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Sommerzeit und Winterzeit: Wir müssen uns umstellen
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Am Sonntagmorgen um 3 Uhr bekommen wir eine Stunde geschenkt: Womöglich zum letzten Mal gilt dann in Deutschland die Winterzeit. Was sagen Chronobiologen dazu, was Politiker? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Spr. 26.10.2018, 11:13
100. Es gibt keine Winterzeit!

Wie Sie selbst schreiben, gilt im Winter die Normalzeit. Eine Beibehaltung der Sommerzeit entspricht somit einer willkürlichen Änderung der Zeitzone, was durchaus Probleme schaffen kann. Nicht nur wirtschaftliche, auch der menschliche Biorhythmus passt dann nicht mehr, was weiterhin zu gesundheitlichen Problemen führt.

All diejenigen, die aus egoistischen Gründen wie Sport bei Tageslicht nach der Arbeit im Winter eine willkürliche Änderung der Zeitzone einfordern, sollten sich einmal vor Augen führen, was das z.B. für Schulkinder bedeutet. Die stehen dann im tiefen Winter in ihrer großen Pause im Dunkeln auf dem Schulhof. Während trotzdem nur noch jemand nach der Arbeit im Hellen Sport treiben kann, der spätestens um 15 Uhr Feierabend hat. Das dürfte nur eine kleine Minderheit sein. Aber heutzutage ist sich ja jeder selbst der Nächste und findet sich dabei ganz toll!

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Nania 26.10.2018, 11:15
101.

Zitat von 7131972445694
Wer tatsächlich erwägt, dauerhaft die Sommerzeit zu etablieren, hat den Bezug zur Realität verloren. Ein mehr als peinlicher Versuch der Brüsseler Bürokraten, ihre völlige Nutzlosigkeit durch vermeintliche Volksnähe zu kaschieren. Man muss sich das mal vorstellen: da macht man eine keinen Regeln der Repräsentativität genügende Umfrage, in der vermutlich zu 90 % prokrastinierende Studenten abgestimmt haben und will das Ergebnis dann allen aufstülpen, auch wenn man so tut, jeder könnte ja machen, was er will. Natürlich geht das nicht und europäische Einheitlichkeit wäre hier tatsächlich wünschenswert. Aber anstatt sich wissenschaftliche Erkenntnisse zu Nutze zu machen, redet man dem Pöbel nach der Schnauze. Diese EU braucht kein Mensch!
Da kann jetzt Brüssel nichts für.
Die Kommission hatte lediglich gefragt, ob die Zeitumstellung abgeschafft werden sollte. Die Entscheidung, welcher Zeitzone sich ein Staat zugehörig fühlt, soll aber von den Nationalstaaten selbstgetroffen werden.

Die Frage nach der Repräsentativität der Umfrage ist natürlich erlaubt und richtig, aber wenn ich das so aus einem Gefühl heraus beurteile: ich denke, dass sich viele Menschen für eine Abschaffung aussprechen. Fraglich ist bloß, ob sie das auch täten, wenn nicht die von ihnen favorisierte Zeitzone dann dauerhaft eingeführt werden würde.

Und in Brüssel sitzen übrigens keine Bürokraten, sondern gewählte Politiker. Darüber diskutieren wir gerne mal ein anderes Mal.

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ventoux72 26.10.2018, 11:15
102.

Zitat von fht
Die von vielen Foristen als "Normal"-Zeit bezeichnete Uhr-Einstellung bedeutet für fast ganz Deutschland (Ausnahme ein/zwei Dörfer bei Görlitz), dass die Uhr der astronomischen Zeit vorausgeht. Westlich der Linie (etwa) Dortmund-Koblenz entspricht die "Sommerzeit" sogar besser den astronomischen Realitäten. Wer es nicht glaubt, stecke einmal einen Stock in die Erde und prüfe, wann der Schatten am kürzesten ist (dann ist es astronomisch gesehen 12:00 Uhr)
Ein schönes Experiement! Leider fliegen bei solchen Diskussion immer alle Begriffe durcheinander, weil sie meist falsch benutzt werden. Gutes Beispiel im aktuellen Fall: Zenit und Normalzeit. Dabei handelt es sich meist um einfachste Sachverhalte, die jeder verstehen könnte. Mich ärgert es z.B. ebenso, wenn alle nur von Blutverdünnern sprechen, wenn Gerinnungshemmer gemeint sind. Den Unterschied beider Begriffe kann jeder verstehen!

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tel33 26.10.2018, 11:15
103. Normalzeit = Sonnenzeit? Wohl kaum

Zitat von Miroire
Ganz genau. Die Normalzeit ist keine willkürliche Festlegung, sondern richtet sich nach der Sonne (siehe Sonnenuhr). D.h. Mittag ist dann, wenn die Sonne (in der Mitte der jeweiligen Zeitzone) am höchsten steht, und Mitternacht, wenn sie am tiefsten steht. Ich hoffe sehr, dass die in dem Artikel erwähnte Einschätzung der Schlafforscher bei der Entscheidung in Betracht gezogen wird. Noch eine Anmerkung zum Artikel: Wir bekommen die Stunde nicht "geschenkt", sondern wir bekommen sie endlich wieder zurück. ;-)
Normalzeit ist für die meisten Regionen natürlich eine willkürliche Festlegung. Genau so wie auch die Sommerzeit. Deutschland bzw. West-/Mitteleuropa als Gesamtzeitzone erstreckt sich nun mal zeitlich betrachtet über einen sehr viel breitere Fläche als von all diesen menschengemachten Konstrukten abgedeckt wird. Schon in Köln geht die Sonne 30 Minuten später auf als in Frankfurt/Oder. Hier passt also auch diese 'Normalzeit' schon nicht mehr.
Letztlich ist es für unseren Alltag aber vollkommen unerheblich. Wir leben nicht mehr in einer vorindustriellen, durch den Sonnenstand bestimmten Welt.

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mfeldtn 26.10.2018, 11:15
104. "Normal"

Zitat von diepartei
Es gibt keine Winterzeit - Normalzeit ist der richtige Begriff. Ich frage mich immer wie konnte nur die Menschheit sich entwickeln und so gross werden ohne die Sommerzeit?
Tja, das kann ja nur von der Partei kommen, die aus Prinzip gegen jede Art rationalen Verhaltens ist.

Das Großwerden lag vermutlich daran, daß die Menschheit 99,999% ihrer Lebenszeit überhaupt keine vorgebliche "Normal"Zeit kannte, sondern einfach so im Winter eben später aufgestanden ist als im Sommer. Man hat sich dem veränderlichen Tagesrythmus angpaßt, und nicht irgendwelchen vorgegebenen Zeiten.

Die gibt's sowieso erst seit Einführung der Eisenbahnen, also noch keine 200 Jahre. Und welche Zeit nun für welchen Ort eigentlich "normal" sein soll, ist im Grunde Sache jedes einzelnen - schon Deutschland ist eigentlich zu groß für eine einzige Zeitzone.

Und nur weil man jetzt mal wieder ein bißchen per Zeitumstellung zum alten Erfolgmodell zurück will müssen die Antirationalen Fanatiker Deutschlands gleich Terz machen.

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A. Jurgenowski 26.10.2018, 11:16
105. German Gejammere

Ca. 5% der deutschen Wahlberechtigten haben sich an dieser Umfrage beteiligt, etwas mehr als 1% der europäischen Wahlberechtigten. Angesichts dieser Zahlen scheint Herr Juncker nicht ganz bei Trost zu sein, wenn er daraus ableitet: "Die Leute wollen das, also machen wir das." Hier wird Bürgerbeteiligung vorgegaukelt, die es so gar nicht gibt. Und andersherum: Dann auch bitte Onlineumfragen zu Themen wie höheren Mindestlöhnen, Entschädigung von betrogenen Dieselfahrern, Klimaschutz …. mit der gleichen schnellen Reaktion "Die Leute wollen das, also machen wir das“ und zeitnahen Umsetzung.
Und dann natürlich wieder dieses deutsche Gejammer. Man sollte meinen, eine ganze Nation leide unter zeitumstellungsbedingten Schlafstörungen undundund. Aber: In 2015 machten 5,6 Millionen Deutsche Urlaub in der Türkei, 1,8 Millionen auf den Kanaren, 3,6 Millionen in Griechenland, 1,6 Millionen in Portugal, 1,7 Millionen in Großbritannien. Macht über 13 Millionen Deutsche, die für ihren Urlaub gerne eine Zeitumstellung von einer Stunden in Kauf nehmen – sogar zweimal hintereinander in nur 14 Tagen. Ganz zu schweigen von den Millionen Fernreisenden in die Usa, Karibik, Fernost, Australien.

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florafauna 26.10.2018, 11:17
106.

Zitat von K. Larname
Bestätigung meines Standpunkts im Artikelzitat "Die deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin spricht sich für eine Beibehaltung der Normalzeit aus - also gegen eine dauerhafte Sommerzeit." Insofern finde ich es richtig, dass diese Umstellung jetzt die letzte "Pflichtumstellung" ist. Zurück auf Normalzeit. Leider rechne ich damit, dass eine Mehrheit dauerhafte Sommerzeit will und sich die Politik natürlich dem beugen wird. Machterhalt (gewählt werden) ist halt wichtiger als über die Sinnhaftigkeit von Expertenempfehlungen nachzudenken (deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin) oder diese gar zu berücksichtigen.
Erst einmal müsste eine deutschlandweite Abstimmung erfolgen und nicht nur mit 3 Optionen (Normalzeit, Sommerzeit, Zeitumstellung), sondern: wenn sich meine Meinung nicht durchsetzt, wäre ich eher für die Beibehaltung oder Abschaffung der Zeitumstellung.
Für alle Normalo-Fans wäre permanente Sommerzeit schlimmer als die Zeitumstellung und umgekehrt, deshalb ist für mich die Beibehaltung der Zeitumstellung der Kompromiss.

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tel33 26.10.2018, 11:18
107.

Zitat von Leser161
Die wichtigste Frage bleibt unbeantwortet: Welchen sinnvollen Grund gibt es "ewige" Sommerzeit einführen zu wollen. Die Uhrzeit ist natürlich definiert. Die Mitte des Tages ist wenn die Sonne im Zenit steht und das ist nur bei der Normal(Winter)zeit der Fall. Genausogut könnte man sagen man definiert die Temperaturskala um, damit es nicht so oft so kalt ist. Kalt ist wenns kalt ist, egal ob Wasser bei 0° oder -1° friert. Selbiges gilt für die Uhrzeit.
Wir können aber nicht alle unseren Wohnsitz nach Görlitz verlagern, weil nur dort steht die Sonne zur Mitte des Tages gemäß MEZ im Zenit. Insofern ist dies also keineswegs 'die wichtigste Frage', sondern tatsächlich eine völlig nachrangige.

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freizeitreiter 26.10.2018, 11:19
108. Immer wieder das gleiche

Wenn man in den Urlaub fliegt kein Problem für Schichtarbeiter kein Problem aber wenn alle halbe Jahr die Uhren verstellt werden riesen Problem. Also dauerhaft Normalzeit und viele outdoor Freizeitaktivitäten werden auf Juni, Juli und August nach normaler Arbeitszeit und pendeln beschränkt bzw. erschwert. und bei dauerhafter Sommerzeit wird es in den Wintermonaten erst gegen 9 - 9:30 Uhr hell aber bereits ab 15:30 - 16 Uhr dunkel = kaum bzw. kein Tageslicht unter der Arbeitswoche, was sagen denn da Wissenschaftler zu ? Winterblues und Depri ´s lassen dann grüßen. Ich finde, die Zeitumstellung ist ein guter Kompromiss um vielen Bedürfnissen gerecht zu werden.

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tel33 26.10.2018, 11:20
109.

Zitat von st.esser
Die Stunde die es am Nachmittag länger hell bleibt wiegt das bei Weitem nicht auf: die meisten Berufstätigen kämen z.B. unabhängig davon im Dunkeln nach Hause ...
Doch gerade bei Schulkindern wäre das sogar ganz entscheidend. Morgens wäre es im Winter so oder so dunkel. Am Nachmittag bestünde aber mit Sommerzeit immerhin noch die Chance auf etwas Tageslicht für den Heimweg.

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