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Stadtentwicklung und Klima: Grüne Energie aus schwarzem Wasser
West 8

Im Kampf gegen die Klimakrise sollen neue Wohnkonzepte helfen. Ein Neubauviertel in Hamburg erprobt derzeit Verfahren, die Rohstoffe sparen und Energie produzieren. Dafür greift man gewissermaßen ins Klo.

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Vargk 21.09.2019, 17:44
1. Interessantes Konzept

Das Abwasserkonzept klingt interessant, aber auch irgendwie äußerst anfällig. Schwarzwasser wird ungereinigt der Biogasanlage zugeführt. Wenn da mal einer ein etwas aggressiveres Putzmittel zur Toilettenreinigung nimmt, oder sogar aus Böswilligkeit Bleiche, o.Ä. im Klo runterspült, dann ist's doch mit den Gas produzierenden Bakterien aus, oder nicht?

Aber ganz besonders der Teil mit der Regensammlung ist interessant: Mit zunehmender Wasserknappheit grade auch auf deutschen Feldern erscheint es mir immer äußerst verschwenderisch, wenn ich bei Regen aus dem Fenster schaue und überfließende Gullis sehe. Denn alles was da reinfließt landet früher oder später im Meer und ist damit der Landwirtschaft nicht mehr zugänglich. Es wäre doch viel praktischer, dieses Wasser für Dürreperioden zu speichern und ggf. durch ein Pipelinesystem in Deutschland zu verteilen.

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jojo_jojopi 21.09.2019, 18:47
2. ... alter Hut - Prinzip des Biomeilers - aus den 1950er Jahren ...

ist eigentlich für jeden Haus- und Gartenbesitzer interessant - relativ hohe Energieausbeute - Wärme / Strom und Gas ... bei weiterem Interesse mehr unter Suchwort Biomeiler im Netz ... :-). oder native-power.de ...

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alt-nassauer 21.09.2019, 19:10
3. Irgendwie ist die Ganze Erklärung Suboptimal...

Also von Hinten angefangen. Was soll mit dem Grauwasser passieren? Das Wissen die Planer und Experten auch nicht so richtig. Weil ja stärker belastet als das Schwarzwasser. Ist Logisch....

Aber auch das Schwarzwasser hat Inhaltsstoffe, betreffend Menschliche Ausscheidungen - Medikamente und Hormone Verhütung . Würden trotzdem in Wasser bleiben. 35°C Gärung zerstört so etwas nicht Automatisch... Weshalb soll bei Herkömmlicher Reinigung die vierte Reinigungsstufe das Problem mit Ozon und/oder Aktivkohle minimieren. So wie man das versteht, würde mit dem Schwarzwasser und den Fetten ein Schlamm entstehen, den man nach der Gärung/Ausfaulung auf die Felder aufbringt. Was ist mit dem Wasseranteil im Schlamm? Der muss auch raus....

Wobei ich da Anmerke, was aus der Gastronomie kommt oder Industrie hat oft Feste Inhaltsstoffe, die durch Gärung auch nicht kaputt gehen. Glassplitter, Gabeln, Wurstpellen-Metallklammer, kleinste Plastikteilchen/-partikel usw.

So dann wie die Frau ihre "Schwarzwasser Unterdruck-Toilette zu benutzen hat - keine Essensreste und Feuchttücher. Hallo das ist bei den jetzigen Systemen auch nicht erlaubt bzw. unerwünscht. Zum einen Ratten in der Kanalisation und die Tücher blockieren Pumpen - gerade dort wo wegen fehlenden Gefälle gepumpt werden muss.

Alle Punkte was hier das Schwarzwasser angeht, schaffen Moderne Kläranlagen mit Mischwasser auch. Auch diese nutzen die Inhaltsstoffe zur Vergärung und auch Fette als Co-Substrate zur Optimierung Gaserzeugung. Größer Anlagen betreiben BHKW und diese verkaufen über EEG ins Stromnetz. Auch Phosphat wäre bei herkömmlichen Anlagen kein Problem. Schon vor 10 Jahren gab es dazu Studien. Lohnen tut sich das Phosphat aus dem Abwasser zu holen. Erst wenn der Preis der Natürlichen Quellen versiegt. Optimal (Kosten) ist die Rückgewinnung von Phosphat aus dem verbrannten Klärschlamm. Nicht aus dem Wasser, Energieeintrag ist viel zu hoch!

Eine Aufbringung von Klärschlamm auf Landwirtschaftliche Nutzflächen, kann man so oder so als Kritisch ansehen. Nicht hier auch noch so tun, als wäre es Wertvoll. Dafür sind zu viele unbekannte Stoffe darin und das hat auf den Feldern nicht verloren.

Meine Meinung dazu, es ist für große Einzugsgebiete eher Ungeeignet. Als in Regionen ohne Kläranlagen Extra zu erbauen und für autarke System geeignet. So wie man es versteht muss ja trotzdem ein Anschluss zu einer Kläranlage bzw. Anlage erfolgen. Ja und eben was ist mit dem Grauwasser?

Viel Spaß wenn sich die Leute an die Regeln zu den Unterdruck-Toilette nicht halten ... Die Sauerei möchte ich nicht entfernen.

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Sleeper_in_Metropolis 21.09.2019, 19:50
4.

Naja, das Regenwasser getrennt vom Hausabwasser gesammelt und anders abgeleitet wird, dürfte aber auch in HH keine neu Erfindung sein, oder ? Meines Wissens nach ist das doch fast überall so, und auch schon ziemlich lange.

Was macht man eigentlich, wenn bei diesen Flugzeugtoiletten Reste vom Geschäft in der Schüssel kleben bleiben ? Der Zeitraum, in dem eine Bürste zum Einsatz kommen könnte scheint ziemlich kurz zu sein, und ausreichend viel Wasser zum Nachputzen scheint ja auch nicht da zu sein.

Und Schade ist auch, das man nicht gleich Wärmetauscher in die Leitungen für das Grauwasser eingesetzt hat um die Wärme des Abwassers nutzen zu können. Immerhin dürfte ein Großteil des Grauwassers angenehm warm sein, und von so einem Projekt hab' ich vor kurzem erst gehört.

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alt-nassauer 21.09.2019, 20:22
5. Das mit dem Regenwasser ist mir jetzt erst...

Das mit dem Regenwasser ist mir jetzt erst aufgefallen.

Auch das ist keine optimale Erklärung. Selbst in Mischwassersystemen (Abwasser + Regenwasser) existieren Regenrückhaltebecken. Richtig ist das Starkregen Mengen (immer häufiger seit 10 Jahren) die Kapazitäten der Kanäle übersteigt. Richtig ist auch das Regenwasser durch Reifenabrieb und sonstige Stoffe verunreinigt ist. Regenrückhaltebecken in solchen Mischsysteme sollten so Dimensioniert sein. Das der 1. Spül-/Schmutzwassrstoss zurück gehalten wird. Erst nach längerem Regen läuft das Becken über. Dann ist in der Regel das Wasser sehr stark verdünnt. Selbst Grobstoffe setzen sich in den Becken weiterhin ab (Rechen in den Becken). Aber ungelöste Stoffe fließen über Bäche/Flüsse stark verdünnt ab.

Nun was ist nun der Unterschied, wenn man weiß Regenwasser ist belastet und trennt diese vom System. Muss das Regenwasser auch erst einmal in Rückhaltebecken sammeln. Das verdreckte Wasser, vom ersten Schmutzwasserstoss muss auch gereinigt werden. Das passiert in der Regel auch in der Kläranlage. Klar gibt es auch Region wo Trennsysteme Sinn machen. Dort wo wenig Reifenabrieb oder wenig Schmutz von den Strassen anfällt. Es gibt auch noch Verluste bei den Betriebsstoffen!

Aber auch das ist kein Allheilmittel um Kosten zusparen oder Automatisch sauberes Wasser zu erhalten. Das man dann auch noch anderweitig verwenden könnte.

Ich weiß nicht insgesamt scheint mir der Artikel alles was bisher war in Frage zu stellen und das Neue bringt es nun... Also um eines klar zustellen... Egal wie man sich entscheidet, dass Kostet alles Geld und vom nötigen Personal am Besten nichts dazu sagen. Wer soll das überwachen, reinigen und kontrollieren? Hier muss einigen klar werden, die dort Arbeiten haben oft keine Nachtruhe (Rufbereitschaft) und Sonn- und Feiertage werden auch zu Arbeitstagen. Samstag so oder so...

Alles in dem Sinne nichts Neues, nur der Versuch das was vielerorts schon existiert (Historisch), nun als Allheilmittel für das Klima anzupreisen.

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Gluehweintrinker 21.09.2019, 20:36
6. @1: Sorgfalt auch beim Putzen ist angesagt

Man wird davon ausgehen können, dass die Bewohner dieser High-Tech-Wohnanlage ziemlich genau wissen, mit welchen biologisch abbaubaren Putzmitteln sie ihren Toiletten zu Leibe rücken dürfen. Stichworte "Seife und Essig".

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icheinfachunverbesserlich 21.09.2019, 20:39
7. Gute Idee

Ich finde es gut, dass solche Möglichkeiten getestet werden. Gibt es denn dann auch besonders lärmarme unterdruck-WC‘s?

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Horst Scharrn 21.09.2019, 21:17
8.

Ich finde es absurd dass in Deutschland Wasser gespart wird. Deutschland ist ein Wasserreiches Land und überall ist genug Wasser vorhanden. Wir haben Flüsse und Stauseen ohne Ende. Und genug Berge an denen Wolken abregnen können. Und zudem ist Deutschland auchnoch dank dem Golfstrom mit hoher Luftfeuchtigkeit gesegnet.

Wassereinsparungen sorgen hier bei uns nur dafür dass die Kanalisation nichtmehr richtig durchgespült wird und dort dann alles deswegen kaputt geht.

Und Wasser kann man auch nicht wirklich verbrauchen, sondern höchstens verschmutzen und dann geklärt in irgendeinen Fluss oder ins Meer leiten.

Da verdunstet das aber wieder und kommt als Regen zurück zu uns nach Deutschland.
Das ist ein KREISLAUF, verbraucht wird da überhaupt nichts.

Was wir wirklich mal angehen müssen ist die Stromerzeugung. Bei der wird nämlich im Gegensatz zum Wasser tatsächlich was unwiderruflich verbraucht. Neue Kohle braucht paar Millionen Jahre zum "Nachwachsen".

Wenn wir also was tun wollen für die Umwelt, sollten wir zu allererst mal dafür sorgen, dass auf jedem Hausdach eine Solaranlage installiert ist. In jeden Stauseedamm müssten wir ein Wasserkraftwerk einbauen und auf ungenutzte Flächen und in die Nordsee Windstromanlagen stellen.

Und dann müssen wir die Großverbraucher angehen. Ja genau, die Industrie. Die müssen entweder deutlich besser werden was den Stromverbrauch angeht oder dazu gezwungen werden sich an den Kosten für erneuerbare Energien zu beteiligen. Dann geht das fix mit dem Verbrauch.

Aber WASSER ist echt unser kleinstes Problem hier in Deutschland. In Spanien oder Italien sieht das ganz anders aus, aber hier ist der Wasser"verbrauch" total egal weil wir mehr als genug haben.

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radnomade 22.09.2019, 04:01
9. Medikamente?

mich würde mal interessieren wie sie das Medikamentenproblem, z.B. Antibiotika, behandeln? Dürfen die Bewohner, welche diese Medikamente nehmen, dann nicht mehr diese Toiletten benutzen?

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