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Stammzellforschung: Forscher feiern künstliche Spermien-Produktion

Hoffnung für unfruchtbare Paare? US-Forscher behaupten, dass sie erstmals Spermien und Eizellen künstlich hergestellt haben. Skeptikern fehlt zwar der letzte Beweis - fest steht aber: Die jetzt entdeckte Methode hilft auf jeden Fall zu ermitteln, wie schädlich Umweltgifte für die Geschlechtszellen sind.

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m. m 28.10.2009, 20:04
1. Eine grossartige Errungenschaft

Zitat von sysop
Hoffnung für unfruchtbare Paare? US-Forscher behaupten, dass sie erstmals Spermien und Eizellen künstlich hergestellt haben. Skeptikern fehlt zwar der letzte Beweis - fest steht aber: Die jetzt entdeckte Methode hilft auf jeden Fall zu ermitteln, wie schädlich Umweltgifte für die Geschlechtszellen sind.
Man könnte die Blastozysten doch gleich einsetzen, dann hätte man denselben Effekt - und es brauchte auch nicht mehr "der letzte Glaube" zu fehlen, dass es funktioniert.

Natürlich ist es sicher auch wahnsinnig wichtig zu wissen, wie schädlich Umweltgifte für Geschlechtszellen sind, zugegeben. Nur wofür das wichtig ist, ist mir noch nicht ganz klar. Gifte sind eigentlich immer giftig, nicht nur für Geschlechtszellen.

Ein sehr wichtiger Punkt ist wohl auch, dass auf diese Weise alte Frauen und Männer noch Kinder bekommen könnten. Wie schön, wenn sie so mit 80 gerührt erleben dürfen, wie ihr Kind sein Abiturszeugnis erhält.

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dieMegamaschine 28.10.2009, 21:28
2. Literaturtipp

Diese ganze Forschung zielt doch nur darauf ab, den perfekten Menschen zu züchten ganz nach den Vorstellungen einer selbsternannten und größenwahnsinnigen Elite, ausgeführt durch von Konzernen bezahlte Forscher, die unkritisch für viel Geld beweisen wollen, was sie drauf haben.

Was das eigentlich ist und bedeutet, möchte ich hier lieber nicht aus...schreiben.

Nachzulesen in dem Buch von Jutta Ditfurth "Feuer in die Herzen".

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mark78 28.10.2009, 22:47
3. Schwarzmarkt

Ich sehe da noch ganz andere Probleme, was passiert wohl wenn man in nicht alzu ferner Zukunft nur jeweils ein Haar von 2 Leuten braucht um dann ein Kind zu (er)zeugen. Da dürfte es wohl in Zukunft einen gigantischen Schwarzmarkt geben der Promi-, Genie- oder Milliardärshaar inclusive Befruchtung verschachert.

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gabriele0 29.10.2009, 00:34
4. So'n Quatsch

das kann man so nicht ernst nehmen. Man kann nicht haufenweise Gruppen von Genen ausschalten und dann wieder einschalten, und meinen, man hat die Zelle nicht bereits massiv geschaedigt.

Was ich am schlimmsten finde, ist dieser Wahn, jeder muesse ein eigenes Kind haben. Mit den ganzen Methoden werden die Leute ja geradezu unter Druck gesetzt, anstatt sich in Ruhe damit abfinden zu koennen.

Stammzellenforschung habe ich schon lange im Verdacht, nur fuer die pharmazeutische Industrie interessant zu sein - im Sinne von massenscreening von neuen Substanzen. Ich haette nichts dagegen wenn dabei etwas vernuenftiges rauskaeme; aber das moechte ich erst mal begruendet sehen.

Ich empfinde das weniger als bedrohlich als einfach als massiv bloed und Geldverschwendung. Nicht jeder Hype bewahrheitet sich. Vor 10 Jahren wollte man schon Parkinson Alzheimer und wer weiss was mit Stammzellen heilen. Hat sich inzwischen auch schon wieder zerschlagen. War mir auch schon vorher klar, das kann gar nicht gehen, solche Zellen entarten viel zu leicht. Das hier klingt geradezu laecherlich, damit noch einen funktionierenden Embryo herstellen? Da sagen die doch dann selber - "da muss noch geforscht werden" das passiert dann aber nie. So'n Quatsch.

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Antje Technau 29.10.2009, 01:34
5. unethisch

Zitat von sysop
Hoffnung für unfruchtbare Paare? US-Forscher behaupten, dass sie erstmals Spermien und Eizellen künstlich hergestellt haben. Skeptikern fehlt zwar der letzte Beweis
es wäre absolut unethisch, aus diesen künstlich hergestellten Spermien oder Einzellen befruchtete Eizellen herzustellen und daraus eventuell entstehende Blastocysten in eine Frau zu implantieren.
Das Klonschaf Dolly hat gezeigt, dass Klontiere KRANKE Tiere sind, die vor ihrer Zeit altern und sterben.

Wozu die Zellen allerdings gut sind: man kann an ihnen die menschliche Spermatogenese oder Oogenese untersuchen und was bei diesen Prozessen bei unfruchtbaren Paaren eventuell schief läuft.
Kurz, die Zellen sind prima Material für die Grundlagenforschung.
Man kann damit auch solche Fragen beantworten:
Zitat von
fest steht aber: Die jetzt entdeckte Methode hilft auf jeden Fall zu ermitteln, wie schädlich Umweltgifte für die Geschlechtszellen sind.
aber zu etwas anderem, wie der Massenproduktion künstlicher Eizellen oder Spermien, um unfruchtbaren Paaren zu helfen, sind sie NICHT geeignet.

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Antje Technau 29.10.2009, 01:45
6. nein

Zitat von dieMegamaschine
Diese ganze Forschung zielt doch nur darauf ab, den perfekten Menschen zu züchten
tut mir leid, Sie sehen und lesen eindeutig zu viel Science Fiction :-)
Zitat von
ganz nach den Vorstellungen einer selbsternannten und größenwahnsinnigen Elite
und was bitte soll die "Elite" mit kranken, vorzeitig alternden Menschen à la Klonschaf Dolly anfangen?
- die taugen noch nicht einmal als produktive Arbeitskräfte...
Zitat von
ausgeführt durch von Konzernen bezahlte Forscher, die unkritisch für viel Geld beweisen wollen, was sie drauf haben
nein, eben nicht.
Frau Reijo Pera interessiert sich für die Entstehung von Geschlechtszellen (Eizellen & Spermien) und dabei auftretende Fehlfunktionen. Die von ihr - übrigens aus embryonalen Stammzellen - hergestellten Zellen taugen nur zur Grundlagenforschung.
Das weiss sie selbst auch:
“Ten to 15 percent of couples are infertile,” said senior author Renee Reijo Pera, PhD. “About half of these cases are due to an inability to make eggs or sperm. And yet deleting or increasing the expression of genes in the womb to understand why is both impossible and unethical. Figuring out the genetic ‘recipe’ needed to develop human germ cells in the laboratory will give us the tools we need to trace what’s going wrong for these people.”
Zu Deutsch: sie will durch das Studium dieser Zellen im Reagenzglas verstehen, was bei der Eizell- oder Spermienentstehung schiefläuft. Damit man dann - eines fernen, sehr fernen Tages - vielleicht unfruchtbaren Paaren helfen kann. Aber eben nicht (!) durch die Produktion künstlicher Spermien oder Eizellen.
Zitat von
Was das eigentlich ist und bedeutet, möchte ich hier lieber nicht aus...schreiben.
ach warum denn nicht.
Gut geschriebene Science Fiction hat was...
Man darf die Dichtung nur nicht mit echter Wissenschaft verwechseln...

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Daniel28 29.10.2009, 08:55
7. Gifte

Zitat von m. m
Man könnte die Blastozysten doch gleich einsetzen, dann hätte man denselben Effekt - und es brauchte auch nicht mehr "der letzte Glaube" zu fehlen, dass es funktioniert. Natürlich ist es sicher auch wahnsinnig wichtig zu wissen, wie schädlich Umweltgifte für Geschlechtszellen sind, zugegeben. Nur wofür das wichtig ist, ist mir noch nicht ganz klar. Gifte sind eigentlich immer giftig, nicht nur für Geschlechtszellen.
Unsinn. So einfach ist das nicht. Da wäre allein schon die Frage zu klären, was denn überhaupt als Gift zu klassifizieren ist und welche Dosis nun wie schädlich ist.

Wenn man mit einem solchen Verfahren die Schädlichkeit erforschen kann, kann auch die Zahl von Tierversuchen vermindert werden.

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m. m 29.10.2009, 12:08
8. Ca dépends

Zitat von Daniel28
Unsinn. So einfach ist das nicht. Da wäre allein schon die Frage zu klären, was denn überhaupt als Gift zu klassifizieren ist und welche Dosis nun wie schädlich ist.
Zunächst dachte ich eher daran, dass man dieselbe humanen Blastozyste (= Frühembryo), die man zur Gewinnung von künstlichen Spermien und Eizellen gebraucht, ja auch gleich implantieren könnte. Dann wäre dem unfruchtbaren Paar geholfen, ein gesundes Kind könnte heraunwachsen und man hätte teure Forschung vermieden, die nur einen Umweg beschreitet - und zwar einen, der (siehe Beitrag von Antje Technau) ohnehin nicht gangbar ist.
Zitat von
Wenn man mit einem solchen Verfahren die Schädlichkeit erforschen kann, kann auch die Zahl von Tierversuchen vermindert werden.
Das ist sicher ein Punkt. Man könnte aber auch andersherum drangehen: dass durch einen Verzicht auf diese spezielle Forschung die Zahl von Menschenversuchen vermindert werden könnte. Es kommt nur darauf an, welche Präferenz man setzt.

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Boston 29.10.2009, 14:53
9. nope

Zitat von m. m
Zunächst dachte ich eher daran, dass man dieselbe humanen Blastozyste (= Frühembryo), die man zur Gewinnung von künstlichen Spermien und Eizellen gebraucht, ja auch gleich implantieren könnte.
das stiummt so nicht. Die Zelln, die in der Arbeit verwendet wurden, sind alles lang etablierte humane ES Zelllinien und damit sehr weit entfernt von der Blastocyste, aus der sie urspruenglich mal stammte. Wenn man die Blastocyste von dem paar verwendet, das keine Kinder bekommen kann, dann haetten sie eben das Problem nicht. Und einfach andere Blastocyste einsetzen ist ja gerade nicht, was diese Paare wollen.

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