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"Spukhafte Fernwirkung": Und Einstein hatte doch nicht Recht
Imago/ Eibner

In der Quantenphysik beeinflussen sich Teilchen über große Entfernungen hinweg. Das glauben Sie nicht? Dann geht es Ihnen wie Albert Einstein. Doch das Genie lag falsch.

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schwerpunkt 09.02.2017, 14:01
70.

Zitat von stefan.martens.75
wir können nur nicht sagen welche Eigenschaften die Teilchen genau haben. Ändert aber nichts daran, das sie sie haben. erst nach dem Test wissen wir das halt mit Sicherheit und dann bei Verschränkung der Teilchen auch für das Andere egal wo es ist. :-)
Dem ist eben nicht so. Bevor die Eigenschaften eines Teilchens (um Beispiel sein genauer Ort) beobachtet werden, hat das Teilchen keine genaue Eigenschaft, sondern mehrere, eventuell unserem anschaulichen Bewusstsein nach sogar sich widersprechende Eigenschaften.
So kann ein Teilchen gleichzeitig an mehren Orten sein. Erst durch die Beobachtung (des Ortes)bekommt das Teilchen einen eindeutigen Ort zugewiesen.
Der einfache Doppelspaltversuch zeigt dies sehr beeindruckend, nachdem ein Teilchen, zum Beispiel ein Elektron durch beide Spalten gleichzeitig fliegt, wenn wir nicht beobachten durch welchen Spalt es fliegt. Das scheint nicht nur so.
Wir sprechen dann vom Welle-Teilchen Dualismus und nehmen eine scheinbare Unvereinbarkeit an. Diese entsteht aber nur in unserem Kopf.

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st.esser 09.02.2017, 14:02
71. Versteckte Variablen

Zitat von Steffen Gerlach
Ein Gedankenexperiment: Ein Roboter legt ein Ei zusammen mit zwei Holzwürfeln in eine Mikrowelle und bestrahlt das Ei mit einer Intensität, die so bemessen ist, dass das Ei mit 50% Wahrscheinlichkeit platzt. Dann verpackt der Roboter die beiden Holzwürfel, die nun beide mit 50% Wahrscheinlichkeit mit Ei bespritzt sind, und zwar beide oder beide nicht, in Päckchen. Ich erhalte die verschlossenen Päckchen. Eins behalte ich, eins schicke ich meinem Onkel Klaus. Dann öffne ich mein Päckchen. Nun die Interpretation: Bis zum Öffnen eines Päckchens haben die Würfel beide Zustände gleichzeitig, bespritzt und nicht. Erst durch das Öffnen wird der Zustand des enthaltenen Würfels festgelegt. Und, man staune, dadurch wird auch der Zustand des anderen Würfels durch eine wundersame Fernwirkung in gleicher Weise festgelegt.
Was Sie beschreiben ist ein Beispiel für "Versteckte Variable", so wie schon einige Postings in diesem Thread.
Im Beispiel wäre das die Möglichkeit, dass die Oberfläche der Holzkästchen verschmutzt worden ist. (Das vorgeschlagene Experiment hat im Übrigen Ähnlichkeit mit "Schrödingers Katze" ...)
Wenn es Versteckte Variable gäbe, dann wären viele Experimente damit erklärbar. Nur gibt es kein Anzeichen für versteckte Variable, wohl aber gute Argumente gegen deren Existenz. Und dieses Experiment zielte ja auch darauf ab, mögliche "Hintertürchen" zu entdecken bzw. sie mitgroßer Wahrscheinlichkeit auszuschließen.
Und es hat einen weiteren Beitrag dazu erbracht, dass "Versteckte Variable" wohl nicht existieren - daher muss eine andere Erklärung für die bisher nicht wirklich verstandenen (aber leicht vorführbaren) Quanten-Phänomene gefunden werden.

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sample-d 09.02.2017, 14:04
72.

Zitat von Steffen Gerlach
Ich habe es auch nie verstanden. Was hindert die Physiker daran, die angebliche Gleichzeitigkeit von Zuständen statt dessen ganz konventionell als schlichte Unkenntnis des Zustands zu betrachten? ..
Die Physiker hindert daran, dass es nicht so ist. Der Zustand ist undefiniert, bis er gemessen wird - nicht unbekannt, sondern einfach nicht festgelegt. Deshalb liefert - wie ein anderer Forist schon schrieb - das Doppelspaltexperiment Interferenzmuster, selbst wenn immer nur ein Elektron auf die Reise geschickt wird. Ein einzelnes Elektron interferiert auf dem Weg mit sich selbst, da es das Ziel auf allen möglichen Wegen erreicht. Misst man jedes Elektron dagegen schon jeweils vor dem Spalt, verschwindet das Interferenzmuster. Die Messung stellt den Zustand nicht nur fest - sie legt ihn erst fest.

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BettyB. 09.02.2017, 14:04
73.

Die Quantenmechanik ist eine Theorie der Physik, die Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten von Materie beschreibt. Dass sich "in" einer Theorie Teile erzeugen lassen und nicht "nach" eben jener Theorie, ist wohl nicht nur Journalisten gleichgültig, ist es aber nicht. Wenn schon Wissenschaftskritik, dann doch sprachlich bitte etwas angemessener...

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mhwse 09.02.2017, 14:05
74. mit verschränkten Quanten

Zitat von Kosmolan
dass ein Computer für Milliarden von Menschen eine Realität erzeugt, die alle Aspekte unseres Lebens abdeckt. Er müsste nicht nur unser Leben, unsere Welt, sondern auch das Universum das wir sehen und erleben simulieren vom größten Stern bis hinunter in die kleinsten Bestandteile der Atome. Diese Rechenleistung ist einfach unmöglich. Entweder ihr Beitrag war nicht ernst gemeint oder Sie haben sich zu oft die Matrixtrilogie angesehen.
wäre es ggf. möglich .. eine einfache Raumzeit zu erzeugen.
(weiter oben wurde angedeutet dass das Universum von 'Aussen' punktförmig als eine Wolke verschränkter Quanten erscheint - die Gravitation erzeugen und damit die Raumzeit .. )

(damit müsste man die Quantenrekursion einführen - was etwas schwierig erscheint, da es noch nicht mal einfache 'iterative' Quantenalgorithmen gibt .. ein solcher müsste z.B. das travelling Salesman Problem lösen können .. schnellster/kürzester Weg zwischen n zu besuchenden Städten ..)
..
Mit einem diskreten System ist dies nicht möglich (weder das Lösen des travelling Salesmen Problems - noch die Emulation eines ganzen Universums ..) - denn die Anzahl der Teilchen und die Energie die man brauchen würde um eine 'echte' also vom 'Bewohner' nicht unterscheidbare Raumzeit zu erzeugen würde die Energiemenge unserer Raumzeit weit übersteigen ..

Das (unser) Universum ist wohl NP-vollständig - das heisst mit trivialen Mitteln kann man es nicht 'innerhalb' nochmals nachbauen ..

"Eine wesentliche Eigenschaft NP-vollständiger Probleme ist, dass sie sich vermutlich nicht effizient lösen lassen, dass also ihre Lösung auf realen Rechnern viel Zeit in Anspruch nimmt. In der Praxis wirkt sich diese Eigenschaft nicht in jedem Fall negativ aus, das heißt, es gibt für viele NP-vollständige Probleme Lösungsverfahren, anhand deren sie für in der Praxis auftretende Größenordnungen in akzeptabler Zeit lösbar sind."

https://de.wikipedia.org/wiki/NP-Vollständigkeit

Beispiel: man kann nicht jeden Luftwirbel simulieren - aber die Entwicklung des Klimas .. was einige wieder bezweifeln werden ..

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santoku03 09.02.2017, 14:06
75.

Zitat von mhwse
Manche durchaus ernst zu nehmende Wissenschaftler behaupten dass auf diese Art und Weise unser Bewusstsein entsteht...
Und kaum ist das Thema Quantentheorie auf dem Tapet, melden sich schon die Spiritisten zu Wort. Leute, dies hier ist Wissenschaft! Hier haben wir es nicht mit Glauben und Spekulation zu tun. Und schon gar nicht mit "Behauptungen".

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reuanmuc 09.02.2017, 14:06
76.

Zitat von tmhamacher1
Jetzt wird immer wieder bestätigt, dass eine deterministische Physik unmöglich ist, also werden wir die Kräfte, die die Dinge im Innersten zusammenhalten, wohl niemals mit kausalen Gesetzen beschreiben können. Deshalb stellt sich die Frage: Warum wird da gejubelt?
Man darf Indeterminismus nicht mit Akausalität verwechseln! Auch die Quantenphysik ist der Kausalität unterworfen. Andernfalls gäbe es überhaupt keine Gesetzmäßigkeiten in der Natur, also auch kein Leben. Indeterminismus bedeutet, dass die auf eine Ursache folgende Wirkung nicht eindeutig berechenbar oder bestimmbar ist, sondern dass eine bestimmte Wirkung nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintritt. Das bekannteste Beispiel dafür ist die Heisenbergsche Unbestimmtheitsrelation. Es ist allerdings möglich, dass die Ursache eines beobachteten Phänomens nicht erkennbar und nicht mal beobachtbar ist.

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schwerpunkt 09.02.2017, 14:06
77.

Zitat von santoku03
In 200 Jahren wird über die Quantentheorie ebenso wenig müde gelächelt werden, wie heute ernsthafte Physiker über die Newtonsche Mechanik lächeln. Die wissen, dass eine gute Theorie stets eine Verallgemeinerung einer früheren guten Theorie ist.
Die Newtonsche Mechanik ist durch die Relativitätstheorie nicht als "falsch" entlarvt worden, sondern als Grenzfall für im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit, sehr niedrigen Geschwindigkeiten oder schwachen Gravitationsfeldern. Wir rechnen auch heute meistens noch newtonsch. Kaum ein Ingenieur wird bei seinen Berechnungen relativistisch rechnen. Insofern lächelt auch heute niemand über die Newtonsche Mechanik.

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IB_31 09.02.2017, 14:09
78.

Zitat von schwerpunkt
Wir sprechen dann vom Welle-Teilchen Dualismus und nehmen eine scheinbare Unvereinbarkeit an. Diese entsteht aber nur in unserem Kopf.
Nein.
Eigentlich lernt heute jeder Physikstudent dass das der Welle - Teilchen Dualismus arg überholt ist, seit Bell seine berühmte Ungleichung beschrieb.

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hummer44 09.02.2017, 14:11
79. Am Institut

nennen wir solche Veröffentlichungen mittlerweile "Zeilinger-Quark". Die Ergebnisse immer perfekt - was jeden Experimentalphysiker schon mal stutzig macht - , die Versuchsbeschreibungen eher schematisch und die Presse einhellig begeistert ob solch spukhafter Phänomene. Erhebliche Zweifel bleiben, ohne dem Kollegen direkte Betrugsabsichten unterstellen zu wollen.

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