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Streit um Wölfe in Deutschland: Auf der Abschussliste
DPA

40 Schafe hat ein Wolf kürzlich getötet. Wegen solcher Vorfälle fordern Landwirte und Jäger, die Raubtiere zum Abschuss freizugeben. Realistisch ist das nicht. Die Fakten zum Wolf in Deutschland.

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peterpahn 02.06.2018, 18:39
30. Wölfe sind ein riesen Problem, nicht bloß einzelne sog. Problemwölfe

Wölfe sind ein riesen Problem, nicht bloß einzelne sog. Problemwölfe. Wer je gesehen hat, was notfalls auch nur ein einzelne Wolfe in einer Herde von Weidetieren, z.B. Schafen, anstellt, kann sich nicht für den absoluten Schutz der Wölfe in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland einsetzen: Der Wolf zeigt das Verhalten des sog. Übertötens (Surplus-Killing), d.h. er tötet bei Überangebot - z.B. in einer Herde von Weidetieren - so viele Tiere, bis ihm die Kräfte ausgehen; der Beutereflex wird immer wieder ausgelöst. Das ist wirklich einfach nur grausam! Aber wegen dieses sog. Übertötens (Surplus-Killing) sind das keine Ausnahmen, wenn pro Wolfs-Attacke auf Weidetiere gleich eine niedrige bis mittlere zweistellige Zahl an Tieren ums Leben kommt. Anfang April hat im Deutschen Bundestag eine Experten-Anhörung zum Wolf in Deutschland stattgefunden, welche sehr zu empfehlen ist (Mediathek des Deutschen Bundestages).

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regelaltersrentner 02.06.2018, 18:47
31.

Zitat von womo88
Omas und Opas verursachen jährllich mehr Unfälle mit Personenschaden als Wölfe Schafe reißen und ihr Fahrfähigkeit wird nicht jährlich getestet.
Schön,
dass junge Autofahrer keine Unfälle bauen,
wenn ich auf der Autobahn fahre, dann sehe wie dringend jüngere Fahrer auf ihre Fahrfähigkeit getestet werden sollten.

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wonder-wu 02.06.2018, 18:51
32. Mehr als Liebhaberei

Zitat von mundusvultdecipi
..Deutschland zum grossen teil als Liebhaberei und Hobby bewertet.Die Wolle wird unter Erzeugungspreis verkauft,das Lammfleisch stammt zum überwiegenden Teil aus dem europäischen Ausland,da billiger.Einzig die Landschaftpflege macht Schafhaltung noch einigermassen sinnvoll.Warum also den Wolf wegen Erhaltung eines Hobbys vetreiben/töten?
Ich glaube, mit Ihrer Einschätzung liegen Sie falsch. Dem Spiegel-Artikel vom vergangenen Mittwoch, 31. Mai, über Agrarsubventionen konnte ich entnehmen, dass unser örtlicher Schäfer 2017 stolze 466.000 Euro an EU-Subventionen erhielt. Das ist schon mehr, als Hobby. Rauslesen kann man aus der Zahl aber natürlich, dass Schäfer halt von Steuergeldern leben. Und wenn der Steuerzahler das Schaf eh bezahlt, kann er auch ein paar von denen dem Wolf opfern. Also lasst sie kommen!

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rudolfsikorsky 02.06.2018, 18:58
33.

Sehr geehrter Herr Anonymus. Der Erste. Es gibt in Deutschland keine von irgendjemand durchgeführte oder geplante oder angeordnete Ansiedlung oder Ansiedlungsmassnahme des Wolfes. Zum tausendsten mal: Der Wolf kommt von allein und ganz natürlich.

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pejoachim 02.06.2018, 19:26
34. Wölfe sind harmlos!

Wölfe wissen doch gar nicht, dass Menschen aus Fleisch bestehen! Spaß beiseite. Neulich hat eine Freundin gemeint, man könne nicht mehr auf die Badener-Höhe (Nordschwarzwald), weil das "Wolfsgebiet" sei.
Warum hatten unsere Vorfahren Angst vor Wölfen? Nur wegen der Schafe? Nur wegen Rotkäppchen?
Warum hat man in Sibirien und anderen Gebieten der Welt, in denen es viele Wölfe gibt, Angst vor Wölfen?
Hatten oder haben diese Menschen keine Ahnung, wir aber schon, wir, die wir Wölfe bislang nur von Tierparks kennen?
Und weiß man auch, dass sich Schäfer Hüttenhunde anschaffen werden, die zwar Schafe gegen Wölfe schützen, aber für Spaziergänger weit gefährlicher sind,als der Wolf selbst?
Könnte es sein, dass Deutschland dichter besiedelt ist als die Karpaten?
Wir geben die Qualität unserer Naherholungsgebiete und Mittelgebirge auf, wenn wir Wolf und Bär in unsere Regionen zurückkommen lassen.

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teacher20 02.06.2018, 19:28
35.

Zitat von peterpahn
Wölfe sind ein riesen Problem, nicht bloß einzelne sog. Problemwölfe. Wer je gesehen hat, was notfalls auch nur ein einzelne Wolfe in einer Herde von Weidetieren, z.B. Schafen, anstellt, kann sich nicht für den absoluten Schutz der Wölfe in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland einsetzen: Der Wolf zeigt das Verhalten des sog. Übertötens (Surplus-Killing), d.h. er tötet bei Überangebot - z.B. in einer Herde von Weidetieren - so viele Tiere, bis ihm die Kräfte ausgehen; der Beutereflex wird immer wieder ausgelöst. Das ist wirklich einfach nur grausam! Aber wegen dieses sog. Übertötens (Surplus-Killing) sind das keine Ausnahmen, wenn pro Wolfs-Attacke auf Weidetiere gleich eine niedrige bis mittlere zweistellige Zahl an Tieren ums Leben kommt. Anfang April hat im Deutschen Bundestag eine Experten-Anhörung zum Wolf in Deutschland stattgefunden, welche sehr zu empfehlen ist (Mediathek des Deutschen Bundestages).
Sie beurteilen Wölfe nach den Moralmaßstäben eines pazifizierten, geordneten Wohlfahrtsstaates. Aber abgesehen davon neigt auch der Mensch - wenn einmal die zivilisatorischen Sicherungen durchgebrannt sind - zum "surplus killing" ("homo homini lupus" wusste schon Thomas Hobbes), wie besonders Bürgerkriege in den letzten Jahrzehnten bewiesen haben.
Dass dieser "Kill-Reflex" beim Wolf ausgelöst wird, ist nicht die "Schuld" des Wolfes, es ist die Schuld des Menschen, der ihm ein Nahrungsüberangebot gelegentlich ohne Schutz wie auf einem Silbertablett serviert. Dabei ist der Wolf in dieser Situation geradezu "menschlich": er handelt als Opportunist. Warum sollte er einen Hirsch oder einen hauerberwerten Keiler erlegen wollen, wenn im hilflose Schafe dargeboten werden?
Nun also nach dem Jäger zu rufen (der sich aber meist gern rufen lässt) ist die primitivste "Lösung". Man sollte vielmehr Maßnahmen zum Schutz der Schafe (Hütehunde, Elektrozäune) ergreifen und so dafür sorgen, dass der Wolf sich auf seine natürliche Beute konzentriert.

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bpauli 02.06.2018, 19:29
36. jagdfreie Truppenübungsplätze als Orte der Erstbesiedliung

Bekanntlich wählten die aus Polen eingewanderten Wölfe zuerst Truppenübungsplätze, wo sie eine Familie bildeten und blieben. Dort kann wegen der Munitionsgefahr nicht gejagt werden und es gibt ausreichend Nahrung. Weshalb in sehr grossen, zusammenhängenden Waldgebieten, wo gejagt wird, wie z.B. der Schorfheide nördlich von Berlin kein Wolfrudel lebt, ist mir ein Rätsel. Man fragt sich, ob vielleicht nicht doch der eine oder andere Jäger seine Jagdpacht wolfsfrei hält wegen der Wildkonkurrenz. Die einfache Freigabe von bestimmten Abschussquoten hätte in meinen Augen gravierende Folgen. Würde z.B. der Leitwolf oder Leitwölfin eines Rudel geschossen, könnte das Rudel aus ihrem Revier von einem anderen vertrieben werden und auf die Wanderschaft gehen oder sich ganz auflösen und sich das Risiko für Nutztiere erhöhen. Ebenfalls fallen unter Umständen bei Abschüssen von Leitwölfen die jagderfahrenen Hauptnahrungsbeschaffer des Rudels aus und die anderen suchen sich eher Nutztiere.

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ansv 02.06.2018, 19:39
37.

Zitat von janne2109
ich möchte aber nicht, dass Wölfe Rehe oder Schafe töten können, es ging doch Jahrzehnte auch ohne Wölfe, warum nicht jetzt? Kein Reh zerstört soviele andere Tiere, auch kein Wildschwein, sie ernähren sich anders. Warum müssen bei uns Wölfe leben? Ich finde sie kommen den Menschen und seinen Nutztieren zu nahe.
Also hier wo ich lebe gab es vor 2 Jahren eine Riesenhysterie weil die Wildschwein-Überpopulation in einem sehr trockenen Sommer eine sehr große Zahl von Gärten umgegraben hat. Für den Durchschnitts-Schwaben eine Katastrophe: Was sollen die Nachbarn denken, wenn der Garten so aussieht und kann es tatsächlich sein, dass jetzt niemand für den Schaden aufkommt? Dass es tatsächlich noch einen Rest allgemeinen Lebensrisikos gibt, mit dem man ganz allein klarkommen muss?

Und was die Schafe angeht: auf der Schwäbischen Alb hat man ein Problem die geschützte Kulturlandschaft im Biosphärengebiet aufrecht zu erhalten, weil schlicht die Schäfer fehlen. Also ganz so weit her kann es nicht sein mit diesem "Schutz für die Nutztiere".

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Leser161 02.06.2018, 20:08
38. Hat mir nicht geholfen

Ich finde das Wolfsproblem sehr interessant. Einerseits ist es schön wieder Wölfe zu haben. Andererseits ist die Frage ob das nicht andere Probleme gibt. Nutztiere werden ja nicht konzentriert auf Weiden gehalten um Wölfe zu ärgern, sondern weil es Vorteile hat. Das es bei der jetzigen Gesetzeslage schwierig ist Wölfe zu erschießen ist jetzt auch nichts Neues.

Ich hätte mir in dem Artikel etwas Perspektivisches gewünscht. Wie können wir dafür sorgen das die Wölfe eine Bereicherung für uns sind. Der Artikel lief eher darauf hinaus, das man sich halt nicht so anstellen solle und zur Not wolfssichere Zäune bauen müsse.

Das finde ich in Bezug auf die Menschen die zum Beispiel 40 Schafe verloren haben unfair.

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zynischereuropäer 02.06.2018, 20:17
39.

Genau das gleiche Theater wie damals, als es darum ging Luchse aktiv (im Gegensatz zum Wolf!) wieder anzusiedeln. "Ja aber die Kinder!"/"Man kann nicht mehr in den Wald!"/"Die armen Nutztiere!"/"Das arme Bambi wird jetzt gerissen statt erschossen!"... immer und immer wieder der gleiche Unfug. Was ist passiert? Nichts. Die wenigsten haben je einen zu Gesicht bekommen, obwohl sie sich prächtig vermehren. Kein Kind und kein altes Muttchen wurde im Wald zerfleischt und die "Schäden" an Nutztieren bleiben im Promillebereich. Lasst die Wölfe kommen, die kriegen wir hier locker unter. Die örtlichen Nutztierhalter werden entschädigt oder im vornherein gefördert, dafür sollte bei den ganzen Subventionen noch Platz sein - dann können auch mal ihren Teil der Naturschutzauftrages erfüllen. So viel sollte uns ein bisschen Biodiversität schon wert sein. Ich wundere mich ohnehin was einige hier ständig von dem "dicht besiedelten Land ohne Platz für Wölfe" faseln. Ja, wir sind mehr als in den 60er Jahren, aber die meisten Leute ziehen in Städte bzw leben schon dort. Es gibt keine ländliche Struktur mehr wie im Mittelalter, wo es sicher Probleme beim Zusammenleben gab. Nach Berlin wird der Wolf sicher nicht ziehen, eher in die menschenleeren Gebiete in Brandenburg oder Meck-Pomm. Im Bayerischen Wald ist auch genug Platz. Anstatt direkt Rotkäppchen nachzulesen, wäre es angebracht mal gen Länder zu schielen, die mit Wolf, Bär oder noch größerem (Tiger, Löwe, etc) leben. Die können damit ja auch klar, ohne die Ressourcen zu haben wie wir. Würden die jetzt alles ausrotten was Probleme macht gäbe es ja zurecht einrn weltweiten Aufschrei. Da werden wir uns doch nicht die Blöße geben und uns wegen ein paar Wölfen direkt ins Hemd machen. Oder?

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