungslosen Betatester sind, manchmal mit tödlichen Folgen....
Der Schwerpunkt der Maschine kann durch Beladung und Betankung immer noch im Regelfall genug nach hinten gesetzt werden.

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juliuszapfe 27.03.2019, 11:58
113.

Zitat von Rüdiger321
ein betagtes Erfolgsmodell, welches aus reiner Profitgier und Zeitdruck nur noch mithilfe von einer "Rettungs-Software" am Himmel bleibt??. Entgegen den Gesetzen der Aerodynamik und Physik gebaut um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Und nun soll die Software, die den Flieger am Himmel halten soll, sich nach einmal Warnen von alleine abschalten? Ja was denn nun? Dieses Menschen - verachtende "Herumgeeiere" von Boeing rund um die Max8 kann für mich als Vielflieger nur eines bedeuten: ich werde keinen Fuß mehr in eine Boeing Maschine setzen, gleich welcher Typ. Gottlob gibt es genügend Alternativen!
Genügend Alternativen ist leider nicht mal korrekt...
Nicht nur Boeing ist in der Vergangenheit bei der Konstruktion von Flugzeugen Fehler unterlaufen. Wer weiß ob bei Airbus auch eine Fehlersoftware anwesend ist.

Ich halte es für gefährlich, einfach so den ganzen Hersteller abzustenpeln, wo es diesen doch nicht mal. Komplett betrifft

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querulant_99 27.03.2019, 12:10
114.

Zitat von Zündkerze
warum dieser Flugzeugtyp mit von Haus gravierenden Mängeln von der Luftfahrtbehörde as OK bekommen hat. Wie kann es sein, das bei einem solchen System bewusst auf Redundanz verzichtet wurde und eine Warnlampe als Zusatzaustattung geordert werden muss. Das ist doch ein schlechter Witz oder ? Ich warte ja nur drauf das beim nächsten Wartungsintervall und einem fälligen Service Update der Software der alte Fehler plötzlich wieder drin ist. Wäre nicht das erste mal. In dieses Flugzeug steigt doch keiner mehr ohne ein grübeln ein.
Die FAA wusste offensichtlich nichts von gravierenden Mängeln.
Boeing hat es der FAA wohl so dargestellt, dass das MCAS nur eine nettes Gimmick ist, welches dafür sorgt, dass die 737 MAX genau dasselbe Flugverhalten zeigt wie eine herkömmliche 737. Selbsverständlich lässt die 737 auch ohne MCAS fliegen, aber dann merkt der Pilot auf Grund eines etwas anderen Flugvehaltens, dass er in einem anderen Flugzeugtyp sitzt und muss entsprechend reagieren.
Dass das neue Flugzeug bei fehlerhaften Sensordaten buchstäblich aus dem Ruder laufen kann, wurde bei der Abnahme offenbar nicht gecheckt.

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fritzberg1 27.03.2019, 12:34
115. Umgekehrt!

Zitat von juliuszapfe
............. MCAS greift, während der Autopilot aktiv ist. Ansonsten brauch man kein MCAS, weil ja der Pilot die Kontrolle hat. MCAS setzt also erst wieder ein, wenn der Autopilot angeschaltet wird. Der Autopilot kann nicht versehentlich deaktiviert werden, dafür ist eine bewusste Handlung von Nöten. Insofern kann man da nicht vergessen, ihn einzuschalten. ............
Es ist genau anders herum: MCAS ist [u]nicht{/u] aktiv wenn der Autopilot eingeschaltet ist (wozu auch?) und nur dann aktiv wenn der Flieger von Hand gesteuert wird und der Anstellwinkel einen bestimmten Wert überschreitet.
Zumindest sind das die offiziellen Verlautbarungen.
Ansonsten sollte es nicht in die Steuerung eingreifen, auch wenn das viele Foristen hier glauben.
Solange der Pilot ordentlich fliegt wird er von der Existenz des MCAS-Systems gar nichts bemerken.

Schauen Sie hier, da wird das im Detail erklärt:
https://theaircurrent.com/aviation-safety/what-is-the-boeing-737-max-maneuvering-characteristics-augmentation-system-mcas-jt610/

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MatthiasPetersbach 27.03.2019, 12:45
116.

Zitat von juliuszapfe
Sich vor moderner Technik zu verstecken ist auch nicht der richtige Weg
Sie DA einzusetzen (nur weil "modern"), wo sie nicht sinnvoll und hilfreich ist, ist aber auch doof.

Ob das im Flugzeug der Fall ist, kann ich nicht beurteilen - aber viele Geräte haben -mittlerweile- Elektronik und unterscheiden sich von den alten nur dadurch, daß sie teurer sind, unreparabel und schneller kaputtgehen.

Modern ist es ja nicht, sich eines untauglichen, umweltschädlichen und aufwendigen Mittels zu bedienen, um Dinge zu lösen, die mit weniger Aufwand und sogar besser und praktischer zu lösen wären. Modern ist, sich Dingen zu bedienen, die einem am besten nutzen.

Zettel und Bleistift ist DA angebracht, wo es keine weitergehenden Forderungen ans Ergebnis gibt. Und ist eben genau DA unschlagbar.

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Andreas Gehrig 28.03.2019, 07:12
117. Der Verein ahnungsloser Deutscher ...

enerviert sich wieder mal. Dass sich das System bei andauernder Differenzen der Anstellwinkelsensoren selber ausschaltet, ist die Gewähr, dass das nicht mehr vorkommen kann. Denn ins Verderben kann nur der falsch gemessene AOA-Wert führen. Auch dass das System übersteuert werden kann, ist bei diesem Hilfssystem eine sinnvolle Sache. Das kann man gut mit der Steuersäule der analogen Steuerung umsetzen, weil das viel mehr Gefühl als ein Sidestick vermitteln kann.

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Truair 28.03.2019, 15:58
118. Flight Safety = Pilot und Techniker

In den sachbezogenen Diskussionen und Berichten wird fast ausnahmslos der unzureichende Informationsfluss zwischen Boeing/ Airline zum Piloten hin diskutiert.
Meines Erachtens spiegelt das eine bedenkliche Luftfahrtkultur wieder da diejenigen die für einen technisch sicheren Flugbetrieb verantwortlich sind nicht erwähnt werden: Die Wartungsorganisation mit ihren Technikern.
Der Pilot hat das Flugzeug sicher von A nach B zu fliegen. Letzteres wird ihm vom Techniker übergeben der es für Flugklar zeichnet, oder auch nicht.
Nun die Frage: Wie hat Boeing die Wartungstechniker im Bezug auf MCAS trainiert: Funktion, Fehlersuche und Behebung, Funktionsprüfung, etc. Wie werden MCAS Störberichte im digitalen Fault System wiedergegeben und interpretiert. LION hatte immerhin eine Vorgeschichte, siehe auch PIREP‘s von anderen Airlines.
Die Wartungstechniker sind diejenigen die die Systeme eines Flugzeuges voll beherrschen müssen um Ihre Entscheidung zu treffen:
Flugklar oder nicht!
Die Systemkenntnisse die vom Piloten erwartet werden sind im FCOM beschrieben. Wenn der Flugbetrieb sich damit zufrieden gibt, … na ja.
Wie auch immer, wenn für eine oder gar beide Gruppen das MCAS ein Phantom war oder ist, dann sofort die MAX in den Hangar und die Tore zu!

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mhwse 27.06.2019, 07:14
119. das Problem aktuell

Zitat von Andreas Gehrig
enerviert sich wieder mal. Dass sich das System bei andauernder Differenzen der Anstellwinkelsensoren selber ausschaltet, ist die Gewähr, dass das nicht mehr vorkommen kann. Denn ins Verderben kann nur der falsch gemessene AOA-Wert führen. Auch dass das System übersteuert werden kann, ist bei diesem Hilfssystem eine sinnvolle Sache. Das kann man gut mit der Steuersäule der analogen Steuerung umsetzen, weil das viel mehr Gefühl als ein Sidestick vermitteln kann.
ist doch - dass es nur 2 Sensoren gibt.

Wenn einer fehlerhaft ist - der andere korrekt arbeitet .. welcher ist der fehlerhafte?
Um das zu klären, benötigen Sie einen dritten (von den jeweils anderen unabhängigen) Messwert.

Außer die Software beginnt bei zwei unterschiedlichen Messwerten "zu raten".
Dies scheint der Fall gewesen zu sein - damit ist unerheblich ob "ich" genau weiß, wie Avionik im Detail funktioniert.

Allein die Tatsache dass der Ausfall/Fehler eines so wichtigen Messwertes, den Flug (z.B. beim Start) gefährdet - ist hier ausreichend.

Es geht also nicht um ein (vermutlich eh virtuelles) Warnlämpchen - es geht darum, dass das System grundsätzlich falsch konzipiert ist (drei oder fünf Messpunkte wäre sicher - dann wird es aber vermutlich wieder kompliziert und teuer - der Entwickler brauchte das Geld und hat genickt als er gefragt wurde ob es auch mit zwei Messpunkten geht) ..
Dieses "fehlerhafte Konzept", wurde überhaupt erst erforderlich, weil man an den Proportionen (eines zuverlässigen) Modells - auf dem Entwurfs Desktop - den Zoom Faktor/Zoom Button - benutzt hat - ohne neue komplette System Tests machen zu wollen .. (und andere Triebwerke dran montiert hat)

Wenn Sie beim Auto z.B. eine LED statt der alten Halogen Lampe einbauen - erlischt die Betriebserlaubnis ..
hier wurde quasi alles geändert was sicherheitsrelevant ist ..

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