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Sonderbericht des Weltklimarats: Die Klimakrise erreicht die Landwirtschaft
Lya Cattel/ Getty Images

Der Mensch bedroht eine seiner wichtigsten Lebensgrundlagen: Böden, Wälder und damit auch die Landwirtschaft. Der Weltklimarat warnt vor Gefahren für die Lebensmittelversorgung und mahnt zu einem Wandel unserer Ernährung.

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Tevje 08.08.2019, 13:28
120. Es wäre besser,

Zitat von Sibylle1969
Sie dürfen aber nicht außer Acht lassen, dass zur Produktion einer Kalorie Rindfleisch 12 pflanzliche Kalorien aufgewendet werden müssen. Meist als Kraftfutter, welches aus Soja hergestellt wird. Die Anbauflächen für Tierfutter machen wohl (müsste ich noch mal genau googeln) ein Drittel der weltweiten Agrarfläche aus, Tendenz steigend, weil der Fleischkonsum weltweit steigt. Dabei müsste der Fleischkonsum eigentlich sinken. Hierzulande beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch gut 80 kg pro Jahr. Macht rund 220 g Fleisch pro Tag.
Sie informierten sich. Sie können Rinder -überhaupt keinen Wiederkäuer- nicht mit Soja (=Eiweiß) füttern, ohne ihn umzubringen. Sie können Soja Extrakte, die i.d.R. bei der Biodiesel-Erzeugung ("Bauern zu Ölscheichs" nannte Renate Kühnast das) übrig bleiben, allenfalls in geringen Mengen zufüttern. Kraftfutter, i.d.R. Mais, bekommen Rinder nur 3 Monate vor dem Schlachten, um Gewicht anzusetzen. Nennt sich in den USA "corn fed beef". Ich persönlich bevorzuge Fleisch von Rindern aus Weidehaltung, meist aus Irland oder Argentinien stammend, weil die in Deutschland gehaltenen Rinderrassen v.a. auf Milchproduktion ausgelegt sind und die Bullen kein gutes Fleisch auf der Weide ansetzen. Ist in Deutschland zwar im kommen, aber immer noch nicht weit verbreitet, auch, weil es nicht genügend Grünweiden gibt, da diese fürs Biodiesel- und -gasgetreide verbraucht werden. Erst wenn dieser subventionierte Unfug aufhört, kann sich das bessern.

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gitane 08.08.2019, 13:28
121. @schartin mulz

relatv kurzfristig wird Retortenfleisch dem "natürlichen" den Rang ablaufen. Unter anderem auch, weil zur Fertigung weniger Medikamente eingesetzt werden. Ich habe bestimmt kein Problem damit gutes Fleisch zu essen, auch wenn dafür kein Tier gehalten wird. Es wird so kommen. Der mechanische Webstuhl hat auch die traditionellen Weber ersetzt.

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ctrader62 08.08.2019, 13:32
122. EU und Südamerika schaffen Fakten, IPCC völlig egal ?

"Der größte Deal in der Geschichte der EU" wurde auf dem G20 Gipfel in Japan stolz verkündet. Freihandel zwischen großen Teilen von Südamerika mit der EU, hauptsächlich betroffen Futtermittel und Fleisch. Die katastrophale Folgen für Natur und Klima durch die massive Ausweitung der Produktion, der massiven Abholzung des Regenwaldes und des interkontinentalen Handels waren durchaus bekannt. Die EU fährt walzt scheinbar wie ein Bulldozer die wissenschaftlich unterlegten Empfehlungen und Appelle des IPCC einfach platt.
Handlungen ("der größte Deal in der Geschichte der EU") und das Gerede bei Sonntagsreden ("Klimakanzlerin", "Energiewende") sind wirklich nicht konsistent. Ob die Bürger das irgendwann merken ?
Aber ganz bestimmt ist auch das alternativlos und moralisch überlegen, ich habe das sicherlich alles nur falsch interpretiert ?

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rosinenzuechterin 08.08.2019, 13:32
123.

Zitat von olli0816
Googeln Sie mal "Carbon Engeneering". Ich denke, in 10 - 20 Jahren werden wir eher das Problem haben, dass Länder und Unternehmen zu viel CO2 aus der Atmospäre nehmen, weil man damit Treibstoff generieren und dadurch viel Profit machen kann. Das Konzept kam von einem kanadischen Physiker und in Kanada steht die erste Testanlage. Die erste große Anlage wird in Texas errichtet. Warum dieser Standort? Die amerikanischen Ölunternehmen haben sich daran beteiligt und wollen Geld verdienen. Nur ist das Konzept nicht so schwierig umzusetzen und die Chinesen werden bald nachfolgen. Was machen wir hier? Wir sparen CO2 ein. Vielleicht beschwert sich Mr. Trump bei uns, dass wir die amerikanische Wirtschaft behindern, weil wir nicht genug ausstoßen. Wir haben wirklich viele Probleme, aber CO2 können sie bald abhaken. Egal was irgendwer so prophezeit, wenn wir nichts machen. Das nennt sich Fortschritt.
Wenn dieser tolle Fortschrittskraftstoff verbrannt wird, wird wieder CO2 emittiert. Herr Trump muss sich also nicht beschweren, sondern kann dieses wieder der Atmosphäre entnehmen. Das nennt sich Kreislauf. Bei der Verbrennung dieses Fortschrittskraftstoffs wird zudem Energie frei (sonst wäre es ja kein Kraftstoff). Diese Energiemenge muss bei der Produktion erstmal aufgebracht und sozusagen dem Produkt hinzugefügt werden. Woher kommt die denn?Und wer tasächlich Kraftstoff aus Luft generieren kann, wird in unserer Welt wohl nicht lange überleben. Was wir - im Gegensatz zu Ihrer fantastischen Anlage in Texas - tatsächlich haben, ist eine Testanlage in der Schweiz zur CO2-Abscheidung aus der Luft. Daraus kann noch niemand in nennenswertem Umfang irgendwelche Kraftstoffe herstellen, angedacht ist daher eine unterirdische Speicherung. In meinen Augen kein wirklich zukunftsfähiges Konzept und nur aus der Not heraus geboren, um irgendwas zu machen, bevor unser Planet schmilzt. Ich glaube nicht, dass wir das Thema CO2 so schnell abhaken können.

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Beat Adler 08.08.2019, 13:35
124. Insekten schaffen es als Bioreaktor aus Nebenprodukten der Mehlherstel

Zitat von rosinenzuechterin
Und diese Würmchen ernähren sich nur von Luft und (Tier-)Liebe? Oder was fressen die? Und woher kommt das Zeug in den Mengen, die nötig sind, um mit dem Umweg über Insekten die Ernährung von Milliarden Menschen zu revolutionieren?
Insekten schaffen es als Bioreaktor aus Nebenprodukten der Mehlherstellung, die wir die Menschen eben nicht verzehren, Proteine und Fette herzustellen. Das ohne zusaetzliches Licht oder Waerme.

Wer das in einer Fabrik kuenstlich nachstellen will, kommt nie und nimmer so billig und energeiguenstig eine solche Produktion von Proteinen und Fetten hin.

Huehner sind Insektenfresser. Tilapia Fische und Forellen, Lachse auch. Deswegen habe ich nichts gegen Huhn, Tilapiafilet, Forelle und Lachs, die vorher Insekten futterten.

Wir essen hier vor Ort, in Mitten Afrikas, immer wieder Insekten, direkt und ohne Umwege, einfach koestlich!
mfG Beat

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berther 08.08.2019, 13:36
125. Prohibition

Siehe den 18, Zusatzartikel zur Verfassung der USA von 1919 bis 1933 zum Verbot von Alkohol.
Hat auch nicht funktioniert und führte statt dessen zur größten Kriminalitäts-Krise des Landes.
Verbietet ihr den Menschen, zu essen, was sie essen wollen, wird es ebenso schlimm wie damals werden.
Viel Spaß bei dem Versuch.

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christejan 08.08.2019, 13:36
126. Mehrwertsteuer-Erhöhung --- lächerliche Makulatur !

Typisch unser Parlament und der nun mehr als bekannte deutsche ängstliche Politikstil. Alleine die Idee alles über den Markt zu regeln ist so demaßen überholt und dämlich wie eh und je. Trifft wieder nur jene, die ohnehin schon wenig im Geldbeutel haben. Die unter uns, die es sich nach wie vor leisten können, werden sich weiterhin dreist und emotionslos bis zur Unbeweglichkeit fressen und den Onkel Doc bitten, sie alle paar Jahre auf Kur zu schicken...auf "Kassen-Kosten", versteht sich. "Weniger" wird wieder "Mehr" Leute ;) Gut so

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StefanXX 08.08.2019, 13:37
127. Hysterie ums Fleisch

Endlich hat man eine neue Sau (diesmal im doppelten Wortsinn) gefunden, die man durchs Dorf treiben kann. Ich bin auch für würdevolle Tierhaltung und ich finde auch, dass Fleisch viel zu billig ist, nur um das gleich klarzustellen. Allerdings nicht nur Fleisch, sondern fast alle Nahrungsmittel sind hier viel zu billig.

Aber bei diesen ständigen Vergleichen was man denn einsetzen muss um 1 kg Fleisch im Vergleich zu 1 kg Gemüse zu erzeugen wird immer gerne vergessen, dass der Nährwert von Fleisch auch wesentlich höher als der von Gemüse ist. Wenn ich da mal normal fettiges Schweinfleisch mit sowas wie Karotten oder Salat vergleiche, liegt der Nährwert von Fleisch um den Faktor 8 höher. Demnach muss man fairerweise eigentlich den Aufwand 1 kg Schweinefleisch herzustellen mit dem Aufwand 8 kg Salat herzustellen vergleichen.

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booox 08.08.2019, 13:37
128. Also können wir es auch gleich lassen?

Zitat von audaxaudax
haben auch einen Appetit auf Fleisch. Wenn die beginnen richtig Fleisch zu konsumieren gibt es Probleme. Wir Deutschen sollen ein gutes Beispiel sein, sind aber nur 84 Millionen im Vergleich zu 3 Milliarden potentiellen Fleischessern.
Solche Einwürfe bringen doch überhaupt nichts weiter!
Fangen wir endlich an!
Und warum keine Verbote? Der autofreie Sonntag in den 70ern hat doch auch nicht zum Zusammenbruch der Wirtschaft geführt!

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olli0816 08.08.2019, 13:38
129. So neutral ist das nicht

Zitat von Beat Adler
Richtig. In Kanada steht die erste CO2 NEUTRALE Anlage, um aus dem CO2 in der Athmosphaere Treibstoff herzustellen, der nach dem Verbrennen in den Flugzeugtriebwerken, die gleiche Menge CO2, die er aufnahm wieder abgibt. Saldo = Null. Das reduziert den CO2 Gehalt der Athmosphare eben NICHT, sondern gestaltet ihn NEUTRAL! Die einzige, bisher praktikable, kostenguenstige Methode den CO2 Gehalt signifikant zu reduzieren, ist Dutzende Milliarden Baeume ZUSAETZLICH zu pflanzen, so dass ein grosser Milliardenueberschuss an lebenden, aufwachsenden Baeumen entsteht. Um so zu ueberleben, wie wir uns als moderne Menschen in den vergangenen 300'000 Jahren evolutionaer anpassten, muessen, pro Quadratmeter Erdoberflaeche, um die 1.5 kg CO2 aus der Athmosphaere entfernt werden und fuer einige Zeit eingelagert sein. mfG Beat
Hier aus der Seite:

DAC is a technology that captures CO2 from atmospheric air, and provides it in purified form for use or storage. CE’s DAC technology does this in a closed loop where the only major inputs are water and energy, and the output is a stream of pure, compressed CO₂. This captured, compressed CO₂ then offers a range of opportunities to create products and environmental benefits, including CE’s main focus, production of clean-burning liquid fuels with ultra-low carbon intensity.

Das heißt, hier wird CO2 herausgefiltert, das entweder gelagert oder u.a. als Treibstoff verwendet werden kann. Sie scheinen ja von dem Projekt schon gelesen zu haben.

Ich hab zwar nichts gegen Bäume und die dürfen gerne in großer Anzahl gepflanzt werden. Zumindest wegen CO2 wird das nicht der Lösungsfaktor sein.

Im übrigen: Warum plädieren Sie nicht dafür, dass wir endlich eine weltweite Geburtenkontrolle einführen und so den Menschen bis auf vielleicht 2 Milliarden Exemplare in 100 Jahren herunter bekommen? Weniger Babys sind der beste Umweltschutz.

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