Forum: Wissenschaft
Streitgespräch über Wissenschaft in den Medien: "Die sollten sich schämen!"
Corbis

Milliarden fließen in die Forschung, drumherum ist ein mächtiges Marketing entstanden. Dennoch wirkt Wissenschaft oft langweilig. Im Streitgespräch rechnen drei Experten ab - mit unfähigen Werbern, zahmen Journalisten und arroganten Professoren.

Seite 1 von 12
hinnerk.albert 15.02.2015, 16:14
1. zunächst

zunächst bräuchte man eine totale neustrukturierung der deutschen universitäts-und forschunglandschaft

dort, wo sie sich momentan unter einfluss von ökos und anderen verstehdeutschen hinbeweget, droht ein kompletter stillstand

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Suk-ram 15.02.2015, 16:15
2. Oh doch

"Hat sich denn nichts verbessert in der Wissenschaftskommunikation?"

hat man doch gesehen, nachdem der unkontrollierte Absturz des Rosetta - Landers von der ESA bereits als "voller Erfolg" dargestellt wurde, bevor auch nur die ersten Daten ausgewertet waren; die sind gewiss auch von Kultur- und Kommunikations- "Wissenschaftler"Innen veramerikani- äh: geschult worden...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hornblower 15.02.2015, 16:24
3. Journalisten

haben "Angst" vor Professoren?
Gehen wir doch mal einen Schritt weiter.
Öffentlichkeit darf Professoren nicht kritisch befragen?
Das ist doch Unfug.
Nur mal so als Massgabe, weder darf die Offentlichkeit von sich aus behaupten, der Professor zu sein, noch umgekehrt.
Man darf sich doch nicht wundern, wenn nicht wenige Menschen lieber gleich in einer Monarchie ( früher Europa) leben oder als anderes Extrem in einer bewaffneten Gesellschaft ( m.E. USA), weil das dann schlicht einfacher wäre.
Da es aber in einer komplexen Gesellschaft zu Kontroversen kommen kann, bedarf es eines Knigge des Umgangstones und da sollte der Journalist sich besser mit auskennen als die öffentliche Meinung.
Deswegen werden wir Kommentatoren auch "zensiert". Man könnte auch sagen geschliffen zu Edelsteinen:).
Je höher der Bildungsgrad der Bevölkerung - möge er steigen - desto stärker der Hunger nach entsprechenden Sendungen bzw. Berichten.
Ich habe als Kind Prof. Haber erklärt das Weltall geliebt und diese Liebe ist stetig gewachsen.
Über das Weltall kann ich mich auch mit meiner Friseurin oder der Fußpflege unterhalten.
Früher war es das Wetter, heute ist es Gott, die Welt und das Universum.
Das macht schon Freude!
Habt Mut uns Euren Verstand zu leihen:)
Dorothee Sehrt-Irrek

Beitrag melden Antworten / Zitieren
epicur 15.02.2015, 16:26
4.

In der Schule konnte ich mich für die Mint Fächer nie sehr begeistern.

Vor ein paar Jahren habe ich ein englisches Buch über die DNA gelesen.
Seitdem habe verfolge ich die Veröffentlichungen in der englischsprachigen Welt und habe schon viele wunderbare Bücher gefunden.

Auf Deutsch findet gibt davon nicht sehr viel. Ein deutscher Professor, der alten Sorte, ist nur gut, wenn ihn kaum einer versteht. Dies ist der Ritterschlag.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
großwolke 15.02.2015, 16:32
5.

Schwieriges Thema. Ich arbeite als Nichtwissenschaftler in einem wissenschaftlichen Umfeld (Forschung in einem großen Konzern). Wie für nicht-Akademiker üblich besteht auch mein Freundes- und Bekanntenkreis zu einem großen Teil aus Menschen ohne Hochschulbildung. Um diesen Leuten eine ungefähre Idee von den Themenfeldern vermitteln zu können, an denen ich mich mit meiner Arbeitskraft beteilige, muss ich oft grob vereinfachen, je nach Projekt geht da manchmal auch nur der große Zusammenhang, das spezielle Projektziel ist schon zu komplex. Bei den meisten bleibt trotzdem nur hängen, dass ich halt "irgendwas mit Chemie" mache. Dabei sind die Themen gerade superaktuell und gar nicht so schwer zu umreißen. Optimierung von Herstellungsprozessen, um ressourcenschonender zu arbeiten, Umstellung vieler Herstellverfahren auf nachwachsende Rohstoffe, Anpassung von Wertschöpfungsketten auf die regionalen Besonderheiten in aller Welt - eigentlich nicht mal so weit weg von der täglichen Debatte, für viele dennoch schon zu abstrakt. Vor dem Hintergrund verwundert es nicht, wenn Wissenschaftsjournalismus effekthascherisch und in der Sache oft recht simpel gehalten ist. Otto Normalverbraucher ist von sich aus einfach nicht bereit, sich für mehr zu begeistern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Grafsteiner 15.02.2015, 16:42
6. Wissenschaft ist die Erklärung der Welt

Aber dadurch sie nimmt den Glauben und so die absoluten Gewissheiten.

Das will kaum einer: sich seiner fixierten Ideen und lebenslang ungeprüften Glaubenssätzen entkleiden und als normaler, unwissender Mensch da stehen. Nur die wenigen neugierigen, wissbegierigen und selbstkritischen Menschen sind dazu in der Lage, sich intellektuell nackicht zu machen.

Die Medien als Handlanger der Macht (und damit immer eines Glaubens (und wenn es der Glauben an die Macht ist) fürchten die Wahrheit der Wissenschaft wie die Amish people.

Die, die sich interessieren, finden trotzdem Zugang zu den wissenschaftlichen Ergebnissen und sondern sich so immer mehr von den Bornierten der öffentlichen Meinung ab. Albert Einstein galt seine Mitbewohner in Caputh nur als "der Spinner".

Ähnlich wie jemand, der heute in den Foren das Wissen, die Denktechniken und Logiken von Wissenschaft versucht zu vertreten, nicht mitheult im grossen Konzert der selbstgerechten Wölfe und zumeist nicht zu Worte kommt. Sondern rauszensiert wird, weil begründete Meinungen jenseits des Mainstreams grundsätzlich "der Macht" widersprechen.

Was richtige Welterklärung ist entscheiden nicht die Wissenschaftler, sondern die Redakteure der Medien in ihrer totalen wirtschaftlichen Abhängigkeit von den Verlegern und dessen "Tendenzen". Wissenschaft stört dabei nur. Ich habe das kürzlich hier im SPON erlebt. Ein Diskutant gab in einem Wissenschaftsforum die Aufgabe vor, mit 3 Wiegevorgängen aus 13 Münzen eine Falschmünze herauszufinden, die entweder leichter oder schwerer war. Newton hätte an dieser Aufgabe seine wahre Freude gehabt. Es wurde die Lösung recht schnell präsentiert und dann der Thread eliminiert. Weil nicht wahr sein durfte, was der Zensor nicht begriff.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
herrbausb 15.02.2015, 16:55
7. Wissenschaft kann auch Spaß machen!

Es gibt doch auch erfolgreiche "Scienceslams", wo Wissenschafler auf humorvolle Art ihr Fachwissen vermitteln, z.B.: Neurobiologe Dr. Henning Beck
http://youtu.be/hdLqYMbYd1A?t=7s

Beitrag melden Antworten / Zitieren
toxutat 15.02.2015, 16:56
8. Harry...

Jemand zu Hause...? Schon mal was von Harald Lesch gehört? Der bringt manchen hochkomlizierten Mechanissmus dem interresierten Laie nahe.
(Der Ausserirdische ist auch nur ein Mensch)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
postit2012 15.02.2015, 16:57
9. Sorry, Herr Wormser,

was Florian Freistetter mit Astrodicticum Simplex auf die Beine gestellt hat, ist weitaus besser als das meiste von dem, was aus Pressehäusern kommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 12