Forum: Wissenschaft
Staffelfinale: "Game of Thrones", kurz erklärt
HBO/ Sky

Am Sonntagabend läuft die letzte Folge der vorletzten Staffel "Game of Thrones". Die Serie ist ein globales Phänomen, von Bulgarien bis Myanmar. Aber warum eigentlich? Ein Erklärungsversuch.

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nick_neuer 27.08.2017, 15:31
40. Fargo

Zitat von invisibleman
GoT ist excellent gemacht und sehr kurzweilig. Richtig begeistert war ich von Fargo1. Naja, Coen-Brüder eben.
Die Serie ist nicht von den Coen-Brüdern, sondern von Noah Hawley. Die Coens sind mW nur Executive Producers.
Trotzdem fand ich die erste und zweite Staffel auch herausragend gut. Die dritte hat mich etwas enttäuscht, obwohl immer noch gut.

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kopi4 27.08.2017, 15:34
41.

Man kann es auch einfach sehen: eine geniale Buchvorlage wird von HBO kongenial umgesetzt. Drehbücher, Ausstattung und, bis in die kleinste Nebenrolle, tolle Schauspieler. Allerdings sollte man z.B. Iain Glen, Liam Cunningham oder Stephen Dillane im Original hören, die deutsche Synchronisation macht vieles kaputt.

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nick_neuer 27.08.2017, 15:36
42.

Zitat von omnium_consensu
nachdem ich letztens eine Folge der Reihe ertragen musste, erkläre ich mir den Erfolg so: der intellektuelle Anspruch eines Rosamunde Pilcher-Werkes, dargestellt im "so-stelle-ich mir-das düstere-Mittelalter-vor"-Look mit Fantasy-Versatzstücken, gepaart mit viel Sex and Crime (bzw. Gewalt) - fertig ist der Quotenknüller!
Obwohl man nach einer Folge eine Serie nicht wirklich beurteilen kann, trifft es das ganz gut.
Trotzdem sehr kurzweilig und exzellent produziert. Teilweise großartige Dialoge; insbesondere Tyrion Lannister kann man gut zuhören.

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christian simons 27.08.2017, 15:40
43.

Zitat von h.weidmann
Bedeutet das, dass man sich in absehbarer Zeit in den Pausen in der Firma wieder über andere Themen unterhalten kann, z.B. über die real existierenden Schweinereien der Menschheit?
Um diesen Ansprüchen bezüglich Ihres firmeninternen Kantinenpalavers gerecht zu werden, müsste nicht nur "Game Of Thrones" sondern auch die Bundesliga eingestellt werden.

Aber Vorsicht, wenn Sie mit Ihren Kollegen lieber über die "real exitierenden Schweinereien" diskutieren, dann könnte man Sie sehr schnell, wie folgt, einschätzen:

https://www.youtube.com/watch?v=PcGwkyzmPmA

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ihatewolf 27.08.2017, 15:52
44. Spitzenserie

So, wie sich hier einige äußern, scheinen die ja mit Waffengewalt vor den Fernseher gezwungen werden. Niemand muss das schauen! Niemand muss sich mit Kollegen darüber unterhalten!

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mendikant 27.08.2017, 16:59
45.

Zitat von omnium_consensu
nachdem ich letztens eine Folge der Reihe ertragen musste, erkläre ich mir den Erfolg so: der intellektuelle Anspruch eines Rosamunde Pilcher-Werkes, dargestellt im "so-stelle-ich mir-das düstere-Mittelalter-vor"-Look mit Fantasy-Versatzstücken, gepaart mit viel Sex and Crime (bzw. Gewalt) - fertig ist der Quotenknüller!
Hat ihnen jemand eine Waffe an den Kopf gehalten?
Waren sie in einem hermetisch abgeschlossenem Raum ?
Sind sie erwachsen und hätten jederzeit aufstehen können und weggehen?

Sie haben also, eine völlig aus dem Zusammenhang gerissene Folge gesehen, deren Handlungsstränge ihnen unbekannt waren, deren Protagonisten ihnen unbekannt waren, aber hier dicke Hose machen.

Gratuliere, sie haben den Test, wie Deutsch bin ich, mit 100% bestanden.

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Sumerer 27.08.2017, 17:01
46.

"Am Sonntagabend läuft die letzte Folge der vorletzten Staffel "Game of Thrones". Die Serie ist ein globales Phänomen, von Bulgarien bis Myanmar. Aber warum eigentlich? Ein Erklärungsversuch."

Als notorischer Nicht-Gucker von "Game of Thrones" habe ich, nachdem ich hier alle bisherigen Kommentare gelesen habe, nichts verpasst zu haben.

Es scheint so zu sein als ob die Staffeln an nicht ausgelebte individuelle Gewalt- und Sexphantasien adressiert zu sein scheinen. Der Zuschauer kann sich im Verlauf seines Glotzens in eine Rolle versetzen und deren Handlungen empathisch virtuell nachempfinden. Wahrscheinlich ersetzt das den fehlenden sonntäglichen Kirchgang und die längst überfällig gewordene Beichte.

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Peter Werner 27.08.2017, 17:02
47.

Zitat von yasieda
(...) Es wird nicht versucht irgendeine "humanistische" Botschaft zu senden.(...)
Vollkommen richtig, es wird nicht versucht irgendeine "Botschaft" zu senden.
Vielmehr wird versucht, eine spannende, vielschichtige und von den Charakteren her sehr gut ausgearbeitete Geschichte ohne Schwarz/Weiß Malerei zu senden.
Und eben aus diesem Grund ist die Serie so grandios.
Ich möchte mich von einer Serie unterhalten und nicht erziehen lassen.

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kruderich 27.08.2017, 17:09
48. Sie habrn noch einen ungemein wichtigen Punkt vergessen:

Die Serie ist bis in die kleinste Nebenrolle hervorragend, zumeist mit britischen Schauspielern besetzt(auch wenn gerade zwei Hauptcharaktere ganz schwach besetzt sind: Daenarys und Jon Snow)!
Gerade wenn man die Serie im Original sieht (die deutsche Synchro ist übrigens sehr, sehr gut), merkt man, wie gut diese Schauspieler ausgebildet sind...u.a.haben fast alle mehrjährige Theaterengagements hinter sich. Da wird eine 2minütige Szene zum intimen Kammerspiel oder die ganz großen Gefühle kommen oftmals rein durch die Mimik rüber. Auch wenn zwei deutsche Schauspieler eine Weile lang durchaus zwei wichtige Nebenrollen besetzten (Thomas Wlaschiha, Sibel Kekilli) fragt man sich, warum solch ein Niveau an Schauspielkunst in Deutschland kaum zu sehen ist. Früher gab es dieses Niveau ja auch mal hier (Minetti, Froebe...) !?

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auchdasnoch 27.08.2017, 17:12
49. Erfolgsrezept

Traditionell ist das Genre ja eher was für Männer: Fantasy, Sex, viel Blut, Zombies. Meines Erachtens liegt der Erfolg der Serie aber darin, dass sie ab der dritten Staffel konsequent auch auf weibliches Zielpublikum geschneidert wurde. Tatsächlich steckt hinter (fast) jedem starken Mann der Serie eine sehr viel stärkere Frau. Interessant finde ich auch, dass die Serie so viele unterschiedliche weibliche Identifikationsfiguren bietet: von der "Überfrau" Daenerys (Mischung aus Claudia Schiffer, Abraham Lincoln und Harry Potter) über Cersei (gut aussehende Schurkin) über die ungleichen Schwestern Sansa und Arya bis hin zu den unzähligen starken Nebenfiguren (Brienne, Margaery, Olenna Tyrell, Ygritte, Melisandre, Lyanna Mormont etc.) - es sind eher die Frauen, die bestimmen, was in Westeros so abgeht. Ich glaube, die Serie tut mehr für den Feminismus als viele Feministinnen - und das ist auch gut so!

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