Forum: Wissenschaft
Spielplätze: Liebe Leserin, lieber Leser,
Ute Grabowsky/ photothek.net

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snafuprinzip 17.08.2019, 07:26
1. Was haben die Eltern auf dem Spielplatz zu suchen?

Ich wundere mich in den letzten 10 Jahren sehr darueber, dass auf den meisten Kinderspielplaetzen mehr Erwachsene als Kinder sind. In meiner Kindheit (Jahrgang 73) war der Spielplatz ein Ort an dem Kinder ungestoert spielen konnten. Und da ist beim besten Willen genauso viel bzw. wenig passiert. Spaetestens wenn Kinder alt genug sind um in die Grundschule zu gehen haben Eltern meiner Meinung nach in der Freizeit der Kinder nichts mehr zu suchen und diese auch nicht fuer die Kinder zu verplanen.

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intercooler61 17.08.2019, 09:59
2. zum Thema Spielplatzdesign

Grundsätzlich ist es sicher eine gute Idee, die Kinder zu fragen (bzw. zu beobachten). Die meisten modernen Plätze mit einem Mix aus "Klassikern", fantasievollen Klettergelegenheiten und Wasserspielen erfreuen sich aber schon heute schon großer Beliebtheit bei den Kids - so jedenfalls meine Erfahrungen.

Der Verhütung schwerer Unfälle mit u.U. lebenslangen Folgen gebührt trotzdem Top-Priorität. Dazu gehören neben regelmäßiger Instandhaltung und Kontrolle auch konstruktive Details, wie z.B. die quetschsichere Abdeckung von Schraubenfedern an Wippen u.ä. - da gäbe es durchaus noch Luft nach oben.

Für beides (Pädagogik und Sicherheit) gibt es qualifizierte Spezialisten. Günter Beltzig zähle ich allerdings _nicht_ zu diesen, seit er kürzlich auf SpOn die Umzäunung von Spielplätzen als "Käfighaltung" beklagt und statt dessen "autofreie Städte" gefordert hat. (Will er denn auch Busse & Straßenbahnen verbieten? Seen, Tümpel, Löschteiche? Und wie dafür sorgen, dass bei 2 ErzieherInnen für 25+ Flöhe keiner der letzteren abhanden kommt?)

Beltzigs Klage (im damaligen Interview), pro Anwohner im Einzugsgebiet seien nur 1,5 m2 Spielplatzfläche vorgesehen, "so eine ältere[sic!] Norm", entpuppt sich bei näherer Betrachtung als irreführende Stimmungsmache: Maßgeblich wäre die Fläche pro _Kind_ im Spielplatzalter (schon bei dieser älteren Norm immerhin gut 10 m2) - und auch letztere sind nicht alle gleichzeitig dort anwesend.

Klar ist: Ein Spielplatz braucht Platz, das sagt schon der Name - je mehr, desto besser. Und seine Gestaltung braucht Fachleute. "Quereinsteiger" sind als Ideengeber willkommen, aber nicht als Ideologen.

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whitewisent 17.08.2019, 10:09
3.

Hallo! Ein Hinweis aufgrund meiner Beteiligung an zwei Finanzplanungen für Spielplätze. Zum arbeiten die Landschaftsplaner in der Regel mit Spielelemente, die durch Spezialfirmen hergestellt werden, nicht von ihnen entworfen. Das Seilgerüst auf dem Bild ist dafür ein gutes Beispiel. Das Hauptproblem bei den Planungen ist das Gesamtbudget, von dem für "einen Spielplatz" sehr viel für Wege, Grünanlagen und Zaunanlage benötigt wird. Für die Geräte bleibt am Ende immer zu wenig, da mit mehr Geld auch die Ansprüche steigen. So soll alles möglichst natürlich sein, auch wenn jedem klar ist, dass Sisal und Holz dann nach 3 Jahren instandgesetzt werden müssen. Das Potential des "Neuen" hat ein Spielgerät für Kinder nur für einige Wochen, dann ist es egal, wie detailiert ein Klettergerüst gestaltet ist, oder ob eine Rutsche nun 3 oder 4 Meter lang ist. Kinder sind übrigens auch da nicht automatisch die Experten, weil sie eben gerade nicht die Belange aller Zielaltersgruppen und Geschlechter beachten. Das ein "Konsens" dann nie wirklich optimal ist, wie halt überall im Leben.

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max-mustermann 17.08.2019, 10:33
4.

Meiner Erfahrung nach langweilen sich auf Spielplätzen eignetlich nur die Kinder die ihre Freizeit ansonsten überwiegend mit Fernsehen und daddeln an der Konsole/Tablet usw. verbringen. Da liegt das Problem aber eindeutig nicht an den Spielplätzen.

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greif81 17.08.2019, 11:11
5. Abenteuerspielplatz

Also der oben erwähnte Abenteuerspielplatz in Kanada,... der hat schon etwas.
Erinnert mich an meine Kindheit, als wir mit allerlei „gefährlichem“ Werkzeug in den Wald marschiert sind und dann stundenlang Baumbuden gezimmert haben. Sehr zum Ärger des Försters. Sogar Feuer haben wir da gemacht (ohoooo).
Selbstverständlich wussten unsere Eltern NICHT, wo wir stecken und was wir da treiben.
Ich wünsche unseren Kinder mehr von dieser Anarcho-Mentalität und Eltern, die sie machen lassen. Dann basteln die ihre Spielplätze selbst (auch wenn’s dann mal Ärger gibt, gehört auch dazu).

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charly05061945 17.08.2019, 11:12
6. Eigenartig

An den Wohnorten meiner Kindheit gab es keine Spielplätze - aber an Langeweile kann ich mich nicht erinnern. Kann es sein dass bei den heutigen Kindern die Phantasie durch zu frühen/langen Medienkonsum verkümmert?

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hrboedefeld 17.08.2019, 11:13
7. ...

in unserer lokalen Therme, ein wirklich schöner und sehr großer Betrieb, hatte der Architekt versäumt ein Gefälle zu den Abflüssen mit einzuplanen. Die Begründung: hat er bei sich zu Hause im Bad ja auch nicht.
Aus diesem Grund müssen täglich die Reinigungskräfte mit Abziehern das Wasser in die Abflüsse schieben...

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muckp 17.08.2019, 11:18
8. Der beste Spielplatz: Wald!

ich hatte früher das Glück direkt am Waldrand zu wohnen und einen besseren Spielplatz für Kinder gibt es wohl nicht.
In Bäumen geklettert, verschiedenste Arten von Hütten gebaut, Cowboy und Indianer mit selbstgemachten Pfeil und Bogen gespielt, bei Regen Damm gebaut und den Wald unter Wasser gesetzt. Das schönste war dann der Dammbruch wo das ganze Wasser wie ein Fluss durch den Wald geströmt ist usw. Das einzige künstliche Gerät war ein Schaukel. Da hat mein Vater 2 Schrauben in einem Baumast angebracht und daran hing der Schaukel. Natürlich passierten Unfälle. Das schlimmste war ein Kumpel der aus dem Baum gefallen ist, aber er hat es überlebt. Trotz Genickbruch. Der Pfeil ging mal knapp nebens Auge. Glück gehabt. Aus der Schaukel voll auf dem Rücken geknallt und eine halbe Stunde nach Luft geschnappt.
Das Stadtkinder die Change eher weniger haben und künstliche Spielplätze brauchen, kann ich verstehen. Ich fand es damals auch super in einem Park zu fahren und dann eine Wippe, Drehscheibe und sonstiges vorzufinden was wir natürlich im Wald nicht hatten.
Schlimm finde ich eher, dass Kinder nicht mal mehr im Matsch spielen dürfen, nur auf übertriebene Sicherheit geachtet wird (woher lernen sie sonst die Gefahre zu erkennen, wenn die alle aus dem Weg geräumt werden?) und jetzt wird auf höchstem Niveau rumgejammert, dass die Spielgeräte nicht von "Kinderexperten" entworfen sind? Kinder sind hard im Nehmen und einem Sturz aus 2 Meter Höhe wird in der Regel überlebt ohne das man gleich auf der Intensivstation rennen muss.
Wenn ich heute sehe wie Kinderspielplätze ausgestattet sind, kann man nur noch staunen. Da wird etliches geboten und auf solche Plätze habe ich noch nie ein Kind mit Langeweile gesehen. Schlimm sind die gelangweilte Eltern die meinen, dass sie noch auf ihr 14 jähriges Kind aufpassen müssen alsob es gerade mal 4 Jahre alt ist. Lasst doch eure Kinder spielen und experimentieren. Sie lernen dort Sachen die sie später im Leben verwenden können. Die Wunde auf dem Knie heilt schon wieder. Tut nur ein wenig weh und schon wieder was gelernt.

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fahrgast07 17.08.2019, 11:27
9. Spielplatz-Fehlplanung

Deutsche Spielplätze sind oft furchtbare Fehlplanungen - man schaue nach Holland, wie es besser geht. Dort weiß man, dass Kinder unterschiedlichen Alters verschiedene Bedürfnisse haben, und plant genau danach.

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