Forum: Wissenschaft
Stammzell-Streit: Forscher zanken um vermeintliche Wunderzellen

Es schien ein spektakulärer Durchbruch: Tübinger Wissenschaftler hatten Stammzellen aus den Hoden erwachsener Männer gezüchtet. Doch Kollegen melden Zweifel an, offenbar handelt es sich um schlichtes Bindegewebe. Zwischen den Forschern ist nun ein heftiger Streit entbrannt.

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Dumme Fragen 25.06.2010, 12:15
10. Ja, "üblicherweise"...

Zitat von Dynamike
, üblicherweise lässt man sich vor der Chemotherapie Spermien entnehmen und lagert diese dann, so das in Zukunft noch eine künstliche Befruchtung vorgenomen werden kann.
aber an deutschen Krankenhäusern wird es auch schon mal vergessen, den Patienten darauf hinzuweisen... Zum Glück darf man ja wenigstens unterschreiben, dass man umfassend über die Risiken aufgeklärt wurde...

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dr_tone 27.06.2010, 09:16
11. Bindegewebe ist nicht schlicht.

Zitat von sysop
Es schien ein spektakulärer Durchbruch: Tübinger Wissenschaftler hatten Stammzellen aus den Hoden erwachsener Männer gezüchtet. Doch Kollegen melden Zweifel an, offenbar handelt es sich um schlichtes Bindegewebe. Zwischen den Forschern ist nun ein heftiger Streit entbrannt.
Ein paar Richtigstellungen.

Erstens. Spektakulärer Durchbruch? Die Zellbiologie ist nach wie vor extrem beschreibend. Es gab lange keinen Durchbruch mehr, keinen jedenfalls, der das Verständnis betrifft. Skutellas "Durchbruch" betraf die Isolation einer Zellpopulation aus dem Hoden, die sich in der Kulturschale pluripotent ausnahmen. Ob das ein Durchbruch war... well, liegt im Auge des Betrachters. Klappern gehört zum Handwerk.

Zweitens. Grosser Wissenschaftsstreit? Doch eher Sturm im Wasserglas. Herr Schöler erscheint immer dann auf dem Plan, wenn jemand behauptet, er hätte pluripotente Stammzellen in der Hand. Er glaubt sich als Hüter des Pluripotenzgrals. Er wird dann gern grob und informiert die Presse. Vielleicht sollte die Presse mal seine eigenen One-Hit-Wonder überprüfen: Was ist aus den Eizellen geworden, die er herstellen wollte? Lassen sie sich unterdessen befruchten? Was ist aus dem von ihm entdeckten Wundergen "Pluripotin" geworden? Warum gehört es nicht zu den ips-Genen? Apropos ips-Zellen: Wollte er nicht die Einfaktor-ips-Zelle etablieren? Wer hat das reproduzieren können? Naja, klappern gehört zum Handwerk...

Drittens. Bindegewebszellen (Fibroblasten) haben kein eindeutiges Gen-Profil, wie es der Artikel suggeriert. Es ist überhaupt nicht klar, ob es *den* Fibroblasten überhaupt gibt. Das Muster ihrer aktiven Gene ist sehr divers und es gibt genug Arbeiten, die zeigen, dass ordinäre Fibroblastenkulturen zu spontaner Differenzierung neigen; manche behaupten sogar, pluripotente Fibroblasten zu haben, obwohl das ein Widerspruch in sich zu sein scheint. Hinzu kommt, dass Schöler, Skutella und viele andere nach wie vor glauben, man könne einen Zelltyp aus dem Organismus in die Kulturschale nehmen, ohne dass er seine Identität ändert. Allein diese Annahme ist naiv und mit ihr steht und fällt die ganze Argumentation. Aber gut, klappern tuts ja auch, wenn eine Schraube locker ist... und klappern muss man eben.

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