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Sommerzeit und Winterzeit: Wir müssen uns umstellen
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Am Sonntagmorgen um 3 Uhr bekommen wir eine Stunde geschenkt: Womöglich zum letzten Mal gilt dann in Deutschland die Winterzeit. Was sagen Chronobiologen dazu, was Politiker? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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st.esser 26.10.2018, 11:02
90. Zeitumstellung ist toll?

Zitat von Outdated
Meine Kinder sagen: Zeitumstellung ist toll: dann ist es morgens wieder heller auf dem Schulweg oder zumindest nicht so lange dunkel.
Ohne Zeitumstellung wäre es genau so hell ...

Denn schließlich ist doch gerade die morgendliche Dunkelheit in Frühjahr und Herbst die Folge der Sommerzeit-Umstellung.

Deshalb hoffe ich auch, dass es nicht auf dauerhaft Sommerzeit hinausläuft. Das hat man in Russland probiert und nach einem Jahr aufgegeben, um dann auf dauerhaft Normalzeit zu wechseln.

Ob die Gründe dafür auch auf Deutschland zutreffen müsste man prüfen, aber jedenfalls würde dauerhafte Sommerzeit in Deutschland zu einer Stunde Versatz zwischen Deutschland und Frankreich, möglicherweise auch zu weiteren westlichen Nachbarländern, führen.

Der Grund ist, dass Frankreich eigentlich ohnehin schon zu weit westlich für die Mitteleuropäische Zeit liegt. Das wäre zwar für mich nicht entscheidend, wohl aber, dass mit permanenter Sommerzeit es im Winter erst sehr spät hell würde, es noch schwerer fallen würde, früh aufzustehen, die Morgentemperaturen deutlich niedriger sind (mit der Folge Unfallgefahr auf Schul- und Arbeitswegen), etc.

Die Stunde die es am Nachmittag länger hell bleibt wiegt das bei Weitem nicht auf: die meisten Berufstätigen kämen z.B. unabhängig davon im Dunkeln nach Hause ...

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D_v_T 26.10.2018, 11:04
91.

Zitat von DiStefano8472
"Diese Expertenmeinung verwundert mich. In Deutschland liegen zwischen Ost und Westgrenze fast eine Stunde Unterschied zwischen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Wie kann man da eine klare Empfehlung abgeben"
Wie kommen Sie auf diese Zahl? Wenn ich stichprobenartig Cottbus und Kleve (beide etwa auf dem selben Breitengrad bei google eingebe, so komme ich für heute auf eine Differenz von 32 Minuten...

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Nania 26.10.2018, 11:06
92.

Zitat von jrcom
Ich versteh die Frechheit nicht, mit der Altmaier den Wunsch vieler Menschen (ob es eine Mehrheit ist, kann man bei der schwachen Beteiligung leider nicht sagen) zu einer einheitlichen Zeit zurück zu kehren mit dem Wunsch die Sommerzeit beizubehalten gleichsetzt. Viel wahrscheinlicher ist doch, dass diese Menschen die Rückkehr zur alten Normalzeit wünschten. Vorsichtshalber hat man aber danach gar nicht gefragt. Das ganze ist ein Akt der Scheindemokratie, wie sie allenthalben in der EU herrscht. Wer fragt, ob die Zeitumstellung abgeschafft werden soll, muss au h fragen, welche Zeit beibehalten werden soll. Und sich nicht die Antwort von der Wirtschaft diktieren lassen. Oder von anderen Interessen.
Da existieren bereits Umfragen zu, Altmaier geht von diesen Ergebnissen aus. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/zeitumstellung-deutsche-wollen-sommerzeit-laut-umfrage-behalten-a-1234276.html

Das Problem ist, dass die EU eben nur zur Abschaffung der Zeitumstellung gefragt hat, den Rest aber den Nationalstaaten überlässt. Theoretisch wäre es möglich, dass in Deutschland, Dänemark und Luxemburg die gleichen Zeitzonen haben, die Niederlande und Frankreich aber nicht.

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wurmfortsatz 26.10.2018, 11:06
93.

"Technisch kein Problem"? Oh doch, die ganzen (kleinen) Geräte mit einem Uhrenchip ohne Internetzeit werden spaßige Zeitsprünge machen. Für Windows und Linux gibt es ein Update, sofern aktuelle Versionen genutzt werden. Alles andere wird weiterhin regelmäßig die Zeit umstellen! y2k ist nichts dagegen.

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varlex 26.10.2018, 11:07
94.

Zitat von jpphdec
Willkürlich (aber mathematisch sinnvoll) ist es den Tag überhaupt in 24h (warum nicht 10, 100 oder 65536?) zu unterteilen. Nicht willkürlich ist es die Mitte des Tages als den Zeitpunkt zu definieren, an dem die Sonne ihren Höchststand hat.
Die Frage ist doch eher, wie "Mitte des Tages" definiert wird.

Ich bin zwischen 6-22 Uhr wach. Das heißt für mich ist die Mitte des Tages eher 14 Uhr. D.h. würde die Sonne 14 Uhr den Höchststand haben, hätte ich am meisten von der Sonne.

Wir leben nämlich schon lange nicht mehr nach dem Sonnenrhythmus, wie in früheren Zeiten, sondern nach einer festgelegten Uhrzeit.

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robr 26.10.2018, 11:08
95. Was ist Normalzeit?

Was ist Normalzeit? Die ist westlich des Längengrade 7°30' - etwa die Linie Emden - Dortmund - Koblenz - Pirmasens - Basel - Monaco die GMT/UTC, also die in England gültige Zeit. Wenn dauerhafte "Sommezeit" nachteilige Folgen nätte, wären diese in Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich und Spanien an der Tagesordnung.
Die Umstellungsaversion resultiert doch viel eher aus der hlbjährlichen Frage "vor oder zurück" ...
Wer tatsächlich zum falchen Zeitpunkt aufstehen muss: Schulkinder. Aber der 5. Klasse sollte die Schulanfangszeit eine Stunde verlegt werden, Ansonsten ist es ein Blödsinnsrhema.

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Master_of_Darkness 26.10.2018, 11:11
96. Genau richtig

Zitat von Al M
Ich finde die Umstellung gut. Ich will nicht, dass es im Winter so lange dunkel ist und im Sommer habe ich es gerne länger hell. Auch wenn es keine Energie spart, schaden tut es auch nicht. Das Gejammer mit den Umstellungsproblemen kann ich nicht nachvollziehen. Das hat sich nach zwei Tagen. Und ich bin auch keine 30 mehr.
Genau so sehe ich es auch. Und hinzu kommt, dass (Grund-)Schulkinder im Winter nicht komplett im Dunkeln zur Schule müssen, wenn im Winter Normalzeit herrscht.

Die Handwerker, die draußen arbeiten, hat auch schon jemand erwähnt. Man bedenke: Kurz vor Weihnachten wird es bei Sommerzeit erst um 9.30 Uhr hell (also im Westen von Deutschland). Von Frankreich oder Spanien ganz zu schweigen. Das fände ich schon nervig.

Umgekehrt: Bei ständiger Normalzeit fängt es im Hochsommer morgens um 3.00 Uhr an zu dämmern. Das ist auch Quatsch. Und die Zahl der Uhren, die sich selbst umstellen, nimmt doch stetig zu.

Kurzum: Ich finde die Zeitumstellung vereint das beste aus beiden Welten für wenig Aufwand.

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Nania 26.10.2018, 11:12
97.

Zitat von july1969
Was mich ehrlich gesagt wundert, daß die Leute häufig damit argumentieren, daß sie bei dauerhafter Sommerzeit im Winter Abends ne Stunde mehr Sonnenlicht nach Feierabend haben und somit eine Steigerung des Freizeitwertes einher geht. Grillen diese Leute im Winter bei -15 Grad, dann aber im Hellen, nach der Arbeit noch Würstchen auf der Terasse? Setzen die sich von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr dann noch schnell mit Freunden auf ne Maß in den Biergarten? Gehen die schnell noch ne Runde im Dorfteich baden? Fahren die dann noch kurz ne Runde Rad? Oder finden die es einfach kuscheliger, bis 9.30 Uhr ausm mit Neonlicht erleuchteten Büro auf die dunkle beleuchtete Straße zu schauen?
Nein, aber sie kommen im Hellen von der Arbeit wieder, können vielleicht noch im Hellen eine Runde mit dem Hund oder dem Fahrrad drehen, Spazieren gehen können, einkaufen, vielleicht auch so profane Sachen wie Fensterputzen. Ich finde es einfach angenehm, noch ein bisschen Tageslicht nach der Arbeit zu haben. Egal, wie ich es nutze. Gerade, wenn man an einem Ort arbeitet, der wenig Tageslicht bekommt oder von künstlichem Licht dominiert wird, kann das sehr angenehm sein. Für mich war das schon in der Schule gegeben. Winterzeit hat mich depressiv gemacht. Mit Nachmittagsunterricht oder gar einer AG kam ich manchmal wirklich erst im Finsteren nach Hause - und war natürlich auch im Dunkeln aus dem Haus gegangen.

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st.esser 26.10.2018, 11:12
98.

Zitat von themistokles
Ehrlich gemeinte Frage mit der Bitte um Antwort: Warum hat die Bahn bei Langstreckenverbindungen kein Problem mit der Zeitumstellung, der Flugverkehr angeblich aber schon? Wo liegt das Problem darin, in den Flugplänen auch "Ortszeit" zu schreiben, wie die Bahn?
Die Fluglinien markieren jetzt schon Ankunftszeiten in einer anderen Zeitzone speziell, das ist nicht das Problem.

Wohl aber, dass Flughäfen ganz anders "funktionieren" als Bahnhöfe. Bei Zügen, die sowieso im Stunden-Takt fahren, betrifft es nur den ersten und letzten Zug am Tag. Aber auch für andere Züge lässt sich meist ein freier Bahnsteig zur um 1 Stunde geänderten Zeit finden.

Flughäfen planen ganz anders und die Fluglinien müssen dafür sorgen, dass ihr Flugzeug an ein Gate kann (an dem eine Stunde früher oder später möglicherweise schon ein Flugzeug aus einem anderen Land steht, dass die Zeitzone nicht gewechselt hat). Auch andere Ressourcen müssen zur geänderten Zeit bereit gestellt werden, und da gibt es dann viele komplexe Abhängigkeiten.

Wenn der Zielflughafen die Ankunftszeit (in Ortszeit) nicht passend ändern kann, dann muss der Startzeitpunkt verlegt werden und die gleiche Problematik trifft dann für den Startflughafen zu.

Das ist sicher machbar, schließlich ändern sich Flugpläne ja auch sonst im Jahr und über die Jahre hinweg. Die Komplexität ist aber für Flughäfen sehr viel höher als für Bahnlinien und man muss im Fluglinien-Netz eine Lösung finden, die an allen Orten passt. Sicher lösbar, aber ein erheblicher Aufwand.

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zbv10 26.10.2018, 11:13
99. Kleine Eselsbrücke...

...für alle, die rätseln, wann die Uhr vor- und wann zurückgestellt werden muss: Im Sommer werden die Gartenstühle nach vorne gestellt, im Winter werden sie zurückgestellt.

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