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Sonderbericht des Weltklimarats: Danke für nichts
imago/ snapshot

Zwanzigjährige können den Klimawandel nicht aufhalten, sondern nur die Schäden eindämmen. Hier nimmt eine von ihnen jene in die Pflicht, die viel zu lange, viel zu wenig für die Umwelt getan haben.

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Zoroaster1981 08.10.2018, 15:22
20. Dann konsequent und nicht halbherzig

Ehrlich gesagt finde ich es anmaßend zu sagen, junge Leute seien in eine kaputte Welt geboren worden, die "wir" (ab welchem Alter eigentlich?) zerstört hätten.
Seit der Industrialisierung, ja letztlich sogar seit Beginn der Waldrodung in Europa vor über einem Jahrtausend hat sich jede Generation die Erde "untertan" gemacht, wie es biblisch heißt. Und erst seit dem 19. Jahrhundert, als man die Natur wieder entdeckt hat und in verstärktem Ausmaße heute, ist es zumindest ins Bewusstsein, dagegen was tun zu müssen.
So, und um tatsächlich was zu ändern, müssten radikale Konsequenzen gezogen werden, die ALLE betreffen.
Abschaffung von Autofahrten, Flugreisen (ja, betrifft dann auch Junge, die sich in Australien selbstverwirklichen wollen), Produktion von Elektronik, usw.
Alles weg und zurück zur Autarkie. Und nicht nur selektiv. Klar, heute kann ich als Städter sagen, ich verzichte auf ein Auto. Und trotzdem hocke ich mich mal ins Taxi oder fahre öffentliche Verkehrsmittel. Oder ich kann sagen, ich esse kein Fleisch und wegen mir braucht keine Kuh in die Luft furzen.
Weniger zu verbrauchen als der Nachbar heißt nicht, nichts zu verbrauchen. Verbraucher und Verschmutzer sind wir nämlich ausnahmslos alle.
Wenn man es genau sind, ist ein großer Beitrag zum Umweltschutz, keine Kinder in die Welt zu setzen. Auch das muss gesagt werden. Wieso reichten der Menschheit vor gut 200 Jahren nicht, dass sie "nur" 1 Milliarde sind?

So, und nun würde ich gerne von den Anklägern hören, wie die Gesellschaft aussehen soll, die sie sich zur Rettung der Welt wünschen. Und nicht halbherzig. Die Umwelt weniger als der Durchschnitt zu zerstören verschiebt nämlich den Betrug nur von den Kindern an die Kindeskinder.

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MatthiasPetersbach 08.10.2018, 15:24
21.

Ziemlich einfach.
Wenn wir irgendwas bewirken wollen, dann müssen wir aufhören. So ziemlich mit allem. Dann radeln wir einmal in der Woche zum Bauer und holen Kartoffeln - und ansonsten bleiben wir zuhause, spielen Skat und liegen in die heimische Sonne. Und ab und an stehen wir auf und binden die Tomaten hoch. Und gehen vor allen Dingen nicht irgendwohin und arbeiten. Außer für das Nötigste. Und das ist -gemessen an dem, was wir zur Zeit vollführen, verschwindend gering.

Anders wirds nicht gehen. Dann hat aber alles, was wir so an "Arbeit" und Entlohnungs- und "Fortschrittsmechaniken" erfunden haben, ausgedient. Und das Ganze funktioniert nicht mehr.
Aber ich wäre da gerne dabei.

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telarien 08.10.2018, 15:24
22. Es wäre schön

Aber für diese klaren Gedanken ist der homo sapiens einfach zu verkommen. Wir verstehen das Problem schon, aber wir haben lieber mehr Geld und schließen die Augen.

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bedenkentraeger2015 08.10.2018, 15:26
23. Bekenne mich mitschuldig

Analyse: Ich gehe auf die 50 zu, habe mit 15 angefangen, exakt dieselben Forderungen zu stellen, habe hinterfragt, diskutiert, mich engagiert. Mit 20 studiert, mit wenig so lala gelebt, und doch einen beachtlichen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Erster Job, erstes Geld, erstes eigenes Auto, Wohlstand aufbauen. Das schlechte Gewissen war immer präsent, das Bündel guter Taten stets gut geschnürt. Über die Jahre wachsen die Zwänge, der Bauchumfang, die materiellen Nöte. Zu vielem lässt man sich gerne nötigen, spielt mit. Schönes, neues Handy. Niedlicher Zweitwagen. Tolle Urlaubserinnerungen. Das schlechte Gewissen, das ist über die Jahre kleiner geworden. Die Sorgen vor der Öko-Katastrophe weichen den persönlichen, finanziellen Sorgen - bleibt der Job, kann der aufgebaute Wohlstand erhalten werden? Der eigene Nachwuchs, der einem langsam den Spiegel vors Gesicht hält, kann an den über die Jahre verschobenen Wertevorstellungen eigentlich nichts ändern. Vielleicht noch ein letztes, inneres Aufbäumen bewirken - mehr nicht. Oder? Lena, ich bin ganz bei dir, aber was du erwartest, ist ein anderer Mensch.

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morkfromork 08.10.2018, 15:28
24. Natürliche Erwärmung

Dass es eine vom Menschen beschleunigte Erderwärmung aus vielfältigen Gründen gibt dürfte unbestritten sein.
Jedoch fehlt mir bei dieser Debatte immer die Tatsache, dass sich die Erde momentan vor allem auch ohne die Menschheit erwärmt. Wir befinden uns immer noch in einer ausklingenden Eiszeit. In einer Warmzeit sind die Pole komplett eisfrei und der Meeresspiegel um einiges höher.
Diese Tatsache sollte man einfach auch mal berücksichtigen wenn man schon die Moralkeule dermaßen schwingt!

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kodu 08.10.2018, 15:29
25. Die jüngeren gegen die älteren Habenichtse auszuspielen...

hat als Ablenkungsstrategie ja seit langem Methode. Nur eine elementare Wahrheit lässt auch die junge Autorin unerwähnt. Im aktuellen neoliberalen Paradigma (d.h. mit gegenüber den Finanzimperien bis zur Demütigung geschwächten öffentlichen Körperschaften und der Menschen, deren existenziellen Rechte sie eigentlich vertreten sollen) wird es keine der substanziellen Änderungen geben, wie Frau Puttfarcken sie einfordert!
Es hilft auch nichts, auf das Jahr 1980 zu verweisen, den angeblichen "point-of-no-return" o.ä. Lamentierereien. Wer eine signifikante Wende will, muss schon ein deutlich größeres Rad drehen. Dann muss es an globale Eigentumsverhältnisse gehen, an die reale Durchsetzung fundamentaler Menschenrechte. Eine Weltregierung. Dann darf uns das Schicksal von kahlschlagenden Bauern im brasilianischen Urwald genausowenig kalt lassen, wie die in Müll und Kloake vor sich hin vegetierenden Kinder und den Slums von Lagos oder Manila. UND das heißt: Wir alle müssen etwas von unserem Wohlstand abgeben...um die Umwelt zu retten...unseren Planeten. Wenn sich dafür eine qualifizierte Mehrheit findet: Ich bin dabei. AUFSTEHEN!

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MatthiasPetersbach 08.10.2018, 15:29
26.

Zitat von noalk
Wer eine Veränderung des Klimas zum Guten haben will, muss die Gesellschaft tiefgreifend verändern. Ohne Einschränkung der persönlichen Freiheit wird das nicht gelingen. Die Menschen werden auf liebgewonnenen Komfort verzichten müssen, so sie ihn denn bisher haben.
Der Komfort ist nicht liebgewonnen. Der wird einem aufgezwungen und man hat sich dran gewöhnt. Aber 50 verschiedene Einwegflaschen und Erdbeeren rund ums Jahr haben nichts mit Freiheit zu tun. Da sollte man richtigerweise KONSUM dazu sagen.

Bevor wir uns aber freiheitsrelevante Dinge wie Individualverkehr nehmen lassen, könnten wir auf KONSUM wie Fernsehen, Internet, 80% der Waren im Supermarkt und 99 % der Waren aus Kaufhäusern verzichten.
Gerne. Die Umwelt würde es uns danken.
Aber mit Freiheitseinschränkungen hat das nichts zu tun. Freiheit ist auch nicht das Problem.

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rieberger 08.10.2018, 15:32
27.

Eine Generation wird immer in eine Welt hineingeboren, für die sie nichts kann. Für deren (beklagenswerten) Zustand sie weder juristisch noch moralisch verantwortlich ist. Das war bei den nach den Weltkriegen geborenen Generationen nicht anders wie bei der jetztigen Generation hinsichtlich der Umwelt. Im Grunde gilt, dass jede Generation die Scherben der Vorgängergenerationen wegräumen muss.
Möglicherweise wird irgendwann die Reparaturleistung nicht mehr zu erbringen sein. Ich wünsche der Generation der Autorin, die auch die Generation meiner eigenen Kinder ist, dass sie erfolgreicher sind im politischen Gestalten und den Sch... repariert bekommen, den sie von uns erben.
Frage: Wo sind die jungen, politisch engagierten Menschen in diesem Land? Wo sind die Massendemonstrationen wie in den 68ern?

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vrdeutschland 08.10.2018, 15:33
28. Die deutschen Weltenretter

mal wieder. Schon mal darüber nachgedacht, dass es in Asien und Afrika die Menschen NULL KOMMA NULL interessiert, was mit dem Weltklima passiert ? Sie wollen alle auch nur ein Stück von dem Kuchen. Auch sie wollen reisen, wollen ein Auto und eine Wohnung mit Zentralheizung statt Bollerofen. Und nun ? Die Deutschen sind furchtbar naiv und kasteien sich für den Klimaschutz selbst wie kein anderer. Lächerlich.

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Bondurant 08.10.2018, 15:34
29. Köstlich

Dank ihnen sind junge Menschen wie ich in einer Welt aufgewachsen, in der wir nur noch Schadensbegrenzung betreiben können. Sie haben das Weltklima unumkehrbar verändert, bevor ich überhaupt geboren wurde.
Ich erwarte von ihnen, dass sie eine Welt schaffen, die uns entlastet.

liebe Autorin, das Wort „verwöhnt" kommt in den Sinn. So so, Sie, die die beste und unbeschwerteste Jugend genießen konnten, die die Menschheit in ihrer gesamten Geschichte je gekannt hat, "erwarten" also noch mehr. Dann, würde ich sagen, machen Sie mal. Und viel Glück.

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