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Staffelfinale: "Game of Thrones", kurz erklärt
HBO/ Sky

Am Sonntagabend läuft die letzte Folge der vorletzten Staffel "Game of Thrones". Die Serie ist ein globales Phänomen, von Bulgarien bis Myanmar. Aber warum eigentlich? Ein Erklärungsversuch.

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Sumerer 28.08.2017, 15:06
150.

Zitat von MarkusW77
Das Problem der heutigen Zeit, Trotz totalem Halbwissens (5 Min gesehen) meint jeder zu allem eine Meinung haben zu müssen. (Sie dürfen, kein Problem!) Vielleicht mal Dieter Nuhr schauen, der hatte da so ein schönes Zitat.
Es mag durchaus sein, dass das Fressen eines Zhombies durch einen Drachen bei diesem zum Schluckauf führt und nachfolgend zum Absturz vom Himmel.
Ob dies entscheidendes Wissen darstellt, ist mehr als fraglich.

Machen Sie sich nicht soviel vor. Sie sollen die Geschichte häppchenweise konsumieren (etwa so, wie man einem Hund einen Knochen vorwirft) und möglichst keine Fragen stellen.

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Bondurant 28.08.2017, 15:06
151. Sie haben da was

Zitat von mcmercy
Finden Sie? Im Gegenteil wenn man sich die Handlungen aktueller "Könige" anschaut, heute heißen die ja meist Präsidenten, ... Die menschlichen Verhaltnsweise sind zwar in anderem Kontext die gleichen wie vor 2000 Jahren, lassen sie sich durch den dünnen Firniss der Zivilisation nicht täuschen, nur weil es in D derzeit gesitteter zugeht.
Grundsätzliches nicht verstanden: die Welt des GoT ist keine kapitalistisch organisierte. Das heißt nicht, dass sie mehr oder weniger gewalttätig ist als die reale. Sie ist einfach nicht wirklich vergleichbar und das macht den Reiz aus. Breaking Bad dagegen oder die Sopranos seinerzeit oder The Wire: Kapitalismus pur.

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mcmercy 28.08.2017, 15:35
152.

Zitat von Bondurant
Grundsätzliches nicht verstanden: die Welt des GoT ist keine kapitalistisch organisierte. Das heißt nicht, dass sie mehr oder weniger gewalttätig ist als die reale. Sie ist einfach nicht wirklich vergleichbar und das macht den Reiz aus. Breaking Bad dagegen oder die Sopranos seinerzeit oder The Wire: Kapitalismus pur.
Mag sein aber ich streite ab, dass Kapitalismus das grundsätzliche Thema vion BB ist, nur weil die Serie in der Jetztzeit spielt. Und es geht ja auch hier nicht um Marx und Engels, natürlich ist GoT ein Feudalsystem, wie nahezu jede Fantasy Fiction aber ob es nun um Land oder um Geld geht ist ja letzlich das gleiche, entscheidend ist doch die Gier als menschliches Motiv, worauf sich diese richtet ist zweitranging. Letzlich geht es in den Serien um menschliches Verhalten (Intrigen, Korruption, Gier und Wahnsinn) und nicht um Wirtschaftssysteme, wir sind ja nicht im Telekolleg. Wenn Sie natürlich lieber ein aktuelles Setting haben ist das Geschmacksache, sagt aber nichts über die Qualiät der Serie aus.

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severus1985 28.08.2017, 15:36
153. Bücher super, Serie gut gemacht

Habe alle Bücher gelesen, bevor ich die erste Folge GoT gesehen habe. Die Bücher sind sehr gut geschrieben, wenn man mit einer teilweise verwirrenden Fülle an interessanten Charakteren leben kann. Für mich macht das ein gutes Buch aus, auch mal links und rechts abseits des Haupthandlungsstrangs zu gucken.
Die Serie grenzt dies natürlich zwangsläufig etwas ein. Ich denke, ohne mein Buchwissen wäre ich auch so manches Mal verwirrt gewesen. Aber die Serie ist sehr gut produziert und top besetzt. Und alle Kritiker, die sie nur auf Blut und Titten reduzieren, haben sich wahrscheinlich kaum mit ihr beschäftigt. Es sind vor allem die Dialoge, bei denen der Zuschauer sich die Hand vor den Mund schlägt, diese sind nämlich, auch dank der guten Schauspieler, fesseln und richtungsweisend.
Insgesamt neben Fargo und Breaking Bad die für mich beste Serie.

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nick_neuer 28.08.2017, 15:42
154.

Zitat von Bondurant
ist Breaking Bad extrem deprimierend. Wenn man es ganz gesehen hat, fällt einem auf: es gibt eigentlich nur Gier und Niedertracht zwischen den Figuren. Der einzige "anständige" Mensch, Hank, wird folgerichtig von wirklich üblem White Trash erschossen. Also, genaugenommen eine wenig unterhaltsame Angelegenheit, sich das anzusehen. Ich glaube aber, dass viele das gar nicht so richtig gemerkt haben, weil es so spannend ist. Da ist GoT für das eigene psychische Wohlbefinden sehr viel besser.
Verstehe ich, kenne auch einige, die es genauso sehen. Mich hat aber die Entwicklung des Charakters von Walter wirklich fasziniert. Man (ich zumindest) konnte ein ganzes Stück weit mitgehen aber an einem bestimmten Punkt, oder eigentlich an vielen einzelnen Punkten, wurde einem klar, mit was für einem Arxxxloch man es eigentlich zu tun hat.
Und am Ende rettet er Jesse...
Walters Charakter war schon wirklich gut gezeichnet. IMHO.

Und Jesse war zwar nicht "anständig", weil Junkie, aber im Herzen auch ein richtig guter Kerl.
Und GoT? Finde ich im Vergleich dazu etwas platter. Weniger subtil eben. Mehr Eye Candy. Nicht missverstehen - ich finde GoT großartig, aber BrBa hatte für mich noch eine Dimension mehr.

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acitapple 28.08.2017, 15:44
155.

Zitat von germ
Was ist das denn für eine seltsame Frage? Das kann ich Ihnen erklären, obwohl ich das nicht müsste: Nur weil ich mir von der Serie mal ca. 5 Minuten angesehen und dann desinteressiert war, weiß ich doch trotzdem worum es geht. Die Medien sorgen schon dafür. Genauso bei "Tatort". Für Sie nicht nachvollziehbar? Ich interessiere mich nun mal nicht für diesen animierten Fantasy-Ritter-Shit.
Na na, das ist nun wieder zu flach und wird der Serie wirklich nicht gerecht. Die ganze Atmosphäre kriegt man doch erst beim Anschauen mit. Die Effekte, die Sprachen, das ganze Schauspiel, die emotionale Beziehung zu den Charakteren, das kriegen Sie nicht mit wenn Sie eine Schlagzeile im Spiegel lesen. Das gilt doch auch für Bücher. Die Handlung der Meisten kann man mit wenigen Worten zusammenfassen, warum sollte mal dann doch stundenlang lesen ?
Übrigens, ich hatte mich bis Anfang dieses Jahres auch vehement dagegen gewehrt. Drachen, Zauberer, Ritter, blabla, davon wollte ich nichts wissen. Habe mich dann aber doch breitschlagen lassen und wurde positiv überrascht. Kleiner Tip: falls Sie es doch irgendwann mal versuchen, warten Sie bis alle Staffeln raus sind. Jetzt habe ich nämlich das Problem auf glühenden Kohlen zu sitzen. Ich hasse es auf neue Folgen zu warten…

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MarkusW77 28.08.2017, 15:57
156.

Zitat von Sumerer
Es mag durchaus sein, dass das Fressen eines Zhombies durch einen Drachen bei diesem zum Schluckauf führt und nachfolgend zum Absturz vom Himmel. Ob dies entscheidendes Wissen .....
Es mag sein dass Ihr Leben ausschließlich aus Wissen aneignen besteht, meines besteht auch aus "sich unterhalten lassen", genießen, vergnügen usw.

Und warum "soll" ich die Geschichte Häppchenweise konsumieren? oder mir was vormachen? Bisher entscheide ich, wann ich was schaue.
Ihnen fehlt es an so manchem denke ich, oder ich bin hier einen Troll aufgesessen, das könnte natürlich auch sein.

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Bondurant 28.08.2017, 16:04
157.

Zitat von mcmercy
... ob es nun um Land oder um Geld geht ist ja letzlich das gleiche, entscheidend ist doch die Gier als menschliches Motiv, worauf sich diese richtet ist zweitranging.
Nein. Es gibt schon so etwas wie historische Entwicklung. Deshalb ist GoT ein Märchen, Breaking Bad nicht.

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mwroer 28.08.2017, 16:05
158.

Zitat von rubberducki
für diese Kolumne. Die Thematik und Ihre Interpretationen sind zwar ... nun, sagen wir mal ... etwas flach ... aber die Kommentare hier im Anhang sind der echte Bringer. Die inhaltliche und emotionale Auseinandersetzung ihrer Leserschaft mit diesem Thema ist sehr erstaunlich. Ich bin sehr .....
Wo genau sehen Sie den Unterschied zum Fußball - als Beispiel? Viel Freizeit geht drauf, viel Geld und der eigene Verein wird - mal mehr, mal weniger - fanatisch verteidigt. Auch dabei identifiziert man sich in gewisser Weise mit einer Fantasie oder dem 'Wir' Gefühl.
Und was genau ist daran schlecht? Wo ist das Problem wenn Menschen sich auf Fantasien einlassen solange der Bezug zur Realität in den wichtigen Bereichen des Lebens nicht leidet?

Keiner den ich kenne wünscht sich in Westeros zu leben oder seinen Lieblingscharakteren nachzueifern. Hier geht es, wie bei jeder guten Geschichte, um das eintauchen in eine andere Welt. Ich rede hier über die Bücher. Die Fernsehserie ... ja kann man drüber streiten ob die 'notwendig' ist. Kann man auch beim Hobbit und beim Herrn der Ringe.

Letztlich geht es aber nur darum dass Menschen Leidenschaft für eine gute Geschichte aufbringen. Ich persönlich sehe darin weder etwas manipulatives noch etwas schlechtes.

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nick_neuer 28.08.2017, 16:15
159.

Zitat von suckylucky
das ist imho eine folge des tiefverwurzelten deutschen standes/obrigkeitsdenkens. man muss sich einfach besser fühlen als andere. wenn man das nicht mit realen leistungen schafft, wird gerne dazu perfidie, abwertung, unterstellung etc. eingesetzt. exemplarisch zu sehen an usern wie veritas. entweder komplett unreflektiert oder voller maliziöser intention.
Ja, den Verdacht habe ich auch, deshalb habe ich in diesem Zusammenhang auch die "nationale Karte" ins Spiel gebracht.
Ich weiß es nicht, glaube aber, dass man in einem liberal geprägten Land wie z.B. den USA (schon klar, die haben wieder ihre ganz eigenen Probleme und Störungen) so etwas nicht in dieser Ausprägung finden wird.

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