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Strahlenschützer im Interview: "Am gefährlichsten ist kontaminierte Nahrung"

Welche radioaktiven Stoffe kann die Havarie-Atomanlage Fukushima freisetzen? Wie können sich die Menschen in Japan davor schützen? Der Münchner Strahlenschützer Paretzke empfiehlt im Interview, die Nahrung permanent zu überwachen. Risiken für Deutschland sieht er nicht.

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Trollpatsch 15.03.2011, 17:20
1. Die größte Gefahr geht vom Menschen aus

"Die größte Gefahr geht nicht von einer Wolke aus, sondern von der von ihr kontaminierten Nahrung."

Und diese wird GANZ SICHER wieder von irgendwelchen zynischen Profitgeiern erst separiert und anschließend gezielt untergemischt oder sonstwie in Verkehr gebracht.

Wetten?

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meinmein 15.03.2011, 17:32
2. Meine Meinung

Zitat von Trollpatsch
"Die größte Gefahr geht nicht von einer Wolke aus, sondern von der von ihr kontaminierten Nahrung." Und diese wird GANZ SICHER wieder von irgendwelchen zynischen Profitgeiern erst separiert und anschließend gezielt untergemischt oder sonstwie in Verkehr gebracht. Wetten?
Selbstverständlich. Fertignahrung scheidet demnächst für eine Weile aus. Man muss sich schon mit Grundnahrungsmitteln begnügen und deren Herkunft überprüfen.
Es wird sich in den nächsten Monaten bis Jahren nicht vermeiden lassen, sich mit dem Thema zu befassen. Aber es ist machbar. Das war es 1986 auch.

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taggert 15.03.2011, 17:43
3. ...

Zitat von Trollpatsch
"Die größte Gefahr geht nicht von einer Wolke aus, sondern von der von ihr kontaminierten Nahrung." Und diese wird GANZ SICHER wieder von irgendwelchen zynischen Profitgeiern erst separiert und anschließend gezielt untergemischt oder sonstwie in Verkehr gebracht. Wetten?
Selbstverständlich!
Wer anderes erwartet ist Naiv!
In einer Globalisieren Welt ohne Gewissen wird sich schon ein dankender Abnehmer finden, der es seinem Volk unter-jubelt.

Ist ja auch kein Geheimnis das es nach einer gewissen Atomkatastrophe im Ostblock wesentlich mehr Gemüse zu kaufen gab, das der Westen nicht mehr wollte...

Eigentlich hielt ich die Leute ja für Spinner,
aber in unsere Korrupten Welt ohne Moral,
sollte man eventuell Investitionen in einen eigenen Geigerzähler nicht so ohne weiteres für Spinnerei halten.

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LOWES 15.03.2011, 17:45
4. Endlich

Zitat von sysop
Welche radioaktiven Stoffe kann die Havarie-Atomanlage Fukushima freisetzen? Wie können sich die Menschen in Japan davor schützen? Der Münchner Strahlenschützer Paretzke empfiehlt im Interview, die Nahrung permanent zu überwachen. Risiken für Deutschland sieht er nicht.
Endlich auch mal eine differenzierte Betracht5ung der Strahlengefahren

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cairne 15.03.2011, 17:59
5. Wieso denn das?

Zitat von meinmein
Selbstverständlich. Fertignahrung scheidet demnächst für eine Weile aus. Man muss sich schon mit Grundnahrungsmitteln begnügen und deren Herkunft überprüfen. Es wird sich in den nächsten Monaten bis Jahren nicht vermeiden lassen, sich mit dem Thema zu befassen. Aber es ist machbar. Das war es 1986 auch.
!986 haben wir fast nur von Fertignahrung gelebt, die vor Tschernobyl erzeugt wurde. Z.B. haben wir eine Menge Milchpulver für unser Baby gekauft, weil wir der Frischmilch nicht getraut haben und nicht wussten, wie es weitergehen wird.

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zoon.politicon 15.03.2011, 19:10
6. Dosimeter anschaffen?

Zitat von sysop
Welche radioaktiven Stoffe kann die Havarie-Atomanlage Fukushima freisetzen? Wie können sich die Menschen in Japan davor schützen? Der Münchner Strahlenschützer Paretzke empfiehlt im Interview, die Nahrung permanent zu überwachen. Risiken für Deutschland sieht er nicht.
Habe ernsthaft die Anschaffung eines Dosimeters zur Abschätzung der Strahlenbelastung meiner Nahrung nach den Ereignissen in Japan erwogen.

Jetzt lese ich, dass direkt nach Tschernobyl Wild im Allgäu immerhin im Schnitt 1000 Bq/kg - durch Äsung aufgenommen - enthielt und im Einzelfall im Jahr 2007 noch über 5000 Bq/kg Caesium 137 bei einem einzelnen Wildschwein in Leutkirch/Allgäu gefunden wurden.

Wer also jetzt anfängt, seine Lebensmittel mit einem Dosimeter zu kontrollieren, dürfte so manche "Überraschung" auch bei Nahrung erleben, die nicht aus der Gegend um Japan stammt.

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Maenander 15.03.2011, 19:35
7. Wildschweine

Zitat von zoon.politicon
Habe ernsthaft die Anschaffung eines Dosimeters zur Abschätzung der Strahlenbelastung meiner Nahrung nach den Ereignissen in Japan erwogen. Jetzt lese ich, dass direkt nach Tschernobyl Wild im Allgäu immerhin im Schnitt 1000 Bq/kg - durch Äsung aufgenommen - enthielt und im Einzelfall im Jahr 2007 noch über 5000 Bq/kg Caesium 137 bei einem einzelnen Wildschwein in Leutkirch/Allgäu gefunden wurden. Wer also jetzt anfängt, seine Lebensmittel mit einem Dosimeter zu kontrollieren, dürfte so manche "Überraschung" auch bei Nahrung erleben, die nicht aus der Gegend um Japan stammt.
Das ist nun wirklich ein ganz spezieller Fall.

Schießt ein Jäger ein Wildschwein, muss er das Fleisch auf Radioaktivität überprüfen lassen, weil allgemein bekannt ist, dass Wildschweine - besonders im Winter - immer noch belastete Hirschtrüffel zu sich nehmen. Die zugelassene Grenze liegt übrigens bei 600 Bq/kg. Ein verstrahltes Wildschwein abzugeben gibt übrigens mehr Geld als der Verkauf. Man kann also beruhigt seinen Wildscheinbraten essen.

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MaliMali 15.03.2011, 21:47
8. Ja, und wie isses nu mit...

...Seefisch, anderem Meeresgetier, die Algen fuer das Sushi etc?

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Ursprung 16.03.2011, 01:11
9.

Zitat von zoon.politicon
Habe ernsthaft die Anschaffung eines Dosimeters zur Abschätzung der Strahlenbelastung meiner Nahrung nach den Ereignissen in Japan erwogen. Jetzt lese ich, dass direkt nach .....
Der Caesium 137 Fallout (neben anderen) ueberzog nach Tschernobil:
Ganz Skandinavien,
Polen,
natuerlich Ukraine
die damalige Tschechoslowakei
Bulgarien
den Alpennordrand, vor allem Allgaeu,
ganze Tuerkei.

Die Halbwertszeit ist rund 30 Jahre, heisst, nach 30 Jahren ist die Strahlenintensitaet um 50 % abgeklungen.
Caesium 137 tritt als Fallout nur auf eingebunden in sogenannte chemische Radikale, Molekuelcluster, die sich aufgrund der darin enthaltenen weiteren Molekuele besonders gern an organische Materialen binden und zwar begieriger, als andere in Boeden natuerlich vorkommende Molekuelcluster.

Pflanzen, die auf solchen Falloutboeden wachsen, konzentrieren die Radioaktivitaet in sich mehr, und verduennen sie in Boeden.
Die Radioaktivitaet ist nicht sehr stark. Sie ist zwar messbar aber dazu bedarf es besonders empfindlicher Geraete, deren Sonden den strahlenden Clustern zentimeternah gebracht werden muessen. Einen allround-Geigerzaehler an einem Sack Hafer entlanggleiten zu lassen, sagt also nichts ueber dessen Biogefahrlichkeit aus.
Geraet so ein Cluster per Verdauung in den Koerper, lagert er sich bevorzugt vor anderen Verdauungsbruchstuecken in/an Organen an und entfaltet dort im Nahbereich Genschadigungen, die zu Krebs fuehren, ohne dass man die Quellen von aussen am Menschen detektieren kann.
Die landwirtschaftlichen Produkte aus dem Allgaeu waren und sind seit Tschernobil intolerabel stark strahlungsintensiv.
Verduennt man die Allgaeumilch mit der unbelasteten z. B. aus Ostfriesland, kann man die messbare Radioaktivitaet unterhalb jene Schwelle druecken, die der deutsche Gesetzgeber nach Tschernobil bewusst erhoeht hat, um nicht alles aus dem Allgaeu fuer mindestens 30 Jahre sondermuellentsorgen zu muessen.
Die Verduennung hilft aber leider nicht dem Konsumer, denn er braucht nur einen Cluster in seiner verduennten Milch zu erwischen und schon ist er dran. Die Verduennung hilft also nicht der Gefaehrlichkeit ab, sondern verteilt sie nur wirkungsvoll auf viele Menschen mehr.
Zudem gibt es keine Herkunfsbezeichnungspflicht fuer Lebensmittel, die mit anderen Waeren vermischt wurden.
Herkunft von Haferflocken pur muss der Lieferant auf Nachfrage angeben koennen, Muesli, also z. B. 96 % Haferflocken aus Finnland und 4 % Rosinen, womoeglich aus der Tuerkei, ist nicht mehr herkunftsanzeigepflichtig.
Ich habe nach Tschernobil saemtliche verfuegbaren Falloutwolken geografisch notiert, vermeide seitdem jegliche Waren aus diesen Herkunftsbereichen zu verzehren und meide jede zusammengemischten Lebensmittel. Von den 30 Jahren ist noch nicht die erste Halbwertszeit verstrichen.

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