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Sprachforschung: "In Deutschland sterben die Dialekte aus"

Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache Westeuropas, mit diversen regionalen Dialekten. Doch diese Vielfalt hat in Deutschland keine Zukunft - sagt Sprachforscher Stephan Elspaß im Interview.

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btjeanne 26.04.2015, 12:54
1. Die Sache mit den Dialekten...

... ist ja die, dass die Jugend (wozu ich mich zähle) nicht unbedingt immer will, dass jeder weiß woher man kommt.
Außerdem ist wirkt es bei manch Dialekten wie Thüringisch, Sächsisch nicht unbedingt förderlich wenn man so spricht, weil man dann schnell als dümmlich abgetan wird.

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piccolo-mini 26.04.2015, 12:57
2.

Die Verkümmerung der regionalen Dialekte ist eine Folge des Kapitalismus und der in ihm liegenden Verkleinerung der Welt (der zeitlichen Distanzen).
So wie es vor über hundert Jahren nicht mehr möglich war, nur mit dem regionalen Dialekt Arbeit zu finden, wird es sich in nicht zu ferner Zukunft mit deutsch allgemein verhalten.
Der Kapitalismus braucht keine Sprachenvielfalt. Ganz im Gegenteil. Diese ist hinderlich. Irgendwann wird es genauso exotisch sein etwas anderes als englisch (oder vielleicht auch mandarin) sprechen, wie heute zu sächseln oder zu schwäbeln. Frei nach Merkel: Die marktkonforme Sprachentwicklung. Die heutige Zeit wird man als babylonisches Sprachengewirr ansehen
Die Frage ist nur, wie lange es dauert...

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birgerhemkendreis 26.04.2015, 12:58
3. Tja...

Also, ganz ehrlich..., ich finde es nicht so tragisch,wenn es weniger Dialekte gibt.
Meine Eltern haben sich schon in Hochdeutsch unterhalten, da sie aus verschiedenen Gegenden stammen, und mir fehlt das überhaupt nicht.
Die englische Sprache verbindet Menschen aus aller Welt, statt kleine Gruppen zu unterstützen,in denen man ohne Slang nicht dazu gehört.
Diese ganze Schützenfestmentalität ist mir fremd und zu engstirnig.
Ich möchte, dass sich meine Kinder mit allen Menschen auf der Welt unterhalten können (einschliesslich der Nachbarn), und dafür reichen deutsch und englisch völlig aus.
Die Zeiten, in denen jeder Clan seine Sprache hatte und sich von allen anderen abgegrenz hat, sind Gott sei Dank vorbei....

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karlmeier6565 26.04.2015, 13:04
4. Das Schlimmste ist

Das Studentenhochdeutsch.Im Zwang,ja keinen Dialekt zu sprechen,kommen die Gesprächspartner eintönig und langweilig rüber.Das ist so grausam,dass sächsisch schon erotisch ist.

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Blank 26.04.2015, 13:08
5. In der Zukunft versteht Jeder Jeden

ob er nun deutsch oder japanisch spricht Sofortübersetzung wird Sprachen irrelevant machen.
Sich zu emotional an Sprachen, Währungen, Kultur und Landesgrenzen zu klammern macht kein Sinn, die Welt ist im stetigen Wandel.

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DaWE 26.04.2015, 13:10
6.

@birgerhemkendreis

genau, wen kümmern schon regionale Gepflogenheiten und sprachliche Unterschiede, wenn man auf der anderen Seite die Möglichkeit hat mit nur 2 Sprachen weltweit zu kommunizieren. Schöne neue global vernetzte "bunte" Welt! Übrigens soll es Leute geben die neben hochdeutsch auch noch andere Dialekte beherrschen!

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franz.schmied.902 26.04.2015, 13:13
7. Dass die Dialekte aussterben ...

.. liegt doch schon längst völlig auf der Hand. Nicht die Sprache der Eltern, sondern höhere Schulbildung, größere Mobilität und vor allem die Medien beeinflussen die Sprache der Jugendlichen. Und da die Deutschen es besonders "cool" finden, sich das Anglo-Amerikanische anzueignen (nicht zuletzt in den Spon-Foren), wird unsere deutsche Hochsprache bald denselben Weg wie die Dialekte gehen.

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ricson 26.04.2015, 13:16
8.

Vor 100 Jahren hat man also anders gesprochen als heute? Und in 100 Jahren von heute aus wird man wieder anders sprechen? ich bin überwältigt. Nichts ist stetiger als der Wandel. Eines fernen Tages wird man dies auch in Deutschland verstehen.

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Hank Hill 26.04.2015, 13:16
9. Hat nicht lange gedauert

bis wieder mal der Kapitalismus als Sündenbock gefunden wird. Vermutlich tragen auch die USA hier eine Mitschuld. Herr Augstein übernehmen Sie. LOL

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