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Sommerzeit und Winterzeit: Wir müssen uns umstellen
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Am Sonntagmorgen um 3 Uhr bekommen wir eine Stunde geschenkt: Womöglich zum letzten Mal gilt dann in Deutschland die Winterzeit. Was sagen Chronobiologen dazu, was Politiker? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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MJR 26.10.2018, 11:49
160. Es gibt Tag und Nacht... die Zeit ist eine irrelevante Nebelkerze!

Die Frage: "Wie konnte die Menschheit sich nur ohne Sommerzeit entwickeln!" ist ebenso unsinnig, wie viele Argumente für oder gegen die Zeitumstellung. Sie ist nämlich nicht das Problem, sondern die Dummheit des modernen Menschen, der sich durch "Zeit" künstlich takten lässt in seinem Lebenslauf, anstatt auf die automatisch in voller Harmonie zur individuellen (!) Natur tickenden Uhr zu hören!
Wer morgens Punkt 8 Uhr auf der Matte des Arbeitgebers stehen muss, für den ist die Zeitumstellung ein Thema. Das Problem ist aber weder Zeit noch Umstellung, sondern ein Arbeitgeber, der unflexibel genau diese Zeit vorschreibt und dazu noch erwartet, dass der Arbeitgeber Sommer wie Winter topfit 100% leistet!
In Branchen, wo eine freiere Zeiteinteilung herrscht, ist dies einfacher: Wenn es den Menschen, die sich ihre Zeit selber einteilen können, morgens zu spät hell wird, stehen eben später auf und "schaffen" dafür länger.
In südlichen Ländern gibt es zudem die "Siesta", da in den heißen Mittagsstunden die Arbeit zur Qual wird.
Der Mensch, will er gesund bleiben, sollte einfach mal wieder versuchen zu akzeptieren, dass die Natur unser Leben bestimmt und nicht umgekehrt!
Zementiert steht nach wie vor das "Arbeitszeitdiktat", während man die "Taktung" ändern will und das Problem doch eher bei "Eulen und Lerchen" zu suchen hat:
Der eine hat es abends gerne "länger" hell und das andere "früher dunkel". Bullshit ist das! Denn seit vielen tausend Jahren hat sich nichts geändert am zeitlichen Verlauf! Wenn der Mensch so doof ist, sich gegen seine (!) Natur aus dem Bett zu quälen und absurdeste akademische Berufe, wie "Chronobiologen" zu erfinden, beim besten Willen: Hetzen und Takten wir uns doch zu Tode! Definieren wir doch, dass von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Betrieb zu malochen ist. Nur darum geht es, wenn diskutiert wird, wie man es "gerne" hätte: Länger Hell haben es die gerne, die nicht vor 18°° Uhr zuhause sind! Logischerweise! Beamte und "Frei-Zeit-Einteiler" haben es gerne "Früher dunkel", weil sie um 18°° Uhr bereits lange genug Freizeit genießen konnten. Oder Eulen und Lerchen: Der eine kann morgens besser, der andere abends... das Problem ist, dass "Zeit" (besser: ARBEITS-Zeit!) sie alle in einen Topf wirft und normiert, wo es feinste Unterschiede gibt und dann noch dreist behauptet: "Dies ist Alternativlos! Es schafft Ordnung!" - und es ist widernatürlich und macht generell krank. Da braucht man nicht den "Extremhyperexperten Chronobiologe" zu befragen. Ich will niemanden zu Nahe treten... oder? Doch! Will ich! Weil mir diese ganzen Verpisserberufe, die uns vorgaukeln wollen "Besser zu wissen", langsam auf den Sack gehen! Einfachste Dinge auf ein möglichst komplexes Niveau zu heben, das verhindert eine klare Sicht auf die Dinge und hier ist nicht die Zeit schuld, sondern dessen aggressive Einteilung, die wir abhängig unterworfen sind!
Wer aufstehen kann, wann er will und so lange macht, wie er will... hat mit "Zeit" gar kein Problem und lebt gesünder. Das ist Fakt und zugleich Ideal und daran sollten wir in Anbetracht der Möglichkeiten der Digitalisierung denken: Wir werden die Zeit haben!

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jpphdec 26.10.2018, 11:49
161. Nein

Zitat von varlex
Ich bin zwischen 6-22 Uhr wach. Das heißt für mich ist die Mitte des Tages eher 14 Uhr. D.h. würde die Sonne 14 Uhr den Höchststand haben, hätte ich am meisten von der Sonne.
Dann wären Sie eben nicht von 6-22 Uhr wach sondern von 4-20 Uhr. Und die Tagesschau kommt dann halt um 18 Uhr. Genau darum ging es im zweiten Teil meines Posts. Es ist vollkommen irrelevant welche Zahl auf der Uhr steht, wenn morgens der Bäcker aufmacht, entweder die Sonne scheint oder eben nicht. Der Sonne ist es nämlich reichlich egal, wann der Mensch meint aufstehen, arbeiten und wieder ins Bett gehen zu müssen,

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großwolke 26.10.2018, 11:49
162. Abwarten

Juncker ist bei dem Thema vorgeprescht, weil die EU an der Stelle nichts weiter zu tun hat als den regulatorischen Rahmen abzuschaffen. Die Regelungen werden von den Mitgliedsstaaten im Anschluss selbst geändert. Oder eben auch nicht. Falls es klappt, wäre ich aber auch dafür, die Normalzeit beizubehalten und nicht die Sommerzeit. Aus ganz egoistischen Gründen: auf die Art hätte ich im Winter wenigstens einen Arbeitsweg bei Sonnenlicht, und nicht morgens-finster-abends-finster, wie sich das die ganzen Frühaufsteher antun ;)

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tel33 26.10.2018, 11:52
163. Nicht schon wieder...

Zitat von mixow
Und schon mal an die gedacht die im Winter draußen arbeiten oder die Kinder die im dunklen zur Schule gehen müssen.
Schon wieder dieses unsägliche Argument. Die Kinder müssen auch mit MEZ im Dunkeln zur Schule. Es sei denn die Anfangszeiten werden verschoben, was natürlich nicht der Fall ist. Dafür hätten Sie mir MESZ nachmittags wenigstens noch die Chance auf Tageslicht.
Und ich persönlich möchte auch im Sommer noch nicht um 4 Uhr morgens die Sonne im Gesicht haben. Das entspricht in keinster Weise meinem Tagesrhythmus.

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st.esser 26.10.2018, 11:52
164. Unnormalzeit?

Zitat von fht
Die von vielen Foristen als "Normal"-Zeit bezeichnete Uhr-Einstellung bedeutet für fast ganz Deutschland (Ausnahme ein/zwei Dörfer bei Görlitz), dass die Uhr der astronomischen Zeit vorausgeht. Westlich der Linie (etwa) Dortmund-Koblenz entspricht die "Sommerzeit" sogar besser den astronomischen Realitäten. Wer es nicht glaubt, stecke einmal einen Stock in die Erde und prüfe, wann der Schatten am kürzesten ist (dann ist es astronomisch gesehen 12:00 Uhr)
Da ich zufällig am Rhein lebe (etwas westlich der Linie Dortmund-Koblenz) kann ich nur sagen: Das ist nicht nur theoretisch sondern auch durchaus praktisch prüfbar Unsinn!

Deutschland erstreckt sich von etwa 6° bis 15° Ost. Im Osten geht die Sonne auf - und das heißt, dass die Städte weit im Osten bekommen morgens schon Sonnenlicht, wenn es im Westen noch dunkel ist.

15° entsprechen 1 Stunde (1° also 4 Minuten), und da Deutschland die Mitteleuropäische Zeit verwendet, die 1 Stunde vor der alten Referenz "Greenwich Mean Time" liegt, steht bei Normalzeit die Sonne z.B. in Bauzen fast exakt um 12 Uhr im Süden. In Aachen bei 6° Ost dauert es aber noch bis 12:36 bis die Sonne im Süden steht.

Mit der Sommerzeit stellen wir die angezeigte Zeit um 1 Stunde vor. D.h., wenn im Sommer die Uhr in Bauzen 12 Uhr zeigt, wäre es nach Normalzeit erst 11 Uhr, die Sonne dort also erst um 13 Uhr im Süden. Und in Aachen steht sie dann um 13:36 im Süden ...

Richtig ist, dass die Uhr in weiten Teilen Deutschlands der astronomischen Zeit vorausgeht, im Westen weit mehr als im Osten. Falsch ist aber, dass die Sonne den astronomischen Realitäten besser entspricht als die Normalzeit, denn die Sommerzeit führt dazu, dass die Uhrzeit der astronomischen Zeit um 1 weitere Stunde vorauseilt, also im Westen um 1,5 Stunden statt 0,5 Stunden.

Die Mitteleuropäische Zeit ist die richtige Normalzeit in Deutschland, wenn man sich an der astronomischen Zeit orientieren will. Die Mitte Deutschlands liegt bei 10° und damit 40 Minuten vor der Zeit am Nullmeridian. Wenn man keine "krummen" Zeitzonen haben will, dann ist 1 Stunde vor GMT (bzw. heute UTC) damit passend ...

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Nania 26.10.2018, 11:53
165.

Zitat von mixow
sollte es zurück zur Normalzeit gehen. Obwohl es die Zeitumstellung schon seit 38 Jahren gibt, habe ich mich immer noch nicht daran gewöhnt. Es ist für mich ein Krampf sich an die Sommerzeit zu gewöhnen. Bis ich es dann geschafft habe geht es schon wieder zurück zur Winterzeit. Was viele anscheinend nicht verstehen die die Sommerzeit favorisieren, das es dann im Winter noch um 9 Uhr früh dunkel ist. Ganz ehrlich ich möchte das nicht und wahrscheinlich viele andere auch nicht. Wenn es im Sommer statt um Halb Elf schon um Halb 10 Dunkel wird kann ich mit Leben, das haben wir schließlich vor der ersten Zeitumstellung auch. Aber im Winter um Neun Uhr Früh im dunklen herumlaufen. Ich möchte das nicht. Und schon mal an die gedacht die im Winter draußen arbeiten oder die Kinder die im dunklen zur Schule gehen müssen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Sommer schon um kurz vor 9:00 dunkel wird und dafür bereits schon um 4:00 hell. Ich bin aber auch erst nach der Festlegung der Zeitumstellung geboren worden.

Und: Kinder gehen JETZT schon im Dunkeln zur Schule. Die Sonne geht im Dezember erst um 8:30 auf. Und jeder, der nicht nur eine halbe Stunde Schulweg hat (gilt für viele) der geht von gut und gerne Mitte November bis Ende Februar im Dunkeln zur Schule. Die erste Schulstunde ist meistens die, in der die Sonne aufgeht. Für den Schulweg würde sich für die Kinder wenig ändern, nur für die Zeit, in der dann "in" der Schule die Sonne aufgeht. Und das gilt auch für viele ArbeitnehmerInnen.

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Sokrates1939 26.10.2018, 11:54
166. befremdlich

Ich finde es sehr befremdlich, daß ausgerechnet im Wissenschaftsressort behauptet wird, "wir bekämen eine Stunde geschenkt". Die Zeitmessung hat keinen Einfluß auf die Zeit. Uhren können nach Belieben ein- und umgestellt werden, ohne daß wir auch nur eine Sekunde länger oder kürzer lebten.

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A. Merkel 26.10.2018, 11:55
167. schon klar

die Wissenschaftler und Experten empfehlen aus guten Gründen die Normalzeit und die Bundesregierung und Bundewirtschaftsminister Altmaier entscheiden das glatte Gegenteil. So werden ja von der Merkel alle Entscheidungen getroffen.

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latrodectus67 26.10.2018, 11:56
168. Medien und Gesellschaft

Zitat von Newspeak
Wann ist die Gesellschaft eigentlich so verblödet, aus der Zeitumstellung, einem Luxusproblem, etwas zu machen, das jedes halbe Jahr wie das kommende Armageddon diskutiert wird? Anderswo verhungern Menschen, oder werden unterdrückt, gefoltert, ermordet, und wir diskutieren ernsthaft, ob eine Stunde Zeitverschiebung gesundheitliche Folgen hat. Schichtarbeit, Jetlag, und andere Zeitverschiebungen viel grösseren Ausmasses, teilweise durch Arbeitgeber erzwungen, interessieren aber dann wieder keinen. Merkt ihr noch, wie verrückt das ist?
Aktuell ist Megyn Kelly und Blackfacing, also sich das Gesicht schwarz anzumalen, ein anderes wichtiges Thema. Alternativ dazu könnte auch eine Diskussion über Gendergerechte Toilettenbeschilderung einen "#Aufschrei" erzeugen. Mal ehrlich, vor diesen fundamentalen und wichtigen Fragen, wie kommen Sie dazu von Medien eine Berichterstattung über Hunger oder Folter zu erwarten? Es sei denn natürlich die wäre von der Atlantikbrücke lanciert. Oder über Arbeitsbelastung, Stress, vielleicht sogar Depression oder Suizid?
Einfach mal Abstand nehmen und dann nachdenken und dann erkennen wer in einer Wahrnehmungsblase sitzt.

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Chico73 26.10.2018, 11:56
169. Skandal

Das solltem man wirklich mal Thematisieren. Was macht Brüssel eigentlich mit der geklauten Stunde aus dem Frühjahrszeitumstellung? Anstatt diese allen zugute kommen zu lassen, wird diese von den Biergartengängern allein verbraucht. Und die Stunde, die wir dann irgendwann im Herbst wieder bekommen, ist dann schon völlig verbraucht und abgenutzt, teils sogar mit Bierflecken. Pfui!

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