Forum: Wissenschaft
Streit mit Skeptikern: Die rabiaten Methoden des Klimaforschers Rahmstorf

Stefan Rahmstorf ist der Bekannteste unter den Top-Klimaforschern Deutschlands - und zugleich der unerbittlichste. Journalisten beklagen Einschüchterungsversuche, Forscher gehen auf Distanz zum Potsdamer Professor. Der Konflikt wird inzwischen in Zeitungen ausgetragen.

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Howerist 12.09.2007, 19:07
20. Niggemeier triffts

Liest man die beiden Artikel im Vergleich, dann fällt wirklich auf, wie polemisch die "Skeptiker" im Vergleich zu Rahmstorf sind: "totaler Sieg", "heilige Mission", "heiliger Krieg, ein Dschihad", "omnipräsent", "Endsieg", "bizarr" usw. usf. Soll so ein seriöser Artikel aussehen? Soll man solchen Leuten vertrauen, wenns auf Fakten ankommt? Und Stefan Niggemeier hat das mal wieder sehr gut auf den Punkt gebracht in seinem Blog:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog...n-widerspruch/

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män 12.09.2007, 19:30
21. Aufklärung

Zitat von nillivanmilli
... nichts anders. Hier wird mit der Angst der Leute Geld verdient. Viel Geld! Auch Kanzlerin Merkel hat begriffen, daß dieses Thema derart risikolos bemüht oder geknetet oder sonstwie werden kann. Ich glaube Leuten, die so argumentieren gar nichts!
hallo nillivanmilli
schau dir mal unter http://www-nsidc.colorado.edu den aktuellen Zustand der Norpolvereisung an, ich glaube das hilft!! Die pinke Linie entspricht der durchschnittlichen Vereisung zur gleichen Zeit im Durchschnitt von 1979-2000 !!
Da wird einem aber schon ganz schöne Bange was wir hier gerade mit dem Planeten so anrichten. Wer skeptisch ist kann über die Auswirkung mal den EEM-Eiszeit Artikel in Wikipedia lesen ... hilft auch!!

Zu den armen Journalisten würde ich als Chefredakteur sagen, Wenn Ihr noch einmal die Zahlen absichtlich hoch-runter oder was auch immer schraubt, dann bitte geht zur Bildzeitung!! Ihr habt bei einer seriösen Zeitung/Zeitschrift nichts zu suchen. Wer die email der SPON- Journalisten an Rahmsdorf gelesen hat (auf www.ozean-klima.de zu finden)der kommt zweifelsfrei zu dem Schluss dass es bei dem Artikel um eine persönliche Beleidigung von Herrn Bojanowski geht. Die Herrn Journalisten sollten sich fragen, ob sie nicht mit ihrer unseriösen Berichterstattung dem Ansehen des Spiegels schaden.
Ich stehe voll auf Rahmsdorf Seite, Zahlen sind nun mal Zahlen!!! Wer nicht bis 3 zählen kann der muss zur Bildzeitung und Schlagzeilen schreiben!!

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Schneeadler 12.09.2007, 19:42
22. Ein trauriger Beleg journalistischen Hochmuts

Ein trauriges Pamphlet, das Ihre Autoren da zum Besten geben, journalistisch miserabel unterlegt, dafür aufs perfideste persönlich diskreditierend und diffamierend, das schlechterdings einzig in seinen anmaßend propagandistischen Tiraden gegen Rahmstorf "gelungen" ist.

Unterm Strich untertrifft Ihr Beitrag den seinerzeitigen Artikel Ihres Blattes zum Thema noch um Klassen, in welchem sich Ihre Redaktion ohne Not zum Sprachrohr einer kleinen Gruppe von lautstarken Sektierern gemacht hatte, welche durch die haarsträubende Aneinanderreihung falscher Aussagen immer wieder versucht, wissenschaftliche Erkenntnisse zu leugnen und Fakten und Tatsachen derart zu verbiegen und zu verdrehen, bis unsere gute alte Erde endlich wieder als Scheibe im Mittelpunkt der Welt steht, um die sich sogar Gott noch dreht ...

Meine Hochachtung und mein Respekt in dieser Angelegenheit gilt dem unermüdlichen Wissenschaftler Stefan Rahmstorf und seinem excellenten Kampfgeist, der dem glanz- und würdelosen Propagandainstrumentarium rabiater Redaktionen wie der Ihren offenbar völlig zurecht mal den "Spiegel" vorgehalten hat.

Jürgen Vollmer
Meteorologe

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ArminGausH 12.09.2007, 20:00
23. Cui bono?

Für den Fall daß die Klimaerwärmung so eintritt wie allgemein vorhergesagt, so tun wir gut daran, infrastrukturelle und wirtschaftliche Maßnahmen zu treffen: Hochwasserschutz, Umstellung des Landwirtschaft, was sonst noch so not tut unseren Lebensraum zu erhalten. Merkel und Co's "Energiesparpläne" haben allenfalls zur Folge, daß das Benzin dann in China verbrannt wird. Dem Klima ist das egal. Es ist einfach unrealistisch zu glauben daß es einen neu-mittelständischen Inder oder Chinesen, der sich zum ersten mal ein Auto kaufen kann, mehr als nur akademisch interessiert ob man das dem Klima zumuten kann. Es ist ja selbst hier nicht anders.

Der englische Vizepremier sagte mal sinngemäß, Ähnlich wie Churchill die "Appeasment-Politiker" abserviert hat, solle man die "Klima-Appeaser" abservieren. Vor solchen Leuten habe ich Angst (mehr als vor Flüssen, die über die Ufer treten), denn sie haben die vernünftige Diskussion verlassen.

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Schmanck 12.09.2007, 20:25
24. Wissenschaftlich?

Die Bewertung des Herrn Rahmstorf trifft vollumfänglich zu. Nur in einem Punkt irren die Autoren: Die Klima-Skeptiker sind keine Minderheit, sondern mehr als 20.000 weltweit, darunter über 70 Nobelpreisträger, nachzulesen hier: http://www.schmanck.de/nobelappell.html .
Ein mir befreundeter Diplomphysiker bewertet Herrn Rahmstorfs Wissenschaftlichkeit so:
"Wie Sie Herrn Rahmsdorfs Gebaren schildern, läßt dieses eher an Byzantinismus denken als an Wissenschaft; denn so arbeitet Wissenschaft nicht. Dort ist der Zweifel die wichtigste Triebkraft der Erkenntnis. Ein wichtiger Grundsatz der Erfahrungswissenschaften seit Galilei scheint ihm und anderen Klimatologen abhanden gekommen zu sein: kein Konstrukt des menschlichen Geistes, keine Theorie und kein Simulationsmodell kann aus sich heraus seine Richtigkeit und den Vertrauensgrad seiner Vorhersagen bestimmen und beweisen. Darüber bestimmt und entscheidet einzig und allein das Meßexperiment mit seinen quantitativen Aussagen über die relevanten Meßgrößen. Und niemand sonst. Und auch dieser Entscheid ist immer nur eingeschränkt und vorläufig - bis zum nächsten, genaueren Experiment. Da man heute die Wetterdaten des Jahres 2050 nicht messen kann, haben die Klimamodellierer ein ernstes Problem: ihren Vorhersagen fehlt grundsätzlich die Möglichkeit der Falsifizierung. Damit sind diese nach den Regeln der Wissenschaft disqualifiziert." (Dipl.-Phys. Ludger Winkelmann)

Burghard Schmanck
www.schmanck.de

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Paschten 12.09.2007, 21:28
25. Rabiater Journalismus wohl eher

Zitat von Howerist
Was für ein oberflächlicher Artikel! Offenbar können es einige sog. Journalisten nicht ab, daß ihre unseriösen Praktiken öffentlich gemacht werden. Da fühlen sich wohl Leute auf auf Fuß getreten, die den gläubigen Skeptikern Erkenntnisse aus Lehrerforen als unterdrücktes Wissen verkaufen und wollen sich jetzt als Opfer stilisieren. Opfer der Wissenschaftlichkeit vermutlich.
Ich kann da nur zustimmen. Wir prangern südafrikanische Politiker an, die den HIV virus als Aids Ursache in Frage stellen und bezichtigen Sie der Rückständigkeit, Verantortungslosigkeit und der unwissenschaftlichen Vorgehensweise. Aber in Klimafragen agieren viele Journalisten gewandet im wohlfeilen aber nichts legitimierenden Mantel der Skeptiker wie die gekränkte Unschuld und sind bei einem Thema, dessen Folgen immer noch schlimmer und ernsthafter sein können, nur allzu gerne bereit, sich nicht viel besser zu verhalten. Das gilt auch für den Spiegel Artikel, in dem ich mehr Selbstgerechtigkeit und nicht-wissenschaftliche Verbohrtheit erkennen kann als man Herrn Rahmsdorf unterstellt. Das die Herren es nicht mögen, wenn man wissenschaftliche Mindeststandards anmahnt, sieht man exemplarisch bei den beiden Autoren. Im Übrigen gibt es analoge Debatten und Verhaltensweisen auch in anderen Bereichen zu beklagen. Solange Wissenschaft mit den Wölfen heult wird sie gerne hofiert. Wenn dann, was durch die Arbeit Tausender Wissenschaftler als weitgehend gesichert betrachtet werden kann aber missliebig ist, werden die Dinge ideologisch abgehandelt und die Wissenschaft wird wieder in den Rang verwiesen, der früher dem Hofnarren zustand. Ein nettes Beispiel ist die systematische Missachtung der empfohlenen Fischfangquoten oder der miserable Zustand der Ostsee, die bereits zu einem Drittel biologisch tot ist.

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Steinkauz 12.09.2007, 21:54
26. Bei Al Gore nachzulesen

Hut ab vor dem Mut von Rahmstorff sich mit den Delinquenten der Klimaskeptiker-Lobby anzulegen und sich in die Niederungen einer solchen Auseinandersetzung zu begeben. Dies ist nicht jedermanns Sache unter den Forschern - dazu muss man eloquent und hart gesotten sein.
Al Gore hat sehr genau durchleuchtet wie die Lobbyisten in den USA für viel Geld Zweifel an der Tatsache der menschengemachten beschleunigten Erderwärmung säen.
Herrn Rahmstorff sei Dank können heute in FAZ und Spiegel die Namen der kriminellen Skeptiker nachgelesen werden.
Wobei ich den Spiegel-Artikel für sehr verzichtbar halte.
Die furiose Tirade von Rahmstorff in der FAZ habe ich hingegen mit Genuss gelesen - nach jedem Absatz konnte ich nur BRAVO seufzen!

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resel 12.09.2007, 23:11
27. Wetter != Klima !

Zitat von 532
Warum soll ich diesen Wetterforschern eine Vorhersage für die nächstn 100 Jahren glauben, wenn diese Leute nicht einmal wissen wie das Wetter am nächsten Wochenende wird. Häh?
Weil diese Forscher nicht das Wetter (= kurzfristige Veränderungen von durchschnittlichen Temperaturen, Wind und Niederschlägen) vorhersagen, sondern das Klima (d.h. den langfristigen Durchschnitt der dieser Parameter).

Ein etwas hinkendes Beispiel:
Ich kann am ersten Juli nicht mit großer Wahrscheinlichkeit vorhersagen, ob es am ersten August wärmer oder kälter sein wird, aber eine verläßliche Abschätzung, ob es am ersten Januar wärmer oder kälter sein wird als am 1 Juli, läßt sich in unseren Breiten leicht treffen.

Die langfristige Entwicklung der Jahresdurchschnittstemperatur zum Beispiel läßt sich theoretisch leicht berechnen, indem man von der auf die Erde einstrahlenden Sonnenenergie die abgestrahlte Wärme und das reflektierte Licht abzieht.

Vorherzusagende Parameter sind dabei:

- Strahlungsleistung der Sonne (schwankt etwas, wie stark ist strittig und prinzipiell nicht völlig verläßlich vorhersehbar)

- Der Einfluß von Änderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre, die den Anteil des reflektierten Lichts verändern ("Treibhausgase")

- Veränderungen des Reflektionsgrads der Erdoberfläche (durch abschmelzen von Meereis, landwirtschaftlichen Anbau, besiedelte Flächen, Wüsten, Wasserverbrauch, etc.)

- sporadische Ereignisse wie Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge oder Atomkriege

- Die Rückkoppelung der oben genannten Faktoren auf Wolkenbildung und Meeresströmung

Der letze Punkt ist wohl der schwierigste, und es gibt unter den Wissenschaftlern noch keinen vollen Konsens, wie er genau zu modellieren ist.
Trotzdem scheint die Mehrheit der Wissenschaftler aus den Modellen sowie dem langjährigen Trend der gemessenen Durchschnittstemperaturen auf eine Erwärmung zu schließen.

So eine Erwärmung muß für die Lebensgrundlagen der Menschen auf der Erde insgesamt nicht unbedingt schlecht sein.
Aber solange dabei einige Nationalstaaten wesentlich schlechter abschneiden als andere, würde ich es bevorzugen, wenn größere Veränderungen erst dann stattfinden, wenn die globale Politik soweit entwickelt ist, daß die dadurch entstehenden Nachteile in einigen Gebieten für die dortige Bevölkerung ausgeglichen werden können.

Ich befürchte, wir müssen bestimmt noch 100 Jahre lang versuchen, die Klimabeeinflussung zu minimieren, egal ob das nun zu Erwärmung oder Abkühlung führt ;-)

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Pike_93 12.09.2007, 23:16
28. Kritischer Standpunkt

Zitat von Steinkauz
...Mut von Rahmstorff... ...Delinquenten der Klimaskeptiker-Lobby... ...Forschern... ...Al Gore... ...Lobbyisten in den USA... ...kriminellen Skeptiker...
Meinen sie nicht, dass sie in einigen Punkten die Wahrheit verdrehen? Gerade ein Al-Gore - man sehe sich seinen "Klima-Palast" ruhig etwas näher an - fliegt selbst durch die Welt, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Und er bekommt pro Auftritt richtig Geld - klingelts, wehr hier bezahlt wird?
Klimaskeptiker-Lobby? Moment mal, wir reden von seriösen Wissenschaftlern, was man nicht jedem bescheinigen kann - Dem Schreiber dieses Artikels schon mal gar nicht. Wer öffentlich von einem "Konsens der Wissenschaft" spricht, kann mit seriöser Wissenschaft nichts am Hut haben. Wissenschaft ist das Aufstellen von Hypothesen und das Widerlegen von Hypothesen. Von Beweisen redet man erst nach vielen Jahren, wenn sich die Hypothesen bewiesen haben - aber das ist (wie man an vielen Stellen im Internet nachlesen kann (und ja - bei Wissenschaftlern...)) nicht der Fall. Selbst Einstein sagte zu "100 Wissenschaftler gegen Einstein": "Warum 100? Wenn ich falsch läge, würde einer reichen!"
Und dieser eine ist in dem Fall schon zu 20.000 vertreten!

Hier hilft nur eins: Selbst nachlesen und eigene Gedanken machen! Und vorallem nicht jedem glauben, der lauf "Apokalypse" schreiend voranläuft. Wer ein Beispiel will - bitte sehr: http://www.larouchepub.com/eiw/publi.../33-37_725.pdf

Lobbyisten in den USA? Schauen wir lieber auf was anderes: Wie viel Geld wird vom IPCC und anderen Organisationen jährlich in die "Klimaforschung" (=de facto wird das Geld ausgegeben, um genau die gewünschten Ziele zu erreichen, aber das steht auf einem anderen Blatt Papier...) gesteckt? Wer das mal mit dem vergleicht, was die "Skeptiker" angeblich von Mineralölfirmen bekommen... Ich erspare mir weitere Kommentare dazu, nur soviel: Soviel Ölfirmen kann es gar nicht geben...
Und die kriminellen Skeptiker? Entschuldigen sie, dass wir nachdenken und versuchen, aus vielen Fachaufsätzen ein Bild zu erhalten (Tipp: Suchen sie mal außerhalb von Deutschland...). Falls die für sie inakzeptabel ist - fragen sie mal George Orwell, was der davon hält. Ich bin froh, dass ich mir noch meine eigene Meinung bilden darf, auch wenn das gerne andere für mich machen würden.

Zitat von Steinkauz
Die furiose Tirade von Rahmstorff in der FAZ habe ich hingegen mit Genuss gelesen - nach jedem Absatz konnte ich nur BRAVO seufzen!
Und ich fang an zu heulen.
In einer Person so viel Machterhalt - schrecklich.
Danke fürs Lesen...

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Keeling 12.09.2007, 23:42
29. Physik und das Recht auf freie Meinungsäußerung

Erstens: Ich bin selbst Journalist und weiß, wie mimosenhaft und revanchefoulsüchtig Kollegen reagieren, wenn ihre Berichte als fehlerhaft enttarnt werden. Offenbar eine Berufskrankheit.
Zweitens: Klimaforschung ist weitgehend Physik. Richtig oder falsch, links oder rechts herum. Dass Medien für "falsch" das Recht auf freie Meinungsäußerung reklamieren, stimmt mich sehr nachdenklich. Dass sie zudem Geologen oder interessengesteuerte (gekaufte) Forscher als "Klimaforscher" akzeptieren, um Auflage oder Einschaltquote zu steigern, ist ein Skandal, den die Medien noch nicht entdeckt haben.

Drittens: Den Forscher Rahmstorf als "rabiat" darzustellen . . . naja, jeder, der den FAZ-Artikel gelesen hat, wird da nicht zustimmen können. Dass R. in der Vergangenheit auch mal den "Spiegel" widerlegt hat . . . hängt das mit "Erstens" zusammen? Ich finde es außerordentlich verdienstvoll, wenn ein Forscher sich nicht in den Elfenbeinturm zurückzieht, sondern oberflächlichen Medien mit Fakten die Stirn bietet.

Was bleibt, ist die Frage, welche Rolle die Medien in einer Demokratie spielen wollen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung schließt leider ein, dass man mit verfälschten Fakten in einer existenziellen Menschheitsfrage das Volk verdummen darf . . . leider werden "falsche Fakten" nicht als "Kommentar" gekennzeichnet, aber dieser Unterschied wird vermutlich in einer Gesellschaft zwischen "Spaß" und "Fastfood" als Peanuts betrachtet.

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